(Das Spiel der Götter 2)
OT: Deadhouse Gates - A Tale of the Malazan Books of the Fallen
Ü: Tim Straetmann
USA 2000
(511 Seiten, Blanvalet 24941, ISBN 3-442-24941-4, DM 24,- / EUR
12,-)
- erschienen: 2001 -
Das Reich
der Sieben Städte steht kurz vor der offenen Rebellion gegen die
Unterdrückung durch das malazanische Imperium. In der Wüste
versammelt die heilige Seherin Shai'ik die Unzufriedenen, um den
Wirbelsturm zu entfachen, der die Eindringlinge vernichten soll.
Imperatrix Laseen hat mit der Faust Coltaine einen Heerführer
vor Ort, den nicht einfach so eine kleine Rebellenarmee besiegen
kann; und mit den mystischen Kräften seiner Heimat kann er sogar
noch ein bißchen mehr.
Inmitten dieser Ereignisse versuchen die Brückenverbrenner Kalam
und Fiedler gemeinsam mit dem jungen Pärchen Apsalar und Crokus
das Herz des Imperiums zu erreichen, was aber heißt, daß
sie inmitten der blutigsten Kämpfe auftauchen, die diese
Rebellion zu bieten hat.
Davon scheinbar losgelöst finden die beiden Wanderer Icarium und
Mappo Hinweise auf eine sehr, sehr unruhige Zeit.
Eine Zeit, die andernorts schon lange angebrochen ist...
Zugegeben - es geht mal wieder um das übliche: Die armen
Rebellen erheben sich gegen das böse Imperium und
überziehen es mit einem Krieg, der blutiger als alles ist, was
das Imperium bisher zustandegebracht hat.
Allerdings mit dem Unterschied, daß Steven Erikson hier nicht
einfach so die Geschichte eines Krieges erzählt, sondern die
tragischen und verzwickten Schicksale seiner Protagonisten schildert.
Das wird schon allein dadurch deutlich, daß zwei der manchmal
vier Handlungsebenen mit jenem Krieg gar nichts zu tun haben. Es
handelt sich lediglich um die Rahmenhandlung, mit der sich die
Handlungsträger zurechtfinden müssen.
Allerdings muß ich hier klar zugeben, daß es sich bei der
Welt des malazanischen Imperiums um eine sehr düstere und
gewalttätige Welt handelt. Wer also eher auf eine leichte oder
fröhliche Geschichte hofft, dem sei hier ganz deutlich
abgeraten.
Die Charaktere waten durch eine Welt von Verrat, Krieg,
Ungerechtigkeit und Blut, doch das hat mal wieder nix mit der
simplen, eindimensionalen Gewalt eines R. A. Salvatore zu tun,
sondern gehört nun mal zur Dunkelheit dieser Welt.
Und diejenigen, die sich mit dieser Art der Fantasy (hin und wieder
auch Dark Fantasy genannt) angefreundet haben, die werden auch an
diesem Band ihre Freude haben.
Die Geschichte ist stimmig, die Charaktere eindrucksvoll. Zudem macht
der Autor nicht den Fehler, zuviel in seine Handlung zu pressen,
sondern konzentriert sich lieber darauf, das, was er macht,
ausführlich und vor allem gut zu machen. Langeweile ist also
fehl am Platz.
Was dann aber doch nicht ganz paßt, ist, daß so ein wenig
der Übergang von Band eins fehlt. Die Handlung setzt auf einmal
ein und hört dann auch irgendwann recht unvermittelt auf. Zwar
sind alle Handlungsstränge an einem vorläufigen Punkt
angekommen, wo man den einen Roman beenden und den nächsten
beginnen konnte, aber als Leser fühlt man sich doch noch etwas
im Stich gelassen.
Zwar gehe ich davon aus, daß der Autor im nächsten Roman
genau an dieser Stelle ansetzen wird (soweit ich es erkennen konnte,
handelt es nicht um einen geteilten Roman), aber wenn nicht, dann tut
das der Geschichte gar nicht gut.
Fazit:
Ein faszinierendes Leseerlebnis der düsteren Art. Dunkel -
tragisch - herrlich!
12 Punkte