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ZENTAPHER - dieses Gebilde wird auf der Dommrath-Ebene
wohl das zentrale Element werden. Zumindest wenn man diesen
Roman als Maßstab nimmt.
Ernst Vlcek und die Expo-Factory geben dem Leser mit diesem
Roman einiges zu denken, aber keinerlei Hinweise, in welche
Richtung diese Gedanken denn gehen sollten.
Denn ZENTAPHER erweist sich als absolut unbegreiflich.
(Zumindest ich habe z.Zt. noch keinerlei Ahnung, um was es
sich bei diesem Gebilde nun wirklich handeln könnte.)
Und Ernst Vlcek gelingt es sehr gut, den Leser weiter im
Dunkeln tappen zu lassen, denn die Hinweise, die er ihm hier
vorlegt, sind mehr als nur vage.
Aus diesen vagen Hinweisen, diesen (noch)
unverständlichen Geschehnissen, bastelt Vlcek einen
durchaus interessanten Roman. Wobei das Interesse des Leser
hauptsächlich durch die Frage geweckt wird, worum es
sich bei ZENTAPHER denn nun handelt - und Vlcek gibt noch
keine Auskunft darüber. Dies ist äußerst
geschickt gemacht und läßt den Leser endlich
einmal wieder rätseln, ohne daß eine praktisch
schon auf der Hand liegende Lösung zu sehen ist.
Dabei ist zumindest sicher, daß es sich bei ZENTAPHER
um ein wirklich kosmisches Objekt handelt, sieht man sich
die Bibliothek, die Aufzeichnungen Kintradim Crux', des
Architekten von ZENTAPHER, einmal an. Diese Bibliothek
kratzt an der Dritten Frage, einer Frage, deren Beantwortung
offensichtlich auf Kintradim Crux zustrebt. Dabei stellt
sich die Frage, um was für eine Wesenheit es sich bei
diesem "Architekten" denn nun handelt. Denn immerhin ist er
seit rund 15 Jahren nicht mehr gesehen worden - seit der
Katastrophe, die ZENTAPHER heimgesucht hat.
Da fällt allerdings auch einmal mehr die Zeitspanne ins
Auge. Im Großen und Ganzen liegen die Zeitspannen in
der Serie derzeit alle irgendwie in etwa um den Zeitpunkt
herum, in der ES und die anderen SIs ihr THOREGON
gegründet haben. Doch was soll uns dies nun sagen
ZENTAPHER jedenfalls stellt wohl einen recht "kosmischen"
Ort dar, einen Ort, der zwischen den Dimensionen liegt -
anders ist wohl die Unstimmigkeit zwischen
äußerer und innerer Größe nicht zu
erklären, und auch, daß zwischen den einzelnen
Teilen ZENTAPHERs eine Art "Strangeness-Effekt" zutage
tritt.
Und Kintradim Crux ist der "Architekt" ZENTAPHERs. Soll dies
bedeuten, daß er dieses Gebilde erschaffen hat,
daß es auf seiner geistigen Leistung beruht? Dann
könnte er wohl auch als Erbauer der "Brücke in die
Unendlichkeit" in Frage kommen, die schließlich ein
ähnlich "interdimensionales" Objekt darstellt - wobei
dann natürlich auch der Gedanke aufkommen könnte,
daß es sich bei ZENTAPHER um die Steuerzentrale der
Brücke handeln könnte. Ist diese nicht vielleicht
in etwa dem gleichen Zeitrahmen zusammengefallen, in dem die
Katastrophe auf ZENTAPHER niederging?!? Hier könnte
sich etwas andeuten...
Dies sind dann viele allgemeine Betrachtungen und einige
Spekulationen - und kaum ein Wort zum eigentlichen Roman.
Allerdings ist dies auch das, was dieser Roman bietet:
Spekulationsgrundstoff, Fragen zum Handlungsverlauf...
Und genau diese Spekulationsgrundlage wird von Ernst Vlcek
hervorragend ausgelegt. Dabei wäre es hier wohl recht
egal, welche Handlung Vlcek hier darunterlegt - denn diese
bleibt gegenüber den größeren
Zusammenhängen auf jeden Fall im Hintergrund.
So schreibt Ernst Vlcek eine recht interessante, insgesamt
jedoch nicht besonders originelle Geschichte um das
Eindringen in ZENTAPHER, die Bibliothek und die
Entdeckungen. Das alles ist nett geschildert, bezieht seine
Spannung jedoch eindeutig aus der großen
Handlungsebene, nicht aus diesem einzelnen Roman. Dieser ist
zwar wirklich gut gelungen (Ernst hat sich nach dem letzten
Roman eindeutig steil gesteigert), verblaßt aber ein
wenig im "kosmischen Zusammenhang".
Dabei ist die von ihm geschilderte Story durchaus positiv zu
bewerten. Endlich wieder einmal ein PR-Roman aus der Feder
Vlceks, der durchgehend Spaß macht. Bezüglich der
Vorgabe, ZENTAPHER möglichst fremdartig und ungreifbar
zu schildern, hat Ernst Vlcek jedenfalls Hervorragendes
geleistet. Ein wirklich guter Roman, der vor allem neugierig
auf seine Nachfolger macht.
Fazit:
Sie sind drin! In ZENTAPHER... Der Zweck dieser
Örtlichkeit ist noch unerkennbar - doch Ernst Vlcek
gelingt es, dieses undurchschaubare Etwas ansprechend zu
schildern. Das hat was - und schärft die Spannung auf
den nächsten Roman der Serie.
10 Punkte.
Winfried
Brand

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