Band 2079: "Die Genetiker von Rynkor"

Autor: Susan Schwartz

Die Haupt-Rezension wird mit der nächsten Ausgabe des Flash nachgeliefert.

Hans-Joachim Kleimann

Weiter geht's in ZENTAPHER - und langsam, ganz, ganz langsam bekommt der Leser einen Überblick über dieses Teil - was jedoch nicht heißen soll, daß er die Struktur wirklich verstehen könnte. Zu viele Geheimnisse ranken sich weiterhin um diesen Ort.
Susan Schwartz ist jedenfalls die Aufgabe zugefallen, den nächsten Band dieser Handlungsebene zu schreiben (und gleichzeitig den letzten vor dem Umblenden in die Milchstraße). Dabei ist es recht ungewöhnlich, daß die Handlungsebene diesmal nach diesem Roman wechselt, ohne daß hier eine größere Enthüllung oder ein Cliffhanger vorhanden wäre. Das Ende dieses Romans ist einfach nur genau dieses: das Ende des Romans. Keine "kosmische" Erkenntnis, kein wirklicher Cliffhanger (außer daß Atlan & Co. weiterhin versuchen, ZENTAPHER zu enträtseln). Wie gesagt: ungewöhnlich - aber nichtsdestotrotz einmal wieder eine Auswirkung der Viererblöcke (die von den Autoren heißgeliebten, von den Lesern jedoch eher geschmähten...)...
Aber zu diesem Thema haben wir uns vor allem im Flash ja schon oft genug lang und breit ausgelassen. Wenden wir uns also lieber wieder diesem Roman zu:
"Die Genetiker von Rynkor" erweisen sich hier interessanterweise als Allround-Genetiker, die mehr oder weniger die gesamte Bevölkerung ZENTAPHERs klonen - bis auf die wenigen, die natürlich geboren werden. Dabei gibt es diverse Klonfabriken innerhalb ZENTAPHERs, die jedoch bis auf Rynkor allesamt bei der Katastrophe den Bach runtergegangen sind. Die Zahl von 20 Millionen Klons, die erreicht werden sollen, spricht hier Bände, wenn man einen Eindruck der Gesamtbevölkerung ZENTAPHERs erhalten möchte. Eine Dimension ist hier jedenfalls eindeutig viel zu wenig - und wenn man den Strangeness-Effekt betrachtet, ist wohl auch der Ausdruck "ein Universum" noch unzutreffend...
Der Leser rätselt also weiterhin um die Bedeutung ZENTAPHERs - immerhin in fröhlicher Eintracht mit Atlan & Co., die damit auch noch nichts anzufangen wissen.
Interessant ist auch das "Todesgen", das die gewünschten "Alpha-Ingenieure" aufweisen sollen und das Trim und Startac ja in sich haben - sowie Mondra... Tja, der ZENTAPHER scheint auch nicht gerade von der Loyalität seiner Leute überzeugt zu sein, obwohl diese denen antrainiert ist. Das hat irgendwas monosmäßiges. Und der war immerhin ein "halber" Kosmokrat - oder so. Was ist dann Kintradim Crux?!? Gibt es da Zusammenhänge?!? Fragen, die der Leser zur Zeit sicherlich noch nicht beantworten kann.
Hier bleibt offen, welche Verbindungen zwischen ZENTAPHER und THOREGON existieren. Bis Band 2100 dürfte der Leser hierzu mehr wissen...
Susan Schwartz schildert ihre Geschichte jedenfalls gefühlvoll. Besonders gefällt, daß Mondra hier einmal wieder eine etwas tragendere Rolle bekommt. Stilistisch ist das Resultat dieser Bemühungen sehr ansprechend, und insgesamt macht die Lektüre wirklich Spaß. Im Großen und Ganzen gilt jedoch auch hier: Die große Handlung bestimmt die Spannung des Romans. Die Frage nach der Natur von ZENTAPHER überschattet auch hier alles andere.

Fazit:
Ein guter Roman, der einfach Spaß macht. Ein weiteres Puzzlestück in Sachen ZENTAPHER, dessen Natur immer noch nicht klar ist. Susan Schwartz beschreibt ihre Geschichte gefühlvoll und interessant.
10 Punkte.

Winfried Brand

Allmählich frage ich mich wirklich, warum die aktuelle Handlung in Dommrath nicht vom Fleck kommt. Mag sein, daß ZENTAPHER ein riesiges Gebilde ist, das Atlan und Co. sich erstmal ansehen müssen, damit sie einigermaßen begreifen, was sie da gefunden haben - aber ich habe nicht den Eindruck, daß wir des Rätsels Lösung nähergekommen sind.
Immerhin - das Team von der SOL ist Kadesch offenbar auf der Spur. Das ist ja schon mal etwas. Positiv auch, daß Mondra hier eine sehr tragende Rolle spielt. Ich frage mich zwar, ob Mondra nach all der Zeit auf der SOL wirklich noch alle Tricks aus ihrer Zirkuszeit und aus ihrer Zeit beim TLD beherrscht, aber im Endeffekt ist das ja nicht so wichtig. Trainingsräume wird es auf der SOL wohl geben.
Ansonsten tappt man als Leser mal wieder im Dunkeln - wie gesagt, was ZENTAPHER wirklich ist, wer hinter der Figur des Architekten steckt, was die Katastophe ausgelöst hat - diese Fragen stehen noch ungeklärt im Raum.
Beachtenswert ist jedoch, wie sich Susan dem moralischen Dilemma nähert, das bei Mondra und Star entsteht. Einerseits braucht Kitodd das Todesgen, um ZENTAPHER wieder zum Laufen zu bekommen - andererseits hat Mondra eine ziemlich hohe Moralvorstellung. Und da haben wir mal wieder den Knackpunkt - darf Mondra ihre eigenen Wertvorstellungen über das Wohl anderer Individuen setzen? Gut, moralisch vertretbar ist das Todesgen für uns sicherlich nicht - aber die Wertvorstellungen von Kitodd sind andere. Und diese einfach abzuklassifizieren, ist nun beileibe keine Lösung - zudem kann Kitodd ja nicht anders. Er ist genetisch darauf programmiert, dem Architekten zu gehorchen. Die Lösung des Dilemmas hat mir dann wieder gut gefallen. Mondra schneidet sich, die Crew kommt in den Besitz eines Atlanten, und Kitodd findet im Blut das von ihm benötigte Gen. Das ist elegant gelöst und macht deutlich, wie sehr es manchmal die kleinen, von einem unbeachteten Dinge sind, die die Welt verändern können.

Fazit:
Die aktuelle Debatte um die Möglichkeiten der Genetik hat nun auch die Serie erreicht. Die Handlung selbst kommt jedoch nicht recht voran - die Dommrath-Ebene wird uns wohl auch nach 2100 erhalten bleiben. Insgesamt ein durchschnittlicher Roman.
9 Punkte

Christian Spließ

Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesucht

Da Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy.

home...