Kengis
Khan ist ein grausamer Herrscher in der Mongolei im Jahr 1405. Um den
Skorpion-Dämon Thral Shroc aus seinem Schlaf zu erwecken, opfert
er die Tochter eines Häuptlings. Doch Chanis Blut kann den
Dämon nicht wiedererwecken. Thral Shroc gibt Kengis die
Anweisung, ein Opfer zu finden, das von göttlichen Händen
auserwählt wurde.
Kurz danach taucht Torn auf. Sein Auftrag ist es natürlich, den
Skorpion-Dämon zu vernichten. Doch Torn weiß noch nicht,
wo sich dieser aufhält. Torn nimmt die Gestalt eines
getöteten Bettel-Mönches an, und als er Kampfgeräusche
hört, fackelt er nicht lange und kommt einem anderen Mönch
zu Hilfe. Er schlägt die Räuber in die Flucht und nimmt an
der Seite Fangs, des geretteten Mönches, die Rolle des Bruders
Liu an. Gemeinsam betreten sie die Stadt Yü Lin. Die beiden
Mönche waren auf den Weg zum Mandarin Li Po. Dieser
befürchtet einen erneuten Ansturm der Mongolen gegen sein Reich
und schickt die Shaolin-Mönche als Spione in die Horden des
Kengis Khan.
Mittels eines Zweikampfes zwischen einem wahren Mongolen-Koloß
und Torn erringen die Mönche das Privileg der Gastfreundschaft
in Kengis' Horde. Torn spürt, daß Kengis ein
Dämonendiener ist. Doch noch hält er sich im
Hintergrund.
Am nächsten Morgen bekommt Torn mit, wie Kengis einen Hauptmann
bestraft - eine recht drastische Strafe, die mit dem Tod des
Hauptmanns endet. Shan, die Tochter des ermordeten Hauptmanns, weckt
in Torn ein vertrautes Gefühl, und er fühlt sich zu ihr
hingezogen. Dies endet schließlich mit einer Liebesnacht in
Shans Jurte.
Was Bruder Fang ganz und gar nicht gefällt. Er stellt Torn zur
Rede - da fällt ihn ein Grak'ul an. Torn offenbart sich als
Wanderer und luxt den Dämon. Dadurch hält Fang ihn für
eine Wiedergeburt des Gottes Shou Lao. Torn läßt ihn in
dem Glauben. Er unterrichtet Fang von seiner Mission.
Nachdem beide einem heimtückischen Anschlag knapp entkommen sind
und Torn die oben erwähnte Liebesnacht hinter sich hat, werden
er und Bruder Fang vor Kengis Khan geschleppt. Ein gewisses Amulett
in der Form eines Skorpions spielt dabei eine nicht unbedeutende
Rolle. Mit Entsetzen begreift Torn, daß er selbst Shan für
das Opferritual ausgesucht hat - ein Opfer, das von heiligen
Händen ausgewählt wurde. Ohnmächtig muß er der
Opferung Shans zusehen - und der Skorpion-Dämon erwacht aus
seinem jahrhundertelangen Schlaf.
Für Torn ist die Vernichtung des Dämons fast eine
Routineangelegenheit. Zurück in der Festung der Zeit sinnt er
darüber nach, warum er Shan so attraktiv gefunden hat.
Daß Robert Clement als Autor nicht gerade den besten Ruf hat,
verwundert angesichts der bisher von ihm abgelieferten Zamorra-Romane
nicht. Und auch sein Torn-Roman vermag mich nicht zu
Begeisterungsstürmen hinreißen.
Zuerst einmal: Der Roman handelt von einem Skorpion-Dämon. Gut,
dieser taucht zu Anfang ganz kurz auf, ist dann aber während der
restlichen Handlung fast nicht präsent, und erst gegen
Schluß hat er einen recht kurzen Auftritt. Hmm - ich mag mich
ja irren, aber hätte man den Roman nicht besser "Kengis Khan und
seine wilde Horde" nennen sollen? Die sind ja schließlich die
ganze Zeit über anwesend...
Womit wir bei einem weiteren Manko wären - den überhaupt
nicht präsenten Charakteren. Kengis ist mal wieder einer der
Bösewichte vom Dienst, Shan die unschuldige Jungfrau - Clement
greift enorm tief in die Klischee-Kiste. So kann sich der Leser nicht
mit den Hauptfiguren identifizieren.
Drittens haben wir da die platte Liebesgeschichte zwischen Torn und
Shan. Torn darf sich nicht mit Sterblichen einlassen - aber was tut
er, kaum daß er Shan erblickt? Genau, er verknallt sich
unsterblich (* Jaja, da verknallt sich ein Unsterblicher
unsterblich in eine Sterbliche - meine Güte, langsam wird's echt
kompliziert, ne? >:?))) Heike) und landet bei ihr im Bett. Was
beweist, daß die Plasmarüstung auch sehr intime Details
nachbilden kann. ;-) Oder soll das bedeuten, daß Torn nochmal
Vater werden könnte - theoretisch?
Mal abgesehen davon, daß das Zeitreisekonzept immer noch
schwammig und nicht ausreichend erklärt ist, wird der normale
Leser bei Sätzen wie "Das ist mein Causa" an einen Druckfehler
denken - und im Zusammenhang wirkt der Satz auch wie ein Druckfehler.
"Kausa" ist jedoch der Ehrenkodex der Wanderer. Und ob die
Dämonen eher "feine" oder doch "feige" Kreaturen sind, bleibt
wohl dem Leser überlassen. Sprich: Da hat der Lektor das eine
oder andere übersehen. Und solche offensichtlichen Fehler sind
halt ärgerlich und müßten eigentlich nicht sein -
schließlich ist der Roman ja eine professionelle Publikation.
Da kann man schon etwas Qualität für sein Geld
verlangen.
Fazit:
Na ja - ein Clement-Roman. Was soll man da groß zu sagen? Wir
haben hier einen Skorpion im Titel, der erst auf den letzten Seiten
auftaucht, eine platte Liebesgeschichte, und die Charaktere
können auch nicht überzeugen. An diesem Roman kann ich
einfach keine positiven Seiten finden. Daher die untenstehende
Wertung.
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