Band 8: "Der Stachel des Skorpions"

Autor: Roger Clement

Kengis Khan ist ein grausamer Herrscher in der Mongolei im Jahr 1405. Um den Skorpion-Dämon Thral Shroc aus seinem Schlaf zu erwecken, opfert er die Tochter eines Häuptlings. Doch Chanis Blut kann den Dämon nicht wiedererwecken. Thral Shroc gibt Kengis die Anweisung, ein Opfer zu finden, das von göttlichen Händen auserwählt wurde.
Kurz danach taucht Torn auf. Sein Auftrag ist es natürlich, den Skorpion-Dämon zu vernichten. Doch Torn weiß noch nicht, wo sich dieser aufhält. Torn nimmt die Gestalt eines getöteten Bettel-Mönches an, und als er Kampfgeräusche hört, fackelt er nicht lange und kommt einem anderen Mönch zu Hilfe. Er schlägt die Räuber in die Flucht und nimmt an der Seite Fangs, des geretteten Mönches, die Rolle des Bruders Liu an. Gemeinsam betreten sie die Stadt Yü Lin. Die beiden Mönche waren auf den Weg zum Mandarin Li Po. Dieser befürchtet einen erneuten Ansturm der Mongolen gegen sein Reich und schickt die Shaolin-Mönche als Spione in die Horden des Kengis Khan.
Mittels eines Zweikampfes zwischen einem wahren Mongolen-Koloß und Torn erringen die Mönche das Privileg der Gastfreundschaft in Kengis' Horde. Torn spürt, daß Kengis ein Dämonendiener ist. Doch noch hält er sich im Hintergrund.
Am nächsten Morgen bekommt Torn mit, wie Kengis einen Hauptmann bestraft - eine recht drastische Strafe, die mit dem Tod des Hauptmanns endet. Shan, die Tochter des ermordeten Hauptmanns, weckt in Torn ein vertrautes Gefühl, und er fühlt sich zu ihr hingezogen. Dies endet schließlich mit einer Liebesnacht in Shans Jurte.
Was Bruder Fang ganz und gar nicht gefällt. Er stellt Torn zur Rede - da fällt ihn ein Grak'ul an. Torn offenbart sich als Wanderer und luxt den Dämon. Dadurch hält Fang ihn für eine Wiedergeburt des Gottes Shou Lao. Torn läßt ihn in dem Glauben. Er unterrichtet Fang von seiner Mission.
Nachdem beide einem heimtückischen Anschlag knapp entkommen sind und Torn die oben erwähnte Liebesnacht hinter sich hat, werden er und Bruder Fang vor Kengis Khan geschleppt. Ein gewisses Amulett in der Form eines Skorpions spielt dabei eine nicht unbedeutende Rolle. Mit Entsetzen begreift Torn, daß er selbst Shan für das Opferritual ausgesucht hat - ein Opfer, das von heiligen Händen ausgewählt wurde. Ohnmächtig muß er der Opferung Shans zusehen - und der Skorpion-Dämon erwacht aus seinem jahrhundertelangen Schlaf.
Für Torn ist die Vernichtung des Dämons fast eine Routineangelegenheit. Zurück in der Festung der Zeit sinnt er darüber nach, warum er Shan so attraktiv gefunden hat.

Daß Robert Clement als Autor nicht gerade den besten Ruf hat, verwundert angesichts der bisher von ihm abgelieferten Zamorra-Romane nicht. Und auch sein Torn-Roman vermag mich nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen.
Zuerst einmal: Der Roman handelt von einem Skorpion-Dämon. Gut, dieser taucht zu Anfang ganz kurz auf, ist dann aber während der restlichen Handlung fast nicht präsent, und erst gegen Schluß hat er einen recht kurzen Auftritt. Hmm - ich mag mich ja irren, aber hätte man den Roman nicht besser "Kengis Khan und seine wilde Horde" nennen sollen? Die sind ja schließlich die ganze Zeit über anwesend...
Womit wir bei einem weiteren Manko wären - den überhaupt nicht präsenten Charakteren. Kengis ist mal wieder einer der Bösewichte vom Dienst, Shan die unschuldige Jungfrau - Clement greift enorm tief in die Klischee-Kiste. So kann sich der Leser nicht mit den Hauptfiguren identifizieren.
Drittens haben wir da die platte Liebesgeschichte zwischen Torn und Shan. Torn darf sich nicht mit Sterblichen einlassen - aber was tut er, kaum daß er Shan erblickt? Genau, er verknallt sich unsterblich (* Jaja, da verknallt sich ein Unsterblicher unsterblich in eine Sterbliche - meine Güte, langsam wird's echt kompliziert, ne? >:?))) Heike) und landet bei ihr im Bett. Was beweist, daß die Plasmarüstung auch sehr intime Details nachbilden kann. ;-) Oder soll das bedeuten, daß Torn nochmal Vater werden könnte - theoretisch?
Mal abgesehen davon, daß das Zeitreisekonzept immer noch schwammig und nicht ausreichend erklärt ist, wird der normale Leser bei Sätzen wie "Das ist mein Causa" an einen Druckfehler denken - und im Zusammenhang wirkt der Satz auch wie ein Druckfehler. "Kausa" ist jedoch der Ehrenkodex der Wanderer. Und ob die Dämonen eher "feine" oder doch "feige" Kreaturen sind, bleibt wohl dem Leser überlassen. Sprich: Da hat der Lektor das eine oder andere übersehen. Und solche offensichtlichen Fehler sind halt ärgerlich und müßten eigentlich nicht sein - schließlich ist der Roman ja eine professionelle Publikation. Da kann man schon etwas Qualität für sein Geld verlangen.

Fazit:
Na ja - ein Clement-Roman. Was soll man da groß zu sagen? Wir haben hier einen Skorpion im Titel, der erst auf den letzten Seiten auftaucht, eine platte Liebesgeschichte, und die Charaktere können auch nicht überzeugen. An diesem Roman kann ich einfach keine positiven Seiten finden. Daher die untenstehende Wertung.
0 Punkte

Christian Spließ

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