(Ein Roman um die Chaos-Kompanie)
OT: A Phule and his Money
Ü: Ruggero Leò
GB 1999
(443 Seiten, Taschenbuch, Bastei Lübbe 23238, ISBN
3-404-23238-0, DM 14,90 / ab 1.1.01: EUR 7,45)
- erschienen: Juli 2001 -
Zum
Inhalt:
Nachdem die Chaos-Kompanie ihren Auftrag, das Spielcasino "Fette
Chance" auf der Raumstation Loreley zu beschützen, dahingehend
erfüllt hat, daß sie inzwischen Miteigentümer ist,
traut sich kaum noch ein Halunke in diese Räumlichkeiten. Doch
für die Kompanie der Weltraumlegion wird es nicht wirklich
langweilig, denn neben der Routineaufgabe, Falschspieler und anderes
Gesindel fernzuhalten, kommen andere Gefahren auf sie oder einzelne
ihrer Mitglieder zu, die zuerst einmal nichts miteinander zu tun
haben, jedoch ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit fordern - vor
allem von Hauptmann Joker, ihrem Kommandanten, dem Erben einer
großen Waffenfabrik, der mit seinem Geld dafür sorgt,
daß es der Kompanie gutgeht.
Doch in der Legion hat die ehemalige Kompanie der Verlierer auch ihre
Feinde, die ebenfalls zum Gegenschlag ausholen, und so wird die
Situation um Hauptmann Joker und seine Leute immer komplizierter, bis
sie schließlich einen Verlegungsbefehl bekommen, der sie auf
einen gänzlich anderen Planeten führt...
Den Autor Robert Asprin werden wohl die jüngeren unter den
geneigten Lesern gar nicht erst kennen, denn seine
"Dämonen"-Romane, die ihn bekannt gemacht haben, werden zur Zeit
von Bastei nicht mehr aufgelegt. Asprin gilt jedenfalls seit seinem
Roman "Ein Dämon zuviel" als ein Autor humoristischer Fantasy,
der teilweise recht heftig mit dem Holzhammer umzugehen weiß -
dies jedoch gekonnt. Nach einigen schnell aufeinanderfolgenden
Romanen (von denen der nächste stets ein wenig schwächer
war als sein Vorgänger) herrschte um den Autor zuerst einmal
eine Weile Funkstille, bis er der Dämonen-Serie vor wenigen
Jahren noch einen ebenfalls eher schwachen Band ("Ein Dämon
wollte Hochzeit machen") nachschob, in dem er erklärte,
daß er über lange Zeit an einer Schreibblockade gelitten
habe.
Bereits zu Zeiten der letzten "Dämonen"-Romane
veröffentlichte Asprin die ersten beiden Romane um die
Chaos-Kompanie, deren Fortsetzung hier nun vorliegt, wenn auch Asprin
sich hierfür einen Co-Autor gesichert hat, was wahrscheinlich
wohl auf ein Wiederaufkommen der erwähnten "Schreibblockade"
hindeutet.
Doch wie auch schon bei den ersten beiden Romanen um die
Chaos-Kompanie bleibt der Witz der Handlung für denjenigen
größtenteils verborgen, der (wie der Rezensent) nie
irgendeinen wie auch immer gearteten Militärdienst geleistet
hat. Das Ganze bleibt hier auf dem Niveau: "Naja - ist ja ganz nett,
aber... - was soll das eigentlich?"
Wir haben hier seltsame Charaktere in seltsamen Situationen, die
irgendetwas Seltsames unternehmen - na und? Nett zu lesen, aber an
sich nichts Besonderes dahinter - und vor allem meistens nichts
irgendwie Komisches...
Anders sieht die Sache wohl aus, wenn der Leser auf eine
Bundeswehr-Erfahrung zurückblicken kann. Ich habe auch schon
Leute erlebt, die vor Lachen kaum noch weiterlesen konnten (zumindest
bezüglich der ersten zwei Romane der Serie - die sich für
mich kaum von diesem dritten unterscheiden, dementsprechend
dürfte dies wohl auch für diesen Roman gelten) und bei der
Lektüre der Romane fast vom Stuhl gefallen sind. Es bleibt mir
wohl also nur ein zweigeteiltes
Fazit:
Wer nie bei der Bundeswehr war und zudem an Überschreitungen
militärischer Disziplin und weiten Auslegungen von Befehlen
nichts Komisches finden kann, sollte am besten die Finger von dieser
Serie lassen.
Für ehemalige Bundeswehrler gilt: Schaut mal rein, es
könnte euch belustigen, wenn ihr bereit seid, euch auf das
Humorniveau der Truppe hinabzubegeben.
Da ich zweiteres mangels Wehrzeit nicht bewerten kann, gibt's die
Wertung aufgrund ersterem:
5 Punkte.