(Der Schattenbund 1)
OT: The Heart of Myrial
Ü: Angela Koonen
USA 1999
(520 Seiten, Hardcover im Taschenbuchformat, Bastei Lübbe 28328,
ISBN 3-404-28328-7, DM 26,90 / EUR 13,45)
- erschienen: August 2001 -
Zum
Inhalt:
In grauer Vorzeit wurden die Bewohner der Welt von den Alten auf
diese gebracht. Um sie voreinander zu schützen, wurde zwischen
ihren Lebensbereichen die Schleierwand errichtet. Der Schattenbund
stellt einen Zusammenschluß von Lebewesen dar, die das Wissen
um die anderen Welten hinter dem Schleier erlangt haben, denn der
normale Bewohner der Welt hält diesen für das Ende
derselben. Doch die Schleierwand wird immer durchlässiger - und
der Schattenbund der Wissenden immer sorgenvoller. Zu einem Treffen
des Rats des Schattenbundes wird auch der Seher des Drachenvolkes
erwartet, und die junge Veldan erhält zusammen mit ihrem
Partner, dem Feuerdrachen Karairl, den Auftrag, diesen sicher durch
die Gefahren der zusammenbrechenden Welt zu geleiten. Dieser Auftrag
ist jedoch vom Pech verfolgt, und als sie in einen Erdrutsch geraten,
scheint ihr Vorhaben gescheitert zu sein. Es wird eine
Rettungsmission gestartet, doch haben sie bereits von einer alten
Kämpferin Hilfe erhalten. Aber ihr wahrer Widersacher ist nicht
weit entfernt...
Hat Maggie Furey mit der Tetralogie um die "Artefakte der Macht"
schon ein wunderbares Werk der Fantasy geschaffen, schickt sie sich
mit dem "Schattenbund" an, die Geschichte um Aurian noch zu
übertreffen. Wieder einmal entsendet sie ihre
übersprudelnde Phantasie auf eine märchenhafte Reise in
eine Welt, in der man an jeder Ecke auf neue Wunder stoßen
kann.
Der Leser wird mit Intelligenzen aller nur denkbaren Arten
konfrontiert, seien es nun Drachen, Wasser-Ungeheuer, Zentauren,
Luftgeister oder was auch immer. All dies verquickt Maggie Furey in
eine wunderbare Geschichte, von der der Leser so schnell nicht mehr
genug bekommen kann.
Vor allem die Leichtigkeit, mit der die Autorin ihre Geschichte
erzählt, vermag zu gefallen. Der Leser merkt, daß ihre
Geschichte ihr selber Spaß macht, und diesen Spaß
überträgt sie auf die Geschichte. Allein die Wortgefechte
zwischen Veldan und Kazairl sind schon das Lesen des Romans wert,
entlocken sie dem Leser doch meistens mehr als nur ein leises
Lächeln.
Hinzu kommt eine ziemlich interessante Geschichte, die die Autorin
hervorragend zu vermitteln vermag. Einzig und allein eine gewisse
Schwarz/Weiß-Malerei könnte man ihr hier ankreiden.
Grautöne gibt es bei den Charakteren recht selten, auch wenn sie
sich schon mal in Selbstzweifeln winden. Für den Leser
jedenfalls ist der Unterschied zwischen "Gut" und "Böse" meist
klarstens erkennbar - und auch, welchen Protagonisten man in welche
Schublade einzuordnen hat. Im Zuge des eher märchenhaften Zweigs
der epischen Fantasy ist sowas jedoch sicherlich problemlos zu
tolerieren und zu erwarten. Abbruch tut dies der Qualität des
Romans jedenfalls kaum. Es bleibt ein sehr vergnügliches
Leseerlebnis, das nur eine einzige Frage beim Leser aufkommen
läßt: Wann erscheint endlich der nächste Band?
Fazit:
Maggie Furey bietet mit dem ersten Band des "Schattenbundes" eine
märchenhafte, epische Fantasy, wie man sie sich besser
eigentlich kaum wünschen könnte. Ein hohes
Lesevergnügen ist jedenfalls garantiert, wenn man dieser Art der
Fantasy etwas abgewinnen kann. Gerade ihr augenzwinkernder Stil sorgt
hier für ein Leseerlebnis der besonderen Art.
14 Punkte.