(Das Volk der Nacht Band 7)
D 2001
(352 Seiten, Hardcover, Zaubermond-Verlag, ISBN 3-931407-39-X, DM
35,11)
- erschienen Juli 2001 -
Lilith
Eden und Caine in London - Landru mit Nona auf dem Weg zum Berg
Ararat - die Päpstin verschollen...
Das ist die Ausgangslage dieses Romans und damit auch zugleich des
letzten Romans des ersten Zyklus' der DVDN-Reihe. Anders als in den
vorherigen Büchern sind diesmal nicht nur die "bekannten"
Charaktere Handlungsträger. Mit "Journalisten & Polizisten"
könnte man die Gruppe umschreiben, die sich ihren Weg durch die
Welt des Nachtfalls kämpft und es dem Autoren möglich
macht, die Schrecken dieser unnatürlichen Dunkelheit auch dem
Leser näherzubringen.
Doch auch die Neos tragen das ihrige zur "Stimmung" bei: Sie legen
ein schon fast tollwütiges Verhalten an den Tag und nutzen dann
- sofern noch möglich - 'Tore', die sich hinter ihnen
schließen.
Die "Normalsterblichen" finden in London zusammen und können nur
mit der Hilfe Lilith Edens und Caines überleben. Vorerst! Denn
ihre Flucht vor durchgedrehten Vampiren und Menschen hat damit zwar
ein Ende, doch als der Mann aus der Vergangenheit, der Bruder Jesu,
in London auftaucht, beginnt eine Reise, die für keinen der
Teilnehmer unter einem guten Stern zu stehen scheint.
Währenddessen bereitet Landru seine Vampire auf die Schlacht,
den Krieg gegen die Neos, vor, der im Dunklen Dom, im Berg Ararat,
seinen Anfang nehmen soll.
Auf jeden Fall haben wir hier ein Ende vor uns liegen: Das Ende des
ersten Handlungsstrangs im Vampira-Universum in Buchform. Zeit
für einen Rückblick?
Nun, an diesen dürfen sich berufenere Leser wagen; für mich
als "Neueinsteiger" in die Serie beschränkt sich das
Vergnügen bisher auf die Bücher aus dem Zaubermond-Verlag.
Der große Gesamtüberblick fehlt mir dann doch noch.
Dieser Band hat erstmals etwas, das mir in den vorherigen Geschichten
gefehlt hat: Die bedrückende Stimmung des Nachtfalls wird auch
für den Leser greifbar. Das gelingt meiner Meinung nach durch
die Beschreibung der Geschehnisse um die Menschen und deren Verhalten
in dieser "Situation".
Ich glaube, es war "Dunkle Himmel", in dem bereits versucht wurde,
die Dämmerung über Australien aus der Sicht eines
"einfachen Menschen" zu erzählen. Damals erschien mir das alles
aber etwas zu langatmig und wenig aussagekräftig. In "Krieg der
Vampire" allerdings handeln und leben die Menschen im Nachtfall. In
Amsterdam und hauptsächlich London passiert was, und
während der "Flucht" der kleinen Menschengruppe durch die
englische Hauptstadt bekommt der Leser das auch mit! Es sind die
Menschen, die dieser Geschichte das Leben einhauchen, die den
Vampiren und anderen "Untieren bzw. -menschen" die Grundlage,
letztlich die Daseinsberechtigung liefern. Und es ist auch nicht so,
daß die "Normalen" völlig außerhalb des
"Vampira-Universums" handeln und leben; sie bilden den Kitt, der die
Handlung und damit die Handlungsträger zusammenführt.
Daß so interessante Figuren wie Jadon, Metatron oder eben auch
Lilith Eden selbst zu kurz kommen, ist ein Mangel, der sich schon
durch alle bisherigen DVDN-Bücher zog und nicht nur diesem Buch
angelastet werden kann.
Und daß viele Leser sicher ein spektakuläreres Ende
erwarten und von dem hier geschilderten eher enttäuscht sein
dürften, ist für mich schon fast eine ausgemachte Sache.
Allerdings gebe ich dabei auch zu bedenken, daß es ja kein
endgültiges Ende ist und - aus Sicht der Vampire und anderer
Mächte - auch nicht DAS Ende, wie manche es sich wohl
vorgestellt haben mögen oder es gewünscht hätten. Mir
gefällts!
Noch offene Fragen wie die nach Jadons "Dienerin" Fee (eine kurze
Anmerkung dazu wäre schon noch ganz nett) oder Esben Storm
werden hoffentlich noch in späteren Romanen beantwortet
werden.
Am Ende dieser Geschichte bekommt der Leser auf jeden Fall schon mal
einen Vorgeschmack auf das, was ihn demnächst erwartet: Japan -
Tokio.
PS.: Ein tolles Titelbild übrigens!
Fazit:
"Krieg der Vampire" ist ein spannender und actionreicher Roman, der
zum Großteil aus der Sicht normalsterblicher Personen
geschildert wird und die Geschehnisse des ersten DVDN-Zyklus zu einem
- wenn auch so nicht unbedingt erwarteten - Ende bringt.
12 Punkte