Graham Masterton:

"Die Opferung"

(H.P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens - Band 6)
OT: Prey
USA 1992
Ü: Ralph Sander
(287 Seiten, Hardcover, Festa Verlag 2606, ISBN 3-935822-04-9, EUR 18,-)
- erschienen: Juli 2001 -

Zum Inhalt:
Auf der Isle of Wight steht das Fortyfoot House, um das sich seltsame Geschichten ranken. David und sein Sohn Danny ziehen für den Sommer hier ein, um es in Schuß zu bringen, da seine Besitzer es verkaufen wollen. Kurz darauf treffen sie auf die junge Studentin Liz, die eine Unterkunft sucht und sich bei ihnen einquartiert. Doch es dauert nicht lange, bis die ersten seltsamen Vorfälle passieren. Zuerst scheint es nur eine monströse Ratte auf dem Dachboden zu sein, aber bereits kurz danach scheinen Personen aus der Vergangenheit des Hauses durch den Garten zu spazieren. Und dann gibt es da noch die Legende von Brown Jenkin...

Graham Masterton ist hierzulande nun zwar kein Unbekannter, jedoch werden selten Romane von ihm in Deutschland veröffentlicht - wobei der Rezensent sich verwundert nach dem Grund fragt. Denn "Die Opferung" stellt einen Roman dar, der dem Leser eine hohe Spannung bietet und ihm einen Schauder nach dem anderen den Rücken hinunterjagt.
Dabei sind die Zutaten, aus denen dieser Roman gestrickt ist, noch nicht einmal besonders neu: Alleinerziehender Vater mit kleinem Sohn kommt in ein unheimliches Haus, um es zu renovieren. Man gebe eine junge Studentin hinzu, würze dies mit einem Geheimnis aus der Vergangenheit und lasse alles erst einmal ein wenig köcheln, um es dann zum Kochen und Überkochen zu bringen. Das hatten wir schon so oft, daß ich es gar nicht mehr zählen kann...
Doch was Graham Masterton aus diesen altbekannten Zutaten macht, kann sich wirklich sehen lassen: ein höchst spannender Roman, der gekonnt erzählt wird und den Leser bestens schaurig unterhält.
Annäherungen an H.P. Lovecraft sind in diesem Roman durchaus zu erkennen, doch bleibt der Autor hierbei eigenständig genug, um nicht als reines Plagiat zu enden. Und "Große Alte" sucht man in diesem Roman so ziemlich vergeblich - vielleicht einmal abgesehen von Davids Ex-Frau... ;-)

Fazit:
Graham Masterton versteht es, altbackene Zutaten zu einem aufregenden Gericht zu komponieren. Herausgekommen ist "Die Opferung" - sein unterhaltsamer und sehr spannender Roman, der dem Leser den Schauder über den Rücken jagt.
14 Punkte.

Winfried Brand


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