(Das zerbrochene Rad - Teil 2)
(DSA-Roman Nr. 57)
D 1997
(685 Seiten, Heyne 06/6057, ISBN 3-453-18810-1, DM 15,55 / EUR
7,95)
- erschienen: Juli 2001 -
Im Bornland
macht sich Thesia von Ilmenstein daran, ihre Truppen zu sammeln, um
dem finsteren Uriel von Notmark das Handwerk zu legen. Mit all ihren
Verbündeten zieht sie gen Norden und kann dabei auch noch gleich
ein paar alte Gefälligkeiten zurückzahlen. Graf Uriel von
Notmark ist jedoch kein Gegner, der sich einfach so aus dem Rennen
schlagen läßt. So wird aus der Jägerin Ilmenstein auf
einmal die Gejagte, und der Graf macht sich daran, mit seiner Armee
plündernd und mordend durch das Bornland zu ziehen. Schnell
zeigt sich aber, daß man, wenn man mit Borbarad verbündet
ist, auch dessen Ruf folgen muß, was nicht immer die feine
nette Art ist.
Aber auch andere Wesen müssen irgendwann feststellen, daß
man sich nicht immer mit höheren Wesen anlegen darf, denn das
kann hin und wieder wirklich unangenehme Konsequenzen haben...
Da es sich bei "Nacht" um den zweiten Teil der Hardcover-Version des
"Zerbrochenen Rades" handelt, setzt die Handlung übergangslos
wieder ein, bzw. man darf erkennen, daß beim Trennen des
Originals ausnahmsweise mal ein guter Griff getan wurde - was nun
wirklich nicht häufig vorkommt.
Ansonsten macht Kiesow schön artig dort weiter, wo er den Roman
angefangen hat. So spannt sich die Handlung einstweilen noch
schön durch das Bornland, bis jedoch auf einmal der Umschwung
kommt. War die Borbarad-Ebene bis dato eher am Rande wichtig und
schien bisher nur den Rahmen gegeben zu haben, so werden die
Ereignisse im Bornland drastisch verkürzt, und alles um Borbarad
wird auf einmal viel wichtiger - und damit auch ein immer
größerer Teil der Geschichte.
Das führt auf der einen Seite zwar zu einigen wirklich
ungewöhnlichen und überraschenden Wendungen; auf der
anderen Seite fand ich es jedoch echt schade, daß auf einmal
die ganzen aufgebauten Elemente so gegenstandslos wurden und der
Roman am Ende zu einer bloßen Schlacht verkommt. Diese ist zwar
auf hohem Niveau geschildert, und die Charaktere kommen auf
kontinuierlich gute Weise zum Tragen, wie man es schon aus dem ersten
Band gewohnt ist, aber ich fand den plötzlichen Wechsel der
Handlung dann doch eher mißglückt. Mir wäre es lieber
gewesen, wenn die Handlung im Bornland geblieben wäre.
Ich bin zwar ein Fan von Brüchen in der Handlung, aber man
muß auch darauf achten, daß man einen Roman nicht zu
vollädt und darüber vergißt, einzelne Episoden
richtig und vollständig abzuhandeln - und genau das ist hier
dann passiert. Das Bornland bleibt eher unvollendet, und die
Borbarad-Ebene wird im Grunde völlig überstürzt in
Angriff genommen. Schade eigentlich.
Fazit:
Immer noch ein guter Roman, dem aber am Ende ein wenig der Fokus
verlorengeht und der zu sehr von seiner eigentlichen Linie abweicht.
Dennoch bleibt's das beste, was DSA bisher zu bieten hatte - und das
Maß für alle Autoren dieser Reihe.
11 Punkte