Zusammen
mit Rulfan ist Aruula in Meeraka angekommen. Ihre erste Station ist
die Stadt New York - und dort machen sie die Bekanntschaft mit dem
Volk, das mittlerweile die ganze Stadt übernommen hat.
Glücklicherweise können die beiden unbeschadet
entkommen.
Währenddessen sind Pieroo, Yuli und der Rest der Ballonbesatzung
- man erinnere sich an die letzten New-York-Bände - bei einem
wandernden Stamm gelandet. Pieroo hat eine Frau kennengelernt, und
auch dem Rest gefällt es sehr gut. Das überraschende
Auftauchen von Aruula und Rulfan ändert an dieser Tatsache
nichts. Doch wenigstens wissen die beiden jetzt, daß Matt
tatsächlich noch lebt und in Washington zu finden ist.
Kurze Zeit später fahren Aruula und Rulfan mit lautem
Getöse in Washington ein - und verhindern damit eine Aktion von
Lieutenant Garrett. Der Weltrat reagiert auf die Ankunft der beiden
jedoch anders, als sie es geplant haben - die Technos schwärmen
aus und schnappen sich Aruula. Rulfan und Wolf können
fliehen.
Diese Szene war auf dem Video, das Matt dazu bewog, den Hydriten
freien Abzug zu verschaffen und mit den Running Men gemeinsame Sache
zu machen. Der Plan, den Phillip Hollyday ausgetüftelt hat, hat
zwar für Matt zu viele Schwachstellen, aber einen besseren hat
er auch nicht. Zudem ist unter den Mitgliedern des Weltrats ein
Maulwurf, der von den Running Men umgepolt wurde. Matt bleibt nichts
anderes übrig, als Phillip zu folgen.
Rulfan hat in der Zwischenzeit die unterirdischen Kanäle des
Weltrats erforscht und macht sich auf eigene Faust auf, um Aruula zu
befreien. Was er nicht ahnt - Matt und Aruula haben sich schon
längst getroffen. Denn nachdem die Running Men einen
Scheinangriff auf Matt und Phillip gestartet haben, sind die beiden
wieder im Hauptquartier. Nachdem Hymes dem verblüfften Matt
Aruula präsentiert hat, muß Phillip seinen Plan
ändern. Aruula kann nicht lauschen - dies verhindert das
Implantat. Offensichtlich scheint Crowe irgendetwas zu planen. Um
herauszufinden, was ihm da genau vorschwebt, muß Aruula ihre
Fähigkeit wiedererlangen - dazu aber muß das Implantat
entfernt werden. Matt macht sich auf den Weg zu Dayna, die als
einzige dazu in der Lage wäre. Natürlich erzählt er
ihr nichts von der geplanten Befreiung von Mr. Black. Als Aruula
wieder lauschen kann, offenbart sie, daß Crowe einen Nordmann
bei sich im Quartier hat. Kurzentschlossen marschieren Matt und seine
Gefährten los, um Crowe darüber auszufragen -
beziehungsweise, um ihn zu kriegen. Aber zuerst steht die Befreiung
von Mr. Black an. Diese kann Dayna nicht billigen - sie wehrt sich.
Phillip kann sie jedoch mit einem Codewort ausschalten. Dayna ist der
Maulwurf der Running Men.
Währenddessen stiftet Rulfan mehr und mehr Unruhe unter den
Männern des WCA. Kurze Zeit später stößt Rulfan
zu Matt und seinen Mannen - und gemeinsam können sie Crowe
überwältigen sowie Mr. Black aus der VR befreien.
Dummerweise hat dieser den Männern des WCA schon längst
verraten, wo das Hauptquartier der Running Men zu finden ist.
Während einer aufregenden Hetzjagd, bei der das Luftkissenboot
beinahe von der Subway I gerammt worden wäre, gelingt es Mr.
Black, das Hauptquartier zu warnen - gegen den Widerstand von Matt.
Vorher haben sie Crowe unter der Bewachung von Dayna
zurückgelassen; auch Phillip blieb auf der Strecke
zurück.
Mr. Black jagt das Hauptquartier in die Luft. Rulfan und der echte
David McKenzie werden nach Europa zurückkehren, während
Matt und Aruula in Richtung Riverside ziehen werden. Denn die
Mission, die die Community in London Matt auferlegt hatte, ist nun
beendet.
Wie schafft Claudia Kern das nur immer wieder? Wie schafft sie es,
die Personen des Romans lebendig und interessant zu schildern, wie
schafft sie es bloß, die Atmosphäre einer Stadt perfekt
einzufangen - wie ihr dies in der Anfangsszene in New York
gelingt?
Aus dem Stoff, der in diesem Maddrax-Band verarbeitet wird,
hätte man leicht einen Zweiteiler machen können. Gut, die
Szene in New York hätte man streichen können - aber
andererseits entdeckt der Leser jetzt, daß das Volk
tatsächlich die ganze Stadt erobert hat. Auch das Wiedersehen
mit Pieroo und Yuli - und mit Fiigo, der die Fangemeinde immer noch
spaltet ;-) - macht Spaß, da man jetzt weiß, daß
das Volk die Ballonfahrer doch nicht bekommen hat.
Der Rest der Handlung präsentiert sich sehr kompakt. Das
hätte durchaus Stoff für einen Zweiteiler geben
können. Wenn man beim Lesen nicht die Orientierung verlieren
will, muß man sich schon stark konzentrieren. Aber diese
Anstrengung lohnt sich, bekommt man doch dafür einen sehr
actionorientierten und dabei doch sehr atmosphärisch dichten
Roman. Zu diesen dichten Szenen zählen, wie schon erwähnt,
die New York-Sequenz, aber auch die Handlungsabschnitte um
Rulfan.
Etwas schade finde ich, daß der Zündstoff, der sich
zwischen Matt und Aruula aufgebaut hat - wir erinnern uns, beide
haben zwischendurch fegaashaat - so rasch und problemlos beiseite
geschafft wird. Da kratzt Claudia leider nur an der Oberfläche -
durchaus dramatisch, aber da hätte man mehr draus machen
können. Vielleicht kommt aber in den nächsten Banden noch
etwas nach. Hoffe ich wenigstens.
Mit diesem Band wird also der "Waashton-Zyklus" beendet. Doch es
bleiben noch etliche Fragen offen. Nicht nur, wie die weitere
Entwicklung der beiden Gruppierungen in der Stadt weitergehen wird -
geschickter Schachzug übrigens, daß man sich mit keiner
der beiden so richtig identifizieren kann. Auch, was Crowe mit dem
Nordmann vorhat und wie dieser überhaupt nach Meeraka kommt,
bleibt erstmal ungeklärt. Wobei es bemerkenswert ist, daß
Crowe die Sprache der Nordmänner spricht. Wo er die wohl gelernt
hat?
Abschließend kann man zum Zyklus sagen, daß die Mischung
zwischen relativ losen Einzelromanen und Zweiteilern gut gelungen
ist. Ab und an jedoch war Washington als Handlungsort doch etwas zu
eng. Vielleicht hätte man noch einige Bände wie den Parrish
einschieben sollen, in denen Matt die Umgebung erkundet. Zu Maddrax
gehört nun einmal das Motiv der Reise. Das ist in diesen zehn
Bänden naturgemäß etwas zu kurz gekommen.
Fazit:
Claudia Kerns Roman ist ein würdiger Abschluß des
"Waashton-Zyklus". Der Roman bietet neben hervorragend dargestellten
Charakteren Spannung und Atmosphäre.
13 Punkte