Band 39: "Flucht in die Todeszone"

Autor: Ronald M. Hahn

Vier Monate nach dem Einschlag des Kometen schlägt sich eine Kompanie Soldaten zu ihrem Zielpunkt, Fort Clark, durch. Sie sollen dort Nahrungskonzentrate abliefern, müssen aber feststellen, daß mittlerweile Kannibalen und ferngesteuerte Killermaschinen das Feld übernommen haben. Es gelingt der Kompanie nur knapp, in den Bunker zu gelangen; und sie stoßen dort auf Experimente, die auf die Anführerin, Captain Queen, noch unangenehme Auswirkungen haben werden.
Unterdessen haben sich Matt und Aruula bis zu der Stadt Dawson durchgeschlagen. Während die beiden ihre Vorräte erneuern, treffen sie auf Orville. Nach einer kleinen Schlägerei, bei der sie ihn vor schlimmeren Verletzungen bewahren, bietet Orville ihnen an, mit ihm zu reisen. Laut einer Karte befindet sich in der Nähe des ehemaligen Forts Clark ein unermeßlicher Schatz. Matt weiß nicht so recht, was er davon halten soll. Am nächsten Morgen jedoch treffen Soldaten aus Waashton ein - und Matt und Aruula bleibt nichts anderes übrig, als Orvilles Angebot anzunehmen. Und noch jemand macht sich mit ihnen auf die Reise: eine junge Frau namens Laara, die angeblich von den Soldaten des Weltrats verfolgt wird. In Wirklichkeit ist sie jedoch Lynne Crow. Durch Funkkontakt informiert sie die Soldaten.
Nachdem die von Orville angeheuerten Raufbolde eine Meuterei starteten und Orville, Matt, Aruula sowie noch zwei Männer diese glimpflich überstanden haben, bleibt der Truppe nichts anderes übrig, als in den Dschungel zur "Todeszone" aufzubrechen.
Natürlich treffen sie auf einige unangenehme Kreaturen. Dann jedoch werden die beiden Männer von Empies entführt. Natürlich machen sich die restlichen Vier auf, um ihre Kameraden zu befreien - und tappen dummerweise den Amrysten, Nachfahren der Kompanie von Fort Clark, in die Falle. Glücklicherweise scheint deren Anführerin von Matts friedlichen Argumenten überzeugt zu sein. Dummerweise machen Fost und Swafhad sich jedoch mal wieder auf eine Extratour - und damit Matts Versuche zunichte.
Etwas später wird Matt von Elys, der Anführerin der Empies (der Krieger der Amrysten) zu sich geholt. Sie verkündet, die Königin hätte ihn als ihren Kammerherrn auserwählt - eine Stellung, die Matt dazu nützen könnte, die Königin zu töten. Am nächsten Morgen soll ein Fest stattfinden, und auf ein bestimmtes Stichwort hin soll Matt die Königin töten. Im Gegenzug werden er und seine Begleiter freigelassen.
Glücklicherweise hat der kleine Gnom Grom einen Plan. Grom gehört zu den Nachkommen der Zwillinge, die Captain Queen einst geboren hat. Die gentechnischen Versuche, die im Bunker angestellt wurden, haben sich negativ auf die Nachfahren ausgewirkt. Grom ist der letzte seiner Art, und ihn verbindet eine Art gedankliches Band mit der Königin.
Tags darauf führt Matt den Mordanschlag tatsächlich durch - aber er ist nur vorgetäuscht. Der an sich perfekte Plan wird von den Agenten des Weltrats durchkreuzt, die den Bunker und die Unterwelt der Amrysten stürmen. Matt hat schon längst geargwöhnt, daß Laara eine Agentin des Weltrats ist. Glücklicherweise hat Grom, der über ein Rassengedächtnis verfügt, einen Ersatzplan in Petto: Er besetzt den bis dahin inaktiven Computerraum, und es gelingt ihnen, Crow und ihre Männer zu vertreiben.
Nach all den Ereignissen wird Elys verurteilt; Matt sowie seine Gefährten dürfen gehen, und der Schatz entpuppt sich als verfaultes Nahrungskonzentrat.

Matt geht also wieder auf Reisen. Nachdem wir in den letzten zehn Heften einen Zyklus hatten, kehrt die Serie damit wieder an ihre Wurzeln zurück. Wobei wir in diesem Roman den Weltrat noch nicht ganz hinter uns gelassen haben - und ob der jemals die Verfolgung von Matt einstellen wird, ist fraglich.
Alles in allem haben wir einen vergnüglichen, sehr soliden Roman vor uns. Die zahlreichen Anspielungen von Ronald sorgen für den vergnüglichen Part, die Handlung selbst für den soliden Teil.
Im Grunde genommen passiert eigentlich nichts großartiges - Matt und Aruula treffen mal wieder auf ein sehr exotisches Volk, und nach einigen Mißverständnissen dürfen beide wieder gehen. Doch die Art, wie Ronald diese Maddrax-Standardsituation schildert, ist derart amüsant und zuweilen auch recht rasant, so daß man als Leser fasziniert die Handlung verfolgt und gar nicht erwarten kann, endlich ans Ende des Romans zu kommen.
Ab und an schimmert Ronalds Humor durch den Text durch. Einzelne Formulierungen - man denke an den rechten Arm, den mancher für Aruula hergeben würde oder an die Formulierung, die Matt für das Fortbleiben von der Truppe gebraucht - aber auch etliche Szenen sind von Rons Humor förmlich durchtränkt. Ironisch nimmt er die heute gebräuchliche Kartenzahlung auf die Schippe, und die Eierlegende Wollmilchsau bleibt auch nicht verschont. An manchen Stellen hätte ich mir mehr Humor gewünscht, aber anscheinend hat Ron die Auflage bekommen, nicht allzusehr mit seinem Talent zu wuchern. Nun ja, das ist Geschmackssache.

Fazit:
Ein angenehm zu lesender Roman, der beim Lesen selbst Spaß macht und zudem eine solide Handlung bietet.
10 Punkte

Christian Spließ

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