Während
sich der Verband der Neuen USO, der an der Seite der LFT-Flotte das
Solsystem verteidigt hat, vor den angreifenden Arkoniden in
Sicherheit bringt, verläßt Roi Danton sein Flaggschiff,
die LOVELY BOSCYK, an Bord eines Ein-Mann-Raumjägers. Sein Ziel
ist Terra.
Der Jäger wird von mehreren Fragmentraumern der Posbis
abgefangen: Die Posbi-Schiffe eröffnen das Feuer, und in dem
Moment, als er eine Überlichtflugetappe einleitet, erhält
der Jäger einen schweren Treffer. Danton bringt das
Kleinraumschiff nur mühsam unter Kontrolle, doch er muß
schließlich in der Antarktis notlanden. Es gelingt dem
ehemaligen Freihändler, einer anfliegenden arkonidischen
Patrouille zu entkommen; dabei muß er jedoch seinen
Raum/Kampfanzug opfern. Er findet in einer Meßstation der
Klimakontrolle einen alten Thermoanzug, der sich jedoch schon bald
als völlig unzureichend gegen die Kälte erweist. Nur mit
Mühe und Not gelingt es Danton, sich zu einer alten, früher
von ihm benutzten Station der ehemaligen Solaren Abwehr
durchzuschlagen. Von dort aus erreicht er schließlich per
Transmitter das neue Hauptquartier des LFT-Geheimdienstes TLD, Alpha
Karthago.
Während der ganzen Zeit wird Roi Danton von Wahnvorstellungen
aus seiner Torric-Vergangenheit auf Curayo gequält; er hat
Halluzinationen und findet mehrfach nur schwer in die Realität
zurück.
Derweil führt der TLD unter Noviel Residor auf Luna die
"Operation Abschied" durch. Der Liga-Tower wird aufgegeben, der
K-Damm um das Mondgehirn NATHAN gesprengt, und die Agenten des TLD
verteilen sich auf insgesamt 480 Verstecke im gesamten Solsystem.
Alle wichtigen Daten, von denen zwischenzeitlich Kopien ausgelagert
wurden - so z. B. über die Aagenfelt-Barriere - werden
vernichtet, damit sie den Arkoniden nicht in die Hände
fallen.
Die arkonidischen Invasoren landen Bodentruppen auf Luna und nehmen
den Liga-Tower in Besitz. Sie finden den zerstörten K-Damm und
stoßen in einer Werft auf die Reste von vierzehn Raumern der
ENTDECKER-Klasse, die von den Terranern gesprengt wurden. Die
Werftanlagen wurden ebenfalls unbrauchbar gemacht.
Mascant Kraschyn, der Kommandeur der Invasionsflotte, stellt NATHAN
ein Ultimatum: Falls sich das Mondgehirn nicht zur bedingungslosen
Zusammenarbeit mit den Arkoniden bereit erklärt, droht er mit
der Vernichtung terranischer Großstädte. NATHAN
kapituliert, da seine Basis-Programmierung ihm keine Alternative
läßt.
Die Arkoniden landen auch auf Terra massive Truppenaufgebote und
nehmen den Planeten in Besitz. Das Kriegsrecht wird ausgerufen.
Widerstand regt sich nicht.
Das Duo Julian Tifflor/Morkhero Seelenquell ist ebenfalls auf Terra
eingetroffen. Die Superintelligenz SEELENQUELL hat mit Terra offenbar
weitergehende Pläne, doch Tifflor/Morkhero läßt
lediglich einige düstere Andeutungen über die Zukunft
Terras fallen. Das "Doppelwesen" sucht eine Residenz und findet sie
in der von den Monochrom-Mutanten verlassenen Stadt Para-City.
Der Roman besteht aus zwei Handlungssträngen. Zum einen haben
wir den TLD, dessen Agenten in der Versenkung verschwinden, und
Mascant Kraschyn und seine Invasionstruppen, die das soeben eroberte
Solsystem nun auch in Besitz nehmen. Deren Vorgehen wird anschaulich
geschildert, und hier merkt auch der Leser, daß die Arkoniden
sich die Sache trotz ihrer gewaltigen Militärmacht nicht ganz so
einfach machen. Der Respekt vor den Terranern bleibt, auch wenn
Kraschyn sie nicht wirklich ernst nimmt. Trotzdem vermutet er gerade
auf Luna noch etliche Fallen. Doch wenn man NATHAN zur Kollaboration
zwingen kann, ist (fast) alles gewonnen; die Syntronik steuert
immerhin die gesamte solare Wirtschaft. Aber Druckmittel gibt es
genug. Zwar sind die Arkoniden wieder einmal nicht gerade
einfallsreich, doch das brauchen sie auch nicht zu sein.
Schließlich wenden sie erprobte Taktiken an. Das geht in
Ordnung. Sehr schön ist auch, daß Arndt Ellmer immer
wieder das eigentliche Ziel der Invasoren in Nebensätzen
durchklingen läßt: Der Feind, d. h. die LFT, ist
ausgeschaltet, und die Arkoniden wollen eine funktionierende
Wirtschaft. Das Solsystem soll nicht am Tropf des "Göttlichen
Imperiums" hängen, sondern die Eroberer brauchen es jetzt als
eines der Zentren ihrer eigenen Ökonomie für ihre weitere
Expansion bzw. zur Konsolidierung ihrer bisherigen.
Der TLD taucht in der Zwischenzeit gar nicht so überhastet ab
und bereitet sich auf einen Kampf im Untergrund gegen die Besatzer
vor. Stoff genug für einen Roman, sollte man also meinen.
Doch das war nur die eine Hälfte - und zwar die bessere.
Ja, die Leser haben immer wieder gefordert, die
Zellaktivatorträger mehr in den Vordergrund zu stellen. Doch was
geschieht hier? Julian Tifflor wird nur kurz in zwei Sequenzen
gezeigt. Die haben es zwar in sich, denn dort bekommt man eine Reihe
von düsteren Prophezeiungen für die Zukunft Terras und der
Menschheit zu hören, aber man merkt hier deutlich, daß
dieses Thema erst mit Band 2083 ("Brennpunkt Para-City") abgehandelt
werden soll. Okay - hierzu darf der Autor dann noch nichts schreiben,
da ansonsten die Gefahr besteht, daß etwas Wichtiges
vorweggenommen wird. Das kann man durchaus akzeptieren, wenngleich
ich mir von Tifflor ab der "Übernahme" durch Morkhero
Seelenquell einige etwas ausgedehntere Auftritte gewünscht
hätte. Derzeit macht er nur das "Reittier"
(hüüüh, brrrr) für den Seelenquell, und dazu ist
er eigentlich zu schade.
Doch der eigentliche Schwachpunkt des Romans ist die viel zu
ausgedehnte Handlung um Roi Danton, der ein halbes Heft
benötigt, um seinen angeschlagenen Raumjäger auf Terra
notzulanden und sich zu seinem Ziel durchzuschlagen. Da werde ich
automatisch an den unseligen PR-Roman 2054 ("Die Höhlen von
Ertrus") erinnert. Einerseits ist es wirklich eine Leistung, diese
"Nichthandlung" durch einen halben Roman zu schleppen, doch
andererseits merkt man gerade dieses Bestreben auch allzu deutlich.
Und die Aktionen, die Roi Danton im Ewigen Eis der Antarktis bringt,
sind dann leider nur noch konfus. Bei 35 Grad unter Null entledigt
sich der Mann seines Raum/Kampfanzuges, nur um eine arkonidische
Suchpatrouille zu täuschen. Nicht nur, daß er bis zur
nächsten Wetterstation mehr als zehn Kilometer vor sich hat: Da
wird es ziemlich kalt, und selbst die Unterwäsche des 14.
Jahrhunderts NGZ dürfte das nicht mitmachen. Nein, Danton hofft
auch noch darauf, daß die Arkoniden nur nach den
Energie-Impulsen seines Anzuges suchen, dabei aber gleichzeitig ihre
Infrarot- und Individualorter ausgeschaltet lassen ...
Da kann man nur den Kopf schütteln - denn als Danton diese Sache
austüftelt, hat er wohl keine Hallus. Und dann marschiert er
noch mit einem alten Thermoanzug, dessen Gebrauchsanweisung lautet:
"Nicht länger als vier Stunden im Freien benutzen", mehr als
vierzig Kilometer durch Kältestürme der Extraklasse -
während sich seine Wäsche auch noch auflöst. Unterwegs
wird er noch mehrfach von Hallus heimgesucht, sein
Armband-Kompaß versagt auch noch verschiedentlich den Dienst,
aber auf wundersame Weise erreicht er sein Ziel. Dieser Held kann was
- er hat mindestens Schwarnold Arzeneggers Hollywood-Klasse.
Künstlerische Freiheit hin und her, aber das wirkt dann doch zu
aufgebauscht.
Fazit:
Ein Roman wie das derzeitige Sommerwetter in Deutschland -
durchwachsen (äh, habe ich "Sommer" geschrieben??? Das war ein
Versehen). (* DAS Wetter nennst Du 'durchwachsen'? Das könnte
als 'Untertreibung des Jahres' durchgehen... Heike)
6 Punkte
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Wir sind zurück im Solsystem, das frisch von den
Arkoniden eingenommen wurde. Während Mascant Kraschyn
versucht, die Situation endgültig unter Kontrolle zu
bringen, macht sich Roi Danton zur Erde auf und landet dort
in Alpha Karthago, dem neuen Sitz des TLD. |
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Nachdem die Arkoniden Terra besetzt haben, sind die
Besatzer natürlich daran interessiert, den TLD-Tower
und NATHAN in die Hände zu bekommen. Durchaus
verständlich - unter anderem sind die
Aagenfelt-Barriere und der K-Damm natürlich von
höchstem Interesse für die Arkoniden. |
Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesuchtDa Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy. |