Band 2081: "Gruppe Sanfter Rebell"

Autorin: Susan Schwartz

In einer Übertragung des Residenz-Funks fordert der Erste Terraner Maurenzi Curtiz die Bevölkerung des Solsystems zum Widerstand gegen die Besatzer auf.
Dort bleibt der TLD nicht untätig. In einem Handstreich gelingt es einem Kommando, insgesamt 680 Millionen von den Arkoniden beschlagnahmte PsIso-Netze in Sicherheit zu bringen. Da die Träger dieser Netze nicht von SEELENQUELL kontrolliert werden können, wird ihr Besitz von den Arkoniden bei Androhung der Todesstrafe verboten.
Roi Danton versucht inzwischen - zusammen mit Noviel Residor, dem Chef des TLD - auf Terra den Widerstand gegen die Invasoren zu organisieren. Danton hat sich inzwischen wieder vollständig unter Kontrolle; die letzten Spuren von Torrics Persönlichkeit ebenso wie die Nachwirkungen von Shabazzas Manipulation sind beseitigt.
Perry Rhodans Sohn ruft die Gruppe "Sanfter Rebell" ins Leben. Ziel dieser Organisation soll nicht der bewaffnete Kampf gegen die Arkoniden sein, sondern einzig passiver Widerstand. Er rekrutiert auf zahlreichen Veranstaltungen, auf denen er per Transmitter erscheint, neue Mitarbeiter für seine Organisation, darunter auch den Berufsdieb Lucius Volpe. Noviel Residor überläßt Danton die 680 Millionen PsIso-Netze, die dieser heimlich an insgesamt ebenso viele Terraner verschickt - verbunden mit der Aufforderung, sich der Gruppe "Sanfter Rebell" anzuschließen.
Die Terranerin Cari Kadjan, die als Chef-Technikerin in einer Hypertrop-Zapfstation der Energieversorgung Terranias arbeitet, erhält eines dieser Netze. Da sie weiß, daß ihr die Hinrichtung droht, wenn die Arkoniden das Netz bei ihr finden, ist sie zunächst massiv verunsichert und versteckt das Gerät.
Cari Kadjan ist zunächst der Meinung, ihr eigenes Leben sei durch die neuen Verhältnisse auf Terra nicht unmittelbar betroffen. Sie muß diese Einstellung rasch revidieren. Als sie ihrer Arbeitsstelle fernbleibt, wird sie von einem Arkoniden aufgefordert, umgehend dort zu erscheinen.
Ein Zaliter namens Fengoy, der von einem Katsugo-Kampfroboter geschützt wird, erhält die Aufsicht über die Crew des Hypertrop-Zapfers. Fengoy ist machtbesessen, und er hat einen Haß auf alle Arkoniden, die ihn und sein Volk als zweitklassig ansehen. So nutzt er seine Stellung dazu, die ihm unterstellten Techniker brutal zu schikanieren - allen voran Cari Kadjan, die von ihrem Äußeren her eine Arkonidin sein könnte. Gleichzeitig will Fengoy die Frau besitzen, weil er nie eine Arkonidin haben könnte.
Mascant Kraschyn läßt als Machtdemonstration sein Flaggschiff, die AUMOKJON, genau an der Stelle postieren, wo früher die Solare Residenz schwebte. Der Arkonide hat Schwierigkeiten mit den Terranern. Trotz aller Anstrengungen lassen sich die Übertragungen des Residenz-Funks nicht verhindern. Kraschyn muß zudem erkennen, daß die Terraner sich weigern, trotz der Androhung der Todesstrafe ihre PsIso-Netze abzugeben. Deshalb läßt er zur Abschreckung drei Terraner, die sich weigerten, ihre Netze abzugeben, exekutieren und dies öffentlich in den Medien übertragen.
Cari Kadjan und ihre Crew werden weiterhin von Fengoy terrorisiert, bis sich eines Tages die gesamte Crew des Hyperzapfers sich gegen ihn auflehnt, woraufhin er verschwindet.
Später dringt der Zaliter in Caris Wohnung ein. Er versucht, sie zu vergewaltigen, doch glücklicherweise hat er bei seinem Hereinkommen die Wohnungstür offengelassen. So gelingt es Mohamin Skana, einem Arbeitskollegen Caris, den Zaliter zu stellen. Es kommt zum Kampf, und Fengoy stürzt gegen eine Säule und wird von einer herunterfallenden Skulptur erschlagen. Mohamin Skana, der offenbar Kontakte zum TLD hat, verständigt diesen, um die Leiche des Zaliters verschwinden und alle Spuren beseitigen zu lassen. Cari Kadjan und ihre Kollegen schließen sich der Gruppe "Sanfter Rebell" an.
Die erste große Kundgebung der Gruppe findet öffentlich im Gobi-Park, am Denkmal der STARDUST, statt. Als Kennzeichen der Zugehörigkeit zum Widerstand hat sich eine weiße Armbinde durchgesetzt. Es erscheinen zunächst mehr als eine Viertelmillion Terraner, schließlich sind es mehr als 370.000. Roi Dantons Ankündigung, auf dieser Veranstaltung zu sprechen, erweist sich jedoch als Finte. Perry Rhodans Sohn kann einen öffentlichen Auftritt nicht riskieren, denn er steht auf den Fahndungslisten der Arkoniden.
Diese sehen den Kundgebungen der Terraner tatenlos zu, greifen aber nicht ein, da von den Demonstranten keine Gefahr ausgeht.
Roi Danton und Noviel Residor sind zufrieden mit dem Verlauf der Demonstration. Die Gruppe "Sanfter Rebell" entwickelt sich langsam zu einer Massenbewegung, die den Invasoren zunehmend Probleme bereiten wird. Diese sind zunächst hilflos, da sie einem unbekannten Phänomen gegenüberstehen.
Danton erfährt, daß Alpha Karthago, dessen Position streng geheimgehalten wird, sich unter dem künstlichen See befindet, über dem die Solare Residenz schwebte - und damit nur wenige hundert Meter von Kraschyns Flaggschiff entfernt.

Uschi Zietsch (alias Susan Schwartz) hat hier ihren besten Roman seit langer Zeit abgeliefert.
Die Perry Rhodan-Serie zeigt sich hier einmal aus einer ganz anderen Perspektive. Am Anfang des Romans gibt es zwar einen actionreichen Risiko-Einsatz, doch war das in dieser Richtung schon alles.
Der Roman besticht durch andere Dinge. Terra unter fremder Besatzung - da hatte ich unwillkürlich etwas ähnliches wie in den Ertrus-Romanen erwartet: bombenwerfende Untergrundkämpfer. Weit gefehlt. Hier geht man einen völlig anderen Weg; man versucht es mit passivem Widerstand und Zivilcourage. Klar ist, daß die Terraner allein damit SEELENQUELL nicht loswerden, doch das ist wohl auch nicht der Sinn der Sache. Die Bevölkerung des Solsystems soll vor allem moralisch aufgerichtet werden. Man kann den Invasoren nicht viel entgegensetzen, aber das eigene Selbstbewußtsein wird enorm gestärkt. Ob diese Gewaltlosigkeit letztlich zu etwas führt, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Die Schilderung, wie aus einer scheinbaren "Ein-Mann-Gruppe" eine Massenbewegung wird, ist beeindruckend. Doch die besten Passagen des Romans sind die, in denen die "Normalterraner" beschrieben werden. Die Charaktere sind zwar klischeehaft angelegt (hier die unterdrückten Terraner, dort der böse Arkonide - falsch! Zaliter), doch das werte ich hier als positiv, denn es handelt sich um Beispielcharaktere. Diese besitzen enorme Tiefe - etwas, das man sonst oft vermißt. Hier werden Durchschnittsmenschen mit all ihren Ängsten und Unsicherheiten gezeigt - und diese Gefühle verwandeln sich in Aufsässigkeit, Ungehorsam, Trotz. Wenn viele an einem Strang ziehen, läßt sich etwas bewegen. Wenn die Besatzer den Bogen überspannen, führt dies zum Gegenteil dessen, was man zu erzwingen versucht. Insoweit hat der Roman auch eine moralische Komponente - auch das ist ziemlich selten in einer Heftserie zu finden, selbst bei PR. Da muß man schon weit zurückgreifen ...
Die Helden müssen aktiv sein, die Gefahren bekämpfen - doch diese Möglichkeit bleibt den Durchschnittsterranern verwehrt - von denen man, da die Handlung vorwärts gebracht werden muß, eh selten genug etwas erfährt. Ob man so weit gehen kann, dem Heft einen Aufruf wie "Wehrt euch gegen Ungerechtigkeit" zu unterstellen, mag dahingestellt bleiben (ich bin mir da nicht ganz sicher), aber Parallelen zu Ereignissen der Gegenwart (man nehme nur die DDR 1989, Jugoslawien 2000) lassen sich durchaus finden. Die Gegner im PR-Kosmos sind (selbstredend) von völlig anderer Qualität...
Interessant ist zudem, zu erfahren, wie eben die "normalen" Terraner sich mit den Arkoniden zu arrangieren versuchen (oder auch nicht), welche Gefahren durch das Tragen der PsIso-Netze entstehen und wie die Arkoniden auf die für sie so ungewohnte Form des Widerstandes reagieren. Frage nur am Rande: Hat das auf den anderen zigtausend Welten, die sich das Arkon-Imperium in den letzten Jahrzehnten einverleibt hat, noch niemand versucht??? (* Vielleicht nicht - oder vielleicht in anderer Form - oder... wer weiß? Heike)
Bleibt abzuwarten, was SEELENQUELL jetzt unternimmt.

Fazit:
Hochklassig und überzeugend, wenn auch nicht unbedingt weiterführend. Oder doch??? Passiver Widerstand auf Terra als Beispiel für andere Planeten? (* So weit muß man doch gar nicht gehen, wie Du ja auch schon selbst andeutest. Andere Länder reichen durchaus. Noch ist der Weltfrieden reine Utopie... Heike)
13 Punkte

Hans-Joachim Kleimann

Der Widerstand im Solsystem beginnt. Was sich die Expo-Factory zu diesem Thema ausgedacht hat, ist durchaus interessant zu nennen: Ziviler Ungehorsam als Waffe gegen die Arkoniden und Seelenquell. Und Susan Schwartz' Aufgabe besteht darin, die Anfänge des Widerstands zu schildern.
Um es vorwegzunehmen: Sie hat diese Aufgabe sehr gut gelöst. Die Schilderung des Aufbaus der "Gruppe Sanfter Rebell" hat ihr offensichtlich gelegen. Vor allem in der Charakterisierung ihrer Protagonisten vermag sie Hervorragendes zu leisten. Und wenn es um die Schilderungen der verschiedenen Aktionen des Widerstands geht, kommt man nicht umhin zu bemerken, daß diese wirklich mitreißend geschrieben sind. Der Leser kann förmlich mit den Protagonisten mitfühlen.
Vor allem die langsam voranschreitende Organisation des Widerstands ist von Susan Schwartz eindrucksvoll in Szene gesetzt. Von den anfänglichen Zweifeln der Zivilbevölkerung bis hin zur friedlichen Massenkundgebung am Ende ist dies glaubhaft und nachvollziehbar geschildert. Und mittendrin ein Mascant namens Kraschyn, der von seiner arkonidischen Mentalität her gar nicht in der Lage ist, zu begreifen, was um ihn herum wirklich vorgeht. Das hat schon was!
Ansonsten passiert im eigentlichen Sinne in diesem Roman nicht sonderlich viel. Hier geht es einfach nur um die Schilderung der Anfänge des Widerstands - und sonst eigentlich nichts. Doch gerade diese Schilderung ist hervorragend gelungen. Eine Art "Zwischenroman", den zu lesen wirklich Spaß gemacht hat. Herausgekommen ist dabei der eindeutig beste Susan Schwartz-Roman der letzten Monate.
Als kleinen Gag am Rande gibt es dann am Ende noch die Information, daß sich "Alpha Karthago" mitten in Terrania in den Abwasserkanälen des Residenz-Sees befindet. Wenn Kraschyn das wüßte... ;-)))

Fazit:
Der Aufbau der "Gruppe Sanfter Rebell" ist Susan Schwartz gut gelungen. Vor allem in den Charakterisierungen der Protagonisten vermag der Roman zu punkten, aber auch die eine oder andere geschilderte Aktion ist sehr intensiv geschrieben. Der Roman macht eindeutig Spaß.
12 Punkte.

Winfried Brand

Voilà - endlich geht es mal voran im SOL-System. Nachdem Roi Danton auf der Erde angekommen ist, schreitet er gleich zur Tat und gründet eine Widerstandsbewegung. Dabei setzt er nicht so sehr auf den militärischen Part, sondern überläßt ihn klugerweise dem TLD. Der hat dafür auch die Experten; von daher ist das eine sehr logische und fähige Entscheidung.
A propos Entscheidung - nachdem Roi auf der Erde ist, zeigt er sich entscheidungsfreudiger und aktiver denn je. Das ist ein gutes Zeichen. Roi präsentiert sich wieder als die Figur, die der Leser seit dem Beginn der Serie kennt. Und das ist eindeutig ein Gewinn für diesen Roman.
Darüber hinaus ist es natürlich ein freches Stück, sich ausgerechnet unter die Nase des Feindes zu plazieren - sprich: genau unterhalb des Sees, der für die Solare Residenz als Futteral dienen sollte. Diese Tolldreistigkeit paßt ausgezeichnet zu Roi - auch wenn dieser an dieser Entscheidung nicht beteiligt war. Residor mag ein ausgezeichneter Stratege sein, hier stellt er es einmal mehr unter Beweis.
Die Nebenhandlung überzeugt durch die sehr starken Charaktere und die ausgezeichnete Darstellung des Alltagslebens der besetzten Erde. Personen wie Volpe machen einfach Spaß, weil sie lebendig geschildert werden, und zudem kommt bei ihm noch eine Art Sympathie-Bonus hinzu. Irgendwie hat er was von einem schlitzohrigen Gauner - ich mag solche Figuren, die zwar nicht ganz auf der legalen Seite stehen, aber das Herz am rechten Fleck haben.
Sehr einfühlsam ist auch die Handlung um die Technikerin Cari erzählt. Es macht richtig Spaß, wenn der Zaliter Fengoy etwas auf die Nase bekommt. Dafür ist er auch ein richtiger fieser Möpp, wie man in Köln sagt. ;-)

Fazit:
Endlich mal ein Roman, der Spaß beim Lesen macht. Die Charaktere sind stimmig, die Atmosphäre ist klasse - und Roi Danton präsentiert sich endlich wieder in alter Frische.
12 Punkte

Christian Spließ

Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesucht

Da Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy.

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