|
Nun gut, nun gut, als Rezensent kann man auch mal
danebenliegen. Tippte ich in der letzten Rezi noch auf eine
Art Palast, den Morkhero für sich errichtet, sollte es
eigentlich ein Ableger von SEELENQUELL werden. Nun ja -
errare humanum est, um meine wenigen Lateinkenntnisse mal
auszuspielen. (* Man kann ja schließlich nicht
immer richtig spekulieren, gelle? ;-) Heike)
Am Ende des Romans haben wir also einen toten Morkhero und
einen halbwegs lebendigen Tifflor. Und halbwegs ist noch
positiv übertrieben - wenn Tifflor denn auf das Serum
von Zheobitt anspricht. Aber ich meine mich erinnern zu
können, daß mal gesagt wurde, wer derart lange
als Hand der SI agiert hat, wird kaum mehr zu retten sein.
Was nun wieder ein Nachdenken über die Figur Julian
Tifflor nach sich zieht. Ist er für die Serie
entbehrlich? Vermutlich wird man mich mit Steinen bewerfen,
wenn ich jetzt sage: Ja, durchaus. (* <werf!>
Verd..., daneben! Na ja, war eh nur so'n Alibi-Wurf...
>:-))) Heike) Seien wir ehrlich - mindestens seit den
1800er Bänden ist Tifflor in den Hintergrund geraten
und kaum mehr sichtbar in Erscheinung getreten. Auch als
Träger von Morkhero ist er in der Versenkung
verschwunden - sehen wir von dem Blues-Zweiteiler "Julian
auf der Flucht" mal ab. Aber das war sowieso vorher. ;-)
Julian Tifflor ist meiner Meinung nach sehr entbehrlich. Und
wenn ihn die Autoren jetzt in Frieden sterben lassen
würden, hätte ich nichts dagegen. Mal ehrlich -
was für ein Leben erwartet jemanden, der sich
möglicherweise nie mehr von der Beeinflussung der SI
erholen kann? Gut, bei Roi Danton hat es funktioniert - aber
wie hoch sind die Chancen, daß so etwas noch einmal
geschieht? Zudem wäre es in meinen Augen sehr
unglaubwürdig, Tifflor einfach wieder mit einem
Fingerschnippen wieder gesund werden zu lassen. (* Du
bist kein Star Trek-Fan, stimmts? Bei Deep Space Nine gab's
da doch auch mal einen Julian <grins> - ja, auch der
wurde dann mal todkrank... Heike) Wie gesagt, wenn
Tifflor mit diesem Roman endgültig gestorben wäre,
würde ich das nur begrüßen.
Hervorragend herausgearbeitet hat Arndt in diesem Roman die
Gestalt Monkeys. Man spürt förmlich seine
Einsamkeit und sein logisches Vorgehen, wenn er sich damit
auch manchmal außerhalb der menschlichen Normen
stellt. Am Ende des Romans kann man die Gefühle von Tia
durchaus nachvollziehen. Wobei es Arndt gelingt, Monkey mit
kleinen Gesten zu gestalten - die Begegnung mit Bostich sei
hier nur als Beispiel genannt.
Auch die Handlung selbst kann den Leser fesseln und
unterhalten. Man weiß eigentlich auf keiner Seite so
recht, was passieren wird. Egal, was man auch vermutet, man
liegt garantiert falsch. Und das ist es, was ich unter einem
spannenden Roman verstehe: Das Legen von falschen
Fährten gehört dazu.
Fazit:
Ein herausragender Roman, der einerseits endlich mal die
Handlung vorantreibt, andererseits Monkey wieder in den
Vordergrund rückt.
12 Punkte
Christian
Spließ

|