Shrek - Der tollkühne Held

Es war einmal in einem fernen Land, da lebte ein Oger in seinem Sumpf. Oger sind nicht gerade für ihre Liebenswürdigkeit bekannt, aber Shrek ist mit seinem Los und seiner Einsamkeit ganz zufrieden.
Bis zu dem Tag, an dem der fiese Lord Farquaart beschließt, sämtliche Märchenfiguren aus seinem Land zu vertreiben. Und wo laden die Soldaten des Lords Schneewittchen, Pinocchio und Konsorten ab? In Shreks Sumpf. Dieser ist darüber alles andere als erfreut; er macht sich also zusammen mit dem sprechenden Esel, der den Soldaten entkommen ist, zum Schloß des Lords auf, um sich gründlich zu beschweren.
Farquaart jedoch hat in der Zwischenzeit die schöne Prinzessin Fiona ins Auge gefaßt - schließlich will der einfache Lord König werden. Das Problem ist nur: Fiona wird in einer Burg von einem riesigem Drachen bewacht - mitten in einem Lavasee. Gerade als Farquaart einen Kämpfer sucht, taucht Shrek auf. Er schließt mit dem Lord einen Deal: Dieser entfernt die Märchenfiguren aus dem Sumpf, wenn Shrek Fiona befreit. Der Deal scheint auch vernünftig, aber Shrek hat nicht mit der sehr robusten und überaus liebreizenden Prinzessin gerechnet - und Fiona hat darüber hinaus noch andere Seiten, die Shrek erst gegen Ende seiner Mission entdecken wird...

Vorneweg: Ich habe die Originalversion gesehen, daher kann ich zur deutschen Synchronfassung wenig sagen.
Mittlerweile sind Trickfilme aus dem Computer keine Seltenheit mehr. Das Aufsehen, das "Toy Story" damals erregte, hat sich wieder gelegt. Aber die Technik bleibt natürlich nicht stehen. Das sieht man deutlich, wenn man "Shrek" mit Toy Story vergleicht. Wirkten dort die menschlichen Gesichter noch sehr starr und eindimensional, so scheinen die Mimik und die Gestik der Figuren in "Shrek" sehr natürlich und fast perfekt. Kein Wunder, haben die Dream-Work-Studios doch seit "Antz" eine Menge Erfahrung auf diesem Gebiet gesammelt. Und die Weiterentwicklung wird man im August bei "Final Fantasy" zu sehen bekommen - wer sich schon mal den Trailer angesehen hat, wird von den Effekten verblüfft sein.
Aber kommen wir wieder zurück zu "Shrek".
Mike Myers - bekannt als Spion Austin Powers - spricht "Shrek". Seine Stimme paßt perfekt zu dem etwas grobschlächtigem Riesen mit dem goldenen Herzen. Cameron Diaz gibt eine perfekte Prinzessin ab - wobei die Gesichtszüge von Fiona ihr nachempfunden sind. Und Eddy Murphy als "Donkey" ist ein perfekter Gegenpart zu "Shrek".
Die kleinen Zuschauer werden viel Spaß an den Figuren haben. Und an der Geschichte, die ohne erhobenen Zeigefinger eine Botschaft zum Nachdenken transportiert. Etliche Gags sind für die Kleinen natürlich schwer nachvollziehbar, aber das Gequassel von "Donkey" wird die Kinder garantiert entzücken. ;-)
Die Erwachsenen werden hingegen ihr Vergnügen an den amüsanten Seitenhieben auf Disney finden - Lord Farquaarts Burg erinnert doch stark an einen Vergnügungspark. Auch die obligatorischen Gesangsszenen sind in "Shrek" enthalten - Fionas Stimme jedoch läßt Vögel explodieren, und Robin Hood bekommt à la Matrix eine Tracht Prügel verpaßt.
Auch die Effekte sind perfekt - feine Gardinen wehen im Wind, das Feuer, das der Drache speit, wirkt verblüffend echt, und als Shrek ein Schlammbad nimmt, verhält sich der computergenerierte Schlamm tatsächlich wie echter. Es ist schon erstaunlich, wie nah der Computer an die Wirklichkeit herankommt. Und je länger man der Geschichte zusieht, desto mehr vergißt man, daß die Figuren nur aus Polygonen zusammengesetzt sind.

Fazit:
"Shrek" ist ein amüsantes Märchenabenteuer, das man auf keinen Fall verpassen sollte. Die Erwachsenen werden ebenso ihren Spaß an diesem Film haben wie die Kinder.
14 Punkte

Christian Spließ

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