Der Krieg
ist vorbei, doch im Reich des Bären kehrt keine Ruhe ein. In
Palmaris läuft der Konflikt zwischen Kirche und Staat auf
Hochtouren - keiner will zurückstecken und gewonnene Macht
abgeben. Die Mönche der abelikanischen Kirche haben dabei auch
noch genug mit sich selbst zu tun, denn es gibt immer noch eine
große Fraktion, die hinter dem abgefallenen Abt Markwart steht,
der von dem bösen und gemeinen Dämon besessen war. Diese
haben es gar nicht gerne, wie Meister Braumin die trauernde Jilsepony
hofiert und sie am liebsten auf die Position der Hohen Mutter hieven
würde. Auf der anderen Seite steht jedoch König Danube, der
sie gerne als Herzogin von Palmaris hätte. Jilsepony aber
hält von dem ganzen Trubel um ihre Person gar nichts und will
sich mit ein paar Freunden in ihre Heimat zurückziehen.
Doch auch außerhalb der großen Städte ist
längst noch nicht alles wieder in Ordnung. Immer noch ziehen
plündernde Goblins und mordende Pauris durch die Gegend und
sorgen für Angst und Schrecken. Zudem taucht in einigen wenigen
Orten die alte gefürchtete Rotfleckenpest auf, gegen die niemand
ein Heilmittel hat.
Was habe ich mich gefreut, als ich dachte, daß mit Band 6 der
Zyklus der Dämonendämmerung endlich vorbei sei - und was
habe ich geweint, als ich dieses Buch im Regal habe stehen sehen.
Alle Befürchtungen und alle Aversionen, die ich gegen dieses
Buch schon im vorhinein hatte (bzw. nach der Lektüre der vorigen
6 Bände haben mußte), bestätigten sich dann auch:
Der "ewige Fluch" geht zu 100% auf die Linie der
Dämonendämmerung. Überraschungen sind Fehlanzeige;
vielmehr gibt's das, was man gewohnt ist.
Klar, im Vordergrund stehen einmal mehr unzählbare Gefechte der
guten Menschen gegen die bösen und vor allen Dingen schlechten
Goblins und Pauris. Diese Schlachten sind eigentlich keine
Schlachten, sondern allesamt Gemetzel, in denen die Monster zu
Hunderten ihr Leben lassen und die so ziemlich alles sind, nur nicht
gut. In dieser Art hat man das im Lauf dieses Zyklus schon zu oft
gelesen, und sie waren auch schon im ersten Band langweilig. Auf
diesem Sektor ist das Niveau also einmal mehr auf dem absoluten
Nullpunkt.
Was gibt's sonst noch so?
Auch auf anderen Gebieten herrscht das übliche. So zum Beispiel
im grauenvollen Pseudogejammer der Akteure. "Ach, ist Krieg grausam,
ach, ist Krieg schlecht! Aber hoffentlich kommen uns auf der Reise
ein paar Goblins unter, damit es nicht so langweilig wird!" Brillant,
Herr Salvatore! Brillant! Sprich: Es regieren mal wieder die
schlechten Stereotypen, die man schon kennt und über die ich
hier kein Wort mehr verlieren will, weil's einfach auch als Rezensent
zu langweilig ist, immer wieder das gleiche zu schreiben.
Das einzige, über das man sich hin und wieder lobend
äußern kann, sind ein paar wenige Szenen, die gar nicht
schlecht zu lesen sind und bei denen man überrascht aufschaut,
das Buch für einen Moment beiseite legt und ungläubig
ausruft: "Hey, das war gar nicht schlecht!" Doch die
Ernüchterung folgt prompt auf der nächsten Seite, wenn der
Autor wieder in seinen üblichen schlechten Fastfood-Trott
verfällt und dieses Buch zu einem der Lowlights macht, die mir
in den letzten Monaten untergekommen sind.
Fazit:
Oftmals ist es so, daß man auf Fortsetzungen gerne verzichtet
hätte, und auch im vorliegenden Fall kann ich nur hoffen,
daß ich es nicht wieder mit einer Trilogie zu tun habe.
Zumindest hätte man in diesem Fall eine kleine Hoffnung: Es kann
ja (fast) nur besser werden, aber wir kennen doch Salvatore ...
Einsteigerempfehlung: Auf gar keinen Fall!
Aussteigerempfehlung: Auf jeden Fall... noch ist es nicht zu
spät.
1 Punkt
