R.A. Salvatore:

"Der ewige Fluch"

(Dämonendämerung 7)
OT: Mortalis (Part 1 + 2)
Ü: Joannis Stefanidis
USA 2000
(407 Seiten, Blanvalet 24988, ISBN 3-442-24988-0, DM 20,00/ EUR 10,00 (ab 1.1.2002)
- erschienen: Mai 2001 -

Der Krieg ist vorbei, doch im Reich des Bären kehrt keine Ruhe ein. In Palmaris läuft der Konflikt zwischen Kirche und Staat auf Hochtouren - keiner will zurückstecken und gewonnene Macht abgeben. Die Mönche der abelikanischen Kirche haben dabei auch noch genug mit sich selbst zu tun, denn es gibt immer noch eine große Fraktion, die hinter dem abgefallenen Abt Markwart steht, der von dem bösen und gemeinen Dämon besessen war. Diese haben es gar nicht gerne, wie Meister Braumin die trauernde Jilsepony hofiert und sie am liebsten auf die Position der Hohen Mutter hieven würde. Auf der anderen Seite steht jedoch König Danube, der sie gerne als Herzogin von Palmaris hätte. Jilsepony aber hält von dem ganzen Trubel um ihre Person gar nichts und will sich mit ein paar Freunden in ihre Heimat zurückziehen.
Doch auch außerhalb der großen Städte ist längst noch nicht alles wieder in Ordnung. Immer noch ziehen plündernde Goblins und mordende Pauris durch die Gegend und sorgen für Angst und Schrecken. Zudem taucht in einigen wenigen Orten die alte gefürchtete Rotfleckenpest auf, gegen die niemand ein Heilmittel hat.

Was habe ich mich gefreut, als ich dachte, daß mit Band 6 der Zyklus der Dämonendämmerung endlich vorbei sei - und was habe ich geweint, als ich dieses Buch im Regal habe stehen sehen. Alle Befürchtungen und alle Aversionen, die ich gegen dieses Buch schon im vorhinein hatte (bzw. nach der Lektüre der vorigen 6 Bände haben mußte), bestätigten sich dann auch:
Der "ewige Fluch" geht zu 100% auf die Linie der Dämonendämmerung. Überraschungen sind Fehlanzeige; vielmehr gibt's das, was man gewohnt ist.
Klar, im Vordergrund stehen einmal mehr unzählbare Gefechte der guten Menschen gegen die bösen und vor allen Dingen schlechten Goblins und Pauris. Diese Schlachten sind eigentlich keine Schlachten, sondern allesamt Gemetzel, in denen die Monster zu Hunderten ihr Leben lassen und die so ziemlich alles sind, nur nicht gut. In dieser Art hat man das im Lauf dieses Zyklus schon zu oft gelesen, und sie waren auch schon im ersten Band langweilig. Auf diesem Sektor ist das Niveau also einmal mehr auf dem absoluten Nullpunkt.
Was gibt's sonst noch so?
Auch auf anderen Gebieten herrscht das übliche. So zum Beispiel im grauenvollen Pseudogejammer der Akteure. "Ach, ist Krieg grausam, ach, ist Krieg schlecht! Aber hoffentlich kommen uns auf der Reise ein paar Goblins unter, damit es nicht so langweilig wird!" Brillant, Herr Salvatore! Brillant! Sprich: Es regieren mal wieder die schlechten Stereotypen, die man schon kennt und über die ich hier kein Wort mehr verlieren will, weil's einfach auch als Rezensent zu langweilig ist, immer wieder das gleiche zu schreiben.
Das einzige, über das man sich hin und wieder lobend äußern kann, sind ein paar wenige Szenen, die gar nicht schlecht zu lesen sind und bei denen man überrascht aufschaut, das Buch für einen Moment beiseite legt und ungläubig ausruft: "Hey, das war gar nicht schlecht!" Doch die Ernüchterung folgt prompt auf der nächsten Seite, wenn der Autor wieder in seinen üblichen schlechten Fastfood-Trott verfällt und dieses Buch zu einem der Lowlights macht, die mir in den letzten Monaten untergekommen sind.

Fazit:
Oftmals ist es so, daß man auf Fortsetzungen gerne verzichtet hätte, und auch im vorliegenden Fall kann ich nur hoffen, daß ich es nicht wieder mit einer Trilogie zu tun habe. Zumindest hätte man in diesem Fall eine kleine Hoffnung: Es kann ja (fast) nur besser werden, aber wir kennen doch Salvatore ...
Einsteigerempfehlung: Auf gar keinen Fall!
Aussteigerempfehlung: Auf jeden Fall... noch ist es nicht zu spät.
1 Punkt

Alexander Haas


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