Zum
Inhalt:
Cris ist ein Cleaner, lebt in den blauen Türmen der Stadt,
umsorgt, behütet. Doch er entschließt sich, das
behütete Leben aufzugeben, wandert hinaus in die nach Moschus
stinkende Stadt mit ihren Schimmelpilzen und schließt sich den
Frogs an. Den Frogs und ihrer Musik, der Frogmusic, die sie
hinaustrommeln in die Welt der City. Doch als Cris sich eine
Gehörnte, ein Motorrad, besorgt, zieht es ihn aus der City
hinaus in das Reservat, wo die Natur herrscht. Hier begegnet er einer
seltsamen alten Frau, die ihm neue Töne beibringt, ihn lehrt zu
sehen...
Laut Informationen innerhalb des Buches soll der Autor bereits
über 30 Romane veröffentlicht haben - dem Rezensenten sagt
der Name auch irgendwas, einordnen kann er ihn jedoch nicht.
Entgegengesetzt zu den bisherigen Romanen beschäftigt sich der
Autor hier jedenfalls nicht mit historischer Fantasy, sondern eher
mit einer apokalyptischen Fantasy der schwer zu fassenden Sorte. Das
Ganze soll wohl einen anspruchsvollen Roman darstellen, bleibt mir
jedoch eher ein wenig verschlossen. Der Roman liest sich gut und
ziemlich flüssig, doch bleibt die Frage nach dem Sinn.
Denn ein Sinn oder auch nur ein Ziel der Handlung ist recht schwer
erkennbar. Am Ende ergibt sich eine fast schon esoterisch zu nennende
Lösung, die irgendwie unbefriedigend wirkt. Wie übrigens
auch der ganze Roman etwas Esoterisches an sich hat. Die "Amöbe"
der Frogs, die durch die City schwillt, die seltsame Verbindung durch
die Musik, die Trommeln, den Gesang. Das ist trotz des Szenarios kein
Cyberpunk - das ist Esoterik pur.
Dazu paßt dann auch, daß der Autor diesen Roman angeblich
auf La Palma träumte und dann innerhalb von zwei Wochen
niedergeschrieben haben soll. War dieser Roman also eine Eingebung
von außerhalb der Realität? Vielleicht - er liest sich
jedenfalls so.
Dieser Roman möchte jedenfalls anspruchsvoll sein, verpaßt
diesen Anspruch jedoch und landet im Unverständlichen der
Esoterik. Da der Rezensent mit dieser "Wissenschaft" nun wirklich
nichts anfangen kann, bleibt ihm wohl auch der Zugang zu diesem Roman
verschlossen. Was er von diesem Roman in Erinnerung behält, ist
eher ein seltsames Gefühl: "Was soll das? Was sagt mir dieser
Roman? Warum habe ich ihn gelesen? Gibt es einen tieferen Hintergrund
für die Story?" Ich muß gestehen: Wenn es einen tieferen
Sinn geben sollte, habe ich ihn jedenfalls nicht gefunden. Was
bleibt, ist also eine leidlich interessante, über große
Strecken eher unverständliche Erzählung eines Autors, der
sich vielleicht doch lieber an mittelalterliche Fantasy-Romane halten
sollte.
Fazit:
Es gestaltet sich recht schwierig, einen Draht zu diesem Roman zu
finden. Die Erzählung ist wohl eher der Esoterik als der Science
Fiction zuzuordnen. Vielleicht finden andere Leser einen besseren
Zugang zu der Geschichte - mir jedoch stellt sich nur eine zentrale
Frage: "Warum?!?" Warum wurde dieser Roman geschrieben? Warum wurde
dieser Roman veröffentlicht? Warum habe ich diesen Roman
gelesen? Warum fand ich dieses Dahinplätschern der Handlung
manchmal sogar interessant? Warum werde ich die Handlung dieses Roman
trotzdem innerhalb der nächsten Woche vergessen?
4 Punkte.