Harald Braem:

"Frogmusic"

(Edition X - Band 5)
D 2001
(111 Seiten, Paperback, Verlag 71, ISBN 3-928905-25-2, DM 19,80 / EUR 10,-)
- erschienen: August 2001 -

Zum Inhalt:
Cris ist ein Cleaner, lebt in den blauen Türmen der Stadt, umsorgt, behütet. Doch er entschließt sich, das behütete Leben aufzugeben, wandert hinaus in die nach Moschus stinkende Stadt mit ihren Schimmelpilzen und schließt sich den Frogs an. Den Frogs und ihrer Musik, der Frogmusic, die sie hinaustrommeln in die Welt der City. Doch als Cris sich eine Gehörnte, ein Motorrad, besorgt, zieht es ihn aus der City hinaus in das Reservat, wo die Natur herrscht. Hier begegnet er einer seltsamen alten Frau, die ihm neue Töne beibringt, ihn lehrt zu sehen...

Laut Informationen innerhalb des Buches soll der Autor bereits über 30 Romane veröffentlicht haben - dem Rezensenten sagt der Name auch irgendwas, einordnen kann er ihn jedoch nicht. Entgegengesetzt zu den bisherigen Romanen beschäftigt sich der Autor hier jedenfalls nicht mit historischer Fantasy, sondern eher mit einer apokalyptischen Fantasy der schwer zu fassenden Sorte. Das Ganze soll wohl einen anspruchsvollen Roman darstellen, bleibt mir jedoch eher ein wenig verschlossen. Der Roman liest sich gut und ziemlich flüssig, doch bleibt die Frage nach dem Sinn.
Denn ein Sinn oder auch nur ein Ziel der Handlung ist recht schwer erkennbar. Am Ende ergibt sich eine fast schon esoterisch zu nennende Lösung, die irgendwie unbefriedigend wirkt. Wie übrigens auch der ganze Roman etwas Esoterisches an sich hat. Die "Amöbe" der Frogs, die durch die City schwillt, die seltsame Verbindung durch die Musik, die Trommeln, den Gesang. Das ist trotz des Szenarios kein Cyberpunk - das ist Esoterik pur.
Dazu paßt dann auch, daß der Autor diesen Roman angeblich auf La Palma träumte und dann innerhalb von zwei Wochen niedergeschrieben haben soll. War dieser Roman also eine Eingebung von außerhalb der Realität? Vielleicht - er liest sich jedenfalls so.
Dieser Roman möchte jedenfalls anspruchsvoll sein, verpaßt diesen Anspruch jedoch und landet im Unverständlichen der Esoterik. Da der Rezensent mit dieser "Wissenschaft" nun wirklich nichts anfangen kann, bleibt ihm wohl auch der Zugang zu diesem Roman verschlossen. Was er von diesem Roman in Erinnerung behält, ist eher ein seltsames Gefühl: "Was soll das? Was sagt mir dieser Roman? Warum habe ich ihn gelesen? Gibt es einen tieferen Hintergrund für die Story?" Ich muß gestehen: Wenn es einen tieferen Sinn geben sollte, habe ich ihn jedenfalls nicht gefunden. Was bleibt, ist also eine leidlich interessante, über große Strecken eher unverständliche Erzählung eines Autors, der sich vielleicht doch lieber an mittelalterliche Fantasy-Romane halten sollte.

Fazit:
Es gestaltet sich recht schwierig, einen Draht zu diesem Roman zu finden. Die Erzählung ist wohl eher der Esoterik als der Science Fiction zuzuordnen. Vielleicht finden andere Leser einen besseren Zugang zu der Geschichte - mir jedoch stellt sich nur eine zentrale Frage: "Warum?!?" Warum wurde dieser Roman geschrieben? Warum wurde dieser Roman veröffentlicht? Warum habe ich diesen Roman gelesen? Warum fand ich dieses Dahinplätschern der Handlung manchmal sogar interessant? Warum werde ich die Handlung dieses Roman trotzdem innerhalb der nächsten Woche vergessen?
4 Punkte.

Winfried Brand


Interesse? Hier kannst Du dieses Buch direkt bei amazon.de bestellen, und das Flash damit auch ein wenig finanziell unterstützen.


home...