Rein zufällig hat Jack eine vage Spur von Destero finden
können - er befand sich auf einem Bild einer Gruppe, die am
Chimborazo ihr Basislager aufschlug. Jetzt klettert Jack allein und
ohne Ausrüstung den Berg herauf. Kurze Zeit später findet
er tatsächlich den Vampir, der in einer kleinen Hütte sein
Heim aufgeschlagen hat.
Destero, der ein Magier war, bevor er zum Vampir wurde, ist durchaus
nicht abgeneigt, Jack zu helfen. Doch den Weg in die Seelenburg kann
er nicht öffnen, dazu sind seine Kräfte zu schwach. Er
bietet Jack jedoch an, mit ihm die Vampirwelt zu besuchen und dort in
Sara Dykes Unterlagen zu stöbern.
Währenddessen versucht Malcovic vergeblich, in die Bostoner
Villa zu kommen. Er hat schon mit seinem Scheitern gerechnet und
vertieft sich daher in ein altes Grimoire. Doch auch dort findet er
nichts, was ihm weiterhelfen könnte. So beschließt er,
nach den Regeln der Sterblichen zu handeln.
Destero und Jack sind währenddessen in der sterbenden Vampirwelt
angekommen. Die beiden bleiben von den Angriffen der Vampire nicht
verschont. Zudem muß Jack im wahrsten Sinne des Wortes ganz
hoch hinauf, da Sara Dykes Domizil in der Festungsspitze zu finden
ist. Als die beiden dort eintreffen, erwartet die Herrin der Untoten
sie schon - in der Gestalt Jane Cardigans. Ohne Zögern greift
sie Jack an, und erst, als dieser erwähnt, daß er einen
Plan hat, mit dem er McDonald schaden könnte, hört sie ihm
interessiert zu.
Malcovic hat indessen ein anderes Ziel. Er übernimmt kurzerhand
die Leitung eines bis dahin nur auf die Einnahme von Geld
orientierten Geheimkultes. Nachdem er den Hohepriester und dessen
Assistenten getötet hat, übernehmen die Gestaltwandler das
Aussehen der Ermordeten.
Zusammen mit Destero und Sara Dyke kehrt Jack auf die Erde
zurück.
Jack als fröhlicher Bergsteiger - nun ja, das hat durchaus was.
Wobei man eigentlich eine gute Ausrüstung braucht, um so hoch zu
klettern, wie Jack das in diesem Roman tut. Destero wird sich ja
nicht gerade am Bergrand niedergelassen haben. Schließlich will
er unentdeckt bleiben. Huldigt Jack hier gar dem Free-Climbing? Wer
weiß.
Was positiv auffällt, ist der zuweilen recht sarkastische Humor
des Romans. Etwa, wenn Malcovic nach der Ermordung des
Kult-Hohepriesters genau dessen Worte wiederholt. Oder, wenn Destero
trocken meint, daß die Vampire in Rudeln jagen und die Beute
dann brüderlich teilen. Es gibt noch einige andere Szenen, die
mir ausnehmend gut gefallen haben.
Destero selbst hat innerhalb der Serie schon einen Wandel
durchgemacht. Trat er in den früheren Bänden nur als reiner
Bösewicht auf, so ist in diesem Band eine Art leichter
Melancholie hinzugekommen. Irgendwie hat man den Verdacht, daß
der Vampir am Ende gar nicht mehr leben will und sein Leben satthat.
Fragt sich, wer ihn dann töten soll. Daß Destero brav und
friedlich im Bett einschlafen wird, ist sehr unwahrscheinlich. (Wenn
er denn wie Angel ein Bett hat. *g*)
Ob es eine gute Idee war, Sara Dyke auf die Erde zu bringen, ist
fraglich. Zwar wird sie vermutlich alles tun, um McDonald zu schaden,
aber ob sie sich nach diesem Zweckbündnis nicht doch erneut
gegen die Dämonenjäger stellen wird, wissen wir nicht. Dazu
ist Sara zu undurchsichtig. Ich glaube, wenn sie die Chance erhalten
wird, wird sie dem Team letztendlich in den Rücken fallen.
Fazit:
Ein überaus gelungener, bisweilen recht sarkastischer Roman, der
beim Lesen einfach nur Spaß macht. Hoffen wir, daß der
letzte Teil genauso sein wird.
12 Punkte