Frank MacLachlan

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Band 36: "Desteros Rache"

Autor: Mark H. Romain

Rein zufällig hat Jack eine vage Spur von Destero finden können - er befand sich auf einem Bild einer Gruppe, die am Chimborazo ihr Basislager aufschlug. Jetzt klettert Jack allein und ohne Ausrüstung den Berg herauf. Kurze Zeit später findet er tatsächlich den Vampir, der in einer kleinen Hütte sein Heim aufgeschlagen hat.
Destero, der ein Magier war, bevor er zum Vampir wurde, ist durchaus nicht abgeneigt, Jack zu helfen. Doch den Weg in die Seelenburg kann er nicht öffnen, dazu sind seine Kräfte zu schwach. Er bietet Jack jedoch an, mit ihm die Vampirwelt zu besuchen und dort in Sara Dykes Unterlagen zu stöbern.
Währenddessen versucht Malcovic vergeblich, in die Bostoner Villa zu kommen. Er hat schon mit seinem Scheitern gerechnet und vertieft sich daher in ein altes Grimoire. Doch auch dort findet er nichts, was ihm weiterhelfen könnte. So beschließt er, nach den Regeln der Sterblichen zu handeln.
Destero und Jack sind währenddessen in der sterbenden Vampirwelt angekommen. Die beiden bleiben von den Angriffen der Vampire nicht verschont. Zudem muß Jack im wahrsten Sinne des Wortes ganz hoch hinauf, da Sara Dykes Domizil in der Festungsspitze zu finden ist. Als die beiden dort eintreffen, erwartet die Herrin der Untoten sie schon - in der Gestalt Jane Cardigans. Ohne Zögern greift sie Jack an, und erst, als dieser erwähnt, daß er einen Plan hat, mit dem er McDonald schaden könnte, hört sie ihm interessiert zu.
Malcovic hat indessen ein anderes Ziel. Er übernimmt kurzerhand die Leitung eines bis dahin nur auf die Einnahme von Geld orientierten Geheimkultes. Nachdem er den Hohepriester und dessen Assistenten getötet hat, übernehmen die Gestaltwandler das Aussehen der Ermordeten.
Zusammen mit Destero und Sara Dyke kehrt Jack auf die Erde zurück.

Jack als fröhlicher Bergsteiger - nun ja, das hat durchaus was. Wobei man eigentlich eine gute Ausrüstung braucht, um so hoch zu klettern, wie Jack das in diesem Roman tut. Destero wird sich ja nicht gerade am Bergrand niedergelassen haben. Schließlich will er unentdeckt bleiben. Huldigt Jack hier gar dem Free-Climbing? Wer weiß.
Was positiv auffällt, ist der zuweilen recht sarkastische Humor des Romans. Etwa, wenn Malcovic nach der Ermordung des Kult-Hohepriesters genau dessen Worte wiederholt. Oder, wenn Destero trocken meint, daß die Vampire in Rudeln jagen und die Beute dann brüderlich teilen. Es gibt noch einige andere Szenen, die mir ausnehmend gut gefallen haben.
Destero selbst hat innerhalb der Serie schon einen Wandel durchgemacht. Trat er in den früheren Bänden nur als reiner Bösewicht auf, so ist in diesem Band eine Art leichter Melancholie hinzugekommen. Irgendwie hat man den Verdacht, daß der Vampir am Ende gar nicht mehr leben will und sein Leben satthat. Fragt sich, wer ihn dann töten soll. Daß Destero brav und friedlich im Bett einschlafen wird, ist sehr unwahrscheinlich. (Wenn er denn wie Angel ein Bett hat. *g*)
Ob es eine gute Idee war, Sara Dyke auf die Erde zu bringen, ist fraglich. Zwar wird sie vermutlich alles tun, um McDonald zu schaden, aber ob sie sich nach diesem Zweckbündnis nicht doch erneut gegen die Dämonenjäger stellen wird, wissen wir nicht. Dazu ist Sara zu undurchsichtig. Ich glaube, wenn sie die Chance erhalten wird, wird sie dem Team letztendlich in den Rücken fallen.

Fazit:
Ein überaus gelungener, bisweilen recht sarkastischer Roman, der beim Lesen einfach nur Spaß macht. Hoffen wir, daß der letzte Teil genauso sein wird.
12 Punkte

Christian Spließ

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