Als Corrigan
aus seinem Hibernations-Tank steigt, werden ihm zwei Dinge
bewußt - einmal, daß er beachtliche
Erinnerungslücken hat, und dann, daß offenbar eine Menge
Zeit vergangen sein muß, seit er zum letzten Mal wach war.
Im unterirdischen Reich der Carra macht sich in der Zwischenzeit
Robak auf, um seine Gefährtin Sukra aus den Klauen der
reptilienartigen Zo'hns zu befreien. Schon seit Urzeiten führen
die beiden Völker einen erbarmungslosen Krieg gegeneinander. Die
Gründe dafür sind längst vergessen. Robak trifft bei
seiner Suche auf seinen Bruder Sabhal, der Robak mit einigen anderen
Carra unterstützen will. Sie dringen in die Stadt der Zoh'ns ein
und kommen gerade rechtzeitig zu einer Opferung. Geopfert werden
sollen die verschleppten Carra - und genau zur gleichen Zeit kann
sich Corrigan aus seiner Umgebung befreien. Ohne Zögern
schlägt er sich auf die Seite der Carra; und damit beginnt eine
Reise, die Corrigan mehr und mehr erkennen läßt, daß
er ein Relikt einer längst vergangenen Zeit ist...
Nachdem der Roman von Alfred Wallon und Marten Munsonius schon 1996
dem Blitz-Verlag angeboten wurde, dort aber nicht erschienen ist,
wurde der Roman jetzt im MG-Verlag veröffentlicht.
Corrigan ist ein Endzeit-Roman. Und die Erwartungen an eine solche
Art von Roman werden auch erfüllt. Mit Corrigan haben wir einen
mysteriösen Helden, der nichts von seiner Herkunft weiß;
wir haben eine Technik, die keiner mehr so recht versteht, und wir
haben die degenerierten Völker - wobei diese offenbar nicht
direkt vom Menschen abstammen. Jedenfalls wenn man den Andeutungen im
Roman folgt. Natürlich fehlt auch der obligatorische Kampf in
der Arena nicht - spätestens seit Mad Max unverzichtbarer Teil
einer Endzeit-Handlung. ;-)
Wenn man mit diesen Erwartungen an den Roman geht, kann man sich
durchaus unterhalten fühlen. Zugegeben, Wallons Stil ist
gewöhnungsbedürftig. Ab und an werden die Gedanken der
Protagonisten kursiv dargestellt - und ab und an fügt Wallon
einfach eine Klammer in den Satz ein. Das stört manchmal den
Lesefluß. Und die konsequente Großschreibung von
technischen Begriffen ist auch nicht so ganz mein Fall.
Wie schon gesagt, die Handlung ist nicht besonders neu - und die
Charakterisierung der Helden ist nicht besonders tiefsinnig. Man
merkt, hier steht die Action im Vordergrund. Das ist an sich ja
nichts Schändliches. Und es mag auch sein, daß der zweite
Roman die zahlreichen Andeutungen fortführt, die sich auf
Corrigan und seine Herkunft beziehen.
Da dies so ziemlich das erste Buch des MG-Verlages ist, das ich in
den Händen halte, möchte ich einige Worte über die
Gestaltung des Teils verlieren. Es ist ungefähr so groß
wie ein normaler Heftroman. Beim Umblättern sollte man sich
jedoch in Acht nehmen, da die Bindung sehr schwach ist. Das Titelbild
ist Geschmackssache - mir persönlich gefällt es nicht, und
es erinnert mich stark an die Cover, die die Blitz Paperbacks -
hoppla, sind das jetzt nicht Hardcover? - zieren.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in Ordnung - 164 Seiten
für knapp 25,- DM bei dem Satz, da kann man nicht meckern. Zudem
ist der MG-Verlag ja einer von den kleineren.
Fazit:
Wallon und Munsonius erfinden das Rad nicht neu - wer allerdings
ordentliche Action-Szenen in einem Endzeit-Szenario erwartet, der hat
mit diesem Roman einen guten Kauf getan.
9 Punkte
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Diese Serie sollte dem Vernehmen nach bereits vor einigen
Jahren im Blitz-Verlag erscheinen und hat jetzt eine neue
Heimat im mgverlag gefunden. |