Alfred Wallon / Marten Munsonius:

"Corrigan: Todeszone"

D 2001
(165 Seiten, "Paperback-Taschenheft", mgverlag, ISBN 3-931164-10-1, DM 24,80)
- erschienen: 2001 -

Als Corrigan aus seinem Hibernations-Tank steigt, werden ihm zwei Dinge bewußt - einmal, daß er beachtliche Erinnerungslücken hat, und dann, daß offenbar eine Menge Zeit vergangen sein muß, seit er zum letzten Mal wach war.
Im unterirdischen Reich der Carra macht sich in der Zwischenzeit Robak auf, um seine Gefährtin Sukra aus den Klauen der reptilienartigen Zo'hns zu befreien. Schon seit Urzeiten führen die beiden Völker einen erbarmungslosen Krieg gegeneinander. Die Gründe dafür sind längst vergessen. Robak trifft bei seiner Suche auf seinen Bruder Sabhal, der Robak mit einigen anderen Carra unterstützen will. Sie dringen in die Stadt der Zoh'ns ein und kommen gerade rechtzeitig zu einer Opferung. Geopfert werden sollen die verschleppten Carra - und genau zur gleichen Zeit kann sich Corrigan aus seiner Umgebung befreien. Ohne Zögern schlägt er sich auf die Seite der Carra; und damit beginnt eine Reise, die Corrigan mehr und mehr erkennen läßt, daß er ein Relikt einer längst vergangenen Zeit ist...

Nachdem der Roman von Alfred Wallon und Marten Munsonius schon 1996 dem Blitz-Verlag angeboten wurde, dort aber nicht erschienen ist, wurde der Roman jetzt im MG-Verlag veröffentlicht.
Corrigan ist ein Endzeit-Roman. Und die Erwartungen an eine solche Art von Roman werden auch erfüllt. Mit Corrigan haben wir einen mysteriösen Helden, der nichts von seiner Herkunft weiß; wir haben eine Technik, die keiner mehr so recht versteht, und wir haben die degenerierten Völker - wobei diese offenbar nicht direkt vom Menschen abstammen. Jedenfalls wenn man den Andeutungen im Roman folgt. Natürlich fehlt auch der obligatorische Kampf in der Arena nicht - spätestens seit Mad Max unverzichtbarer Teil einer Endzeit-Handlung. ;-)
Wenn man mit diesen Erwartungen an den Roman geht, kann man sich durchaus unterhalten fühlen. Zugegeben, Wallons Stil ist gewöhnungsbedürftig. Ab und an werden die Gedanken der Protagonisten kursiv dargestellt - und ab und an fügt Wallon einfach eine Klammer in den Satz ein. Das stört manchmal den Lesefluß. Und die konsequente Großschreibung von technischen Begriffen ist auch nicht so ganz mein Fall.
Wie schon gesagt, die Handlung ist nicht besonders neu - und die Charakterisierung der Helden ist nicht besonders tiefsinnig. Man merkt, hier steht die Action im Vordergrund. Das ist an sich ja nichts Schändliches. Und es mag auch sein, daß der zweite Roman die zahlreichen Andeutungen fortführt, die sich auf Corrigan und seine Herkunft beziehen.
Da dies so ziemlich das erste Buch des MG-Verlages ist, das ich in den Händen halte, möchte ich einige Worte über die Gestaltung des Teils verlieren. Es ist ungefähr so groß wie ein normaler Heftroman. Beim Umblättern sollte man sich jedoch in Acht nehmen, da die Bindung sehr schwach ist. Das Titelbild ist Geschmackssache - mir persönlich gefällt es nicht, und es erinnert mich stark an die Cover, die die Blitz Paperbacks - hoppla, sind das jetzt nicht Hardcover? - zieren.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in Ordnung - 164 Seiten für knapp 25,- DM bei dem Satz, da kann man nicht meckern. Zudem ist der MG-Verlag ja einer von den kleineren.

Fazit:
Wallon und Munsonius erfinden das Rad nicht neu - wer allerdings ordentliche Action-Szenen in einem Endzeit-Szenario erwartet, der hat mit diesem Roman einen guten Kauf getan.
9 Punkte

Christian Spließ

Diese Serie sollte dem Vernehmen nach bereits vor einigen Jahren im Blitz-Verlag erscheinen und hat jetzt eine neue Heimat im mgverlag gefunden.

Erzählt wird wieder einmal von einem Soldaten, der nach einem Atomkrieg in einer Höhle aufwacht und von den die Erde nun bewohnenden "primitiven" Völkern für einen Gott gehalten wird. Das Buch schildert seinen Kampf an die Oberfläche.

Vielleicht hatte es seinen Sinn, daß dieser Roman so lange auf Eis lag, denn selten wurde ein postapokalyptisches Szenario so lustlos erzählt. Es gibt mal wieder zwei sich bekämpfende "fremdartige" (sprich: mutierte) Völker, mal wieder einen Kampf in einer Arena (ich kann es nicht mehr sehen/lesen!) und mal wieder irgendwelche finsteren Mächte, die die Erde nun beherrschen (a la R. Flagg in Kings "The Stand") . Öfters wurde man an "Maddrax" erinnert, obwohl man nicht von einem Plagiat sprechen kann, denn dieser Band war dem Vernehmen nach deutlich vor Maddrax fertig.

Na, nervten die vielen Klammern im vorhergehenden Absatz nicht? Dies ist leider eines der Hauptstilmittel des Autorengespanns Wallon/Munsonius, mit dem ständig irgendwelche Szenen ohne Not kommentiert werden. Es tritt zwar nicht ganz so stark auf wie z.B. in dem Murphy-Roman "Blutiger Alptraum in Paris", wo sie den Leser fast wahnsinnig machten, aber immer noch so häufig, daß es nervt. Ebenso, daß öfters Charaktere "sich selbst schreien hören" oder einen Schrei hören und dann feststellen, daß sie es selbst sind, die schreien. Auch ein von Murphy bekanntes, unschönes Stilmittel.

Über die Hauptperson Corrigan erfahren wir praktisch nichts, die Welt wird kaum geschildert und lebt dadurch nicht, der den Anfang des Romans beherrschende Konflikt zwischen diesen beiden Völkern weckt wenig Interesse, und so kommt sehr schnell Langeweile auf - und das bei einem wirklich kurzen Roman von nur 165 Seiten. Erst kurz nach der Hälfte, wo es langsam an die Oberfläche des Höhlensystems geht, wird es ein wenig besser; die Actionszenen sind dann halbwegs ordentlich geschildert, und es werden einige Rätsel ausgestreut, deren Auflösung man gerne erfahren würde, es aber natürlich in diesem Band noch nicht tut.
Eigentlich unverständlich, warum dieser Roman so wenig Spaß macht, denn Serien wie "Thorin" und selbst der umstrittene "David Murphy" zeigen, daß Wallon und Munsonius deutlich besser und spannender schreiben können.

Ebenfalls noch festzuhalten ist, daß das Format des Bandes sehr unhandlich ist und die Farbe Weiß auf dem Rücken nicht sehr einladend aussieht - und da der Band auch noch sehr kurz ist, ist der Preis von DM 24,80 deutlich überteuert, da hilft auch kein Verweis auf die knappe Kalkulation eines Kleinverlages.

Das einzige wirklich Gute an diesem Buch ist die Vorschau auf Band zwei, die hört sich vielversprechend an; ansonsten ein wirklich nicht bemerkenswertes Buch, deshalb soll diese Rezension auch kurz bleiben und hier enden.

Fazit:
Weitere postapokalyptische Serie, die so uninspiriert und bar jeder Innovation daherkommt, daß sich Leservergnügen kaum einstellt und zwar nicht Ärger, aber zumindest viel Langeweile die Lektüre begleitet.
3 Punkte. 

Oliver Naujoks


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