Frank MacLachlan

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Band 38: "Der Seelenstein"

Autor: Prospero

Nach den schicksalhaften Ereignissen scheint Ruhe bei den Dämonenjägern eingekehrt zu sein; jedenfalls will der Autor Prospero uns dies glauben machen. Es liegt ausnahmsweise keine Bedrohung in der Luft, abgesehen von Diskussionen über guten Kaffee und die letzten Folgen von Mystery-Serien. Das Gespräch mündet in den Besuch einer Esoterik-Messe durch Jane und Jack. Überhaupt scheint es Prospero ein Anliegen gewesen zu sein, die Alltagstauglichkeit seiner Helden auf die Probe zu stellen.
Doch natürlich liegt das Unheil nicht fern. Der Leser erfährt in Form mehrerer Rückblenden, welche ihn ins Jahr 1970 führen, vom Seelenstein, einem rätselhaften Artefakt, welches der nicht minder rätselhafte Thibor Brodsky benutzen will, um zu einem echten Dämon zu werden. Den halben Dämonenstatus verdankt er einem Fehltritt väterlicherseits - shit happens. Das Ganze geschieht übrigens auf Anraten des Hexenmeisters Julian Summers, Wiedersehen macht auch Freude. Doch Thibors Schwester Angelique spielt ebenfalls eine Rolle in der Sache und erkennt besser als ihr Bruder, welche Bedrohung von dem Klunker ausgeht. Allerdings kann auch sie ihn nicht aufhalten, als er beginnt, von irgendwelchen dämonischen Hütern bis hin zu Gevatter Tod persönlich sämtliche metaphysischen Leitungen abzulauschen, Joe Black läßt bei dieser Gelegenheit grüßen.
In der Gegenwart nutzt Jane den Besuch der Messe, um sich von bewußtem Thibor die Karten legen zu lassen, nachdem sie Jack vertröstet und dezent erotisiert hat, wobei ich mich fragte, ob ich in den Bänden vor dem mißlungenen Angriff auf McDonald irgendeine Entwicklung verpaßt habe. Thibor erkennt sie sofort als Hexe und bietet an, sie über einige Dinge aufzuklären. Entgegen dem Rat ihrer Freunde folgt sie der Einladung und gerät natürlich in Schwierigkeiten, aus denen sie nur der geballte Einsatz von Frank, Jack, Julian und Angelique herausholen kann.

Ich bin mir fast sicher, daß sich Prospero mit diesem Band einen Scherz machen wollte, denn dieses überzogene Stelldichein des Übernatürlichen ist einfach nicht durchweg ernstzunehmen. Ich habe den Autor im Verdacht, daß er sich zuvor in Sachen Lektüre auf der Scheibenwelt herumgetrieben und dann aus den Vollen geschöpft hat (einige Wendungen sind Terry Pratchett in Reinkultur), abgeschmeckt mit zahlreichen Anspielungen auf verschiedene TV-Serien und diverse Filme. Dabei empfinde ich einige Vorlagen, oder besser ihre schiere Anzahl, für etwas unglücklich, was mich schon wieder einigermaßen stört.

Fazit:
Wäre der Band von maßgeblicher Bedeutung für den Plot der gesamten Serie, müßte man solche "Entgleisungen" mit Schreibverbot bis einschließlich Band 200 ahnden. So aber hat Prospero die Gelegenheit genutzt, ein stilistisch interessantes Intermezzo einzuschieben (was im Rahmen von Mystery-Serien wohl eher eine Ausnahme bildet), um den Charakteren etwas mehr menschlichen Schliff zu verleihen und - was wohl am Wichtigsten sein dürfte - die Leser gut zu unterhalten.
10 Punkte

Martin Hoyer

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