Nun ist
der Abschlußband des zweiten Romans der Necroscope-Reihe von
Brian Lumley erschienen. Ein Rezension darüber ist gar nicht
mehr so einfach oder sinnvoll(?), denn dies ist ja nur der dritte
Teil von eigentlich einem Buch.
Die Trennung in drei Teile macht sich für mich hier besonders
negativ bemerkbar. Nachdem meine Lektüre des vorangegangenen
Bandes etwas her ist, brauchte es schon etwas Zeit, wieder richtig
einzusteigen.
Die Handlung macht natürlich ihren logischen Fortgang; alles
führt in Richtung Finale.
Alec Kyle, der Chef des englischen PSI-Dezernates, jetzt INTESP
genannt, ist zusammen mit Felix Krakovic, dem Leiter des russischen
E-Dezernats, auf dem Weg zum Grab von Thibor Ferency, um die dortigen
Überreste endgültig zu vernichten. Doch Andropovs KGB hat
ein Auge auf sie geworfen, und Krakovics Stellvertreter macht hinter
seinem Rücken gemeinsame Sache mit dem Sowjet-Geheimdienst. Ein
Killer des KGB ist schon unterwegs, um sie auszuschalten.
Währenddessen bereitet sich INTESP auf den Sturm von Harkley
House - Yulian Bodescus Unterschlupf - vor, um das Vampirnest
auszuräuchern, und das dürfte eine ausgesprochene blutige
Angelegenheit werden.
Yulians Fähigkeiten haben sich jetzt vervollkommnet; er hat sich
voll auf den Wamphyri in sich eingestellt, ist perfekt mit ihm
verwachsen.
Dem Geist Thibor Ferencys gelingt es, mit Yulian in Kontakt zu
treten, ihn so auf die Gefahr von INTESP aufmerksam zu machen und ihm
mitzuteilen, wer die Fäden hinter INTESP zieht, nämlich
Harry. Damit gelangen auch Harrys Frau und das Baby in große
Gefahr.
Harry Keogh muß inzwischen immer härter gegen den Geist
seines Kindes kämpfen, um sich aus dessen Körper befreien
zu können und eine selbständige Persönlichkeit zu
bleiben.
So spitzt sich zusehends die Handlung an den verschiedenen
Schauplätzen zu, und bei Brian Lumley muß man davon
ausgehen, daß bestimmt nicht alle Protagonisten oder auch nur
einige die Konfrontation überleben werden - aber wie schon
normal bei Necroscope: Der Tod ist nicht das Ende.
Zum Schluß kann ich nur sagen, daß dieser Band
natürlich nur interessant für die Leser mindestens der zwei
Vorbände ist, und wer bis dahin gekommen ist, den dürfte
dieser Teil bestimmt interessieren. Immerhin kommt es zu einer
überraschenden Wendung im Band, für mich jedenfalls - im
Nachhinein hätte man es natürlich schon vorher erraten
können. Aber der Schluß stimmt mich sehr gespannt auf die
nächsten Folgen, und ich hoffe, daß die überaus
blasse Darstellung des Harry Keogh dann endlich beendet ist.
Zu Wünschen wäre auf jeden Fall eine etwas andere
Erscheinung der Serie im Festa-Verlag; die Stückelung kommt
meines Erachtens dem Lesen überhaupt nicht entgegen. Für
den Preis der drei Einzelbände hätte man jedenfalls ein
tolles Hardcover herausgeben können. Aber ich glaube nicht,
daß sich hier demnächst etwas ändert.
Beenden wir also diese kurze Rezi mit einem positiven Fazit zur
Handlung: Sie macht wirklich gespannt auf Folgendes und die schon
erwähnten Einschränkungen zur deutschen Ausgabe.
12 Punkte
