Zoltan ist
spät als Geweihter zur Praios-Kirche gestoßen, was seinem
Glauben aber keinen Abbruch tut. Mit großer Begeisterung und
unterstützt von einer kleinen Truppe Soldaten macht er sich auf,
um einen Auftrag in der Hafenstadt Perricum zu erledigen.
Angeblich ist es dem Feinde gelungen, einen Gestaltwandler an
exponierter Position unterzubringen, und sogar die eigene Kirche ist
von dem Verdacht nicht ausgeschlossen.
Wie gefährlich sein Auftrag ist, merkt Zoltan, als er unweit von
Perricum von einer Horde unheimlicher Fischmenschen attackiert wird.
Woher mag der Feind bloß von seinem Kommen wissen?
Offensichtlich hat man sich im FanPro Lager dazu entschlossen, aus
dem Borbarad Komplex jede Möglichkeit einer Publikation
herauszupressen, die man nur finden kann. So geht also das Spiel
weiter, daß absolut jedes kleinste Element aus dem Konflikt
beschrieben wird. Das paßt zur Politik und wird sicher bei
vielen Aventurien-Anhängern auf Zustimmung stoßen.
Allerdings dürften sich jene, denen Aventurien eh schon zu klein
und zu genau beschrieben war, immer weiter in die Defensive
gedrängt fühlen... aber für die gibt es ja jetzt
Myranor, und wie es scheint, läßt man ihnen auch keine
Alternative.
Also, was wir hier haben, ist eine Art Kriminalroman im
Fantasy-Milieu, der von einem religiösen Fanatiker geleitet wird
- nichts anders sind Praios-Geweihte nun mal. Dabei erhält man
hin und wieder einen ganz netten Einblick in die Strukturen der
Praios-Kirche und erfährt so nebenbei, daß auch diese
Kirche "nur" aus Menschen besteht, die auch nicht alle heilig sind.
Inquisitor Zoltan macht dabei allerdings nur den Eindruck, einer
unter vielen zu sein. Sein Charisma, das er versprüht, ist nun
mal das eines Inquisitors, und so kann er nie den Eindruck erreichen,
etwas Besonderes zu sein. Vielmehr hat er so die üblichen
Elemente, mit denen Inquisitoren immer wieder beschrieben werden
(u.a. die ewige Rechthaberei). Einen guten Eindruck macht er
allerdings im Umgang mit seinen Untergebenen. Hier wirkt er endlich
mal wie ein Mensch.
Für einen richtig guten Roman ist das allerdings ein
bißchen wenig, besonders, da die Handlung mehr oder minder auch
nur vor sich hin plätschert und eigentlich wenig Aufregendes zu
bieten hat. Gegen Ende dreht der Autor allerdings noch mal ein wenig
auf, und so wird die Jagd auf den Bösewicht zum großen
Highlight des Romans. Wobei ich mich allerdings ein wenig frage, wo
so ein junger Inquisitor seine Autorität hernimmt...
Fazit:
Ganz netter Roman, der sich im Rahmen der üblichen DSA-Romane
aufhält. Mir geht's ein wenig gegen den Strich, weil's schon
wieder Borbarad ist, aber ansonsten kann man ihn ruhig im Mittelfeld
ansiedeln.
8 Punkte
