Der Ruf der
Excalibur breitet sich rasch im thallonischen Sektor aus - und
dementsprechend prasseln die Anfragen nur so auf Mackenzie und seine
Crew ein. Als sie eine Anfrage vom Planeten Zondar erhalten,
schlägt Si Cwan vor, sich als erstes um die Zondarianer zu
kümmern. Seit Jahrtausenden sind diese in einen heftigen
Bürgerkrieg verwickelt und schotten sich normalerweise ganz vom
übrigen Universum ab. Als eine Begrüßungsmannschaft
an Bord der Excalibur eintrifft, erfährt Mackenzie
überrascht, daß er für die Zondarianer der lange
verheißene Messias ist. Der Messias soll den endlosen Krieg
beenden und ein goldenes Zeitalter des Friedens herbeiführen.
Commander Shelby ist ganz und gar nicht mit den Absichten Mackenzies
einverstanden, der die Chance für Friedensverhandlungen nicht
ungenutzt verstreichen lassen will. Widerstrebend läßt sie
es zu, daß Mackenzie in die Rolle des Messias schlüpft.
Die Ahnungen Shelbys sind nicht ganz unbegründet - denn die
Prophezeiung besagt, der Messias müsse sterben, um Zondar
endlich den Frieden zu bringen...
Spätestens jetzt ist klar: Wer meint, die Bücher von Peter
David lesen zu können, ohne den Anfang zu kennen, irrt. Zwar
könnte man dies rein theoretisch, aber den Story-Arc, den David
hier aufbaut, kann man kaum verstehen, ohne die anderen Bücher
zu kennen.
Nachdem sich im letzten Roman die Mannschaft einigermaßen
zusammengerauft haben, geht es jetzt in einen Einsatz, der gar nicht
so unproblematisch ist.
Unwillkürlich denkt man an die ST-NG-Folge "Der Gott der
Minkataner" - doch hier liegt der Fall ein wenig anders.
Schließlich greift Mackenzie nicht in die internen
Angelegenheiten der Zondarianer ein, da die Prophezeiung knapp
fünf Jahrhunderte alt ist.
Wie auch in den letzten Romanen erzählt Peter David eine sehr
spannende Geschichte, die sich nicht nur in erster Linie auf die
Handlung um Zondar stützt, sondern auch auf die Charaktere an
Bord des Schiffes. Wir erinnern uns: Doktor Selar steht kurz vor
ihrem Pon Farr. Theoretisch könnte sie nach Vulkan
zurückkehren, aber da sie dort niemanden hat, wendet sie sich an
Mackenzie. Dummerweise hat Burgoyne 172 durchaus an der Vulkanierin
Interesse. Doktor Selar wiederum denkt, daß sich Burgoyne nicht
mit ihr abgeben will - kurz und gut, das Chaos nimmt seinen Lauf.
Diese Handlung könnte leicht in eine der üblichen
Soap-Folgen abgleiten, wenn Peter David die Charaktere nicht
liebevoll und überzeugend zeichnen würde. Frisch und
amüsant zeigt sich der Autor, wenn es um die Beziehung zwischen
Shelby und Mackenzie geht. Die Wortgefechte, die sich die beiden
liefern, sind ein wahrer Lesegenuß.
Fazit:
Der frische Wind im Star-Trek-Universum hat sich auch mit dem dritten
Roman der neuen Reihe nicht gelegt. Erneut gibt es eine spannende
Geschichte mit interessanten Charakteren und einen Story-Arc, der
noch einiges verspricht.
13 Punkte