Peter David:

"Märtyrer"

(Star-Trek: Die neue Grenze 3)
OT: Martyr
Ü: Bernhard Kempen
USA 1999
(313 S., Taschenbuch, Heyne SF, ISBN 3-453-18775-X, DM 15,55)
- erschienen: Juni 2001 -

Der Ruf der Excalibur breitet sich rasch im thallonischen Sektor aus - und dementsprechend prasseln die Anfragen nur so auf Mackenzie und seine Crew ein. Als sie eine Anfrage vom Planeten Zondar erhalten, schlägt Si Cwan vor, sich als erstes um die Zondarianer zu kümmern. Seit Jahrtausenden sind diese in einen heftigen Bürgerkrieg verwickelt und schotten sich normalerweise ganz vom übrigen Universum ab. Als eine Begrüßungsmannschaft an Bord der Excalibur eintrifft, erfährt Mackenzie überrascht, daß er für die Zondarianer der lange verheißene Messias ist. Der Messias soll den endlosen Krieg beenden und ein goldenes Zeitalter des Friedens herbeiführen. Commander Shelby ist ganz und gar nicht mit den Absichten Mackenzies einverstanden, der die Chance für Friedensverhandlungen nicht ungenutzt verstreichen lassen will. Widerstrebend läßt sie es zu, daß Mackenzie in die Rolle des Messias schlüpft. Die Ahnungen Shelbys sind nicht ganz unbegründet - denn die Prophezeiung besagt, der Messias müsse sterben, um Zondar endlich den Frieden zu bringen...

Spätestens jetzt ist klar: Wer meint, die Bücher von Peter David lesen zu können, ohne den Anfang zu kennen, irrt. Zwar könnte man dies rein theoretisch, aber den Story-Arc, den David hier aufbaut, kann man kaum verstehen, ohne die anderen Bücher zu kennen.
Nachdem sich im letzten Roman die Mannschaft einigermaßen zusammengerauft haben, geht es jetzt in einen Einsatz, der gar nicht so unproblematisch ist.
Unwillkürlich denkt man an die ST-NG-Folge "Der Gott der Minkataner" - doch hier liegt der Fall ein wenig anders. Schließlich greift Mackenzie nicht in die internen Angelegenheiten der Zondarianer ein, da die Prophezeiung knapp fünf Jahrhunderte alt ist.
Wie auch in den letzten Romanen erzählt Peter David eine sehr spannende Geschichte, die sich nicht nur in erster Linie auf die Handlung um Zondar stützt, sondern auch auf die Charaktere an Bord des Schiffes. Wir erinnern uns: Doktor Selar steht kurz vor ihrem Pon Farr. Theoretisch könnte sie nach Vulkan zurückkehren, aber da sie dort niemanden hat, wendet sie sich an Mackenzie. Dummerweise hat Burgoyne 172 durchaus an der Vulkanierin Interesse. Doktor Selar wiederum denkt, daß sich Burgoyne nicht mit ihr abgeben will - kurz und gut, das Chaos nimmt seinen Lauf. Diese Handlung könnte leicht in eine der üblichen Soap-Folgen abgleiten, wenn Peter David die Charaktere nicht liebevoll und überzeugend zeichnen würde. Frisch und amüsant zeigt sich der Autor, wenn es um die Beziehung zwischen Shelby und Mackenzie geht. Die Wortgefechte, die sich die beiden liefern, sind ein wahrer Lesegenuß.

Fazit:
Der frische Wind im Star-Trek-Universum hat sich auch mit dem dritten Roman der neuen Reihe nicht gelegt. Erneut gibt es eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren und einen Story-Arc, der noch einiges verspricht.
13 Punkte

Christian Spließ


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