L.E. Modesitt jr.:

"Der Magier von Fairhaven"

(Recluce Zyklus - Band 10)
OT: Colors of Chaos - Teil 2
Ü: Jürgen Langowski
USA 1999
(Heyne 06/9098, ISBN 3-453-17905-6, DM 19,46/ EUR 9,95)
- erschienen: September 2001 -

Der junge weiße Chaos-Magier Cerryl muss sich den Truppen des Erzmagiers Jeslek anschließen, der das rebellische Spidlar unterwerfen will. Dabei kommt Cerryl mehrfach die Aufgabe zu, das wieder aufzubauen, was Jeslek vorher kaputtgemacht hat - und das macht der Erzmagier vorzugsweise mit Städten. Während Cerryl also mit Aufräumen beschäftigt ist, beobachtet er gleichzeitig den schwarzen Schmied Dorrin, der mit seinen Maschinen den weißen Magiern das Leben schwermacht. Seine Erfindungen sind es schließlich auch, die Cerryl vor die große Aufgabe seines Lebens stellen...

"Der Magier von Fairhaven" schließt nahtlos an "Die Farben des Chaos an". Beide Bände stellten im Original wohl einen Band da, sind jedoch aufgrund der großen Gesamtseitenanzahl in Deutsch als Doppelpack erschienen. Allerdings: 1000 Seiten kann man splitten - muß man aber nicht!

Ansonsten bietet "Der Magier von Fairhaven" gewohnte Kost aus Recluce. Wie sich schon abzeichnete, kommt man auch jetzt den Ereignissen aus Band 3 noch näher, und so wird Cerryl an manchen Stellen sogar Dorrins direkter Gegenspieler. Es muß sehr spaßig sein, wenn man die entsprechenden Stellen einmal nachliest (aber leider hab ich dazu derzeit nicht so richtig Zeit). Es kommt recht selten vor, daß man beide Parteien so gut kennenlernt. Da man also die Beweggründe des "Feindes" ganz gut in Erinnerung hat, erlangt der Band eine sehr große Faszination und bringt so jede Menge Lesespaß.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch ein paar Stellen, die nicht so brillant sind. Cerryl schlägt sich von Stadt zu Stadt durch und versucht, möglichst wenige von seinen Untergebenen zu verlieren bzw. mit den Menschen in seiner Umgebung möglichst gut zurechtzukommen (auch wenn er schon mal den einen oder anderen einäschern muß). Das führt dazu, daß die Geschichte zum einen manchmal wenig eintönig wird, zum andern aber auch zu viele Ereignisse kurz und knapp abgehakt werden. So wird der Leser durch eine sehr große Kette von Geschehnissen gejagt, die der Autor zwar sehr gut vermitteln kann, doch das eine oder andere hätte ich mir vielleicht etwas ausführlicher gewünscht und dafür auf etwas anderes verzichtet.

Fazit:
"Der Magier von Fairhaven" reiht sich recht nahtlos in den Zyklus ein und ist weder Höhe- noch Tiefpunkt. Was bei diesem Zyklus allemal heißt, daß man ihn sehr gut lesen kann, einem kaum langweilig wird und man mit recht großer Freude Band 11 entgegenblickt.
11 Punkte

Alexander Haas


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