Der junge
weiße Chaos-Magier Cerryl muss sich den Truppen des Erzmagiers
Jeslek anschließen, der das rebellische Spidlar unterwerfen
will. Dabei kommt Cerryl mehrfach die Aufgabe zu, das wieder
aufzubauen, was Jeslek vorher kaputtgemacht hat - und das macht der
Erzmagier vorzugsweise mit Städten. Während Cerryl also mit
Aufräumen beschäftigt ist, beobachtet er gleichzeitig den
schwarzen Schmied Dorrin, der mit seinen Maschinen den weißen
Magiern das Leben schwermacht. Seine Erfindungen sind es
schließlich auch, die Cerryl vor die große Aufgabe seines
Lebens stellen...
"Der Magier von Fairhaven" schließt nahtlos an "Die Farben des
Chaos an". Beide Bände stellten im Original wohl einen Band da,
sind jedoch aufgrund der großen Gesamtseitenanzahl in Deutsch
als Doppelpack erschienen. Allerdings: 1000 Seiten kann man splitten
- muß man aber nicht!
Ansonsten bietet "Der Magier von Fairhaven" gewohnte Kost aus
Recluce. Wie sich schon abzeichnete, kommt man auch jetzt den
Ereignissen aus Band 3 noch näher, und so wird Cerryl an manchen
Stellen sogar Dorrins direkter Gegenspieler. Es muß sehr
spaßig sein, wenn man die entsprechenden Stellen einmal
nachliest (aber leider hab ich dazu derzeit nicht so richtig Zeit).
Es kommt recht selten vor, daß man beide Parteien so gut
kennenlernt. Da man also die Beweggründe des "Feindes" ganz gut
in Erinnerung hat, erlangt der Band eine sehr große Faszination
und bringt so jede Menge Lesespaß.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch ein paar Stellen, die nicht
so brillant sind. Cerryl schlägt sich von Stadt zu Stadt durch
und versucht, möglichst wenige von seinen Untergebenen zu
verlieren bzw. mit den Menschen in seiner Umgebung möglichst gut
zurechtzukommen (auch wenn er schon mal den einen oder anderen
einäschern muß). Das führt dazu, daß die
Geschichte zum einen manchmal wenig eintönig wird, zum andern
aber auch zu viele Ereignisse kurz und knapp abgehakt werden. So wird
der Leser durch eine sehr große Kette von Geschehnissen gejagt,
die der Autor zwar sehr gut vermitteln kann, doch das eine oder
andere hätte ich mir vielleicht etwas ausführlicher
gewünscht und dafür auf etwas anderes verzichtet.
Fazit:
"Der Magier von Fairhaven" reiht sich recht nahtlos in den Zyklus ein
und ist weder Höhe- noch Tiefpunkt. Was bei diesem Zyklus
allemal heißt, daß man ihn sehr gut lesen kann, einem
kaum langweilig wird und man mit recht großer Freude Band 11
entgegenblickt.
11 Punkte
