Harald Evers:

"Der Dunkle Pakt"

(3.Roman der Höhlenwelt Saga)
D 2001
(700 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/9129, ISBN 3-453-18817-9, DM 21,42 / EUR 10,95)
- erschienen: August 2001 -

Das Oberhaupt der Bruderschaft von Yoor, der finstere Chast, ist tot - aber dennoch lebt sein Vermächtnis weiter. Statt zu zerfallen, gelingt es der Bruderschaft, sich und ihre Sitze im Rat von Salvagor zu behaupten. So wird aus der großen Retterin Leandra auf einmal die Verräterin, die sich im finsteren Kerker wiederfindet.
Nun muß sie schmoren, während die Welt von den grausamen Drakken erobert zu werden droht. Aber Leandra wäre nicht sie selbst, wenn es ihr nicht gelingen würde, ihrem Gefängnis zu entkommen und die Rettung der Welt in die Hände zu nehmen.
Unterdessen sind am anderen Ende der Welt Victor und Roya dabei, den geheimnisvollen Pakt zu entdecken, der vor 2000 Jahren von den Drakken und dem Gründer der Bruderschaft, Sardin, geschlossen wurde. Mit seiner Hilfe könnte es möglich sein, gegen die fremden Invasoren vorzugehen.
Zu allem Überfluß machen sich die Drakken auch noch daran, sich aus ihrer passiven Position zu lösen und selbst nach dem Pakt zu suchen...

Und weiter geht das Spiel in der Höhlenwelt. Leandra ist weiterhin die große Heldin, ohne die (fast) gar nichts funktioniert und deren übermächtiger Einfluß über allem schwebt. Dennoch hat sich der Autor diesmal wohl überlegt, daß seine zumeist weiblichen Helden ein wenig mehr Emotionen vertragen könnten. Das an sich ist auch prinzipiell gar keine schlechte Idee - warum sich das aber ausschließlich darin äußern muß, daß die jungen Damen jetzt alle paar Seiten in Tränen ausbrechen, kann ich nicht so recht begreifen. Zum einen ist das ein wenig einfallslos und zum anderen ziemlich einseitig.

Ansonsten bleibt eigentlich alles beim alten: Die Bösen haben gegen Leandra das Nachsehen, und alles, was sie anfaßt, kann nur zu Gold werden. Das an sich macht die Sache noch nicht besser lesbar als die bisherigen Bände. Schade ist auch, daß viele Episoden einfach überflüssig sind und gar nicht so recht zur Handlung passen mögen. Man kann dann den Eindruck bekommen, daß der Autor hier eine Idee hatte, die er nun ohne Rücksicht auf Kompromisse noch ins Geschehen einzubringen versucht. Das geht dann in der Regel (meiner Meinung nach) ziemlich schief und wirkt dadurch fehlplaziert bis peinlich.

Und doch sind ein paar ganz passable Elemente hinzugekommen. Manchmal könnte man fast den Eindruck gewinnen, daß der Autor sich langsam warmgeschrieben hat (was nach dieser großen Anzahl von Seiten auch wirklich Zeit wird), und hin und wieder kann man jetzt tatsächlich ein wohlwollenden Nicken beim Lesen registrieren.
Zudem wird die Handlung richtig abwechslungsreich. Nicht nur, daß die Bruderschaft nicht einfach zum alten Eisen gehört, sondern aus ungeahnter Richtung wiederbelebt wird - auch mit den Drakken kommen einige neue Elemente hinzu. Zwar gehen mir die Bewohner einer mittelalterlichen Welt ein wenig zu gut mit Dingen wie Strahlenkanonen und Raumschiffen um, aber man ist ja schon froh über jedes positive Element, das man findet.

Fazit:
Alles in allem ein klein wenig besser als der Vorgänger, aber immer noch nicht so, daß man sich wirklich damit zufriedengeben könnte. Dazu geben weder die Handlung noch die Charaktere genug her. Insgesamt ist es kaum besser geworden.
6 Punkte

Alexander Haas


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