Das
Oberhaupt der Bruderschaft von Yoor, der finstere Chast, ist tot -
aber dennoch lebt sein Vermächtnis weiter. Statt zu zerfallen,
gelingt es der Bruderschaft, sich und ihre Sitze im Rat von Salvagor
zu behaupten. So wird aus der großen Retterin Leandra auf
einmal die Verräterin, die sich im finsteren Kerker
wiederfindet.
Nun muß sie schmoren, während die Welt von den grausamen
Drakken erobert zu werden droht. Aber Leandra wäre nicht sie
selbst, wenn es ihr nicht gelingen würde, ihrem Gefängnis
zu entkommen und die Rettung der Welt in die Hände zu
nehmen.
Unterdessen sind am anderen Ende der Welt Victor und Roya dabei, den
geheimnisvollen Pakt zu entdecken, der vor 2000 Jahren von den
Drakken und dem Gründer der Bruderschaft, Sardin, geschlossen
wurde. Mit seiner Hilfe könnte es möglich sein, gegen die
fremden Invasoren vorzugehen.
Zu allem Überfluß machen sich die Drakken auch noch daran,
sich aus ihrer passiven Position zu lösen und selbst nach dem
Pakt zu suchen...
Und weiter geht das Spiel in der Höhlenwelt. Leandra ist
weiterhin die große Heldin, ohne die (fast) gar nichts
funktioniert und deren übermächtiger Einfluß
über allem schwebt. Dennoch hat sich der Autor diesmal wohl
überlegt, daß seine zumeist weiblichen Helden ein wenig
mehr Emotionen vertragen könnten. Das an sich ist auch
prinzipiell gar keine schlechte Idee - warum sich das aber
ausschließlich darin äußern muß, daß die
jungen Damen jetzt alle paar Seiten in Tränen ausbrechen, kann
ich nicht so recht begreifen. Zum einen ist das ein wenig einfallslos
und zum anderen ziemlich einseitig.
Ansonsten bleibt eigentlich alles beim alten: Die Bösen haben
gegen Leandra das Nachsehen, und alles, was sie anfaßt, kann
nur zu Gold werden. Das an sich macht die Sache noch nicht besser
lesbar als die bisherigen Bände. Schade ist auch, daß
viele Episoden einfach überflüssig sind und gar nicht so
recht zur Handlung passen mögen. Man kann dann den Eindruck
bekommen, daß der Autor hier eine Idee hatte, die er nun ohne
Rücksicht auf Kompromisse noch ins Geschehen einzubringen
versucht. Das geht dann in der Regel (meiner Meinung nach) ziemlich
schief und wirkt dadurch fehlplaziert bis peinlich.
Und doch sind ein paar ganz passable Elemente hinzugekommen. Manchmal
könnte man fast den Eindruck gewinnen, daß der Autor sich
langsam warmgeschrieben hat (was nach dieser großen Anzahl von
Seiten auch wirklich Zeit wird), und hin und wieder kann man jetzt
tatsächlich ein wohlwollenden Nicken beim Lesen
registrieren.
Zudem wird die Handlung richtig abwechslungsreich. Nicht nur,
daß die Bruderschaft nicht einfach zum alten Eisen gehört,
sondern aus ungeahnter Richtung wiederbelebt wird - auch mit den
Drakken kommen einige neue Elemente hinzu. Zwar gehen mir die
Bewohner einer mittelalterlichen Welt ein wenig zu gut mit Dingen wie
Strahlenkanonen und Raumschiffen um, aber man ist ja schon froh
über jedes positive Element, das man findet.
Fazit:
Alles in allem ein klein wenig besser als der Vorgänger, aber
immer noch nicht so, daß man sich wirklich damit zufriedengeben
könnte. Dazu geben weder die Handlung noch die Charaktere genug
her. Insgesamt ist es kaum besser geworden.
6 Punkte
