Die
Expedition hat es geschafft, die Berge zu überqueren, und steht
prompt vor einem neuen Problem. Die Menschen hier haben einen langen,
zermürbenden Krieg gegen die Dragomiten hinter sich und sind
nicht bereit, die Dragomiten der Expedition durch ihr Gebiet zu
lassen. So sehr die Abgesandten auch verhandeln, der Konflikt scheint
unvermeidlich; und am Ende stehen die Überlebenden der
Gemeinschaft in kleinen Gruppen da, die sich allein auf den Weg zum
Feuer des Salamanders machen müssen, wollen sie je wieder
zusammenfinden...
Wie schon im ersten Band liegt der Schwerpunkt dieses Romans darin,
seine Leser durch eine ungewöhnliche Welt zu bringen. Da mit dem
ersten Band die Charaktere ausführlichst eingeführt worden
sind, kann der Autor sich nun voll und ganz der Umgebung und den
ungewöhnlichen Ereignissen darin widmen. Das sieht sich zum
einen daran, daß die Exotik der Umgebung noch stärker wird
als zuvor (was durch das vermehrte Erklären der geheimnisvollen
Genesys-Prophezeiungen unterstützt wird), zum anderen an der
zunehmend komplexeren Handlung. Das alles sorgt dafür, daß
die Geschichte einen guten Tick abwechslungsreicher wird als Band
Nummer eins.
Zwar kann ich mir noch nicht richtig vorstellen, wie eine Gruppe von
Menschen (die auch noch über einen halben Kontinent verteilt
ist) die Welt vor einer Gefahr retten will, die eigentlich noch nicht
offensichtlich ist. So groß ist das Mysterium um die
Prophezeiungen, daß noch nicht einmal die Akteure zu wissen
scheinen, worum es eigentlich geht. Den Lesern teilt der Autor
lediglich mit, daß es sich um irgendeine Art von Fäulnis
dreht, die alles in einem unglaublichen Tempo verwesen
läßt, aber das war eigentlich auch schon immer so.
Lediglich die Städte im Süden müssen sich gegen
unheimliche Auswüchse der Natur erwehren, aber auch das scheint
"noch" nicht wirklich so schrecklich bedrohlich zu sein. Fest steht
eigentlich derzeit nur, daß es sich um eine Gefahr aus der
tiefsten Vergangenheit handeln muß...
Fazit:
Fantasy der eher ungewöhnlichen Art. Es gibt keine Orcs und
keine Drachen; die Zauberer sind alles nur Scharlatane, die mit
Kräutern statt mit Feuerbällen um sich werfen, und
über allem schwebt die Allmacht des Vergehens.
Spannend erzählt und intensiv geschildert, auch wenn man langsam
gerne wissen würde, worum es geht.
12 Punkte
