Brian Stableford:

"Das Feuer des Salamanders"

(Zweiter Roman der Genesys-Trilogie)
Ü: Michael Siefener
(686 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/9135, ISBN 3-453-18815-2, DM 19,46 / EUR 9,95)
- erschienen: August 2001 -

Die Expedition hat es geschafft, die Berge zu überqueren, und steht prompt vor einem neuen Problem. Die Menschen hier haben einen langen, zermürbenden Krieg gegen die Dragomiten hinter sich und sind nicht bereit, die Dragomiten der Expedition durch ihr Gebiet zu lassen. So sehr die Abgesandten auch verhandeln, der Konflikt scheint unvermeidlich; und am Ende stehen die Überlebenden der Gemeinschaft in kleinen Gruppen da, die sich allein auf den Weg zum Feuer des Salamanders machen müssen, wollen sie je wieder zusammenfinden...

Wie schon im ersten Band liegt der Schwerpunkt dieses Romans darin, seine Leser durch eine ungewöhnliche Welt zu bringen. Da mit dem ersten Band die Charaktere ausführlichst eingeführt worden sind, kann der Autor sich nun voll und ganz der Umgebung und den ungewöhnlichen Ereignissen darin widmen. Das sieht sich zum einen daran, daß die Exotik der Umgebung noch stärker wird als zuvor (was durch das vermehrte Erklären der geheimnisvollen Genesys-Prophezeiungen unterstützt wird), zum anderen an der zunehmend komplexeren Handlung. Das alles sorgt dafür, daß die Geschichte einen guten Tick abwechslungsreicher wird als Band Nummer eins.

Zwar kann ich mir noch nicht richtig vorstellen, wie eine Gruppe von Menschen (die auch noch über einen halben Kontinent verteilt ist) die Welt vor einer Gefahr retten will, die eigentlich noch nicht offensichtlich ist. So groß ist das Mysterium um die Prophezeiungen, daß noch nicht einmal die Akteure zu wissen scheinen, worum es eigentlich geht. Den Lesern teilt der Autor lediglich mit, daß es sich um irgendeine Art von Fäulnis dreht, die alles in einem unglaublichen Tempo verwesen läßt, aber das war eigentlich auch schon immer so.
Lediglich die Städte im Süden müssen sich gegen unheimliche Auswüchse der Natur erwehren, aber auch das scheint "noch" nicht wirklich so schrecklich bedrohlich zu sein. Fest steht eigentlich derzeit nur, daß es sich um eine Gefahr aus der tiefsten Vergangenheit handeln muß...

Fazit:
Fantasy der eher ungewöhnlichen Art. Es gibt keine Orcs und keine Drachen; die Zauberer sind alles nur Scharlatane, die mit Kräutern statt mit Feuerbällen um sich werfen, und über allem schwebt die Allmacht des Vergehens.
Spannend erzählt und intensiv geschildert, auch wenn man langsam gerne wissen würde, worum es geht.
12 Punkte

Alexander Haas


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