Werner A. Wilbert:

"Störfall Mars"

(Commander John Coan - Outerspace - Band 1)
D 2001
(184 Seiten, Paperback, Verlag Wilbert JC-001, DM 19,80 zzgl. DM 6,- P&V zzgl. DM 8,- bei Nachnahme)
Bezug über: Verlag Wilbert, Wiehagen 75, 45879 Gelsenkirchen und evtl. einschlägige Versandhändler
- erschienen: August 2001 -

Zum Inhalt:
Im Jahr 2055 ortet man zwei Objekte in der Nähe des Mars, die sich anscheinend bekämpfen. Eines der Objekte stürzt auf dem Mars ab, das andere verschwindet. Commander John Coan wird mit seiner Crew auf den Weg geschickt, um die Vorkommnisse zu untersuchen. Und so findet er auf dem Mars ein schwer angeschlagenes Raumschiff außerirdischen Ursprungs, das jedoch ein intaktes Beiboot mit sich führt...

Eigentlich als wöchentliche Heftserie geplant, ist nun der erste Band der Serie "John Coan - Outerspace" als monatlich erscheinendes Paperback erschienen - und das sogar pünktlich. Wobei das pünktliche Erscheinen dann auch so ziemlich den einzigen positiven Aspekt des Romans darstellt.
Wie bereits anhand des kurzen Inhaltsanrisses zu ahnen ist, erfindet Werner A. Wilbert hier das Rad nun wirklich nicht neu. Es ist teilweise verblüffend, wie dreist sich der Autor wohlbekannter Elemente aus den Serien Perry Rhodan und Ren Dhark bedient. Nach einer unnötigen Rückblendenorgie zu Anfang des Romans, die dem Leser wohl den Charakter John Coan näherbringen soll, es aber definitiv nicht schafft, bekommt der Leser recht schnell das Gefühl, sich in einem schlechten Abklatsch des ersten Perry Rhodan-Romans "Unternehmen Stardust" zu befinden, der mit einigen Elementen aus den ersten Ren Dhark-Romanen versetzt wurde.
Hier wie dort landet man, findet ein außerirdisches Raumschiff, wird in die Technik eingewiesen (bei Perry Rhodan nannte sich das Hypnoschulung, bei Ren Dhark waren es Mentcaps, bei John Coan ist es die Induktivschulung) und macht sich dann mit einem Beiboot von dannen. Immerhin, bei PR mußte das Mutterschiff noch zerbombt werden, hier ist es einfacher: Das Schiff ist bereits durch den Abschuß mit nachfolgendem Absturz ziemlich hinüber. Trotzdem bleibt zu vermuten, daß auch dieses Teil noch von Menschen in die Luft gejagt werden wird, denn John Coans Vorgesetzte trauen ihm anscheinend nicht so und haben ihm noch ein Kontrollkommando hinterhergeschickt.
Hier wird dann auch spätestens deutlich, wie der nächste Teil der Handlung weitergehen wird. Denn wie seinerzeit Perry Rhodan macht sich auch John Coan Gedanken, ob man dieses Schiff nur einem Teil der Menschheit in die Hände geben darf. Und wie schon erwähnt, fürchten seine Vorgesetzten schon um seine Loyalität, bevor er überhaupt etwas gefunden hat. Die "Dritte Macht" läßt grüßen...
Wie der Leser vielleicht ahnen mag, habe ich entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten hier die komplette Handlung erzählt - soweit sie für den Fortgang des Romans wichtig ist. Zwischen diesen Stationen der Handlung befinden sich eigentlich nur eine unnötige Rückblende am Anfang und eine Menge Kämpfe gegen Roboter innerhalb des Raumschiffs, die den Leser schon allein durch ihre Häufigkeit nerven.
Von der Handlung her kann Werner A. Wilbert den Leser aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades und der dadurch bedingten Vorhersagbarkeit der Geschehnisse sicherlich nicht an seinen Roman fesseln. Seinen "Reiz" bezieht der Roman dann auch aus einer gänzlich anderen Richtung. Der geschätzte Kollege Dirk van den Boom schrieb in seiner Rezension zur John Coan-Leseprobe im Fandom Observer: "Astronomische Grundkenntnisse kann man Werner A. Wilbert nun wirklich nicht vorwerfen." Ein schöner Satz, den ich hier jedoch leicht abwandeln möchte: Physikalische Grundkenntnisse kann man dem Autor nämlich auch in keiner Weise vorwerfen. Denn der Leser fliegt geradezu durch die Handlung, während er auf den nächsten Klops wartet, den der Autor ihm mit absoluter Sicherheit präsentieren wird.
Eine kleine Auswahl der schönsten Fehlgriffe:
In der Rückblende fahren John Coan und Co. mit Bodenpanzern auf dem Asteroiden Juno herum, auf dem laut Werner A. Wilbert Schwerelosigkeit herrscht. Frage: Was hält sie denn dann auf dem Boden? Jeder Stein, über den sie holpern, müßte sie bei Schwerelosigkeit in den Weltraum befördern...
Aber nein, statt dessen fällt einer der Panzer in eine Bodenspalte... (Einmal ganz davon abgesehen, daß der Fahrer des Panzers in reiner Fahrlässigkeit handelt, wenn er bemerkt, daß der Spalten-Radar ausgefallen ist und er trotzdem vorneweg fährt.) John Coan läßt sich an einem Seil herab, um die Insassen zu retten, wobei er den Insassen empfiehlt, die Sicherheitsschaltung der Schleuse zu umgehen und das Außen- und Innenschott gleichzeitig geöffnet zu halten, damit er das Seil hineinlassen kann, an dem sie sich nach oben ziehen können...
Nun gut, absolute Schwerelosigkeit wird auf diesem Asteroiden nicht herrschen, der Panzer könnte also vielleicht leicht wie eine Feder nach unten schweben. Wofür er jedoch das Seil braucht, ist mir vollkommen schleierhaft. 150 Meter Höhenunterschied kann man bei einer Schwerkraft nahe Null problemlos zurücklegen, indem man einfach in die Luft springt und sich dann ab und zu an der Felswand abstößt...
Der Rückstoß jedoch, der entsteht, wenn die Luft innerhalb des Panzers entweicht, weil man die Schleuse komplett geöffnet hat, dürfte den Panzer von dem Plateau, auf dem er liegt, direkt in die Tiefen der Schlucht geschleudert haben...
Als man dann auf dem Weg zum Mars die Umlaufbahn der Erde erreicht hat, teil John Coan seiner Mannschaft mit: "Vergessen Sie aber nicht, daß wir hier oben schwerelos sind." Kurz danach beschleunigt man innerhalb von 12 Tagen auf 80.000 km/h...
Hierbei übersieht Werner A. Wilbert dann, daß sich auch bei Beschleunigung eine Andruckskraft entwickelt, selbst wenn um einen herum eigentlich Schwerelosigkeit herrscht. Wirklich witzig wird das Ganze dann jedoch, wenn John Coan & Co. nach der Beschleunigungsphase, wenn also wirklich Schwerelosigkeit herrscht, ihren Kaffee, Mokka, Fruchtsaft und sonstiges trinken - nein, nicht aus irgendwelchen Trinkpäckchen, sondern aus Tassen und Gläsern, die vor ihnen auf dem Tisch stehen...
Und am Ende gibt's dann Gegenschub, so daß man innerhalb von 40 Stunden wieder auf Null-Geschwindigkeit ist... Ja, meine Güte, dann kann man auch in dieser Zeit auf die Endgeschwindigkeit beschleunigen, denn für das Triebwerk macht es keinen Unterschied, ob man beschleunigt oder Gegenschub gibt. Wilbert schreibt hier zwar etwas von Zusatzaggregaten, aber die hätte man auch schon am Anfang einsetzen können...
Nette Nebenbemerkung: Beim Kaffeekränzchen in der Schwerelosigkeit wird nicht nur aus Tassen und Gläsern getrunken, sondern auch noch die eine oder andere Zigarette geraucht...
Während des Flugs kommt es zu einem Leck in einem Lagerraum. Um dieses abzudichten, stellt man erstmal eine Notschleuse vor dem entsprechenden Schott auf, das in diesen Raum führt. Diese Notschleuse besteht aus einem Aluminium-Rahmen, der einer widerstandsfähigen Plastikfolie mit Reißverschlüssen Halt geben soll. Dabei wird dieser Rahmen mittels Saugnäpfen verankert. Nun wissen wir ja alle, daß Saugnäpfe mittels Unterdruck an ihrem Platz gehalten werden. Was passiert also, wenn in dieser Notschleuse ein Vakuum herrscht? Richtig...
Hinzu kommt, daß man zur Sicherheit, damit die Notschleuse nicht zu sehr belastet wird, erst das Schott und dann den diesem zugewandten Teil der Notschleuse öffnet. Die Dekompression könnte sonst die Notschleuse zerreißen. Ähm: Wo ist da der Unterschied? Ob wir jetzt mit offenstehendem Innenteil der Notschleuse die darin enthaltene Luft entweichen lassen, wenn wir das Schott zum Lagerraum öffnen, oder ob wir das Schott erst öffnen und dann die Dekompression in Kauf nehmen, wenn wir das Innenteil der Notschleuse öffnen, ist doch eigentlich ziemlich genau das gleiche - außer, daß es uns im zweiten Fall den Reißverschluß zerreißen dürfte, wenn wir beginnen, ihn zu öffnen, und dahinter ein Vakuum herrscht...
Aber ich glaube, das reicht schon, um dem geneigten Leser dieser Rezension einen kleinen Überblick zu bieten. Wer mehr zu diesen Klöpsen wissen möchte, sollte sich den Roman zulegen - in dieser Hinsicht ist er wirklich vergnüglich.
Kommen wir lieber noch zu den Äußerlichkeiten - schließlich: Das Auge ißt mit... ;-))) Und, um im Bild zu bleiben: Hier wird es unappetitlich.
Daß sich die Seitenzahlen grundsätzlich an den linken Rand der Seite verabschieden, nachdem sie dreistellig sind, ist bestenfalls ein Nebenärgernis und beweist nur, daß der Wilbert-Verlag seine Software nicht im Griff hat.
Ein weiterer Hinweis dafür ist auch, daß die erste Zeile jeder rechten Seite grundsätzlich ca. 2mm kürzer ist als die nachfolgenden. Das deutet darauf hin, daß man hier auf der Masterseite ein unsichtbares Objekt übersehen hat, was sicherlich kein Indiz für eine wie auch immer geartete Professionalität ist.
Wenigstens gibt es die Aussetzer beim Seitenwechsel, wie man sie beim ersten Band von Imperium Omega finden konnte, hier nicht mehr; dafür scheint man nach rund 50 Seiten festgestellt zu haben, daß der Inhalt der Tintenpatrone nicht mehr für das komplette Buch reicht. Als Konsequenz hat man allerdings keine neue Patrone gekauft, sondern den Drucker in den Konzeptmodus geschaltet. Das Ergebnis ist aus dem bereits erwähnten ersten Band von Imperium Omega bekannt: Das Schriftbild erweist sich als lausig und wenig augenfreundlich. Die Buchstaben zerfasern und sind streifig, die Schrift ist blaß und schlecht lesbar. Hier bleibt nur ein Rat an den Verlag Wilbert: Ein Laserdrucker kostet derzeit zwischen 500 und 1.000 DM, wenn man an die Ausstattung keine großen Ansprüche stellt (sprich: ohne Netzwerkkarte, ohne PostScript-Modul, dafür aber mit PCL). Dies sind Kosten, die sich innerhalb kurzer Zeit amortisieren, wenn man sich die Druckkosten pro Seite ansieht. Während ein Tintenspritzer je nach Modell ab ca. 15 Pf. pro Seite aufwärts kostet, kommt man bei einem Laser teilweise mit unter 5 Pf. hin. Nicht zu vergessen sei dabei, daß ein Laserdrucker im reinen s/w-Druck ein wesentlich schärferes Schriftbild abliefert als jeder Tintenspritzer(zumindest wenn dieser im Konzeptmodus ohne Spezialpapier arbeitet). Natürlich kann man Seiten, die farbige Elemente enthalten, weiterhin auf einem Tintenspritzer ausgeben, doch für die reinen s/w-Seiten ist ein Laserdrucker geradezu ein Muß, schon allein aus finanziellen Erwägungen, aber auch für das Schriftbild. Das hier gebotene ist jedenfalls eine Zumutung für den Leser.
Eine weitere Zumutung für den Leser ist der Privatkrieg, den Werner A. Wilbert offensichtlich weiterhin gegen die deutsche Rechtschreibung führt. Weder mit der Groß-/Kleinschreibung kann er sich anfreunden, noch mit der Interpunktion. Das größte Übel ist jedoch, daß der Autor die Ausrufe- und Fragezeichen grundsätzlich mit einem Leerzeichen vom vorhergehenden Wort trennt. Dies ist zwar eine Angewohnheit, die in letzter Zeit oft zu bemerken ist (evtl. hat sie ja etwas mit der neuen deutschen Schlechtschreibung zu tun), die aber nichtsdestotrotz dazu führt, daß es immer wieder einmal passiert, daß ein solches Satzzeichen allein in einer Zeile steht, was einen recht ärgerlichen Effekt erzeugt...
Zumindest kann man feststellen, daß dieser Roman wohl wieder mal nicht korrekturgelesen wurde. Die typischen Fehler, die beim computerunterstützten Schreiben vorkommen, finden sich hier zuhauf: Man ändert im Nachhinein einen Satz und vergißt dabei, ihn komplett anzupassen. Nun war schon die John Coan-Leseprobe eine wahre Fundgrube für Leute, die gerne den Rotstift herausholen, und der Verlag hat dies damit entschuldigt, daß hier aus Versehen die unkorrigierte Fassung gedruckt wurde, doch wenn die Endfassung des Buches korrigiert sein soll, "freß' ich einen Besenstiel", und der Korrektor gehört in die Legasthenikergruppe eingewiesen. Der Verdacht liegt nahe, daß Werner A. Wilbert selbst korrekturgelesen hat - und damit einen weiteren Beweis für die Binsenweisheit liefert: Man sollte sich niemals selber korrekturlesen (* Stimmt. Das darf man nur, wenn man Heike Brand heißt oder gleichermaßen dem Größenwahn huldigt. ;-) Heike), denn unterbewußt ist man davon überzeugt, daß man alles richtig geschrieben hat - die Fehler im eigenen Text übersieht man grundsätzlich. (* Abber ihc niehmalls! Äh - hups... ;-) Heike)
Hier ist eindeutig ein Lektor gefordert - allerdings dürfte dies für Wilbert schwierig werden. Denn meinen Ausruf: "Ein Lektor! Ein Königreich für einen Lektor!", den ich während der Lektüre tätigte, kommentierte Heike nur mit: "Jetzt komm' bloß nicht auf die Idee, mich vorzuschlagen!" Nun hat sie schon einige Romane korrigiert, bei denen die Druckfahnen nach der Korrektur mehr rot als schwarz aufwiesen, aber ein Wilbert-Roman ist selbst ihr zu viel Arbeit...
Vor allem, da dieser Roman auch stilistisch sicherlich nicht zum akzeptablen Teil der Literatur gerechnet werden kann. Charakterisierungen sucht man hier vergeblich; Wilbert spult einfach nur seine Handlung herunter, ohne jegliche Rücksicht auf Charakterbeschreibungen zu nehmen. Dementsprechend schwierig ist es auch für den Leser, die einzelnen Handlungsträger auseinanderzuhalten, wenn auch im Vergleich zu Imperium Omega hier wenigstens halbwegs sinnvolle Namen zur Verwendung kommen. Auch fällt auf, daß Werner A. Wilbert bei John Coan seinen Grundsatz: "Ein Satz = ein Absatz" ab und zu aufgegeben hat. Der Lesbarkeit ist dies trotzdem nicht besonders förderlich. Und wenn er sich an längeren Sätzen versucht, ist deutlich festzustellen, daß er diese nicht im Griff hat, daß er teilweise nicht mehr richtig weiß, wie er diese Sätze eigentlich angefangen hat. Dies führt dann wieder zu den bereits erwähnten stilistischen Inkompetenzen.
Zum Thema "ein Satz = ein Absatz" habe ich aber noch eine Frage: Wieso flattert der Erstzeileneinzug der Absätze eigentlich wie eine Fahne im Sturm? Mal sind es zwei, mal vier, mal sechs Millimeter, die der Einzug beträgt. Sowas stört das optische Erscheinungsbild wie auch den Lesefluß und erweckt den Eindruck, daß hierbei absolute Amateure am Werk waren.

Fazit:
Der erste Roman der Serie John Coan hinterläßt einen äußerst unprofessionellen Eindruck, sowohl, was das optische Erscheinungsbild betrifft, wie auch im schriftstellerischen Bereich. Es bleibt bei der Forderung nach einem Lektor und einem Physiker, und inzwischen schließt sich der Ruf nach einem Setzer an. Für den großen Spaß, den die physikalischen Klöpse dem Leser bereiten - so daß er sie förmlich zu suchen beginnt und sich voller Spannung fragt, welche Unkenntnisse der Autor dem Leser als nächstes präsentiert (jaja, Schadenfreude ist die schönste Freude) - gibt es dann doch noch die Wertung:
2 Punkte.

Winfried Brand

Seit einiger Zeit als Heftserie angekündigt, wurde diese neue SF-Serie nun als Paperback veröffentlicht, wobei der seit Anfang dieses Jahres angekündigte Termin, der 11.8.2001, immerhin fast gehalten wurde und der Band nur mit einer Woche Verspätung erschien.

Im Jahre 2055: Nachdem über dem Mars zwei sich bekämpfende UFOs geortet werden, von denen eins auf dem roten Planeten abstürzt, wird Commander John Coan von der "Spaceforce" der Erde Richtung Mars geschickt, um die Vorkommnisse zu untersuchen. Er findet dort ein havariertes Raumschiff einer fremden Spezies, muß sich mit Robotern herumschlagen und nimmt das fremde Raumschiff schließlich in Besitz.

Nach der ebenfalls im Verlag Wilbert zweimonatlich erscheinenden Serie "Imperium Omega", die im 12. Jahrtausend spielt und den Kampf einer Rebellentruppe gegen einen blutrünstigen Imperator schildert, spielt diese Serie, die monatlich erscheinen soll, in unserem Sonnensystem und handelt mehr von der Entdeckung als vom Kampf (von einigen Scharmützeln mit Robotern abgesehen).
"Imperium Omega" zeichnete sich durch eine höchst unterhaltsame Handlung aus, ansonsten war das Buch aber völlig verdruckt und somit handwerklich eine Katastrophe.
Kühl lächelnd öffnet man somit dieses Buch und freut sich darauf, endlich mal ein Wilbert-Buch zu lesen, das einem nicht das Lesevergnügen durch unzählige technische Fehler über die Maßen einschränkt.
Die Freude hielt nur kurz.
Schon bei flüchtigem Durchblättern stellt man fest, daß der Druckerpatrone des Tintenstrahldruckers des Wilbert-Verlages auf Seite 56 die Puste ausgeht und man dann wieder mit der von "Imperium Omega" gewohnten, fast unsichtbaren Geheimschrift vorlieb nehmen muß. Die Schrift ist zwar nicht ganz so pixelig wie beim Imperium, aber genauso dünn und somit eine Zumutung für die Augen und damit den Leser. Nichts gegen Sparsamkeit, aber bitte nicht auf Kosten der zahlenden Leser!
Konnte man dieses bei dem ersten Buch des neuen Wilbert Verlages noch als Anfängerfehler durchgehen lassen, ist es nun nur noch als schlicht frech zu bezeichnen - und ich fange gerade erst mit meiner Mängelliste an.
Gott sei Dank werden diesmal immerhin keine Absätze wiederholt oder verschluckt, was man schon fast dankbar registriert. Dafür regiert aber Unprofessionalität und Schlamperei an allen Ecken und Enden; nicht mal ein kleines Fanzine von einem Anfänger würde sich trauen, mit den folgenden Macken auf den Markt zu kommen:
So wechselt auf Seite 101 die Paginierung auf der rechten Seite von rechts unten nach links unten, so daß bis zum Ende des Buches alle Seitenzahlen grundsätzlich auf der linken unteren Hälfte beider Seiten stehen, links wie rechts. Das stört natürlich nicht groß, sieht aber sehr unprofessionell aus, gerade auch deswegen, weil ab Seite 100 auch sehr oft zwischen dem Text und den Seitenzahlen kein Platz gelassen wurde.
Auch wird sehr ein Lektor vermißt. Zwar halten sich Rechtschreibfehler noch halbwegs in Grenzen, aber alles, was einem Rechtschreibungsprogramm entgeht, findet sich hier vermehrt: falsche Groß/Kleinschreibung, falsch gebildete Fälle durch Satzumstellungen oder schlicht das falsche Wort. So ist z.B. auf Seite 132 ein Charakter so überrascht, daß es "im" und nicht "ihm" die Sprache verschlägt.
Und bei einigen Worten schien Werner Wilbert sich über die Rechtschreiberkennung hinwegsetzen zu wollen: So findet sich gleich in der zwölften Zeile des Romans das Wort "Beweiß". Natürlich können Fehler mal vorkommen, aber wenn man so einen Klopfer gleich in der ersten Minute der Lektüre vorgesetzt bekommt, nimmt das nicht gerade für den Roman ein. Sehr nervig ist auch, daß Personen im Roman teilweise ihre Schreibweise wechseln, so daß aus einem Captain Brent immer wieder ein Captain Brend wird - und selbst der Titelcharakter John Coan begegnet einem als Jon Coan. Die von dem Autor für den im Roman auftretenden Präsidenten ständig gewählte Anrede "Mister Präsident" sorgt dann nur noch für Lacher: entweder englisch "Mister President" oder deutsch "Herr Präsident", aber diese Mischung findet man höchstens im Aufsatz eines Zweitkläßlers.
Ein Lektor hätte vielleicht auch den Satz verbessert, denn auch dieser ist eine Katastrophe. Es gibt ganz selten Absätze, die mal über 3-4 Zeilen hinausgehen, was den Lesefluß empfindlich stört; noch mehr nervt es aber, daß extrem oft am Ende von Fragen das Fragezeichen in die nächste Zeile rutscht und dort dann allein steht. Hinzu kommen oft verrutschte Absätze, in denen wohl der Tabulator Amok gelaufen ist.
Ich kann mich nur wiederholen: So etwas findet man nicht mal in der Erstausgabe eines mittelschlechten Fanzines. Hat denn niemand eine fertige Ausgabe dieses Buches mal vor der Auslieferung gelesen?
Erstaunlicherweise ist dieser Roman stilistisch ein ganzes Stück schwächer als "Imperium Omega". Was ich oben kritisiert habe, gereicht hier zum Vorteil: Es ist teilweise ganz gut, daß die Absätze so kurz sind, denn wenn sich der Autor an einem längeren Satz versucht, legt er erstaunliche Schwächen in Satzbau und Sprachrhythmus offen.
Beispiel?
Bitte schön, Zitat von Seite 119 oben:
"Er war zwar über Funk informiert worden, bevor die letzen drei Männer sich an den Absteig gemacht hatten, doch von einer Katastrophe zu hören, oder sie mit eigenen Augen zu sehen, das waren zwei Paar Schuhe."
Der Satz enthält zwar keinen allzu schweren syntaktischen Fehler, ist aber sprachrhythmisch alles andere als elegant und leider keine Ausnahme. Ein Autor sollte entweder den Leser mit schöner Sprache verzaubern oder aber zumindest so flüssig schreiben, daß sich ein Roman gut liest. Ersteres, die Kür, erwarte ich ja gar nicht bei John Coan, zweiteres, die Pflicht, dagegen aber sehr wohl. Solche Sätze wie der eben genannte sind, da sie vermehrt vorkommen, schlicht anstrengend zu lesen und verstärken weiter den Eindruck der Unprofessionalität.
Schlimm wird es aber, wenn sich der Autor mal an einer Metapher versucht.
Dazu ein wunderschönes Beispiel, wenn der Autor eine Panzerfahrt durch unwegsames Gelände beschreibt, Seite 23 unten:
"Die Fahrtroute hatte Ähnlichkeit mit einem Haufen Spaghetti auf dem Teller: Ineinander verschlungen und auf den ersten Blick völlig unübersichtlich."
Das ist nicht nur ärgerlich, das schmerzt schon. Niemand erwartet die Bildsprache eines John Updike in einem Roman wie John Coan, aber so eine schiefe Metapher habe ich seit langer Zeit nicht mehr gelesen. Wie kann man nur auf die Idee kommen, beim Leser während einer Panzerfahrt Assoziationen zu einem italienischen Teiggericht zu wecken? Der Autor scheint völlig vergessen zu haben, daß Metaphern nicht nur für Vergleiche gedacht sind, sondern, wenn sie funktionieren, auch dafür, beim Leser Bilder im Kopf entstehen zu lassen.
Solche sprachlichen Ungeschicklichkeiten finden sich auch an anderen Stellen, so beispielsweise in einer Szene, wo der Autor keine Obduktion, sondern einen nervösen Soldaten beschreibt und behauptet, dessen Nerven lägen "frei". Frei liegende Nerven? "Blank" hat er wohl gemeint - ansonsten hätte dieser Soldat ein ernstliches Problem. Solche Fehler lassen schlicht auf Schlampigkeit schließen.
Mit einem weiteren Stilmittel verärgert der Autor den Leser regelrecht: Er meint ständig, seine Dialoge erklären zu müssen. Wenn also ein Charakter eine sarkastische Bemerkung macht und dies aus dem Gesamtzusammenhang so eindeutig ist, daß selbst der dämlichste Leser das mitbekommen würde, wird es uns trotzdem noch erklärt. Damit verärgert man nicht nur die Leser, man beleidigt sie sogar. Beispiel: Auf Seite 31 läßt sich "Mister Präsident" von Wissenschaftlern die Ortungsergebnisse von den über dem Mars gesichteten UFOs erläutern, ist damit nicht zufrieden und meint:
"'Das darf doch nicht wahr sein. Was ich hier zu hören kriege, kann mir auch mein Gärtner erzählen.' Präsident Bellmores Stimme triefte vor Hohn."
Ach nee, da wäre ich ja jetzt nicht drauf gekommen! (Einen Kommentar über "kriege" und "triefte" erspare ich mir jetzt.) (* Da hier "kriege" in der wörtlichen Rede verwendet wird, kann man dies akzeptieren - sollte es zur Charakterisierung des Präsidenten dienen [was ich aber nicht glaube]... Winy)
All dieses wäre einem Lektor sicherlich aufgefallen und von ihm/ihr eliminiert worden. Deswegen, lieber Werner Wilbert, bitte, bitte schaffen sie sich einen Lektor an. Glauben sie mir, die Investition lohnt sich, die Leser werden es ihnen danken! Unlektorierte Bücher nerven den Leser über Gebühr, und auch der Verweis auf einen Kleinverlag ist keine Entschuldigung: Mitbewerber wie z.B. Blitz, HJB, Mohlberg, mg und Zaubermond führen es doch immer wieder vor, daß man in Sachen 'professionelles Erscheinungsbild' mit etwas Mühe ohne Probleme mit den Großverlagen mithalten kann.
Kommen wir nach diesen wahrlich ausufernden Ausführungen (die bei keinem der eben genannten Verlage normalerweise notwendig sind) zum äußerlichen Teil des Buches nun aber zum Inhalt. Hier sieht es ein wenig besser aus, aber auch nicht sehr viel. Konnte man bei "Imperium Omega" noch über die vielen äußerlichen Ärgernisse hinwegsehen, weil der Roman durch hohes Tempo und erzählerischen Enthusiasmus gut unterhielt, ist das bei John Coan bei weitem nicht in diesem Maße der Fall.
Der Roman beginnt mit der obligatorischen Einsatzbesprechung und fährt dann mit einer gleich doppelt verschachtelten Rückblende fort, die uns den Charakter von John Coan näherbringen soll. Es mag Geschmackssache sein, aber zumindest der Rezensent ist kein großer Anhänger von Rückblenden am Anfang eines Romans, die die Handlung nicht voranbringen.
So erfahren wir hier in einer Rückblende von einem Gespräch mit John Coan und seinem Vorgesetzten, daß er in einem früheren Einsatz Befehle verweigert hat, um das Leben von Kameraden zu retten, wobei er einen sehr teuren Panzer dafür opferte. In einer Rückblende innerhalb dieser Rückblende bekommen wir dann diesen Einsatz auch noch geschildert. Warum? Zum einen trägt die Schilderung dieses Einsatzes nichts zur Charakterisierung der handelnden Personen bei, und zum anderen haben wir das Ergebnis dieses Einsatzes ja bereits erzählt bekommen.
Einer der kapitalen Fehler des Romans liegt darin, daß der Autor seine Charaktere zwar mit Namen versieht, aber nicht mit Leben erfüllt. Wir erfahren über die Charaktere praktisch nichts (außer teilweise am Anfang ihr Alter und ihre Größe, was aber in so häufiger Form eher nervt), und so kann der Leser kaum mit ihnen mitfühlen - und noch schlimmer: Man kann im weiteren Verlauf des Buches Personen und Orte durcheinanderbringen, da man eine ganze Menge an Namen (wie schon gesagt, auch noch in unterschiedlicher Schreibweise) an den Kopf geworfen bekommt, sich unter diesen Namen aber nichts vorstellen kann. Die Namen sind teilweise ganz lustig: So heißt ein schlauer Offizier "Bright" und ein hoher Offizier "Cloud". So etwas erinnert an den vielleicht schönsten Satz der deutschen TV-Geschichte: "Erst haben wir sie Frösche genannt, aber das erschien uns zu irdisch, deswegen haben wir sie Frogs genannt." ("Raumpatrouille", erste Folge)
Auch wenn John Coan dann auf dem Mars ankommt, wird es nicht wesentlich innovativer. Wir dürfen die Entdeckung eines fremden Schiffes miterleben, und da der Autor nicht auf Action verzichten wollte, sendet dieses Schiff immer mal wieder Roboter aus, die dann bekämpft werden müssen. Bin ich eigentlich der einzige, der Kämpfe gegen Roboter recht langweilig findet?
Danach nehmen John Coan und seine Besatzung dieses Schiff dann in Beschlag, und es ist schon erstaunlich, wie dreist Werner Wilbert hier von Perry Rhodan und Ren Dhark abschreibt. Nicht nur, daß sich hier wie dort Menschen eine fremde Technologie zunutze machen (bei PR das Schiff von Thora und Crest und bei Ren Dhark die Point-Of). Nein, auch das Wissensdefizit der Menschen gegenüber der fremden Technik wird auf dieselbe Weise schnell behoben wie bei den genannten Serien. Was bei Perry Rhodan die Hypno-Schulung und bei Ren Dhark die Mentcaps waren, ist bei John Coan die Induktivschulung: Man schließt sich einfach an ein Gerät an (oder nimmt Tabletten, wie bei Ren Dhark), und schon weiß man alles. Nach dieser Schulung steht ein verblüffend merkwürdiger Satz in dem Roman, ich zitiere (Seite 151):
"Lieutenant Moore wußte sofort, um welches Gerät es sich handelt, wo es lag und wo der Konferenzraum 21 war, genauso wie die anderen Offiziere - nur warum dies so war, das konnte niemand begreifen."
Wie, das konnte niemand begreifen? Die haben doch gerade diese Schulung hinter sich gebracht?!?
Natürlich enthalten viele SF-Serien ähnliche Elemente, und so soll es noch einmal verziehen sein, daß von Perry Rhodan und Ren Dhark so viel abgekupfert wurde (auch wenn es die Rechtsanwälte von HJB interessieren könnte, daß hier ebenfalls ein Dust-Strahler vorkommt), was aber nicht so schön ist und im klaren Gegensatz zu den beiden genannten Serien steht: Außer den eben genannten Handlungselementen erfahren wir praktisch gar nichts. Was Perry Rhodan (und mit schon starken Abstrichen auch Ren Dhark) zu so einem Epos gemacht hat, war, daß die Handlung immer in eine ganze Welt, einen ganzen Kosmos eingebettet war. Bei John Coan allerdings legt der Autor den Lesern sehr große Scheuklappen an. Wir erfahren weder, wie die Erde im Jahr 2055 aussieht (außer, daß es wohl zwei verfeindete Machtblöcke gibt) noch sonst irgend etwas. Das Hauptmerkmal der Science-Fiction, eine Extrapolation der Gegenwart in die Zukunft, findet in diesem Roman überhaupt nicht statt, ist aber vielleicht auch den Nachfolgebänden vorbehalten.
Wenn also Werner Wilbert die Serie John Coan wie "Perry Rhodan in den ersten 300 Bänden" bezeichnet, stimmt das schlicht nicht.
Es geht mir nicht darum, daß diese Einbettung in einen Kosmos unbedingt sein MUSS, aber es wird dem Leser so sehr schwer gemacht, sich mit Figuren zu identifizieren, die in einem luftleeren Raum außerhalb jedes Kontextes agieren.
Auch nerven zahlreiche Fehler in der Handlungslogik. Im Gegensatz zu anderen geschätzten Rezensenten sehe ich meine Aufgabe nicht in der Erbsenzählerei bei Logikfehlern; wenn allerdings Logikfehler auf Kosten der Atmosphäre eines Romans gehen, stört mich das schon, und dann muß ich es erwähnen. (* Kein Problem, das ist ja schließlich Deine Aufgabe als Rezensent - und das Erben- ups! - Erbsenzählen kannst Du getrost Winy überlassen... ;-) Heike)
Es stört die Atmosphäre schon ungemein, wenn John Coan und seine Mannschaft die Zentrale des fremden Schiffes betreten und aufgrund des Absturzes des Schiffes auf Seite 103 große Zerstörungen sehen, eine Seite später dann jedoch von geringfügigen Zerstörungen in der Zentrale die Rede ist.
Es stört die Atmosphäre schon ungemein, wenn der Bordrechner des fremden Schiffes John Coan als Kommandanten anerkennt und man trotzdem beschließt, ihn zu zerstören, weil er es sich ja anders überlegen könnte - und es dann auch tut! Erstens weiß ich nicht, ob es die allerbeste Idee ist, den Zentralrechner eines Schiffes abzuschalten (* "Vielen Dank, daß Sie die vollautomatische Selbstzerstörungsschaltung aktiviert haben!" Oder wie hieß das noch gleich? ;-))) Heike), und zweitens habe ich noch von keinem Computer gehört, der es sich anders überlegt - schon gar nicht mit den Worten "mir wurde zugetragen". Von wem denn?!?
Es stört die Atmosphäre schon ungemein, wenn am Ende des Romans die Besatzung sich Sorgen macht, mit einem von ihnen in Besitz genommenen Beiboot auf der Erde abzustürzen, weil das Beiboot ungeheure Energien freisetzen könnte, wenn doch das Mutterschiff bei seinem Absturz auf dem Mars "lediglich" durch seine Masse einen Krater erzeugt hat und sonst nichts passiert ist.
Von Scotty sind wir ja gewohnt, daß er aus Sicherheitsnadeln Hyperraumsender baut (* He, jemand namens McGyver könnte sowas bestimmt auch! Heike); trotzdem weiß ich nicht, ob es mir gefällt, wenn bei John Coan jemand, um die Türen eines außerirdischen Schiffes zu öffnen, einfach mit einem Impulsgeber in Binärcode die Worte "öffnen" funkt. Das klingt mir zu sehr nach dem "Wir verpassen den Außerirdischen einen Schnupfen"-Unsinn aus dem Emmerich-Film "Independence Day".
Andererseits: Völlig ohne Unterhaltungswert ist der Roman nicht. Nach dem oben beschriebenen etwas lahmen Anfang liest man sich dann doch gelinde unterhalten durch den Roman. Er ist zwar nicht gerade ein "Page-Turner", aber die aus Perry Rhodan und Ren Dhark zitierten Elemente funktionieren halt immer noch. Geärgert habe ich mich oft, gelangweilt aber nicht, so daß ich mich trotz aller Ärgernisse dazu entschlossen habe, mir auch Band zwei zuzulegen, allein schon, um zu sehen, ob der Verlag Wilbert doch einmal ein ordentliches Buch produzieren kann.
Das Titelbild ist deutlich besser als bei "Imperium Omega" und sieht gar nicht schlecht aus. Wie bereits bei "Imperium Omega" hat auch der erste Band die Nummer "001", so daß man Werner Wilbert zumindest zu dem Mut gratulieren muß, mit einer dreistelligen Buchzahl zu rechnen.
Somit bleibt als

Fazit:
Verblüffend schlecht produzierter erster Band einer neuen SF-Serie, der mit unzähligen technischen Mängeln verärgert. Auch inhaltlich wird nur altbekannte und von anderen Serien übernommene Kost geliefert; diese unterhält aber zumindest in geringem Maße. Da ich es mit dem Grundsatz halte, daß ich keinem Roman eine Fünf oder Sechs geben darf, der in mir das Interesse an einer Fortsetzung weckt, halte ich es deshalb trotz aller Mängel noch für vertretbar, ihn mit einer schwachen vier zu bewerten.
4 Punkte.

Oliver Naujoks

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