Band 41: "Tribute to the King"

Autor: Timothy Stahl

Auf dem Weg nach Riverside gelangen Matt und Aruula in die kleine Stadt Lynchburg - oder in das, was von der Stadt des Jack-Daniels-Whiskey übriggeblieben ist. Kurz zuvor haben die beiden Bekanntschaft mit Würmern gemacht, die sich offenbar am Fleisch der Toten gütlich tun. Nach diesem Schreck ist der Aufenthalt im Gasthaus geradezu erholsam. Matt und Aruula treffen dort auf einen Truveer, der in bester Elvis-Manier gekleidet ist und zudem auch noch neue Texte auf alte Elvis-Songs zum Besten gibt. Von dem Truveer erfahren sie, daß Elvis' Himmelfahrt kurz bevorsteht - so nennt man die Feier, die zu Ehren von Elvis' Tod am 16. August in Memphis abgehalten wird. Dort treffen sich die Truveers, um dem King zu huldigen.
Kurze Zeit später muß Aruula, die Alkohol in der Konzentration nicht gewohnt ist, an die Luft. Dort bekommt sie einen Schlag auf den Kopf, erwacht kurze Zeit später und hat zu ihren Füßen eine Leiche. An ihrem Schwert klebt noch das Blut, und so steht für die Gäste außer Frage, wer den Truveer ermordet hat. Matt, der von dem Lärm wach wird, kann Aruula in letzter Sekunde aus ihrer mißlichen Lage befreien - und wird von einem weiteren Truveer, der den Wagen des King fährt, vor dem Zorn der Lynchburger gerettet. Der jüdische Elvis-Imitator ist auf dem Weg nach Memphis. Da diese Stadt unmittelbar auf dem Weg nach Riverside liegt, beschließen Matt und Aruula, sich das Spektakel anzusehen.
Etliche Tage später versucht Aruula, ihre Zweifel in Alkohol zu versenken. Schließlich kann sie durchaus den Truveer getötet haben. Betrunken schließt sie sich zwei Männern an, die eindeutige Absichten haben. Kurze Zeit später hat Aruula erneut einen unfreiwilligen Blackout. Matt, der sie am nächsten Morgen findet, entdeckt zugleich zwei geköpfte Leichen - doch Aruula kennt diese nicht. Das Rätsel wird immer größer.
Nachdem sie Jonpol Sombriffe begrüßt haben, der sich das Fest nicht entgehen läßt, entwickelt Matt einen Plan, um dem Mörder auf die Spur zu kommen. Er setzt Aruula als Lockvogel ein. Diese wird auf dem Fest von jemandem angesprochen, dem Matt sofort nachsetzt - doch der Junge kann unmöglich der Mörder sein. Bald darauf findet Matt Aruula erneut mit einer Leiche und macht sich ohne zu Zögern mit ihr aus dem Staub.
Matts Verdacht fällt auf den Truveer, der sie hergefahren hat - Shlomo. Schließlich war der an allen Tatorten zugegen. So hat Matt ein Auge auf ihn, als die Generalprobe für die Elvis-Feier stattfindet. Unvermittelt geht das Licht aus, und man findet im Kofferraum des Elvis-Wagens eine Leiche - das spricht alles gegen Shlomo, und so wird dieser festgenommen. Aber Matt ist nicht zufrieden mit dem Ergebnis.
So besuchen er und Aruula Shlomo im Gefängnis - sie haben es jedenfalls vor, als Matt ein Motorrad auffällt, das er schon aus Lynchburg kennt. Und gleichzeitig künden Shlomos Schreie davon, daß der wirkliche Mörder in der Zelle ist. Zwar kann Matt ihn nicht an Ort und Stelle fangen, doch da der Mörder sich in die heiligen Hallen von Graceland flüchtet, findet dort der Showdown statt.
Es stellt sich schließlich heraus, daß der Mörder Shou Shmou heißt und die ermordeten Truveers in ihren Auftritten Songs über diesen Menschen, der als Synonym für einen Trottel gilt, gesungen haben. Das hat der Mörder allerdings persönlich genommen und deshalb die Truveers ermordet.

Vorneweg: Ich kann mich ja irren, aber kürzt sich "Same shit different day" nicht SSDD ab? Und nicht SSDT? ;-)
Eine Krimihandlung gepaart mit Ironie und Witz - das präsentiert Timothy Stahl den Lesern der Serie. Wobei man sich streiten kann, ob das hier nicht eher ein Thriller ist als ein Krimi - schließlich ist Matt kein Detektiv und handelt auch nicht wie einer.
Wie auch immer, Elvis ist in diesem Roman allgegenwärtig. Es ist eine sehr nette Idee, den Todestag des King als Treffen der Truveers zu verwenden, an dem diese die Rückkehr des King aus dem Himmel erwarten. Von solchen bizarren Ideen lebt die Serie, und es macht Spaß, sich all diese Leute in Elvis-Kostümen vorzustellen.
Teilweise bereitet einem auch die Ironie Vergnügen, die Timothy unter anderem in der Badeszene zu Tage legt. An anderen Stellen wiederum wirkt der Humor etwas aufgesetzt - als Aruula "Fuck you" zu Matt sagt, wird sie von einem Gast mit "Fuckjutuu" begrüßt, da dieser wohl in der Nähe von New York gewesen ist. Daß Aruula das nicht als Begrüßung, sondern wortwörtlich gemeint hat, ist offensichtlich.
Von diesen wenigen Holperstellen mal abgesehen, macht das Lesen dieses Romans Spaß. Und daß Jonpol Sombriffe mit von der Partie ist, freut den Altleser der Serie, obwohl er in diesem Roman etwas im Hintergrund bleibt und auch etwas blasser wirkt als im "Ruf des Blutes". Nun ja, man kann ja nicht immer alles haben. ;-)

Fazit:
Thrillerhandlung mit Ironie und Witz gepaart ergeben einen netten Roman, der an einigen Stellen durchaus seine Schwächen hat, im Großen und Ganzen aber recht vergnüglich ist.
10 Punkte

Christian Spließ

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