Auf dem Weg
nach Riverside gelangen Matt und Aruula in die kleine Stadt Lynchburg
- oder in das, was von der Stadt des Jack-Daniels-Whiskey
übriggeblieben ist. Kurz zuvor haben die beiden Bekanntschaft
mit Würmern gemacht, die sich offenbar am Fleisch der Toten
gütlich tun. Nach diesem Schreck ist der Aufenthalt im Gasthaus
geradezu erholsam. Matt und Aruula treffen dort auf einen Truveer,
der in bester Elvis-Manier gekleidet ist und zudem auch noch neue
Texte auf alte Elvis-Songs zum Besten gibt. Von dem Truveer erfahren
sie, daß Elvis' Himmelfahrt kurz bevorsteht - so nennt man die
Feier, die zu Ehren von Elvis' Tod am 16. August in Memphis
abgehalten wird. Dort treffen sich die Truveers, um dem King zu
huldigen.
Kurze Zeit später muß Aruula, die Alkohol in der
Konzentration nicht gewohnt ist, an die Luft. Dort bekommt sie einen
Schlag auf den Kopf, erwacht kurze Zeit später und hat zu ihren
Füßen eine Leiche. An ihrem Schwert klebt noch das Blut,
und so steht für die Gäste außer Frage, wer den
Truveer ermordet hat. Matt, der von dem Lärm wach wird, kann
Aruula in letzter Sekunde aus ihrer mißlichen Lage befreien -
und wird von einem weiteren Truveer, der den Wagen des King
fährt, vor dem Zorn der Lynchburger gerettet. Der jüdische
Elvis-Imitator ist auf dem Weg nach Memphis. Da diese Stadt
unmittelbar auf dem Weg nach Riverside liegt, beschließen Matt
und Aruula, sich das Spektakel anzusehen.
Etliche Tage später versucht Aruula, ihre Zweifel in Alkohol zu
versenken. Schließlich kann sie durchaus den Truveer
getötet haben. Betrunken schließt sie sich zwei
Männern an, die eindeutige Absichten haben. Kurze Zeit
später hat Aruula erneut einen unfreiwilligen Blackout. Matt,
der sie am nächsten Morgen findet, entdeckt zugleich zwei
geköpfte Leichen - doch Aruula kennt diese nicht. Das
Rätsel wird immer größer.
Nachdem sie Jonpol Sombriffe begrüßt haben, der sich das
Fest nicht entgehen läßt, entwickelt Matt einen Plan, um
dem Mörder auf die Spur zu kommen. Er setzt Aruula als Lockvogel
ein. Diese wird auf dem Fest von jemandem angesprochen, dem Matt
sofort nachsetzt - doch der Junge kann unmöglich der Mörder
sein. Bald darauf findet Matt Aruula erneut mit einer Leiche und
macht sich ohne zu Zögern mit ihr aus dem Staub.
Matts Verdacht fällt auf den Truveer, der sie hergefahren hat -
Shlomo. Schließlich war der an allen Tatorten zugegen. So hat
Matt ein Auge auf ihn, als die Generalprobe für die Elvis-Feier
stattfindet. Unvermittelt geht das Licht aus, und man findet im
Kofferraum des Elvis-Wagens eine Leiche - das spricht alles gegen
Shlomo, und so wird dieser festgenommen. Aber Matt ist nicht
zufrieden mit dem Ergebnis.
So besuchen er und Aruula Shlomo im Gefängnis - sie haben es
jedenfalls vor, als Matt ein Motorrad auffällt, das er schon aus
Lynchburg kennt. Und gleichzeitig künden Shlomos Schreie davon,
daß der wirkliche Mörder in der Zelle ist. Zwar kann Matt
ihn nicht an Ort und Stelle fangen, doch da der Mörder sich in
die heiligen Hallen von Graceland flüchtet, findet dort der
Showdown statt.
Es stellt sich schließlich heraus, daß der Mörder
Shou Shmou heißt und die ermordeten Truveers in ihren
Auftritten Songs über diesen Menschen, der als Synonym für
einen Trottel gilt, gesungen haben. Das hat der Mörder
allerdings persönlich genommen und deshalb die Truveers
ermordet.
Vorneweg: Ich kann mich ja irren, aber kürzt sich "Same shit
different day" nicht SSDD ab? Und nicht SSDT? ;-)
Eine Krimihandlung gepaart mit Ironie und Witz - das präsentiert
Timothy Stahl den Lesern der Serie. Wobei man sich streiten kann, ob
das hier nicht eher ein Thriller ist als ein Krimi -
schließlich ist Matt kein Detektiv und handelt auch nicht wie
einer.
Wie auch immer, Elvis ist in diesem Roman allgegenwärtig. Es ist
eine sehr nette Idee, den Todestag des King als Treffen der Truveers
zu verwenden, an dem diese die Rückkehr des King aus dem Himmel
erwarten. Von solchen bizarren Ideen lebt die Serie, und es macht
Spaß, sich all diese Leute in Elvis-Kostümen
vorzustellen.
Teilweise bereitet einem auch die Ironie Vergnügen, die Timothy
unter anderem in der Badeszene zu Tage legt. An anderen Stellen
wiederum wirkt der Humor etwas aufgesetzt - als Aruula "Fuck you" zu
Matt sagt, wird sie von einem Gast mit "Fuckjutuu"
begrüßt, da dieser wohl in der Nähe von New York
gewesen ist. Daß Aruula das nicht als Begrüßung,
sondern wortwörtlich gemeint hat, ist offensichtlich.
Von diesen wenigen Holperstellen mal abgesehen, macht das Lesen
dieses Romans Spaß. Und daß Jonpol Sombriffe mit von der
Partie ist, freut den Altleser der Serie, obwohl er in diesem Roman
etwas im Hintergrund bleibt und auch etwas blasser wirkt als im "Ruf
des Blutes". Nun ja, man kann ja nicht immer alles haben. ;-)
Fazit:
Thrillerhandlung mit Ironie und Witz gepaart ergeben einen netten
Roman, der an einigen Stellen durchaus seine Schwächen hat, im
Großen und Ganzen aber recht vergnüglich ist.
10 Punkte