Band 42: "Die Unsterblichen"

Autor: Bernd Frenz

Der junge Mechico Mig ist mit seinen Kollegen nach erfolgreicher Arbeit - dem Schlagen von Feuersteinen, das Geld der Gegend - in Woodboro etwas trinken. Ihm fällt die junge, schöne Naoki auf, die offensichtlich nicht aus der Gegend stammt. Er fängt eine Unterhaltung mit ihr an, doch der Angriff der Unsterblichen kommt ihm beim Flirten dazwischen. Zusammen mit ihr besteigt er eine Bellit und versucht, den Gleitern der Unsterblichen zu entkommen. Das gelingt ihm jedoch nicht; er wird von den Unsterblichen getötet.
Matt und Aruula halten in der Nähe Rast. Die Spannungen, die zwischen ihnen stehen, sind deutlich spürbar. Eine Rauchwolke läßt sie ihre Rast unterbrechen, und sie kommen nach Amarillo. Dort finden sie in den Ruinen Naoki. Sie erzählt Matt von den Angriffen der Unsterblichen und daß sie auf die Suche nach ihrem Bruder ist. Matt und Aruula versprechen, ihr zu helfen. Zu Matts Erstaunen scheint Naoki seine Geschichte zu glauben - im Gegenzug erzählt sie ihm, daß die Unsterblichen bisher die Neugierigen nur von ihrem Land vertrieben haben, sie jetzt jedoch gnadenlos vernichten. Naoki will den Grund dafür herausfinden.
Rückblende: 2017. Die junge Ärztin Naoki arbeitet im Medical Science Center. Carter, ihr Chef, hat ein Gegenmittel gegen die CF-Strahlung erfunden - ein kleiner Chip, der ins Gehirn eingepflanzt wird. Im Lauf der Zeit entwickeln sich die Ärzte des Centers mehr und mehr von Menschen zu Cyborgs. Durch die moderne Technik sind sie äußerst langlebig und werden deshalb die Unsterblichen genannt. Doch nach und nach entwickelt sich Carter zu einem fanatischen Anhänger der Maschinen. In seinen Augen ist das Fleisch nichts wert; mehr und mehr werden die Ärzte zu reinen Maschinen, Gehirne in künstlichen Körpern. Miki wehrt sich dagegen, und als sie ihren Sohn bekommt, erzieht sie ihn ebenfalls zu einem Gegner der Carter-Fraktion.
Gegenwart: Mittlerweile haben Matt und Aruula Aiko gefunden - er steckt mitten in einem Arena-Kampf. Als er verwundet wird, zeigt sich, daß er ein Cyborg ist, wie Naoki. Und er ist ihr Sohn. Naoki berichtet ihm vom Entschluß Carters, sämtliches "Fleisch" der Umgebung zu vernichten. Zusammen mit den anderen bricht Aiko in Richtung Zentrale auf, nachdem sie einem Angriff der Unsterblichen entkommen sind.
Rückblick: Mittlerweile hat sich der Weltrat gebildet und Kontakt mit den Unsterblichen aufgenommen. Niemand anders als Lynne Crow ist die Überbringerin der Tauschwaren.
Gegenwart: Es gelingt dem Team, in die Zentrale in Amarillo einzudringen. Aiko untersucht den Körper eines Gleiterpiloten, den sie beim vorherigen Kampf erschossen haben. Dabei stößt Matt auf das Symbol des Weltrates und warnt die Cyborgs vor dem Öffnen einer bestimmten Datei. Wie recht er mit dieser Warnung hat, erfährt er, als das Team von Carter beschossen wird und sich trennen muß. Denn Aiko hat sich auf die Seite von Carter geschlagen. Die Sache sieht nicht gut aus, aber Naoki hat den Gleiter, mit dem das Team zur Zentrale gekommen ist, präpariert. Ein EMP fegt über die Zentrale hinweg und löscht sämtliche Speichereinheiten. Tatsächlich war in der Software des Weltrats ein Virus versteckt, das die Unsterblichen verwandelt hat.

Nach den Ausflügen in die nasse Unterwasserwelt widmet sich Bernd Frenz in diesem Roman einem Komplex, an dem eine SF-Serie wohl kaum vorbeikommt: den Robotern. Genauer: den Cyborgs.
Unwillkürlich denkt man natürlich an "Robocop" und die diversen anderen Filme, aber der Roman geht seinen eigenen Weg, und auch die Asimovschen Robotergesetze kommen nicht im Text vor. (Was schließlich auch zu Beginn der Serie gesagt worden war.) Die Handlung ist relativ übersichtlich - da der Feind, hier die Helden und dort das Ziel. Originalität kann man ihr zwar wirklich nicht vorwerfen, aber in diesem Fall kann man gut auf sie verzichten, da sie spannend und gut aufgebaut ist.
Denn Frenz gelingen sehr eigenständige, eindringliche Charaktere, deren Geschichte den Leser berührt. Naoki ist eine ausgezeichnete Frauenfigur. So eine fehlt der Perry-Serie zur Zeit. Die Spannungen zwischen Matt und Aruula schwelen noch ein wenig unter der Oberfläche, sind aber zu deutlich zu spüren. Und das ist etwas, was auch in der Perry-Serie nicht gemacht wird. Ich verweise da auf Mondra. (Ja, ich weiß, ist nicht ganz so glücklich, aber kann mir mal einer sagen, welche andere vergleichbare Serie es zur Zeit wöchentlich gibt? Bitte Mail an mich. *g*) Die Wunden sind noch nicht verheilt, und die Narben werden eine Zeitlang schmerzen. Das ist glaubwürdig und keinesfalls übertrieben. Zudem ist die Szene sprachlich ausgezeichnet geschildert. Glückwunsch, sowas habe ich schon länger nicht gelesen. Die Gleiterszenen sind packend, die Rückblicke geschickt eingearbeitet. Und seien wir ehrlich - Aruulas Eifersucht hat manchmal eine unfreiwillig komische Wirkung, ich sage nur Busen-Szene. ;-)

Fazit:
Packende Handlung, spannend gestaltete Charaktere - ein Highlight.
14 Punkte

Christian Spließ

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