Der junge
Mechico Mig ist mit seinen Kollegen nach erfolgreicher Arbeit - dem
Schlagen von Feuersteinen, das Geld der Gegend - in Woodboro etwas
trinken. Ihm fällt die junge, schöne Naoki auf, die
offensichtlich nicht aus der Gegend stammt. Er fängt eine
Unterhaltung mit ihr an, doch der Angriff der Unsterblichen kommt ihm
beim Flirten dazwischen. Zusammen mit ihr besteigt er eine Bellit und
versucht, den Gleitern der Unsterblichen zu entkommen. Das gelingt
ihm jedoch nicht; er wird von den Unsterblichen getötet.
Matt und Aruula halten in der Nähe Rast. Die Spannungen, die
zwischen ihnen stehen, sind deutlich spürbar. Eine Rauchwolke
läßt sie ihre Rast unterbrechen, und sie kommen nach
Amarillo. Dort finden sie in den Ruinen Naoki. Sie erzählt Matt
von den Angriffen der Unsterblichen und daß sie auf die Suche
nach ihrem Bruder ist. Matt und Aruula versprechen, ihr zu helfen. Zu
Matts Erstaunen scheint Naoki seine Geschichte zu glauben - im
Gegenzug erzählt sie ihm, daß die Unsterblichen bisher die
Neugierigen nur von ihrem Land vertrieben haben, sie jetzt jedoch
gnadenlos vernichten. Naoki will den Grund dafür
herausfinden.
Rückblende: 2017. Die junge Ärztin Naoki arbeitet im
Medical Science Center. Carter, ihr Chef, hat ein Gegenmittel gegen
die CF-Strahlung erfunden - ein kleiner Chip, der ins Gehirn
eingepflanzt wird. Im Lauf der Zeit entwickeln sich die Ärzte
des Centers mehr und mehr von Menschen zu Cyborgs. Durch die moderne
Technik sind sie äußerst langlebig und werden deshalb die
Unsterblichen genannt. Doch nach und nach entwickelt sich Carter zu
einem fanatischen Anhänger der Maschinen. In seinen Augen ist
das Fleisch nichts wert; mehr und mehr werden die Ärzte zu
reinen Maschinen, Gehirne in künstlichen Körpern. Miki
wehrt sich dagegen, und als sie ihren Sohn bekommt, erzieht sie ihn
ebenfalls zu einem Gegner der Carter-Fraktion.
Gegenwart: Mittlerweile haben Matt und Aruula Aiko gefunden - er
steckt mitten in einem Arena-Kampf. Als er verwundet wird, zeigt
sich, daß er ein Cyborg ist, wie Naoki. Und er ist ihr Sohn.
Naoki berichtet ihm vom Entschluß Carters, sämtliches
"Fleisch" der Umgebung zu vernichten. Zusammen mit den anderen bricht
Aiko in Richtung Zentrale auf, nachdem sie einem Angriff der
Unsterblichen entkommen sind.
Rückblick: Mittlerweile hat sich der Weltrat gebildet und
Kontakt mit den Unsterblichen aufgenommen. Niemand anders als Lynne
Crow ist die Überbringerin der Tauschwaren.
Gegenwart: Es gelingt dem Team, in die Zentrale in Amarillo
einzudringen. Aiko untersucht den Körper eines Gleiterpiloten,
den sie beim vorherigen Kampf erschossen haben. Dabei
stößt Matt auf das Symbol des Weltrates und warnt die
Cyborgs vor dem Öffnen einer bestimmten Datei. Wie recht er mit
dieser Warnung hat, erfährt er, als das Team von Carter
beschossen wird und sich trennen muß. Denn Aiko hat sich auf
die Seite von Carter geschlagen. Die Sache sieht nicht gut aus, aber
Naoki hat den Gleiter, mit dem das Team zur Zentrale gekommen ist,
präpariert. Ein EMP fegt über die Zentrale hinweg und
löscht sämtliche Speichereinheiten. Tatsächlich war in
der Software des Weltrats ein Virus versteckt, das die Unsterblichen
verwandelt hat.
Nach den Ausflügen in die nasse Unterwasserwelt widmet sich
Bernd Frenz in diesem Roman einem Komplex, an dem eine SF-Serie wohl
kaum vorbeikommt: den Robotern. Genauer: den Cyborgs.
Unwillkürlich denkt man natürlich an "Robocop" und die
diversen anderen Filme, aber der Roman geht seinen eigenen Weg, und
auch die Asimovschen Robotergesetze kommen nicht im Text vor. (Was
schließlich auch zu Beginn der Serie gesagt worden war.) Die
Handlung ist relativ übersichtlich - da der Feind, hier die
Helden und dort das Ziel. Originalität kann man ihr zwar
wirklich nicht vorwerfen, aber in diesem Fall kann man gut auf sie
verzichten, da sie spannend und gut aufgebaut ist.
Denn Frenz gelingen sehr eigenständige, eindringliche
Charaktere, deren Geschichte den Leser berührt. Naoki ist eine
ausgezeichnete Frauenfigur. So eine fehlt der Perry-Serie zur Zeit.
Die Spannungen zwischen Matt und Aruula schwelen noch ein wenig unter
der Oberfläche, sind aber zu deutlich zu spüren. Und das
ist etwas, was auch in der Perry-Serie nicht gemacht wird. Ich
verweise da auf Mondra. (Ja, ich weiß, ist nicht ganz so
glücklich, aber kann mir mal einer sagen, welche andere
vergleichbare Serie es zur Zeit wöchentlich gibt? Bitte Mail an
mich. *g*) Die Wunden sind noch nicht verheilt, und die Narben werden
eine Zeitlang schmerzen. Das ist glaubwürdig und keinesfalls
übertrieben. Zudem ist die Szene sprachlich ausgezeichnet
geschildert. Glückwunsch, sowas habe ich schon länger nicht
gelesen. Die Gleiterszenen sind packend, die Rückblicke
geschickt eingearbeitet. Und seien wir ehrlich - Aruulas Eifersucht
hat manchmal eine unfreiwillig komische Wirkung, ich sage nur
Busen-Szene. ;-)
Fazit:
Packende Handlung, spannend gestaltete Charaktere - ein
Highlight.
14 Punkte