Band 2086: "Spur nach ZENTAPHER"

Autor: Uwe Anton

Der Kimbaner Mohodeh Kascha steht Atlan und seinen Begleitern zunächst äußerst skeptisch gegenüber, als er bei dem Arkoniden die Aura eines Ritters der Tiefe wahrnimmt. Bevor man sich jedoch weiter austauschen kann, nähert sich eine Transportgondel der Entree-Station. Kascha wird von einem Instinktkrieger angegriffen, den er jedoch mit Hilfe einer Hightech-Waffe, eines sog. Xan-Katapultes, töten kann. Atlans Wunsch, ihm Auskunft über die Pangalaktischen Statistiker und deren Wissen über Thoregon zu erteilen, schiebt er auf, da er zunächst die Rätsel um ZENTAPHER lösen will, in dem er die größte potentielle Gefahr in diesem Teil des Universums vermutet. Alles deutet darauf hin, daß ZENTAPHER schwer beschädigt ist und derzeit von einem mächtigen, möglicherweise negativ geprägten Wesen repariert wird.
Unterstützt von den ihm verbliebenen vier Tagebuch-Robotern berichtet der Ritter von Dommrath von seinen Erlebnissen nach seinem Aufbruch aus der Sternenkammer.
Rückblende: Mohodeh Kascha bricht mit seinem Schiff ATHA'KIMB auf, um die Geheimnisse des Sektors CLURMERTAKH zu ergründen. Dort ist auch ein Verband aus zwanzig Schiffen der Legion verschollen. Man stößt auf die Reste von neunzehn der Schiffe, die schwersten Kampfhandlungen zum Opfer gefallen sind. Aus den Bordgehirnen der Wracks läßt sich rekonstruieren, daß die Legionsschiffe einen unbekannten Raumer abfangen wollten, doch dann das Feuer aufeinander eröffneten. Das letzte intakte Schiff der Legion stürzte sich in eine Sonne. Der Ritter folgert daraus, daß die Einheiten einem Angriff starker suggestiver Kräfte ausgesetzt waren. Zuerst verdächtigt er die Suggestoren der Ritter von Dommrath, die Irismeeter, doch auf Irismeet erfährt er von einem seltsamen Flugobjekt, das auf Irismeet gelandet war und eine Station angegriffen hatte. Die Irismeeter, die starke Militäreinheiten zur Insel in Marsch gesetzt hatten, waren durch machtvolle suggestive Impulse ferngehalten worden. Nach dem Start des Flugobjektes hatte man sämtliche Besatzungsmitglieder der Inselstation tot aufgefunden (vgl. hierzu PR 2076, Der Sternenlotse). Ziel des Unbekannten war es offenbar gewesen, sich mit Wissen über die Dunkle Null zu versorgen.
Die Spur des Unbekannten führt nach Clurmertakh; Mohodeh Kascha macht sich mit Hilfe eines Hightech-Anzuges an die Verfolgung. Mittels der Favvinta, die später auch Atlan und seinen Begleitern helfen, dringt er zur Außenhülle der Dunklen Null vor. Ins Innere gelangt er durch einen Tunnel, den offensichtlich der von ihm Verfolgte mit seinem Raumfahrzeug gewaltsam geschaffen hat.
Der Kimbaner beginnt mit seiner Suche. Im Kabinett Rynkor stiehlt er einen Z-Atlas (vgl. PR 2079, Die Genetiker von Rynkor), doch er muß schnell erkennen, daß er auch mit diesem Hilfsmittel nicht alle Kabinette erreichen kann. Kascha findet heraus, daß die Ektapa, die Frachtagenten ZENTAPHERs, auch einige der gesperrten Kabinette anfliegen können. Als es bei einem Container-Transport zu einem Unfall kommt, kann er einen weiteren Z-Atlas in seinen Besitz bringen. Dieser verfügt über einen Kode-Schlüssel, durch den einige der Zugangsbeschränkungen aufgehoben werden. Doch die drei fliegenden Städte lassen sich auch mit diesem Atlas nicht erreichen. Es gibt allerdings Einschübe für insgesamt acht solcher Schlüssel.
Der Diebstahl des Z-Atlanten wird bemerkt. Mohodeh Kascha wird von einem Instinktkrieger verfolgt, der den Schlüssel orten kann. Der Kimbaner entkommt seinem Verfolger mehrmals nur knapp. Schließlich kann er den Instinktkrieger töten, doch nach einiger Zeit taucht ein zweiter auf, der ihn ebenfalls verfolgt. Mohodeh Kascha erreicht ein Kabinett, das ein Observatorium zu sein scheint. Dort findet er die Leiche des Architekten und eine seltsame Kapsel - das Produkt einer Technik, die weit über jener der Ritter von Dommrath anzusiedeln ist. Die Kapsel ist offenbar zur Navigation im Inneren eines Kosmonukleotides gedacht, und mit ihr wurde irgend etwas in einem Frachtbehälter in ein Kosmonukleotid transportiert.
Kascha unternimmt mit der Kapsel einen Flug; er dringt dabei in ein Paralleluniversum vor. In einer Waffenkammer findet er ein Xan-Katapult. Mit diesem kann er den Instinktkrieger, der ihn noch immer verfolgt, töten.
Der Kimbaner versucht, die restlichen sieben Kodeschlüssel in seinen Besitz zu bringen: Er geht davon aus, daß er nur so die drei fliegenden Städte im Innenraum ZENTAPHERs erreichen kann. Nach längerer Zeit gelangt er über das Kabinett Herkoven-Lu nach Kintradims Heim. Dort verliert er praktisch seine gesamte Ausrüstung, kann jedoch ein Etui mit den fehlenden Kode-Schlüsseln an sich nehmen. Er wird von Inkaty Chirpagnon, dem Haushofmeister des Architekten, in einem Stasisfeld gefangengesetzt - aus dem Mondra Diamond und die beiden Monochrom-Mutanten ihn Jahre später befreien.

Hier wird es wieder mächtig kosmisch.
Zunächst bringt dieser Roman jedoch erst einmal eine Ernüchterung. Kintradim Crux, der Architekt ZENTAPHERs, ist tot. Mohodeh Kascha findet ganz zufällig seine Leiche. Da hat man nun eine Reihe von Romanen lang ein mysteriöses Detail über dieses Wesen nach dem anderen in kleinsten Häppchen serviert bekommen - und nun so etwas. Schade eigentlich. Wurde Crux etwa Opfer des Fremden, den Mohodeh Kascha verfolgt? Tja, wer den Architekten ZENTAPHERs um die Ecke gebracht hat, dürfte für Atlan und seine Crew als Gegner ein dicker Brocken werden...
ZENTAPHER selbst bleibt nach wie vor geheimnisvoll. Mohodeh Kaschas seltsame Andeutungen helfen hier auch nicht weiter - eigentlich weiß der Ritter auch nicht sehr viel mehr. Und wieder einmal haben wir "die größte Gefahr in diesem Teil des Universums" - naja. Das war vor langer Zeit auch die PAN-THAU-RA. Hier wird wieder mit unglaublichen Begriffen hantiert - aber da bleibt die Befürchtung, daß sich das rasch wieder nivelliert. Schließlich müssen Atlan, Mohodeh Kascha und ihre wenigen Begleiter damit fertigwerden. Sooo groß darf die Gefahr dann auch nicht sein...
Aber da ist die Kapsel, mit der man Fracht in das Innere eines Kosmonukleotides transportieren kann. Wurde von ZENTAPHER aus etwa der Moralische Kode des Universums manipuliert? Das ist schon ziemlich heftig und läßt dann doch noch einiges erwarten, denn normalerweise beschäftigen sich nur die Kosmokraten und die Chaotarchen mit derartigen Dingen. Damit gewinnen die Spekulationen wieder an Wahrscheinlichkeit, die behaupten, bei ZENTAPHER handele es sich um einen gestrandeten Chaotender, Überbleibsel der Schlacht um Kohagen-Pasmeirex (oder wie die Nachbargalaxis Dommraths heißt, in der die Kimbaner vor Millionen Jahren lebten). Wäre ja ganz nett. Der Roman baut riesige Erwartungen beim Leser auf, und es darf wieder munter gerätselt werden. Insofern hat Uwe Anton seine Aufgabe gut gelöst. Es mangelt nicht an Spannung. Doch bis zum Zyklusende bleiben nur noch fünf Romane für diese Handlungsebene, da müßte man dieses Riesenrätsel ganz, ganz schnell entzaubern - es sei denn, ZENTAPHER bliebe uns auch nach Band 2100 erhalten. Daran aber darf gezweifelt werden...
Mohodeh Kascha als Figur bleibt relativ blaß - hier mußte in erster Linie umfangreicher Stoff umgesetzt werden. So weit, so gut. Auf der anderen Seite bleibt ein Stirnrunzeln: Da wird der Anzug des Ritters auf zweieinhalb Seiten bis in die letzten Einzelheiten beschrieben, wie wir es vergleichbar zuletzt bei Perry Rhodans Galornenanzug hatten - und dann wird das Ding gegen Ende des Romans beinahe vollständig zerstört. Immerhin weiß der Leser nun, daß auch Uwe Anton Technik äußerst detailreich zu schildern vermag - aber eine wirkliche Neuigkeit ist das nicht, denn das war auch vorher schon bekannt. Aber trotzdem ein Dankeschön an den Autor, daß er es noch einmal unter Beweis gestellt hat.
Zum Titelbild: Wie schon in PR 2085: Kimbaner haben blaue Haut. (Jawohl, etwas Erbsenzählerei muß sein!!! <grins>)

Fazit:
Ein ordentliches Heft. Schwer zu sagen, was fehlt - aber irgendwie kommt die Story nicht an Uwe Antons letzten Doppelband um die Ritter von Dommrath heran... Trotzdem wieder einmal der PR-typische "Sense of Wonder", und daher
10 Punkte

Hans-Joachim Kleimann

Uwe Anton - der Mann für die unmöglichen Exposées. "Spur nach ZENTAPHER" deutet jedenfalls auf ein ähnlich unfangreiches Expo wie sein 1999er hin. Eine Nebenhandlung versucht Anton jedenfalls erst gar nicht aufzubauen, und auch die Geschichte Mohodeh Kaschas wirkt eher gedrängt. Da bleibt nicht viel Platz für eine vernünftige Charakterisierung. Vor allem, wenn Uwe Anton auch noch zweieinhalb Seiten an Rainer Castor 'opfern' muß, wenn dieser den Anzug des Kimbaners beschreibt - der witzigerweise am Ende des Romans hinüber ist. Da fragt sich der Leser doch, was diese Aktion eigentlich sollte. Das macht nur Sinn, wenn der Anzug über Möglichkeiten verfügt, sich selbst zu reparieren und wenn man Mohodeh Kascha nach 2100 auf die Suche nach den Pangalaktischen Statistikern in der Galaxis Wassermal mitnimmt. Gut, dies ist Spekulation, aber alles andere wäre lächerlich...
Zurück zum Roman:
Hier lesen wir die Geschichte Kaschas, wie er nach ZENTAPHER gelangt ist und was er dort unternommen hat. Teilweise erinnert diese Geschichte fatal an das, was die Galaktiker um Atlan erlebt haben - großartige Unterschiede gibt es eigentlich nicht, außer daß Atlan & Co. schneller vorangekommen sind (glücklicherweise - denn ein jahrelanges Herumirren in ZENTAPHER hätte die Leserschaft wahrscheinlich auf die Barrikaden gebracht... <veg>).
Kascha irrt also durch die Gegend und versucht, den geheimnisvollen Fremden zu finden, der sich Zugang zu ZENTAPHER verschafft hat. Die Identität dieses "Fremden" ist dabei dem aufmerksamen Perry-Leser wohl kein Geheimnis mehr. Von der Vorgehensweise wie auch dem Zeitraum kann es sich eigentlich nur um Torr Samaho handeln, dessen Wiederauftauchen ja schon länger erwartet wurde. Immerhin ist er nur verschwunden, und seine Wiederkehr an diesem Punkt ist nur logisch.
Davon ausgehend, daß die Jungs und Mädels um Atlan es hier mit dem Diener der Materie zu tun bekommen, dürfte es allerdings unwahrscheinlich sein, daß der nachfolgende Roman bereits das Ende der ZENTAPHER-Phase bedeuten könnte. Man kann wohl davon ausgehen, daß auch der nächste Viererblock noch hier spielen wird und die Statistiker erst nach 2100 als Ziel zum Tragen kommen...
Aber kommen wir zurück zum Inhalt des Romans:
Recht witzig kommt der Leichenfund daher, mit dem man wohl das Ableben Kintradim Crux' verbinden kann. Allerdings weiß ich nun wirklich nicht, was ich davon halten soll. Da baut man eine Figur über diverse Hefte als den Geheimnisvollen im Hintergrund auf, und dann findet man ihn mal eben tot in irgendeiner Ecke. Ein bißchen inkonsequent oder zumindest seltsam ist das ja schon...
Dafür wird der große kosmische Rahmen mal wieder aufgespannt. Hier gibt es einen Zugang zu einem Kosmonukleotid, da gibt es Psiqs, da gibt es den Hauch von Kosmokraten. Wobei immer deutlicher wird, daß die Dommrath-Ebene mehr kosmische Zusammenhänge bereithält, als man erwartet hätte.
Gerade diese Fülle von "kosmischen Hintergründen" behindert jedoch Uwe Anton bei diesem Roman. Man spürt förmlich, wie sich der Autor unter den Zwängen des Expos windet. Hier bleiben vor allem Antons Stärken in der Charakterisierung der Handlungsträger weitestgehend auf der Strecke. Es gibt zwar ein paar Versuche in dieser Richtung, doch bleiben diese meist fruchtlos in den Anfängen stecken.
Dabei möchte ich Uwe Antons Leistung sicherlich nicht herabwürdigen, denn die "Spur nach ZENTAPHER" erweist sich grundsätzlich immer noch als einer der gehobenen Romane der PR-Serie. Stilistisch gehört dieser Roman sicherlich zu den wirklich Guten, und die Entscheidung, dieses Expo an Uwe Anton zu geben, war sicherlich die beste Wahl. Allerdings hätte man hieraus wohl besser einen Doppelroman gemacht (auch wenn Uwe dann drei Romane in Folge zu schreiben gehabt hätte...) und dafür den "Instinktkrieger" (Band 2084) außen vor gelassen. Vielleicht reicht die gegebene Handlung nicht unbedingt für einen Doppel-Roman, doch für einen einzelnen ist es definitiv zuviel, und ich traue Uwe Anton durchaus zu, daß er auf dieser Grundlage auch einen interessanten Zweiteiler schafft. Dieser Viererblock ist dann wohl das Paradebeispiel für eine mißlungene Planung. Schade eigentlich...

Fazit:
Ein guter, aber viel zu kurzer Roman. Uwe Anton gelingt es nicht, seine Stärken wirklich auszuspielen. Für einen Einzelroman ist dies zuviel Handlung, jedoch für einen Doppelroman zuwenig. Uwe Anton hätte diese Lücke durchaus füllen können. So bleibt eine schlechte Expo-Planung und ein eher schwacher Anton-Roman, der jedoch im Vergleich noch recht gut abschneidet. Viel mehr hätte man aus der Vorgabe allerdings sicherlich auch nicht machen können.
10 Punkte.

Winfried Brand

Na toll - kaum schreibt man in die letzte Rezension, daß sich der Architekt zu einer Schlüsselfigur entwickelt, ist er im nächsten Roman schon tot. Irgendwie habe ich kein Glück mit meinen Spekulatius - ähem, Spekulationen. (* Spekulatius-Ionen??? ;?) Heike)
Allmählich scheint sich die Handlung in diesem Zyklus aufzuspalten - während wir in der Milchstraße die eher handfestere Ebene mit den Arkoniden haben, entwickelt sich Dommrath mehr und mehr zu einer mit kosmischen Dimensionen. Dabei wollten die Autoren doch ursprünglich weg von dieser Handlungsschiene - tja, da haben wir wieder Kosmonukleotide und Psiqs und parallele Realitäten. Und ZENTAPHER entwickelt sich also zur größten kosmischen Bedrohung für Dommrath - nun ja, auch nichts Neues.
Uwe Antons Bericht über die Geschehnisse in ZENTAPHER, das irgendwann mal mobil gewesen sein muß und auf Clurmertakh offenbar notgelandet ist, bringt zwar jede Menge neue Erkenntnisse, wirft aber auch etliche neue Fragen auf. Wer ist daran interessiert, das Gebilde zu reparieren?
Ein Mächtiger? Ein Kosmokrat? Vielleicht Torr Samaho? Der müßte ja in der Nähe sein, und das Potential dazu hätte er bestimmt. Denn wenn ZENTAPHER wirklich die ultimative Bedrohung ist, wäre es naheliegend, diese gegen Thoregon - von dem wir auch immer noch nicht wissen, was es nun eigentlich ist - einzusetzen. Diese Spekulationen sind zwar bestimmt wieder unsinnig, aber warum sollte ich mich da zurückhalten? ;-)

Fazit:
Viele Antworten, die neue Fragen aufwerfen. Der Architekt ist tot und kann somit Atlan keine Fragen mehr beantworten. Ein insgesamt sehr zufriedenstellender Roman.
8 Punkte

Christian Spließ

Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesucht

Da Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy.

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