Atlan und
sein Einsatzteam versuchen, mit Hilfe der acht erbeuteten
Schlüssel nach "Kintradims Höhe" zu gelangen. Doch der
Z-Atlas informiert sie darüber, daß ihr Ziel für
Gondeln dieses Typs gesperrt ist. Auch Box-ZENTAPHER und MORHANDRA,
die beiden anderen fliegenden Städte, sind nach wie vor
unerreichbar.
Bei weiteren Nachforschungen in den Dateien des Z-Atlanten
stößt das Team mehrfach auf die Ektapa, die Frachtagenten
ZENTAPHERs, die den Gütertransport zwischen den Kabinetten
durchführen. In der Hoffnung, auf diese Weise weiterzukommen,
beschließt man, das Kabinett Ispargue anzufliegen, den "Bahnhof
der Ektapa". Dort stößt man auf Parrim, den Pelz. Dieser
ist ein Ektapa und der Oberste Frachtagent ZENTAPHERs. Von ihm
erfahren Atlan und seine Freunde die Geschichte der Großen
Verheerung:
Alles beginnt ohne Vorwarnung. Außerhalb von ZENTAPHER wird
eine wichtige Schlacht geschlagen, von der man im Inneren des
seltsamen Gebildes jedoch nicht viel mitbekommt. Plötzlich
brechen alle internen Kommunikationslinien zusammen. Neunzig Prozent
aller Kabinette werden durch Einwirkung einer Intervallwaffe bzw.
eines nicht nachvollziehbaren Alterungsprozesses völlig
verwüstet; von den restlichen Kabinetten werden zwei Drittel
mehr oder weniger schwer beschädigt. Die Ektapa verlieren bis
auf ihre Zentrale sämtliche Basen; von etwa 250.000 Ektapa
überleben lediglich 9.500. Kintradim Crux, der Architekt
ZENTAPHERs, meldet sich nicht mehr.
Die Triebwerke ZENTAPHERs sind stark beschädigt, das Gebilde ist
manövrierunfähig. Acht der insgesamt vierzehn riesigen
KYR-Festungen, die während der Schlacht ausgeschleust wurden,
sind vernichtet, die restlichen funktionsuntüchtig. Die
Zeitgeneratoren in der fliegenden Stadt MORHANDRA, die eine
Manipulation der Zeitabläufe innerhalb ZENTAPHERs
ermöglichen, sind ausgefallen oder vernichtet. Nach Millionen
von Jahren ist ZENTAPHER scheinbar am Ende.
Schließlich trifft eine Anweisung von Kintradims Höhe ein:
Die Ektapa sollen eine Schadensaufnahme durchführen. Doch der
Auftraggeber identifiziert sich nicht.
Die Ektapa nehmen schließlich den Frachtverkehr in geringem
Umfang wieder auf. Im Kabinett Byrmesch kommt es zu einer Explosion.
Dabei wird eine Frachtgondel mit einem Kodeschlüssel gestohlen.
Parrim der Pelz setzt einen Instinktkrieger auf den Dieb an, der als
blauhäutiger Humanoider beschrieben wird. Der Instinktkrieger
kehrt nicht zurück. Ein zweiter bleibt ebenfalls verschollen.
Die Signale des Kodeschlüssels sind plötzlich nicht mehr
feststellbar.
Parrim hat große Probleme, seine Position zu behaupten, die von
seiner Stellvertreterin Eem'Ratma immer wieder untergraben wird. Er
läßt sich einen Instinktkrieger zu seinem Schutz zuteilen.
Auf einem Inspektionsflug findet er eine Supergondel, von denen
angeblich keine mehr existiert. Parrim erinnert sich an den Transport
eines großen Containers mit einer seltsamen Fracht.
Während dieses Transportes glaubte er, in einem winzigen Moment
einen Riß in der Zeit zu erleben. In diesem Moment vergingen
Jahrhunderte oder Jahrmillionen; danach war alles wie vorher.
Nachdem Jahre später wieder Signale des gestohlenen
Kodeschlüssel aufgefangen werden, macht sich Parrims
Leibwächter an die Verfolgung des Diebes. Eem'Ratma und Hopper,
ein weiterer Ektapa, unternehmen einen Mordanschlag auf den
schutzlosen Parrim. Dieser wird schwer verletzt, kann jedoch durch
einen Transmitter entkommen. So finden ihn Atlan und seine
Begleiter.
Eem'Ratma und Hopper sind Parrim gefolgt, um sich zu vergewissern,
daß er das Attenta nicht überlebt. Mondra Diamond
tötet Hopper und rettet Dao-Lin-H'ay dabei das Leben. Sie bringt
es jedoch nicht über sich, auch Eem'Ratma zu töten, nachdem
sie diese ebenfalls ausgeschaltet hat. Atlan und sein Kommando machen
sich mit Hilfe der Supergondel auf den Weg nach Kintradims Höhe.
Dort angekommen, finden sie das kleine Raumfahrzeug des Unbekannten,
den Mohodeh Kascha seit dreizehn Jahren verfolgt. Auch Atlan kennt
dieses Fahrzeug: Sein Besitzer ist Torr Samaho, der Diener der
Materie und ehemalige Kommandant der Kosmischen Fabrik MATERIA.
Um es vorwegzunehmen: Der Schluß war das Beste an diesem Roman.
Er beschert dem Leser ein richtiges "Aha"-Erlebnis. Torr Samaho
verschwand nach der Vernichtung MATERIAs bekanntlich einfach in der
Versenkung. Nun ist er wieder da. Na ja, eine wirkliche
Überraschung war sein Wiederauftauchen eigentlich nicht - in
dieser Richtung war schon lange von den Lesern spekuliert worden (man
vergleiche etwa die umfangreiche Diskussion im PR-Forum im Internet
oder auch die Rezensionen zu älteren PR-Romanen im "Flash").
Aber immerhin: Hier zeigt sich die PR-Serie wieder einmal von ihrer
von den Altlesern so geschätzten Seite. Altes, scheinbar
Liegengebliebenes aus vergangenen Zyklen wird in der aktuellen
Handlung wieder aufgegriffen.
Torr Samaho ist ein unsterbliches, unglaublich mächtiges Wesen,
das selbst den Konflikt mit Superintelligenzen wie ES nicht gescheut
hat. Man darf gespannt sein, wie Atlan und seine Crew damit
zurechtkommen. Indes, wenn man die Titelvorschau sieht, dürfte
das Problem (leider) in zwei, drei Romanen abgehakt werden. Die
nächsten ZENTAPHER-Romane tragen die Titel "Der
Ausgestoßene" (PR 2092), womit Torr Samaho gemeint sein
dürfte, "Requiem für einen Ewigen" (PR 2093), und "Der
Mutant und der Zwilling" (PR 2094).
Prognose: Trim Marath und sein "Schattenkrieger" haben einen neuen
großen Auftritt. Eigentlich wäre das zu simpel, aber
meckern wir nicht schon vorher - vielleicht kommt es anders...
Aber zurück zur Großen Verheerung. Daß ZENTAPHER ein
Raumschiff der Chaotarchen ist, wird immer deutlicher. ZENTAPHER
wurde bei seiner letzten Schlacht abgeschossen. Es scheint sich hier
tatsächlich um die "Entscheidungsschlacht" in der Galaxis
Kohagen-Pasmereix gehandelt zu haben, bei der bekanntlich acht
Chaotender vernichtet wurden. Wenn das die KYR-Festungen waren,
handelt es sich hier wohl um ein Trägerschiff für
Chaotender oder etwas Ähnliches...
Kintradim Crux wäre dann das Äquivalent zu einem Diener der
Materie auf der Seite der Chaotarchen (gewesen, da tot). Ebenso wie
die Kosmokraten nehmen diese wohl massiv Einfluß auf die
Kosmonukleotide.
Die Tatsache, daß ZENTAPHER nun schon so lange auf Clurmertakh
liegt, wird ebenfalls ansatzweise erklärt, wenngleich noch
einige "temporale" Ungereimtheiten herrschen: Nach wie vor bleibt
offen, wer eigentlich für die Große Verheerung
verantwortlich ist, da im Inneren ZENTAPHERs nur kurze Zeit vergangen
ist. Das bleibt abzuwarten, ebenso wie Torr Samaho und seine
Pläne mit ZENTAPHER, die ebenfalls im nächsten
"Viererblock" aufgelöst werden dürften.
Aber auch ohne den kosmischen Überbau vermag der Roman zu
überzeugen. So werden zum erstenmal Mondra Diamond und ihre
psychischen Probleme einmal ausführlich beleuchtet. Eigentlich
viel zu spät, bedenkt man, was die Frau hinter sich hat. Man
wundert sich, daß bisher keiner der Autoren auf die Idee
gekommen ist, dieses Thema in mehr als einigen Nebensätzen
anzureißen. Hier hat der Roman einige starke Passagen. Was
jedoch leicht nervig ist, sind Mondras ständige Wiederholungen
des Satzes: "Ich funktioniere wieder!" Tut sie das wirklich???
Schön auch, daß die Rätsel um ZENTAPHER erst nach und
nach aufgelöst werden. Mit diesem Doppelband wird nicht, wie
zunächst angenommen, in zwei Bänden Mohodeh Kaschas
Geschichte erzählt, sondern auch die Haupthandlung kommt voran.
Die beiden Erzählungen (in PR 2086 Mohodeh Kascha, hier Parrim
der Pelz) werden jeweils als eine von zwei Ebenen in die Romane
eingebaut, und der Leser muß sich die Zusammenhänge erst
nach und nach erschließen.
Auch Parrim der Pelz und seine Probleme werden recht ansprechend in
Szene gesetzt. Die Charakterisierung der Figuren ist deutlich besser
gelungen als im ersten Teil des Doppelbandes.
Und noch eine Anmerkung zur Rißzeichnung: Jetzt wird klar,
weshalb Uwe Anton den Anzug Mohodeh Kaschas in PR 2086 so
ausführlich beschrieben hat...
Fazit:
Noch etwas besser als der Vorgänger. Torr Samaho wartet (vier
Wochen lang; jetzt geht es erst einmal wieder in die
Milchstraße). Die Viererblöcke nerven (bleiben aber wohl).
Seufz.
11 Punkte
|
Man merkt, Uwe Anton wurde bei diesem Roman ein wenig
mehr Platz im Exposée eingeräumt, als dies beim
Vorgänger der Fall war. "Die Große Verheerung"
besticht vor allem durch hervorragende Charakterisierungen.
Gerade Mondra Diamond ist selten so intensiv geschildert
worden wie in diesem Roman. Man merkt ihr deutlich an,
daß sie ihr seelisches Gleichgewicht noch lange nicht
gefunden hat. "Ich funktioniere" - dieses fast roboterhafte
Mantra, das sie sich andauernd vorbetet, deutet darauf hin,
daß sie noch einen weiten Weg vor sich hat, bis sie
vielleicht einmal von dem Trauma geheilt werden wird, das
sie mit der Geburt ihres Sohnes und dem damit einhergehenden
Verlust desselben erlitten hat. Uwe Anton gelingt es
hervorragend, diesen Zwiespalt in der Persönlichkeit
Mondras zu schildern. Hier spielt er seine Trumpfkarten als
"Gefühlsmechaniker" voll aus. (* Moment, stammt der
Begriff nicht aus irgendeinem älteren Rhodan-Roman
selber? Das nenn ich mal ein Gomblimend... aber halt, das
erinnert mich an was. Uwe: Mein Dank wird Dir ewig
hinterherschleichen. Das war es doch, was Du lesen wolltest,
oder? ;-))) Leider muß ich zugeben, daß ich
diese nette Phrase von einer Bekannten geklaut habe - und
nicht mal weiß, ob sie auf ihrem eigenen Mist
gewachsen ist... Heike) |
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Hah - ich hatte also recht. Torr Samaho ist derjenige,
der das Raumschiff ZENTAPHER, das vermutlich ein Chaotender
ist, wieder instandsetzt. Das ist so ziemlich die wichtigste
Information, die man in diesem Roman erhält. |
Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesuchtDa Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy. |