Band 2088: "Gen-Tod"

Autor: Michael Nagula

Das Einsatzteam um Monkey und Gucky kehrt zurück auf die LEIF ERIKSSON. Mit sich führen sie nicht nur die Überbleibsel Morkhero Seelenquells, sondern auch einen mehr toten als lebendigen Julian Tifflor. Letzterer wird auch gleich der Obhut des Chefmedikers Prak-Noy übergeben...
Währenddessen geht das Sterben der Monochrom-Mutanten weiter. Zwar arbeitet der Ara Zheobitt verbissen an einem Heilmittel, doch kommt er nicht voran. Diverse Versuche erweisen sich ausnahmslos als Fehlschläge, bei denen auch eine Versuchspersonen stirbt. Die drei überlebenden Probanden teleportieren jedoch kurzerhand zurück auf die ROALD AMUNDSEN.
Kurze Zeit später, unter dem Eindruck der Nachricht über den Tod eines Freiwilligen, beginnen die Mutanten, eine Meuterei anzuzetteln, da sie nicht mehr an einen Erfolg des Aras glauben wollen. Mittels ihrer PSI-Fähigkeiten versuchen sie, das Schiff zu übernehmen. Ihr Ziel: die Aufnahme in SEELENQUELL. Auf diese Art und Weise wollen sie ihrem bevorstehenden Tod entrinnen. Binnen kurzem gelingt es ihnen, einem Teil der Mannschaft die PsIso-Netze zu entfernen und diese per Suggestion unter ihre Kontrolle zu bringen.
Auf der ZENTRIFUGE II glaubt Zheobitt, mittels des Zellmaterials Morkhero Seelenquells ein neues Präparat herstellen zu können. Doch dies erweist sich als Trugschluß. Das Gewebe gibt sich in Sachen Psi-Energie zwar sehr gefräßig, doch enden alle Versuche des Aras in einer Katastrophe. Schließlich muß er einsehen, daß er auf diesem Weg nicht weiterkommt. Er kehrt zu seinen unterbrochenen Forschungen zurück, die bisher jedoch ebenfalls nur katastrophale Ergebnisse gezeitigt haben. Er weiß nur eines: Jeder Gebrauch der Parakräfte senkt die Lebenserwartung der Mutanten...
Auf der ROALD AMUNDSEN beginnt derweil die Meuterei der Monochrom-Mutanten. Wenig später nimmt das Schiff Kurs auf Arkon III. Doch noch bevor sie das System Kalups Pforte verlassen können, gelingt es der Mannschaft, eine Patt-Situation zu erreichen. Während sie in der Korona von Kalups Pforte hängen, beginnt der Massen-Tod der Mutanten. Sie zwingen Zheobitt, sein zwar verändertes, jedoch immer noch nur halbfertiges Medikament einzusetzen. Dem Ara gelingt jedoch der Durchbruch. Er kann die Monochrom-Mutanten retten - doch der Preis hierfür ist der Verlust ihrer Psi-Fähigkeiten.
Von Quinto-Center erreicht eine Botschaft die LEIF ERIKSSON: Rhodan soll sich mit seiner gesamten Flotte zum Einsatz bereithalten...

Beim neuesten Gastautor der Perry Rhodan-Serie handelt es sich nun um Michael Nagula, der mit "Gen-Tod" einen eher mittelmäßigen Roman vorgelegt hat. Stilistisch bewegt sich der Roman im oberen Mittelfeld - halt nicht berauschend, jedoch annehmbar - und handlungsmäßig kann er auch nicht ganz überzeugen. Hier stimmen zwar die Action-Szenen, die Hintergründe wirken jedoch ein wenig aufgesetzt. Daß dieser Roman sicherlich kein Schlüsselroman werden würde, war von Anfang an klar - auch, daß er die Handlung an sich nicht großartig weiterbringen würde. Gut, die Monochrom-Mutanten sind gerettet, haben jedoch ihre Mutanten-Fähigkeiten verloren. Damit hat man sie aber auch gleich aus dem weiteren Verlauf der Serie herausgeschrieben, für die weitere Expo-Planung sind sie damit nicht mehr von Interesse. Dementsprechend erfüllte Michael Nagula hier die eher unangenehme Pflicht, diesen Handlungsbereich zu seinem definitiven Ende zu führen. Und da bestenfalls das Ergebnis dieses Romans noch ein wenig Handlungsrelevanz hat, kann man das "wie" dann auch unbesorgt einem Gastautor überlassen, dem in Hinsicht auf die Handlungsrelevanz dementsprechend auch keine Fehler unterlaufen können. Beim "wie" jedoch schon...
Das größte Ärgernis in dieser Hinsicht ist sicherlich der Para-Block, der von den Mutanten auf der ROALD AMUNDSEN gebildet wird. Zum einen wird dieser offensichtlich von der Mannschaft nicht bemerkt - trotz aller Psi-Spürer, Parafallen und sonstwas an Bord des Schiffes. Zum anderen gibt es in dieser Galaxis eine Superintelligenz, die auf solche Massierungen von Psi-Energie nur so "fliegt". Da ist es doch sehr erstaunlich, daß diese anscheinend nicht auf die Ereignisse aufmerksam wird...
Was am Ende des Romans übrigbleibt, ist die Erkenntnis, daß sich das Autorenteam endgültig der Mutanten-Schwemme entledigt hat - und das zumindest auf halbwegs annehmbare Weise. Der eine Teil ist in SEELENQUELL aufgegangen, der andere verliert seine Psi-Kräfte. Übrig bleiben Trim Marath und Startac Schroeder, die wohl noch ein bißchen länger "mitgeschleift" werden. Es bleibt nur zu hoffen, daß die beiden am Anfang des nächsten Zyklus nicht ein ähnliches Schicksal erleiden wie Vincent Garron vor knapp 100 Heften - und sinnlos aus der Handlung gekippt werden...

Fazit:
Dieser Gastroman Michael Nagulas erweist sich als auf allen Ebenen durchwachsen. Zum einen handelt es sich bei dem Expo um das "Abstellgleis" der Serie, zum anderen können gerade mal die Action-Szenen der Handlung stilistisch überzeugen. Bei der Motivation der Protagonisten hapert es in dieser Hinsicht jedoch ein wenig. Hinzu kommt die eine oder andere Ungereimtheit in Hinsicht auf den großen Handlungsbogen. Insgesamt ergibt dies einen netten Roman, den man jedoch für einen Toilettengang eher zur Seite legt, anstatt ihn mitzunehmen...
7 Punkte.

Winfried Brand

Die Monochrom-Mutanten werden also durch Zheobitt geheilt, verlieren aber ihre Fähigkeiten - bis auf das Schwarz-Weiß-Sehen wohl. Kann man mit dieser Lösung des Problems leben? Ja, man kann es durchaus. Kann man mit diesem Roman zufrieden sein? Halb und halb.
Zu den positiven Aspekten kann der Stil von Michael Nagula gezählt werden. Er vermag flüssig und anregend zu erzählen und verleiht der Geschichte damit erheblichen Drive. Na ja, den hat sie ja sowieso - Originalität vielleicht nicht wirklich, aber Drive hat sie schon. Teilweise gelingt es ihm auch, die Charaktere ins rechte Licht zu rücken - wobei ich diese Wendung bei Zheobitt recht unglaubwürdig fand. Erst feilscht der Ara um jeden Solar, und dann überläßt er praktisch einfach so seine Arbeit Perry Rhodan, nur um auf der richtigen Seite zu stehen? Das nehme ich dem Ara einfach nicht ab. (* Stimmt. So ein Verhalten wäre wohl kaum einem Ara abzunehmen. Waren die nicht alle extrem - äh - "geschäftstüchtig"? Sowas ähnliches wie die Ferengi bei ST, nur halt mit medizinischen Vorzeichen? Heike)
Was ist noch positiv an diesem Roman? Die Action-Szenen sind glaubwürdig, und der Aufbau an sich ist auch stimmig. Natürlich kann man einem Gastautor keinen Roman in die Hand geben, der irgendwie zu den Schlüsselromanen gezählt werden kann - obwohl, warum eigentlich nicht? Wäre doch gewiß nicht uninteressant.
Zu den negativen Aspekten zähle ich den Parablock - ähm, hallo? Wir haben eine SI in der Nähe, die von sowas angezogen wird. Und wir haben ein Psi-Verbot an Bord des Schiffes - könnte es sein, daß es dann irgendwie nicht passend ist, einen Parablock zu bilden, weil dann eventuell die SI auf einen aufmerksam werden könnte? Gut, die Mutanten wollten ja in SEELENQUELL aufgehen, aber der Parablock ist ja wohl auch schon vor dem Entschluß aufgetaucht.
Daß der Plot nicht übermäßig originell ist, habe ich schon erwähnt, wobei ich da eher auf Feldhoffs Expo tippen würde. Juhu, wir haben hier jede Menge Mutanten, die ein Schiff kapern und die von einem standhaften Ertruser gerettet werden. Hmmm. Irgendwie ist das nicht sonderlich prickelnd. Man hätte daraus bestimmt noch mehr machen können.
Das eigentlich Interessante findet im Abspann statt - Monkey läßt irgendwas in die Milchstraße schleppen, das nicht in einen Tender paßt. Und darüber hinaus läßt er Perry ausrichten, sämtliche militärischen Kräfte bereit zu halten. Da der 2090er "Sturm auf das Zentralplasma" heißt, wird das wohl die Vorbereitung sein, um die Posbis aus dem Griff von SEELENQUELL zu befreien. Fragt sich nur, was da das Allheilmittel sein wird.

Fazit:
Nein, ein zweiter Eschbach ist Nagula nun wirklich nicht - aber im Großen und Ganzen gesehen kann man mit dem Gastroman durchaus zufrieden sein, wenn man kleinere Abstriche in Kauf nimmt.
8 Punkte

Christian Spließ

Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesucht

Da Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy.

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