Band 2089: "Rebellen am Schemmenstern"

Autor: Rainer Castor

Lotho Keraete, der Bote von ES ist zurück. Und Bostich erinnert Perry Rhodan an sein Versprechen: Seine Fürsprache in der Aktion "Ein Zellaktivator für Bostich"...
Währenddessen wird im Schemmenstern-System eine geheimnisvolle Versammlung vorbereitet, zu der die Regierungsoberhäupter abtrünnischer Arkoniden-Völker geladen sind. Natürlich ist der arkonidische Geheimdienst hier nicht weit...
Und auch die terranischen Wissenschaftler sind nicht untätig. Sie haben eine Art flüssiges PsIso-Netz entwickelt, ein PsIso-Fluid, das man mittels einer Waffe auf einen Gegner schießen kann - umhüllt von einer zweiten Schicht, die auch gleich das Multi-Zheosin verabreicht, um den solcherart Getroffenen auch direkt zu behandeln...
Die Versammlung im Schemmenstern-System, an der auch Ligatem da Traversan und Jasmyne da Ariga (Theta Arigas Tochter - und vielleicht auch Atlans...) teilnehmen, nimmt derweil ungeahnte Dimensionen an. Nicht nur, daß Bostich selbst auftaucht. Er verlegt die ganze Versammlung auch gleich noch per Transmitter an einen unbekannten Ort - wobei die einzelnen Anwesenden vor ihrem Transmittertransport natürlich ihr KrIso-Netz gegen ein funktionierendes PsIso-Netz auswechseln müssen. Bei dieser Aktion wird nicht nur der eine oder andere Agent des Kristallimperiums entlarvt - sie findet auch in aller Hektik statt, denn die Schergen unter der Leitung Aktakuls, Bostichs ehemalig bestem Freundes, SEELENQUELLS greifen den Versammlungsort an.
Am endgültigen Versammlungsort angekommen, unterbreitet Bostich den Anwesenden seinen Plan: Er will eine Allianz gegen das Kristallimperium schaffen, gegen SEELENQUELL. Man plant, eines der gut 1.000 übergelaufenen Arkonidnen-Systeme in eine Art Symbol gegen das Kristall-Imperium zu verwandeln, indem man alle verfügbaren Einheiten der Allianz zu dessen Schutz abstellt. Als Zentrum des Widerstands gegen SEELENQUELL wird schließlich das Traversan-System ausgesucht. Das Trav'Tussan ist gegründet...
Schließlich steht das Treffen zwischen Rhodan und Bostich sowie Lotho Keraete an. Bostich verpflichtet sich, die besetzten LFT-Gebiete wieder freizugeben, sieht jedoch Arkon weiterhin als zweite Militärmacht neben der LFT in der Milchstraße, vor allem in Hinsicht auf das von Hismoom prophezeite "Jahrtausend der Kriege". Die Terraner als Verteidiger der Milchstraße seien nicht genug. Und er bekommt von Lotho Keraete einen Zellaktivator verliehen.

Der nächste Schritt in Richtung Zyklusende. Bostich gründet ein "Gegen-Imperium" - und bekommt die Unsterblichkeit geschenkt! Na endlich - zu dieser Entscheidung kann man dem Expo-Team nur gratulieren. Denn die Figur des arkonidischen Imperators ist seit langem einer der bestausgearbeiteten Charaktere der Serie. Hier ist sicherlich noch einiges zu erwarten, auch wenn ich befürchte, daß er sich im Laufe der Zyklen immer mehr den anderen Unsterblichen annähern wird. Doch bis dahin ist ja noch einige Zeit...
Vorerst nimmt die Handlung jedenfalls weiter Fahrt auf. Hat man im letzten Roman noch einen Gang zurückgeschaltet, geht es mit diesem Band in der Milchstraße immer schneller vorwärts. Man spürt, daß sich das Ende des Zyklus' nähert. "Rebellen am Schemmenstern" entpuppt sich dann auch als ein typischer "Castor-Roman": Der Autor legt unzählige Verknüpfungen zu der Vergangenheit der Serie, zitiert aus vergangenen Romanen und gibt sich dabei teilweise recht mystisch.
Dabei hätten wir dann auch gleich die Vor- und Nachteile des Romans in einem Satz erwähnt. Die zahlreichen Rückverweise und Zusammenhänge innerhalb der Serie sind für den Altleser zum einen sicherlich ein Genuß, zum anderen beginnt Rainer Castor aber auch, es zu übertreiben. Der Leser gewinnt immer mehr den Eindruck, daß Rainer seine Romane entweder mit schier endlosen Technik-Beschreibungen auf die erforderliche Länge bringt, oder halt mit der Aneinanderreihung unzähliger Zusammenhänge mit früheren Geschehnissen. Dabei unterlegt er diese mit dem mystisch verbrämten Geschichtshintergrund der Arkoniden, der mir persönlich sowieso ein wenig suspekt ist. Ich erinnere mich immer noch an diverse Szenen, in denen Atlan noch vor Band 100 der Serie neidisch auf Rhodan geblickt hat, weil dieser sein Mutanten-Korps hatte, und sich dachte: "Was hätten wir Arkoniden damals erreichen können, wenn wir eine solche Unterstützung gehabt hätten." Das klingt nun wirklich nicht nach "Großen Feuermüttern", mystischen Dagor-Philosophien (die schon fast an Psi-Fähigkeiten herangrenzen) und diversen Fast-Mutanten, die den Arkoniden in der letzten Zeit angedichtet werden.
Abgesehen davon, daß das Ganze inzwischen ziemlich unübersichtlich wird. Ich frage mich wirklich, wer in Sachen arkonidischer Geschichte noch einen halbwegs sinnvollen Durchblick hat - außer Rainer Castor natürlich. Diese Mystik vernebelt inzwischen einiges - und manchmal auch den Verstand des Lesers...
Zudem übertreibt Rainer Castor es inzwischen so langsam mit der Verknüpfung der Handlung. Er "wildert" hier in der PR-Geschichte, statt sich an die vorgeschriebenen "Abschußquoten" zu halten. So langsam entwickelt sich hieraus ein Gordischer Knoten, dessen Zusammensetzung nur Rainer Castor bekannt ist. Auch eine Art, sich für die Serie unentbehrlich zu machen... ;-)))
Davon einmal abgesehen erweisen sich die "Rebellen am Schemmenstern" als ein sehr gut lesbarer Roman. Stilistisch kann man Rainer Castor sicherlich nichts vorwerfen - und auch der Aufbau des Roman als ein Garrabo-Spiel ist wohldurchdacht. Ein Zug auf der einen Seite - ein Zug auf der anderen Seite. Das ist hervorragend zu lesen (wenn man dabei den mystischen Teil überliest und sich keine weiteren Gedanken darüber macht...) und macht wirklich Spaß, alleine schon, wenn man Rainer Castors hervorragenden Stil betrachtet.
Ansonsten darf man gespannt sein, wie sich die Handlung weiterentwickelt. Sie steuert jedenfalls einem Höhepunkt entgegen (wie gegen Ende des Zyklus wohl nicht anders zu erwarten war), auch wenn zu erwarten ist, daß das einzige Element dieses Romans, das den Zyklus-Wechsel überleben wird, die relative Unsterblichkeit Bostichs ist. Das Gegen-Imperium Trav-Tussan dürfte jedenfalls mit dem Hunderterwechsel wieder der Vergangenheit angehören...
Eine nette Sache jedoch noch am Rande: Rainers kleiner, augenzwinkernde Gruß an Uwe Anton auf Seite 51, 2. Spalte: "Stimmt - es sollen schon Leute unter der Dusche auf der Seife aufgerutscht sein und sich das Genick gebrochen haben." Naja, ganz so schlimm war es in Mainz ja auch nicht - aber ich befürchte, diese Geschichte wird Uwe noch in Jahren verfolgen... ;-)))

Fazit:
Ein guter Roman - zweifelsohne. Stilistisch sehr schön erzählt, macht der Roman wirklich Spaß. Auch die Handlung wird vorangetrieben. Doch in Sachen Rückverweise auf Vergangenes beginnt Rainer Castor so langsam zu "wildern".
11 Punkte

Winfried Brand

Der Zyklus geht zu Ende. Man merkt es eindeutig am Tempo, das die Autoren jetzt vorlegen. Im letzten Roman löst man das Problem mit den Monochrom-Mutanten; jetzt organisieren sich die Verschwörer im Sonnensystem. Vielleicht hätte man dieses Tempo bereits am Anfang des Zyklus an den Tag legen sollen. Wie sagte Hans-Joachim Kleimann so schön: "Aus einem Kaugummi wird eine Sprungfeder." Ob dieses Tempo wirklich so gut ist, bleibt abzuwarten. Nicht, daß wir wie bei der Großen Leere alles einfach abhaken. Nun denn, man wird es sehen.
Ja, Rainer Castor kann schreiben. Das beweist er mit diesem Roman. Hatten wir in seinem letzten noch das Problem der allzu überdimensionierten Technikbeschreibung, ist dieser Roman eine richtige Lesefreude.
Daß Bostich seinen ZA bekommt, war klar (* Oh! Und ich hatte noch gehofft, Rhodan hätte sich irgendwie rauswinden können... Heike) - obwohl ich die Begründung, die der Imperator Keraete vorträgt, nun nicht so überzeugend finde. Nun gut, Bostich wird der Serie also länger erhalten bleiben, und das freut mich, ist er doch eine Figur, die überaus interessant ist. Fragt sich nur, ob er nicht irgendwann zu einem bloßen Anhängsel wird - nicht etwa, daß er sich, weil Perry ja friedliebend und überzeugend ist, noch auf seine Seite stellt. Wir werden sehen.
Der Rückbezug auf den Traversan-Zyklus um Atlan ist überaus erfreulich; damit hat man die Kontinuität der Serie gestärkt. Sowas finde ich immer sehr gut, weil man damit das Gefühl hat, bei einer lebendigen Serie dabeizusein.
Der Roman ist gut zu lesen, hat eine Handlung, die zwar nicht unbedingt spannend, aber sehr angenehm ist, und zudem hat man am Schluß die Verleihung eines ZAs an Bostich. Wobei - zwei gibt's wohl noch, und ich bin gespannt, was ES mit denen vorhat.

Fazit:
Ein runder Roman, der Spaß beim Lesen macht.
12 Punkte

Christian Spließ

Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesucht

Da Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy.

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