Lotho
Keraete, der Bote von ES ist zurück. Und Bostich erinnert Perry
Rhodan an sein Versprechen: Seine Fürsprache in der Aktion "Ein
Zellaktivator für Bostich"...
Währenddessen wird im Schemmenstern-System eine geheimnisvolle
Versammlung vorbereitet, zu der die Regierungsoberhäupter
abtrünnischer Arkoniden-Völker geladen sind. Natürlich
ist der arkonidische Geheimdienst hier nicht weit...
Und auch die terranischen Wissenschaftler sind nicht untätig.
Sie haben eine Art flüssiges PsIso-Netz entwickelt, ein
PsIso-Fluid, das man mittels einer Waffe auf einen Gegner
schießen kann - umhüllt von einer zweiten Schicht, die
auch gleich das Multi-Zheosin verabreicht, um den solcherart
Getroffenen auch direkt zu behandeln...
Die Versammlung im Schemmenstern-System, an der auch Ligatem da
Traversan und Jasmyne da Ariga (Theta Arigas Tochter - und vielleicht
auch Atlans...) teilnehmen, nimmt derweil ungeahnte Dimensionen an.
Nicht nur, daß Bostich selbst auftaucht. Er verlegt die ganze
Versammlung auch gleich noch per Transmitter an einen unbekannten Ort
- wobei die einzelnen Anwesenden vor ihrem Transmittertransport
natürlich ihr KrIso-Netz gegen ein funktionierendes PsIso-Netz
auswechseln müssen. Bei dieser Aktion wird nicht nur der eine
oder andere Agent des Kristallimperiums entlarvt - sie findet auch in
aller Hektik statt, denn die Schergen unter der Leitung Aktakuls,
Bostichs ehemalig bestem Freundes, SEELENQUELLS greifen den
Versammlungsort an.
Am endgültigen Versammlungsort angekommen, unterbreitet Bostich
den Anwesenden seinen Plan: Er will eine Allianz gegen das
Kristallimperium schaffen, gegen SEELENQUELL. Man plant, eines der
gut 1.000 übergelaufenen Arkonidnen-Systeme in eine Art Symbol
gegen das Kristall-Imperium zu verwandeln, indem man alle
verfügbaren Einheiten der Allianz zu dessen Schutz abstellt. Als
Zentrum des Widerstands gegen SEELENQUELL wird schließlich das
Traversan-System ausgesucht. Das Trav'Tussan ist
gegründet...
Schließlich steht das Treffen zwischen Rhodan und Bostich sowie
Lotho Keraete an. Bostich verpflichtet sich, die besetzten
LFT-Gebiete wieder freizugeben, sieht jedoch Arkon weiterhin als
zweite Militärmacht neben der LFT in der Milchstraße, vor
allem in Hinsicht auf das von Hismoom prophezeite "Jahrtausend der
Kriege". Die Terraner als Verteidiger der Milchstraße seien
nicht genug. Und er bekommt von Lotho Keraete einen Zellaktivator
verliehen.
Der nächste Schritt in Richtung Zyklusende. Bostich gründet
ein "Gegen-Imperium" - und bekommt die Unsterblichkeit geschenkt! Na
endlich - zu dieser Entscheidung kann man dem Expo-Team nur
gratulieren. Denn die Figur des arkonidischen Imperators ist seit
langem einer der bestausgearbeiteten Charaktere der Serie. Hier ist
sicherlich noch einiges zu erwarten, auch wenn ich befürchte,
daß er sich im Laufe der Zyklen immer mehr den anderen
Unsterblichen annähern wird. Doch bis dahin ist ja noch einige
Zeit...
Vorerst nimmt die Handlung jedenfalls weiter Fahrt auf. Hat man im
letzten Roman noch einen Gang zurückgeschaltet, geht es mit
diesem Band in der Milchstraße immer schneller vorwärts.
Man spürt, daß sich das Ende des Zyklus' nähert.
"Rebellen am Schemmenstern" entpuppt sich dann auch als ein typischer
"Castor-Roman": Der Autor legt unzählige Verknüpfungen zu
der Vergangenheit der Serie, zitiert aus vergangenen Romanen und gibt
sich dabei teilweise recht mystisch.
Dabei hätten wir dann auch gleich die Vor- und Nachteile des
Romans in einem Satz erwähnt. Die zahlreichen Rückverweise
und Zusammenhänge innerhalb der Serie sind für den Altleser
zum einen sicherlich ein Genuß, zum anderen beginnt Rainer
Castor aber auch, es zu übertreiben. Der Leser gewinnt immer
mehr den Eindruck, daß Rainer seine Romane entweder mit schier
endlosen Technik-Beschreibungen auf die erforderliche Länge
bringt, oder halt mit der Aneinanderreihung unzähliger
Zusammenhänge mit früheren Geschehnissen. Dabei unterlegt
er diese mit dem mystisch verbrämten Geschichtshintergrund der
Arkoniden, der mir persönlich sowieso ein wenig suspekt ist. Ich
erinnere mich immer noch an diverse Szenen, in denen Atlan noch vor
Band 100 der Serie neidisch auf Rhodan geblickt hat, weil dieser sein
Mutanten-Korps hatte, und sich dachte: "Was hätten wir Arkoniden
damals erreichen können, wenn wir eine solche Unterstützung
gehabt hätten." Das klingt nun wirklich nicht nach "Großen
Feuermüttern", mystischen Dagor-Philosophien (die schon fast an
Psi-Fähigkeiten herangrenzen) und diversen Fast-Mutanten, die
den Arkoniden in der letzten Zeit angedichtet werden.
Abgesehen davon, daß das Ganze inzwischen ziemlich
unübersichtlich wird. Ich frage mich wirklich, wer in Sachen
arkonidischer Geschichte noch einen halbwegs sinnvollen Durchblick
hat - außer Rainer Castor natürlich. Diese Mystik
vernebelt inzwischen einiges - und manchmal auch den Verstand des
Lesers...
Zudem übertreibt Rainer Castor es inzwischen so langsam mit der
Verknüpfung der Handlung. Er "wildert" hier in der
PR-Geschichte, statt sich an die vorgeschriebenen
"Abschußquoten" zu halten. So langsam entwickelt sich hieraus
ein Gordischer Knoten, dessen Zusammensetzung nur Rainer Castor
bekannt ist. Auch eine Art, sich für die Serie unentbehrlich zu
machen... ;-)))
Davon einmal abgesehen erweisen sich die "Rebellen am Schemmenstern"
als ein sehr gut lesbarer Roman. Stilistisch kann man Rainer Castor
sicherlich nichts vorwerfen - und auch der Aufbau des Roman als ein
Garrabo-Spiel ist wohldurchdacht. Ein Zug auf der einen Seite - ein
Zug auf der anderen Seite. Das ist hervorragend zu lesen (wenn man
dabei den mystischen Teil überliest und sich keine weiteren
Gedanken darüber macht...) und macht wirklich Spaß,
alleine schon, wenn man Rainer Castors hervorragenden Stil
betrachtet.
Ansonsten darf man gespannt sein, wie sich die Handlung
weiterentwickelt. Sie steuert jedenfalls einem Höhepunkt
entgegen (wie gegen Ende des Zyklus wohl nicht anders zu erwarten
war), auch wenn zu erwarten ist, daß das einzige Element dieses
Romans, das den Zyklus-Wechsel überleben wird, die relative
Unsterblichkeit Bostichs ist. Das Gegen-Imperium Trav-Tussan
dürfte jedenfalls mit dem Hunderterwechsel wieder der
Vergangenheit angehören...
Eine nette Sache jedoch noch am Rande: Rainers kleiner,
augenzwinkernde Gruß an Uwe Anton auf Seite 51, 2. Spalte:
"Stimmt - es sollen schon Leute unter der Dusche auf der Seife
aufgerutscht sein und sich das Genick gebrochen haben." Naja, ganz so
schlimm war es in Mainz ja auch nicht - aber ich befürchte,
diese Geschichte wird Uwe noch in Jahren verfolgen... ;-)))
Fazit:
Ein guter Roman - zweifelsohne. Stilistisch sehr schön
erzählt, macht der Roman wirklich Spaß. Auch die Handlung
wird vorangetrieben. Doch in Sachen Rückverweise auf Vergangenes
beginnt Rainer Castor so langsam zu "wildern".
11 Punkte
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Der Zyklus geht zu Ende. Man merkt es eindeutig am Tempo,
das die Autoren jetzt vorlegen. Im letzten Roman löst
man das Problem mit den Monochrom-Mutanten; jetzt
organisieren sich die Verschwörer im Sonnensystem.
Vielleicht hätte man dieses Tempo bereits am Anfang des
Zyklus an den Tag legen sollen. Wie sagte Hans-Joachim
Kleimann so schön: "Aus einem Kaugummi wird eine
Sprungfeder." Ob dieses Tempo wirklich so gut ist, bleibt
abzuwarten. Nicht, daß wir wie bei der Großen
Leere alles einfach abhaken. Nun denn, man wird es
sehen. |
Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesuchtDa Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy. |