Der Neuen
USO ist das havarierte Raumschiff BOX-5511 in die Hände
gefallen. Mit seiner Hilfe will Monkey das Zentralplasma befreien,
das unter dem Einfluß der Superintelligenz SEELENQUELL steht.
Es dauert zwar ein bißchen, aber es gelingt dem Oxtorner, auch
Bré Tsinga für diese Mission zu gewinnen, eine der
Hauptpersonen in seinem Plan.
BOX-5511 gibt vor, beschädigt zu sein und erhält die
Landeerlaubnis auf der Hundertsonnenwelt. Schnell ist von den
USO-Spezialisten eine Transmitter-Verbindung zu Suntown geschaffen,
doch stellt man fest, daß doch keine Terraner mehr leben.
Da man nicht mehr auf die Unterstützung der terranischen
Bevölkerung der Hundertsonnenwelt bauen, kann, zieht Bré
an den Kontaktschnüren zu den Willys. Diese jedoch vegetieren
nur noch vor sich hin, da sie keine Aufgabe mehr haben. Es gibt wohl
nur eine Möglichkeit, die Matten-Willys wieder
aufzurütteln: Alkohol.
Doch die "Vurguzz"-Destille des Willys Bruno ist zerstört. Die
Zusammenarbeit zwischen Bruno und Bré zeitigt allerdings
Früchte: Die Destille kann wieder aufgebaut werden. Unter dem
Einfluß begrenzter Mengen Pseudo-"Vurguzz" werden die
Matten-Willys wieder aktiver. Es gelingt Bré Tsinga, sie
für den Plan Monkeys zu gewinnen. Ebenso wie auch eine Reihe
Posbis, die das PsIso-Fluid mittels eines Tricks auf den 80 Kuppeln
des Zentralplasmas aufsprühen sollen.
Der Trick gelingt, doch die Willys, die die Aufgabe haben, das
Multi-Zheosin auf das Zentralplasma zu schütten, machen
Probleme. Die Impulse des absterbenden Plasmas machen ihnen zu
schaffen. Doch unter heldenhaftem Einsatz gelingt es ihnen dennoch,
das Medikament zu verteilen.
Das Zentralplasma ist vom Einfluß SEELENQUELLS befreit und
nimmt den Kampf gegen die Arkoniden auf. Da erreicht Rhodan die
Nachricht, daß von Ferrol möglicherweise ein Signal von ES
ausgehen könnte...
Und weiter geht es Schlag auf Schlag - diesmal mit der Befreiung des
Zentralplasmas, und mit ihm der Gesamtheit der Posbis aus
SEELENQUELLS Griff. Ich muß ja doch sagen, daß mir das
Tempo inzwischen schon wieder ein wenig zu hoch vorkommt. Aber dies
sind wir von der PR-Serie ja schon seit langem gewöhnt. Zu
Anfang des Zyklus werden die Gegebenheiten abgeklopft, danach folgt
ziemlich schnell Kaugummi und gegen Ende überschlägt sich
die Handlung förmlich. Nichts wirklich neues also, auch wenn die
"Kaugummi-Phase" diesmal nicht ganz so schwer ins Gewicht fiel (und
meistens von den Viererblöcken bedingt wurde)...
So treten wir also in die Endphase des Zyklus ein, die letzten zehn
Hefte. Horst Hoffmann macht aus diesem "Befreiungs"-Roman (Wieso
muß ich jetzt an das Brettspiel "Risiko" denken?!?) jedenfalls
eine recht interessante Lektüre. Vor allem im psychologischen
Bereich vermag dieser Roman aufzutrumpfen, wenn es um die Beziehung
zwischen Bré Tsinga und Mokey geht. Die Entwicklung der
Ablehnung, die Bré gegenüber Monkey zunächst
empfindet, zum gegenseitigen Respekt ist wohl der Höhepunkt des
Romans. Die Handlung selber tritt hier schon fast in den
Hintergrund.
Und dort gehört sie auch hin, denn dieses "Hoppla-Hopp! Wir
befreien das Zentralplasma!" erweist sich teilweise als recht
unausgegoren - zumindest wenn man den letzten Roman zum Thema
Hundertsonnenwelt zurate zieht.
Dabei ist es nur eine Kleinigkeit, daß sich Bré hier
plötzlich vollkommen verwundert und überrascht zeigt, als
sie die zerstörte Destille Brunos zu Gesicht bekommt. Immerhin
hat sie selber das Teil in Schutt und Asche gelegt - weshalb also
diese Überraschung??? Oder habe ich da jetzt etwas falsch in
Erinnerung?!?
Interessanter ist, daß die KrIso-Netze über den Kuppeln
des Zentralplasmas anscheinend keine Rolle mehr spielen. Kann man die
Netze jetzt einfach übereinanderstülpen, oder wie?!? Warum
wurden die dann bisher immer abgenommen?!? Oder liegt das an dem
PsIso-Fluid?!?
Und wie ist das mit den Auswirkungen der Befreiung vom Zwang
SEELENQUELLS? Nun mag man anmerken, daß das Zentralplasma mit
den restlichen Intelligenzwesen der Milchstraße nicht
vergleichbar ist, da es praktisch nur aus Gehirnmasse besteht - doch
bleiben hier Fragen. Die Befreiung von der Knechtschaft SEELENQUELLS
führt bekanntlich zu einer Art Herzstillstand. Diesem entgegen
wirkt das Multi-Zheosin. Dummerweise verfügt das Zentralplasma
über keinerlei "Herz" im üblichen Sinne. Es wird über
technische Anlagen am Leben erhalten, auf die SEELENQUELL wohl kaum
psychischen Einfluß nehmen kann. Trotzdem beginnt das
Zentralplasma abzusterben. Warum eigentlich?!? Es selber ist immerhin
vom PsIso-Fluid geschützt. Wozu braucht es eigentlich das
Multi-Zheosin, das einem Organversagen entgegenwirken soll?!?
Immerhin hat das Zentralplasma diese Organe überhaupt nicht,
bzw. sind diese technischer Natur. Und vor geistigem Zugriff
schützt das PsIso-Fluid. Ähem...?
Ich bitte um Erklärung. Dieser Sachverhalt will mir irgendwie
nicht so ganz klar werden...
Abgesehen davon hat Horst Hoffmann seine Arbeit zumindest recht gut
erledigt. Konzentriert auf das Spannungsverhältnis
Bré/Monkey kann man hier nur von einer hervorragenden Leistung
sprechen.
Fazit:
Der "Kampf um das Zentralplasma" bietet vor allem eine schöne
Charakterisierung des Konfliktes zwischen Bré Tsinga und
Monkey. Des weiteren geht es handlungsmäßig mit
großen Schritten voran, auch wenn gerade diese Handlung einige
Haken und Ösen aufweist, die im Bezug auf den großen
Handlungsfaden des Zyklus eher seltsam anmuten...
9 Punkte.
|
Huch - also, demnächst haben Romane
Lichtgeschwindigkeit. Wie gesagt, wenn die Autoren das mal
zu Beginn des Zyklus gemacht hätten. |
Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesuchtDa Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy. |