Band 2090: "Kampf um das Zentralplasma"

Autor: Horst Hoffmann

Der Neuen USO ist das havarierte Raumschiff BOX-5511 in die Hände gefallen. Mit seiner Hilfe will Monkey das Zentralplasma befreien, das unter dem Einfluß der Superintelligenz SEELENQUELL steht. Es dauert zwar ein bißchen, aber es gelingt dem Oxtorner, auch Bré Tsinga für diese Mission zu gewinnen, eine der Hauptpersonen in seinem Plan.
BOX-5511 gibt vor, beschädigt zu sein und erhält die Landeerlaubnis auf der Hundertsonnenwelt. Schnell ist von den USO-Spezialisten eine Transmitter-Verbindung zu Suntown geschaffen, doch stellt man fest, daß doch keine Terraner mehr leben.
Da man nicht mehr auf die Unterstützung der terranischen Bevölkerung der Hundertsonnenwelt bauen, kann, zieht Bré an den Kontaktschnüren zu den Willys. Diese jedoch vegetieren nur noch vor sich hin, da sie keine Aufgabe mehr haben. Es gibt wohl nur eine Möglichkeit, die Matten-Willys wieder aufzurütteln: Alkohol.
Doch die "Vurguzz"-Destille des Willys Bruno ist zerstört. Die Zusammenarbeit zwischen Bruno und Bré zeitigt allerdings Früchte: Die Destille kann wieder aufgebaut werden. Unter dem Einfluß begrenzter Mengen Pseudo-"Vurguzz" werden die Matten-Willys wieder aktiver. Es gelingt Bré Tsinga, sie für den Plan Monkeys zu gewinnen. Ebenso wie auch eine Reihe Posbis, die das PsIso-Fluid mittels eines Tricks auf den 80 Kuppeln des Zentralplasmas aufsprühen sollen.
Der Trick gelingt, doch die Willys, die die Aufgabe haben, das Multi-Zheosin auf das Zentralplasma zu schütten, machen Probleme. Die Impulse des absterbenden Plasmas machen ihnen zu schaffen. Doch unter heldenhaftem Einsatz gelingt es ihnen dennoch, das Medikament zu verteilen.
Das Zentralplasma ist vom Einfluß SEELENQUELLS befreit und nimmt den Kampf gegen die Arkoniden auf. Da erreicht Rhodan die Nachricht, daß von Ferrol möglicherweise ein Signal von ES ausgehen könnte...

Und weiter geht es Schlag auf Schlag - diesmal mit der Befreiung des Zentralplasmas, und mit ihm der Gesamtheit der Posbis aus SEELENQUELLS Griff. Ich muß ja doch sagen, daß mir das Tempo inzwischen schon wieder ein wenig zu hoch vorkommt. Aber dies sind wir von der PR-Serie ja schon seit langem gewöhnt. Zu Anfang des Zyklus werden die Gegebenheiten abgeklopft, danach folgt ziemlich schnell Kaugummi und gegen Ende überschlägt sich die Handlung förmlich. Nichts wirklich neues also, auch wenn die "Kaugummi-Phase" diesmal nicht ganz so schwer ins Gewicht fiel (und meistens von den Viererblöcken bedingt wurde)...
So treten wir also in die Endphase des Zyklus ein, die letzten zehn Hefte. Horst Hoffmann macht aus diesem "Befreiungs"-Roman (Wieso muß ich jetzt an das Brettspiel "Risiko" denken?!?) jedenfalls eine recht interessante Lektüre. Vor allem im psychologischen Bereich vermag dieser Roman aufzutrumpfen, wenn es um die Beziehung zwischen Bré Tsinga und Mokey geht. Die Entwicklung der Ablehnung, die Bré gegenüber Monkey zunächst empfindet, zum gegenseitigen Respekt ist wohl der Höhepunkt des Romans. Die Handlung selber tritt hier schon fast in den Hintergrund.
Und dort gehört sie auch hin, denn dieses "Hoppla-Hopp! Wir befreien das Zentralplasma!" erweist sich teilweise als recht unausgegoren - zumindest wenn man den letzten Roman zum Thema Hundertsonnenwelt zurate zieht.
Dabei ist es nur eine Kleinigkeit, daß sich Bré hier plötzlich vollkommen verwundert und überrascht zeigt, als sie die zerstörte Destille Brunos zu Gesicht bekommt. Immerhin hat sie selber das Teil in Schutt und Asche gelegt - weshalb also diese Überraschung??? Oder habe ich da jetzt etwas falsch in Erinnerung?!?
Interessanter ist, daß die KrIso-Netze über den Kuppeln des Zentralplasmas anscheinend keine Rolle mehr spielen. Kann man die Netze jetzt einfach übereinanderstülpen, oder wie?!? Warum wurden die dann bisher immer abgenommen?!? Oder liegt das an dem PsIso-Fluid?!?
Und wie ist das mit den Auswirkungen der Befreiung vom Zwang SEELENQUELLS? Nun mag man anmerken, daß das Zentralplasma mit den restlichen Intelligenzwesen der Milchstraße nicht vergleichbar ist, da es praktisch nur aus Gehirnmasse besteht - doch bleiben hier Fragen. Die Befreiung von der Knechtschaft SEELENQUELLS führt bekanntlich zu einer Art Herzstillstand. Diesem entgegen wirkt das Multi-Zheosin. Dummerweise verfügt das Zentralplasma über keinerlei "Herz" im üblichen Sinne. Es wird über technische Anlagen am Leben erhalten, auf die SEELENQUELL wohl kaum psychischen Einfluß nehmen kann. Trotzdem beginnt das Zentralplasma abzusterben. Warum eigentlich?!? Es selber ist immerhin vom PsIso-Fluid geschützt. Wozu braucht es eigentlich das Multi-Zheosin, das einem Organversagen entgegenwirken soll?!? Immerhin hat das Zentralplasma diese Organe überhaupt nicht, bzw. sind diese technischer Natur. Und vor geistigem Zugriff schützt das PsIso-Fluid. Ähem...?
Ich bitte um Erklärung. Dieser Sachverhalt will mir irgendwie nicht so ganz klar werden...
Abgesehen davon hat Horst Hoffmann seine Arbeit zumindest recht gut erledigt. Konzentriert auf das Spannungsverhältnis Bré/Monkey kann man hier nur von einer hervorragenden Leistung sprechen.

Fazit:
Der "Kampf um das Zentralplasma" bietet vor allem eine schöne Charakterisierung des Konfliktes zwischen Bré Tsinga und Monkey. Des weiteren geht es handlungsmäßig mit großen Schritten voran, auch wenn gerade diese Handlung einige Haken und Ösen aufweist, die im Bezug auf den großen Handlungsfaden des Zyklus eher seltsam anmuten...
9 Punkte.

Winfried Brand

Huch - also, demnächst haben Romane Lichtgeschwindigkeit. Wie gesagt, wenn die Autoren das mal zu Beginn des Zyklus gemacht hätten.
Nun ja, die Mattenwillys kommen, sehen und siegen - oder so. Natürlich hat Bre dabei eine tragende Rolle, aber auch Monkey kommt nicht zu kurz.
Und gerade die Beziehung zwischen Bre und Monkey macht den Roman interessant. Zuerst ist bei Bre Ablehnung zu spüren - wir erinnern uns, Perry war nicht gerade erbaut davon, daß Monkey auf einmal über die gesamte Flotte verfügen wollte - dann wandelt sich das allmählich. Zwar nicht gerade in eine tiefe Freundschaft, aber in ein Verstehen und in Respekt. Diese Entwicklung hat Hoffman sehr plausibel und deutlich dargestellt und geschildert. Jetzt wissen wir auch, was in diesem Diffusor-Feld verborgen war, daß am Ende von 2088 auftauchte.
Was soll man noch zu diesem Roman sagen? Einmal, daß die Mattenwillys wirklich nett und amüsant sind und die Handlung zwar stellenweise vor sich hinplätschert, aber nicht langweilig ist.

Fazit:
Netter Roman. Monkey wird durch ihn verständlicher und Bre macht ihre Sache hervorragend.
10 Punkte

Christian Spließ

Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesucht

Da Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy.

home...