Band 2091: "Eine Spur von ES"

Autor: Horst Hoffmann

Die Panitherin Sky Charter entdeckt im Südmuseum Ferrols eines seltsame Begebenheit: Ihr erscheint das Gesicht Ernst Ellerts als Spiegelung in einer Vitrine. Als sie weiter nachforscht, stellt sie fest, daß Ellert offensichtlich nach Perry Rhodan ruft. Als sie mit Hilfe eines Museumsdieners weiterforscht, entdeckt sie unter dem Museum in einem geheimen Raum einen Fiktivtransmitter, ganz so wie weiland Perry auf seiner Suche nach der Welt der Unsterblichkeit. Doch kaum betritt sie den Raum, verschwindet der Transmitter.
Kaum hat sie diese Entdeckung weitergegeben, taucht besagter Unsterblicher auch schon auf, um sich das ganze näher anzusehen. Mitgebracht hat er den Multi-Mutanten, und nebenbei letzten Ilt, Gucky sowie den Boten von ES - Lotho Keraete. Rhodan zweifelt. Zum einen passen die dargebotenen Scherze durchaus zur wohlbekannten Superintelligenz, erinnern sie ihn an die Jagd nach dem Ewigen Leben, die er vor tausenden von Jahren angetreten hat, zum anderen könnte es sich um eine Falle SEELENQUELLS handeln.
Doch dann werden sie immer stärker genötigt, den einzig gangbaren Weg zu nehmen., es wird immer deutlicher, daß ES wohl kaum hinter den tödlichen Fallen stecken kann, die ihren Weg säumen und denen sie nicht entkommen können. So bleibt für die Gefährten nur der Weg nach vorne, bis schließlich Perry Rhodan alleine die letzte Hürde nehmen muß. Ihm bleibt keine andere Wahl, denn wenn er den letzten Transmitter nicht betritt, stirbt nicht nur er, sondern auch seine Freunde.
Doch wie schon befürchtet, ist diese Schnitzeljagd nicht von ES ausgelegt worden, sondern von SEELENQUELL, in dessen Hand sich der unsterbliche Terraner nun befindet.
Gucky, Keraete, Charter und der Museumsdiener Jakus gelingt es, auf die LEIF ERIKSSON zurückzukehren, von wo aus sie sofort die Suche nach Perry starten wollen. Doch dieser ist offensichtlich bereit mit einem anderen Schiff aus dem Wega-System herausgebracht worden. Bully ist wütend. Pforte Neun, der geheime Stützpunkt der Terranischen Heimatflotte, wird geräumt, und die Schiffe besetzen das Wega-System. Doch die Suche nach einer Spur Perry Rhodans bringt nichts ein.
Denn Rhodan befindet sich inzwischen auf Arkon III - in unmittelbarer Nähe SEELENQUELLS...

Tja, Rhodan in der Hand SEELENQUELLS - dies ist durchaus eine Überraschung für den Leser, wird aber (angesichts der Tatsache, daß bis zum Triumph über die SI nur noch vier Romane zur Verfügung stehen) wohl nicht so ganz zu würdigen sein. Da fragt sich der Leser unwillkürlich, welches Tempo denn die letzten vier Romane des Zyklus noch bringen werden. Ging es in den letzten Romanen schon zu schnell vorwärts, haben wir hier gleich noch eine Rückschlag. Dieser wird also noch ausgeglichen, und trotzdem SEELENQUELL der Vergangenheit zugeführt. Dies ist eine nochmalige Verschärfung des Tempos, die so nicht hätte sein müssen. Schon so ist im Zusammenhang mit der SI noch zu viel offen, als daß man es innerhalb von vier Romanen behandeln könnte. Trotzdem packt die Expo-Reda mit der Entführung Rhodans noch ein Pfund drauf. Das hätte nicht sein müssen - zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt.
Denn grundsätzlich ist diese Idee sehr zu befürworten. Rhodan als Gefangener SEELENQUELLS - dieser Gedanke hat was. Hieraus könnten sich einige interessante Romane ergeben - für die leider jetzt kein Platz mehr ist.
Aber kommen wir endlich zum Roman selber:
Horst Hoffmann (Huch?!? Schon wieder der?!? Dabei bilden dieser und der vorhergehende doch gar keinen Doppelroman...) gelingen hier wunderschöne Reminiszenzen an die frühen Rhodan-Romane, die Suche nach der Welt der Unsterblichkeit und allem, was damit zusammenhängt. Der Altleser, und auch diejenigen, die über die ersten Silberbände zur Serie gekommen sind, werden diesen Roman sicherlich genießen. Die ganzen aufgebauten Rätsel erinnern an die damalige Suche nach Wanderer - im positiven Sinne.
Allerdings wird dem Leser recht schnell klar, daß diesmal nicht ES, sondern SEELENQUELL hinter der Schnitzeljagd steckt. Gegen ES sprechen recht schnell die Qualitäten der Rätsel, bzw. der drängende Aspekt, der die Aspiranten aufgrund seiner Tödlichkeit vorantreibt. Allerdings bleibt den Helden leider auch nicht die Möglichkeit, sich aus diesem Kreislauf zu befreien, da Gucky, bzw. seine Psi-Kräfte, während der Prüfungen wirkungsvoll ausgeschaltet werden.
Daraus entwickelt sich dann ein Roman, der vor allem für den Kenner der frühen Rhodan-Serie sehr interessant daherkommt. Perry wieder auf der Spur von ES - oder auch nicht? Gerade diese Zweifel machen den Reiz dieses Romans aus. Ist es ES - oder ist es doch SEELENQUELL? Für den Leser ist das Ende nicht unbedingt überraschend - und eigentlich sollte es für Perry hier auch nicht der Fall sein. Zu tödlich sind hier die einzelnen Stationen der "Suche", und der Suchende wird hier auch zu sehr in die einzig mögliche Richtung gedrängt. Von daher verwundert Perry Unkenntnis bezüglich des Urhebers ein weinig. Doch letztendlich wird er zu einer Entscheidung gezwungen - und findet sich in der Gewalt SEELENQUELLS wieder.
Eine interessante Konstellation - leider ergibt sich dies erst vier Romane vor Ende des Zyklus (auf diese Handlungsebene gesehen) - wirklich tiefgängiges ist hier wohl nicht mehr zu erwarten.
Mit dem nächsten Band geht es nämlich erst mal wieder zurück nach Dommrath und Torr Samaho. Das wird dann auch noch einen Viererblock lang anhalten...

Fazit:
Ein guter Roman, der vor allem die Altleser und die Kenner der frühen PR-Historie begeistern dürfte. Das Rätsel um den Planeten des Ewigen Lebens wird noch einmal neu aufgeführt. Auch wenn der Leser schnell erahnt, daß hier eine andere Entität dahintersteckt, macht die Lektüre auf jeden Fall Spaß.
11 Punkte.

Winfried Brand

SEELENQUELL hat Perry. Na und?
Das war meine erste Reaktion, als ich den Roman zu Ende gelesen hatte. So faszinierend auch das ganze Drumherum mit dem Rückbezug auf das kosmische Rätsel sein mag, im Endeffekt fragt man sich, warum sich die SI Perry nicht schon vorher geschnappt hat. Und woher weiß sie eigentlich von den Anfangstagen der 3. Macht? Nun gut, wir übernehmen einen Terraner und wissen dann automatisch die Geschichte Terras, aber irgendwie ist mir die ganze Sache doch rätselhaft.
Man merkt, etwas gescheites will mir zu diesem Roman einfach nicht einfallen - außer vielleicht, daß die Autoren das Gaspedal jetzt bis zum Anschlag durchgetreten haben, um rechtzeitig den Zyklus mit 2099 zu Ende zu bringen. Tja, hätten sie das mal etwas vorher getan, dann müßten sie sich jetzt nicht so beeilen.

Fazit:
Hoffmann erzählt eine nette Geschichte und der Rückbezug auf die ersten Tage der 3. Macht ist ja ganz ordentlich und solide gemacht. Der Roman ist nett, aber mehr auch nicht.
7 Punkte

Christian Spließ

Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesucht

Da Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy.

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