Professor Zamorra

Band 710: "Hetzt den Drachen!"

Autor: Robert Lamont

Schon seit sechs Tagen ist Jack, der Lebensgefährte und Vater der Kinder Mawras, auf dem Berg. Sie macht sich allmählich Sorgen, aber sie weiß, daß Jack auf diesem Berg seinen Familiaris, seinen Vertrauten, finden wird, beziehungsweise ein Bild des Wesens, das sein Familiaris werden soll. Schließlich kommt Jack vom Berg zurück, und nachdem er nur knapp einer sehr scheußlichen Kreatur entkommen ist, offenbart er Mawra, was er gesehen hat: einen Drachen.
Dummerweise ist in der Welt der SECHS kein Drache mehr zu finden, doch die FÜNF, einflußreiche Magier, die zur Zeit nur zu viert sind, versichern Jack, daß er einen Drachen finden wird. Und Jack, der sich nichts sehnlicher wünscht, als den freigewordenen Platz bei den Vieren einzunehmen, macht sich auf die Suche. Zumindest hat er es vor - als Mawra und Jack sich jedoch in der Nähe von Regenbogenblumen aufhalten und Mawra belustigt an einen kleinen Drachen denkt, verschwindet sie. Jack und sie kennen die Funktion der Regenblumen nicht.
Im Chateau toben sich Fooly und Rhett Saris zusammen mit den Kindern der Lafittes aus. William fährt die Kinder ins Dorf zurück, doch Lady Saris meint, eine halbe Stunde länger würden den Kindern nun nicht schaden. Nach dieser halben Stunde fährt William Fooly allein zum Chateau zurück - und Fooly bemerkt dabei, daß irgendetwas ins Chateau eingedrungen ist.
Damit hat er nicht unrecht, denn Mawra wurde von den Regenbogenblumen direkt ins Chateau transportiert, da sie in ihren Gedanken ein Bild von Fooly hatte. Neugierig durchwandert sie den Keller und trifft kurz darauf auf Zamorra und Nicole, die gerade ein kleines Kampftraining veranstalten. Mittlerweile ist auch Jack hinter die Funktion der Regenbogenblumen gekommen und zuerst bei Pascals Haus gelandet, da Fooly und die Kinder sich dort befanden; kurz darauf tritt er Zamorra und Nicole gegenüber. Diese sind überrascht, daß sich jemand durch die Barriere Zutritt verschafft hat. Beide Parteien sind sehr vorsichtig und tasten sich allmählich vor - bis Fooly in den Raum platzt. Er hat die beiden Fremden gespürt und ist der Meinung, sie würden Zamorra angreifen. Jack, der den Drachen erblickt, meint, dieser sei der ihm versprochene Familiaris und legt ihn im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis. Und bevor Zamorra irgendwie eingreifen kann, verschwindet Jack zusammen mit Mawra über den Umweg von Pascals Haus in ihre eigene Welt.
Da Mawra eine Waffe zurückgelassen hat, kommt Nicole auf die Idee, damit die Spur des Pärchens aufzunehmen. Tatsächlich gelangen sie auf die Welt der SECHS.
Jack, der nun der Meinung ist, in den Kreis der FÜNF aufgenommen zu werden, erlebt eine herbe Überraschung: In den Augen der FÜNF hat er gegen das Gesetz verstoßen - denn Fooly gehört schon einem anderen Magier, Zamorra. Und damit hat sich Jack des Diebstahls schuldig gemacht. Enttäuscht greift er die Familiari der anderen Magier an und wird von den Magiern persönlich getötet.
Unterdessen ist Mawra beim vereisten Fooly geblieben und steht nun Zamorra und Nicole gegenüber. Nach einem kurzem Kampf gelingt es Nicole, Mawra zu paralysieren. Zusammen mit Fooly treten sie den Rückweg an - und als Mawra aus ihrer Betäubung erwacht, findet sie Jacks Leiche. Sie begräbt ihn und zerstört die Regenbogenblumen. Als Fooly versucht, mit Jack in Kontakt zu kommen, um mit ihm zu reden, kommt er nicht mehr durch.

Man merkts - ich vertrete erneut Guido, der zur Zeit den Rückstand der letzten Zamorra-Rezis aufarbeitet. ;-)
Dieser Roman ist eine Zusammenarbeit von Robert Lamont und Nicky Preßburger, der schon etliche Ideen für die Spiegel-Welt geliefert hat. Diesmal hat Robert den angefangenen Roman beendet - und dies auf eine sehr harmonische Art und Weise.
Fooly ist eine Figur, die die Leserschaft spaltet - ganz so wie ein gewisser Mausbiber, der auch nicht allen PR-Lesern gefällt. Ein Roman, der sich fast ausschließlich dem Drachen widmet, wird daher nicht unbedingt auf ungeteilte Begeisterung stoßen.
Offen gestanden: Mir hat der Roman gefallen. Einerseits, weil die Szenen mit den Kindern weder gekünstelt noch irgendwie zu sehr kindisch wirken und andererseits, weil Fooly erneut beweist, daß mehr in ihm steckt, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Nun gut, man kann sich natürlich darüber streiten, ob das "wir-schnappen-Fooly-und-kümmern-uns-nicht-um-den-Magier"-Verhalten wirklich sinnvoll ist. Andererseits, warum sollte man sich die Mühe machen und Jack suchen, wenn der sowieso nicht in der Nähe ist?

Fazit:
Ein angenehm zu lesender Roman, von dem die Fooly-Fans sicher begeistert sind.
12 Punkte

Christian Spließ

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