Schon seit
sechs Tagen ist Jack, der Lebensgefährte und Vater der Kinder
Mawras, auf dem Berg. Sie macht sich allmählich Sorgen, aber sie
weiß, daß Jack auf diesem Berg seinen Familiaris, seinen
Vertrauten, finden wird, beziehungsweise ein Bild des Wesens, das
sein Familiaris werden soll. Schließlich kommt Jack vom Berg
zurück, und nachdem er nur knapp einer sehr scheußlichen
Kreatur entkommen ist, offenbart er Mawra, was er gesehen hat: einen
Drachen.
Dummerweise ist in der Welt der SECHS kein Drache mehr zu finden,
doch die FÜNF, einflußreiche Magier, die zur Zeit nur zu
viert sind, versichern Jack, daß er einen Drachen finden wird.
Und Jack, der sich nichts sehnlicher wünscht, als den
freigewordenen Platz bei den Vieren einzunehmen, macht sich auf die
Suche. Zumindest hat er es vor - als Mawra und Jack sich jedoch in
der Nähe von Regenbogenblumen aufhalten und Mawra belustigt an
einen kleinen Drachen denkt, verschwindet sie. Jack und sie kennen
die Funktion der Regenblumen nicht.
Im Chateau toben sich Fooly und Rhett Saris zusammen mit den Kindern
der Lafittes aus. William fährt die Kinder ins Dorf zurück,
doch Lady Saris meint, eine halbe Stunde länger würden den
Kindern nun nicht schaden. Nach dieser halben Stunde fährt
William Fooly allein zum Chateau zurück - und Fooly bemerkt
dabei, daß irgendetwas ins Chateau eingedrungen ist.
Damit hat er nicht unrecht, denn Mawra wurde von den Regenbogenblumen
direkt ins Chateau transportiert, da sie in ihren Gedanken ein Bild
von Fooly hatte. Neugierig durchwandert sie den Keller und trifft
kurz darauf auf Zamorra und Nicole, die gerade ein kleines
Kampftraining veranstalten. Mittlerweile ist auch Jack hinter die
Funktion der Regenbogenblumen gekommen und zuerst bei Pascals Haus
gelandet, da Fooly und die Kinder sich dort befanden; kurz darauf
tritt er Zamorra und Nicole gegenüber. Diese sind
überrascht, daß sich jemand durch die Barriere Zutritt
verschafft hat. Beide Parteien sind sehr vorsichtig und tasten sich
allmählich vor - bis Fooly in den Raum platzt. Er hat die beiden
Fremden gespürt und ist der Meinung, sie würden Zamorra
angreifen. Jack, der den Drachen erblickt, meint, dieser sei der ihm
versprochene Familiaris und legt ihn im wahrsten Sinne des Wortes auf
Eis. Und bevor Zamorra irgendwie eingreifen kann, verschwindet Jack
zusammen mit Mawra über den Umweg von Pascals Haus in ihre
eigene Welt.
Da Mawra eine Waffe zurückgelassen hat, kommt Nicole auf die
Idee, damit die Spur des Pärchens aufzunehmen. Tatsächlich
gelangen sie auf die Welt der SECHS.
Jack, der nun der Meinung ist, in den Kreis der FÜNF aufgenommen
zu werden, erlebt eine herbe Überraschung: In den Augen der
FÜNF hat er gegen das Gesetz verstoßen - denn Fooly
gehört schon einem anderen Magier, Zamorra. Und damit hat sich
Jack des Diebstahls schuldig gemacht. Enttäuscht greift er die
Familiari der anderen Magier an und wird von den Magiern
persönlich getötet.
Unterdessen ist Mawra beim vereisten Fooly geblieben und steht nun
Zamorra und Nicole gegenüber. Nach einem kurzem Kampf gelingt es
Nicole, Mawra zu paralysieren. Zusammen mit Fooly treten sie den
Rückweg an - und als Mawra aus ihrer Betäubung erwacht,
findet sie Jacks Leiche. Sie begräbt ihn und zerstört die
Regenbogenblumen. Als Fooly versucht, mit Jack in Kontakt zu kommen,
um mit ihm zu reden, kommt er nicht mehr durch.
Man merkts - ich vertrete erneut Guido, der zur Zeit den
Rückstand der letzten Zamorra-Rezis aufarbeitet. ;-)
Dieser Roman ist eine Zusammenarbeit von Robert Lamont und Nicky
Preßburger, der schon etliche Ideen für die Spiegel-Welt
geliefert hat. Diesmal hat Robert den angefangenen Roman beendet -
und dies auf eine sehr harmonische Art und Weise.
Fooly ist eine Figur, die die Leserschaft spaltet - ganz so wie ein
gewisser Mausbiber, der auch nicht allen PR-Lesern gefällt. Ein
Roman, der sich fast ausschließlich dem Drachen widmet, wird
daher nicht unbedingt auf ungeteilte Begeisterung stoßen.
Offen gestanden: Mir hat der Roman gefallen. Einerseits, weil die
Szenen mit den Kindern weder gekünstelt noch irgendwie zu sehr
kindisch wirken und andererseits, weil Fooly erneut beweist,
daß mehr in ihm steckt, als man auf den ersten Blick vermuten
würde.
Nun gut, man kann sich natürlich darüber streiten, ob das
"wir-schnappen-Fooly-und-kümmern-uns-nicht-um-den-Magier"-Verhalten
wirklich sinnvoll ist. Andererseits, warum sollte man sich die
Mühe machen und Jack suchen, wenn der sowieso nicht in der
Nähe ist?
Fazit:
Ein angenehm zu lesender Roman, von dem die Fooly-Fans sicher
begeistert sind.
12 Punkte