Das, was
Zamorra und Nicole eigentlich verhindern wollten, ist geschehen:
Kuang-shi, der Supervampir, ist erwacht. Doch entgegen aller
Wahrscheinlichkeit bläst er nicht sofort zum Großangriff,
sondern schickt erstmal seine Tulis-Yon los.
Ein Kontingent untersteht dem ehemaligen Vampir Jorge. Er und seine
Leute greifen eine Farm in der Kleinstadt Dusty Heaven an - nur der
stumme Miguel, ein illegaler Einwanderer, der der Farmfamilie seit
etlichen Jahren zur Hand ging, überlebt das Gemetzel. Eine
Tatsache, die Jorge nicht entgeht - und zudem ist es ihm
unverständlich, warum er und seine Leute in einen regelrechten
Blutrausch geraten sind. Mit der Unauffälligkeit, die Kuang-shi
von ihnen gefordert hatte, ist es damit erstmal vorbei. Allerdings
ist das kein Problem für Jorge. Den Befehl von Kuang-shi kann
man ja großzügig erweitern und damit die ganze Stadt
einschließen, die dann einfach dem Erdboden gleichgemacht wird.
Das muß allerdings noch in dieser Nacht erfolgen.
Unterdessen ist Miguel natürlich unter Mordverdacht geraten -
und Sheriff Brooke ist ganz und gar davon überzeugt, daß
er es gewesen ist. Nur der örtliche Sheriff Yellowfeather ist
sich da nicht ganz so sicher. Schließlich hat Miguel bei der
Vernehmung mit ihm einen Wolfskopf gezeichnet. Und da Zamorra etwas
von einer Sekte erwähnt hat, die Wolfsmasken trägt, scheint
ihm das eher einzuleuchten.
Währenddessen versucht Fu Long in Colorado herauszufinden, was
Kuang-shi plant. Dabei soll ihm eine uralte Prophezeiung helfen, in
der der chinesische Name von Zamorra auftaucht und die etwas mit dem
Hong Shi, dem roten Stein, zu tun hat. Dieser hat beim letzten Mal,
als Zamorra mit den Tulis-Yon aneinandergeraten ist, Zamorra sehr
geholfen - schließlich vermag der Stein die Verwandlung in
einen Tulis-Yon zu stoppen.
Nachdem Yellowfeather und Zamorra mit einem Tulis-Yon Bekanntschaft
gemacht haben - glücklicherweise ist niemand beim Autounfall zu
Schaden gekommen - kann Zamorra nichts anderes mehr tun, als den
Sheriff einzuweihen.
Zudem greifen gerade jetzt die Tulis-Yon die Stadt an.
Brooke, der die Lage vollkommen falsch einschätzt, ist Zamorra
gefolgt. Dieser kann ihn zwar abfangen, doch eine Begegnung mit einem
Tulis-Yon bleibt auch dem Sheriff nicht erspart. Zusammen mit Zamorra
und Miguel verschanzen sie sich vor dem Angriff der
Wolfsköpfigen in den Bergen. Doch sowohl Brooke als auch Zamorra
werden von den Tulis-Yon angefallen, und es bleibt ihm nicht anderes
übrig, als kurzerhand Miguel an das Steuer des gemeinsamen Autos
zu setzen und zuerst den Sheriff und dann sich selbst mit dem Hong
Shi zu heilen.
Unterdessen stecken Nicole und Yellowfeather in Dusty Heaven in
Schwierigkeiten. Zwar haben sie die restlichen Bewohner in die Kirche
verfrachtet und können sich auch noch halbwegs der Tulis-Yon
erwehren, aber allmählich wird die Lage kritisch.
Glücklicherweise befindet sich ein Benzinkanister in der Kirche,
den Nicole zur Explosion bringen kann. Kurze Zeit später geht
die Sonne auf. Zamorra, Brooke und Miguel kommen unversehrt in Dusty
Heaven an; die Tulis-Yon werden von der Sonne getötet. Und Fu
Long hat herausgefunden, daß Zamorra den Hong Shi nicht mehr
benutzen darf. Doch das hat Zamorra ja längst.
Allmählich wird die Handlung um den Supervampir Kuang-shi
wirklich außerordentlich interessant. Wir erinnern uns - er und
Zamorra sind sich ja schon mal irgendwann begegnet - in der fernen
Vergangenheit, an die sich Zamorra aber nicht erinnert. Zudem gibt es
da noch den Dialog zwischen Agkar und seinem Herrn, in dem Kuang-shi
etwas von einem Köder sagt, mit dem man einen
größeren Fisch fängt. Da kommen noch interessante
Zeiten auf uns zu - vor allem, weil Zamorra jetzt den Hong Shi
benutzt hat, was er nicht tun sollte. Und eigentlich dürften nur
Vampire in der Lage sein, den Stein zu benutzen. Das wird wirklich
spannend.
Claudia versteht es mal wieder, ihre Nebenfiguren sehr menschlich zu
zeichnen und nebenbei auch noch ab und an einen Schuß Ironie in
die Handlung einfließen zu lassen - zwar sind diese Stellen
nicht gerade häufig, aber man kann sie durchaus finden. Und sich
köstlich amüsieren, wenn sich die Erdnüsse in Hanks
Bar schon jenseits aller Haltbarkeitsdaten befinden und Yellowfeather
diese sehr häufig mit Genuß verzehrt hat. ;-) Ansonsten
sind die Action-Szenen stimmig, der Plot des Romans ist sehr
spannend. Und der Roman ist gut zu lesen - was will man also
mehr?
Fazit:
Gelungener Roman, der den roten Faden um Kuang-shi weiterspinnt, mit
netten Nebenfiguren aufwartet und gut zu lesen ist.
12 Punkte