Professor Zamorra

Band 712: "Satan von Kaschmir"

Autor: Roger Clement

230 v.C. herrschte der Dämon Gubhar über die indische Provinz Kaschmir. Er belegte das Land mit Schrecken und Entsetzen - und erst, als der Kaiser persönlich seine Armee schickt, besteht Hoffnung, den Dämon vernichten zu können. Doch so einfach läßt sich Gubhar nicht besiegen. Erst das Eingreifen eines indischen Heiligen, eines Sadhus, vermag Gubhar halbwegs zu besiegen - es gelingt dem Sadhu den Dämon in eine Höhle zu sperren und diese zu versiegeln. Solange ein Nachkomme des heiligen Mannes lebt, wird der Dämon dort gebannt sein.
Gegenwart: Wie sollte es auch anders sein, der letzte Nachkomme des heiligen Mannes stirbt in der indischen Armee und damit ist Gubhar frei. Mudjahedin, die die Höhle nutzen wollen, fallen dem Dämon und seiner Begleiterin zum Opfer. Nur Ali Jamal gelingt die Flucht. Der Junge fristet sein Leben von nun an auf der Straße.
In Frankreich sind Zamorra und Nicole auf die Vorgänge in Kaschmir aufmerksam geworden. Ihre erste Begegnung mit Ali ist eine unerfreuliche - der Junge klaut Nicole das Portemonnaie. Doch damit kommt er nicht weit. Die beiden holen ihn ein und als Ali etwas von einer Höhle erwähnt, sind sie ganz Ohr.
Zusammen mieten sich die drei in ein Hausboot in der Nähe der Höhle ein. Gubhar merkt natürlich, daß ein Weißmagier in der Nähe ist und versucht das Trio anzugreifen. Dummerweise scheitert sein Angriff an den Dämonen, die in der Tiefe des Sees leben. Er und sein Panther Kela ziehen sich zurück. Wobei Kela den Rückzug als weises Vorgehen deklariert - Zamorras Amulett könnte Gubhars Macht verstärken.
Und zudem hat Kela ihre eigenen Methoden. Als Ali einkauft, bietet sie ihm als wunderschöne Frau eine hohe Summe an. Dummerweise ist der Geldkoffer aus Schweinsleder und für Ali damit unrein. Doch das Angebot Kelas spukt Ali im Kopf herum. Gleichzeitig hat Kela eine Band von Straßenräubern angeheuert, deren Überfall jedoch kläglich scheitert. Und als das Trio in die Nähe der Höhle klettert, versucht Kela als islamischer Mullah Ali davon zu überzeugen, daß Zamorras Macht schwarzmagisch ist. Doch Ali kann durch die Frage nach einer Koranstelle den Mullah als Dämon enttarnen und wird von ihm angegriffen.
Zufälligerweise ist Zamorra in der Nähe und als Kela in ihrer üblichen Gestalt Ali angreift, ist der Prof zur Stelle, er vernichtet den Dämonenpanther. Unterdessen wird auch Nicole angeggriffen - und zwar vom Dämon persönlich. Als Zamorra herbeieilt, hat Gubhar Nicole in seiner Gewalt. Er fordert Merlins Stern. Nur hat er nicht damit gerechnet, daß Nicole das Amulett rufen kann. Zamorra übergibt das Amulett scheinbar den Dämon und Nicole greift mit ihm an. Gubhar wird vernichtet und Ali in ein Waisenhaus gebracht.

Man wirft mir immer vor, ich hätte eine Clement-Aversion. Das leugne ich in keiner Weise, aber dieser Vorwurf vergißt, daß ich diese Aversion nicht ad hoc entwickelt habe sondern nach dem Lesen diverser Romane. Mag sein, daß die Neueinsteiger im PZ-Universum auch solche Bände wie die von Clement brauchen, in denen viel passiert und die Einzelromane sind. Es gibt ja auch Leser, die seine Romane mögen. In der Regel gehöre ich nun nicht dazu. Das nur als kleine Anmerkung vorneweg.
Kommen wir zum Roman. Clement scheint sich sehr auf Dämonen und exotische Welten spezialisiert zu haben - wir erinnern uns an die riesenhaften Amazonen, an den Herrn der Vulkane und an die Vampirzyklopen. Und im Grunde ist die Handlung wohl auch sehr ähnlich - böser Dämon taucht auf, Zamorra zieht mit viel Action los und am Ende ist der Dämon tot.
Ich habe nichts gegen Action. Ich habe auch nichts gegen einfache Handlungsstränge, die offensichtlich für Clement typisch sind. Wenn dieser Mensch das anständig erzählen würde, würde ich seine Romane vielleicht sogar mögen. Aber das tut er ja nicht. Leider.
Schon auf den ersten Seiten reiht Clement einfach nur Hauptsätze aneinander. Abgesehen mal von der sehr flachen Charakterisierung der Hauptperson, wirkt das so auf Dauer sehr ermüdend und unendlich monoton. Ehrlicherweise muß ich gestehen, daß ich den Roman bestimmt nach den ersten fünf Seiten beiseite gelegt hätte, hätte ich ihn nicht rezensieren müssen. (Da schlägt wieder die Clement-Aversion durch, ja, ich weiß...) Dabei bietet die Sprache doch so viele Stilmittel, eine Geschichte spannend zu erzählen.
Wie gesagt, der eigentliche Plot ist annehmbar, wenn auch nicht besonders neu, und die Charaktere sind halt sehr platt - und da helfen auch nicht die kritischen Untertöne, die Clement Zamorra unterschiebt. Immerhin, es gibt sie, was schon ein Fortschritt ist.

Fazit:
Ein typischer Clement - mehr brauche ich nicht zu sagen.
7 Punkte

Christian Spließ

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