Band 12: "Kloster des Grauens"

Autor: Stephen Salomo

Torn und seine drei Begleiter finden in einem zerstörten Kloster eine Bleibe für die Nacht. Der Abt und die Mönche haben das Kloster nicht verlassen, weil sie ihrer Christenpflicht nachkommen wollen - und auch nicht wissen, wohin sie gehen sollten. Doch auch die Grak'ul sind auf dem Weg zum Kloster.
Ihr erstes Opfer ist der Ungar, der sich gerade um die Pferde gekümmert hatte, als die Dämonen angriffen. Torn legt seine Tarnung ab, und es gelingt ihm, das Heer der Grak'ul zu töten. Dabei jedoch läßt auch der spanische Lanzenreiter sein Leben. Zudem kann der Crush'tar Torn in seiner wahren Gestalt orten und rast jetzt auf das Kloster zu.
Torn, erheblich geschwächt vom Kampf gegen die Dämonen, verbreitet in seiner wahren Gestalt Furcht unter den Mönchen, und es dauert einige Zeit, bis diese ihn akzeptieren. Doch Torn bleibt keine Zeit, seine Mission dem Abt genauer zu erklären, denn der Crush'tar hat das Kloster erreicht und trachtet nun nach Torns Tod. Sein Zustand erlaubt es ihm nicht, sofort den Kampf gegen ihn anzutreten. Schlußendlich bleibt ihm nur die Flucht - allerdings eher unfreiwillig.
Dummerweise lockt Torn damit den Crush'tar genau zum Lager des Feldherrn - genau das, was die Grah'tak beabsichtigt haben. Torn tritt erneut dem Feldherrn gegenüber. Dieser glaubt ihm die Geschichte, die er erzählt, nicht. Doch erneut hat sich der Crush'tar auf Torns Spur gesetzt - und er trampelt in das Heerlager. Jankus, der Hofastrologe, entpuppt sich währenddessen als Chamäleon, und Torn kann ihn vernichten.
Nachdem er dies getan hat, findet sich Torn auf dem Rücken des Crush'tar wieder, und mit seinem Lux gelangt er in das Innere des Gefährts, zerstört die Kommandozentrale und löst den Crush'tar damit auf. Von ihm bleibt nichts mehr übrig. Torns Mission ist erledigt, und er kehrt zur Festung zurück.

Hmmm - eins kann man diesem Roman nun nicht nachsagen: einen Mangel an Tempo. Es erinnert mich irgendwie an die modernen Action-Computerspiele. Der Held beendet ein Level und erfährt etwas Neues, wird dann auf das nächste hochgehievt, wo er wieder etwas Neues erfährt, und so weiter und so fort. Und der Endgegner ist in diesem Fall der Crush'tar. (Was mich jetzt irgendwie an den Lara-Croft-Film erinnert - warum bloß? ;-))
War der erste Teil noch etwas differenzierter aufgebaut und hatte Atmosphäre, erinnert der zweite Teil eher an ein Reverend-Pain-Abenteuer: hier die Dämonen, da der Held, der tüchtig draufkloppt. Beim Pain war dies wenigstens noch ab und an mit einer gewissen Prise Ironie versehen; in diesem Roman jedoch ist Torn derart ernst, daß es einem den Spaß am Lesen nimmt. Gut, es gibt einige Stellen, die zum Nachdenken anregen - das Bekenntnis des Ungars, daß der Glaube nicht im Kopf, sondern im Herzen sitzt, zum Beispiel. Aber diese Stellen sind rar gesät.
Was ich dem Autor aber wirklich übelnehme, ist, daß er den Namen des Feldherrn nicht nennt. Ich hatte ja schon spekuliert, ob es Tilly - nein, nicht die mit dem Spülmittel - sein könnte, da die Zeit und die Umstände passen würden. Stattdessen bleibt der Feldherr einfach nur der Feldherr. Das nehme ich dem Autor wirklich übel, denn entweder hat er nicht gut genug recherchiert, oder er nimmt den Leser nicht für voll. Kurz und gut - ich fühle mich regelrecht verschaukelt. Und ich nehme an, das ging nicht nur mir so.

Fazit:
Was nach dem Lesen des Romans bleibt, ist erstens das unangenehme Gefühl, hinters Licht geführt worden zu sein - und zudem die Erkenntnis, daß man Torn hervorragend als Computerspiel bearbeiten könnte. Ein sehr schwacher Roman.
3 Punkte

Christian Spließ

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