Ende der
80er Jahre ist der kalte Krieg in vollem Gange. Die beiden
Weltmächte USA und UdSSR beobachten einander höchst
mißtrauisch, und die politische Lage ist dementsprechend
angespannt.
Genau in dieser angespannten Situation erfährt der
Präsident, daß zwei Soldaten namens Bull und Adams eine
Revolte planen, einen regelrechten Aufstand, der die USA wieder zu
den Werten der Väter führen soll. Während Adams ein
trickreiches Täuschungsmanöver für die Russen
arrangiert, kümmert sich Bull um die Rebellen - Soldaten, die
ihm absolut treu ergeben sind.
Es kommt, wie es kommen muß: Da Rußland glaubt, Amerika
habe sich mit den Chinesen gegen Moskau verbündet (während
außerdem anscheinend ein geheimes Experimental-U-Boot, das die
Amerikaner längst abgeschrieben haben, Torpedos auf die
Küste von Rußland feuert - in Wirklichkeit sind es Adams
Männer, die diese Aktion ausführen), beginnt der dritte
Weltkrieg.
Ben Raines, Ex-Soldat und recht erfolgreicher Schriftsteller,
verschläft diese ganzen Ereignisse und wacht eines Morgens in
einem verwüsteten Land auf. Ben, dem Bull vor seinem Tod die
Rebellen überantwortet hat, macht sich auf die Suche nach seiner
Familie und erkundet das Land nach der Katastrophe.
Während sich eine neue Regierung aus der Asche erhebt, geht Ben
seinem persönlichem Traum nach: ein Land, das von den Leuten
für die Leute regiert wird. Bald hat er seine eigene Nation
aufgebaut - doch die neue Regierung will dieses nicht dulden. Es
kommt zum Bürgerkrieg...
Out of the Ashes? Der eine oder andere wird mit dem Titel "Ashes"
vielleicht etwas anfangen können - richtig, das ist die
Endzeitserie, die der Zaubermond-Verlag demnächst als deutsche
Premiere veröffentlichen wird. Da man bekanntlich neugierig ist
und die Taschenbuchausgabe auch nicht so viel kostet, habe ich schon
mal in den ersten Band reingesehen. Übrigens wird der Roman bei
Zaubermond leider gesplittet werden - zwei Bände zum Preis von
rund 26,- DM. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Fans dafür
begeistern werden - da bin ich ehrlich und muß sagen: Ich kaufe
mir in diesem Fall die Original-Ausgabe, weil die bedeutend billiger
ist. Aber ich bin auch kein Verlag und muß auch nicht
wirtschaften - wobei, das mit dem Wirtschaften... (* Hieß
das nicht "DIE Wirtschaften" - öhm...? ;-))) Heike) Aber
lassen wir das.
Johnstone schreibt eine recht leicht zu lesende Prosa, ähnlich
wie bei Lumley reicht da das Schulenglisch aus um die Geschichte zu
verstehen. Und wenn man sich erstmal eingelesen hat, will man das
Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Johnestone erzählt eine
spannende und abwechslungsreiche Geschichte, bei der man
zunächst hinter die Kulissen der Macht geführt wird und
erst dann langsam mit Ben Raines das nachapokalyptische Amerika
erkundet. Nun gut, kurz vor dem Ende, als Ben einige Presseleute
durch sein Reich führt, gerät das Buch ein wenig ins
Stocken, dann jedoch geht es knallhart auf das Ende zu.
Und knallhart im wörtlichen Sinne - schließlich
schlägt Ben sich mit einer ansehnlichen Waffensammlung durch die
Welt, und es geht manchmal recht heftig zu - nun gut, es ist eine
Post-Doom-Serie. Wenigstens bleibt einem die Arena-Kampfszene erspart
- gottseidank. Die Philosophie, die Ben Raines vertritt, ist auch
nicht nach jedermanns Geschmack, aber man kann sie durchaus
akzeptieren.
Was aber der Autor hervorragend kann, ist, Charaktere zu schaffen,
die einen wirklich interessieren. Ben Raines ist dabei ein Mann mit
Ecken und Kanten und durchaus nicht so einfach strukturiert, wie man
meinen könnte.
Daneben gibt es einen herrlichen fiesen Schurken, den neuen
Präsidenten, und auch die zahlreichen Nebenfiguren vermögen
Interesse zu erwecken.
Fazit:
Wird sich der Kauf der beiden Bände lohnen? Ja, durchaus. Denn
es gibt eine spannende Handlung, glaubwürdige Charaktere und
zudem auch noch Stoff zum Nachdenken. Wenn dann auch noch die
Übersetzung stimmt, hat Zaubermond einen wirklichen Renner im
Programm - und da es weit mehr als 35 Bände im Original gibt,
könnte es ein Dauerbrenner werden.
15 Punkte