Band 2095: "Nekrophoren"

Autor: Uwe Anton

Torr Samaho flüchtet vor den Galaktikern, die ihm eine empfindliche Niederlage bereitet haben. Schließlich gelangt er auf die oberste Plattform von Kintradims Heim, wo er auch Mondra Diamond gefangenhält. Er nimmt Kontakt zu Cairol dem Dritten auf und bietet diesem den havarierten Chaotender im Tausch gegen sein Leben in Form eines neuen Körpers an. Cairol will sofort kommen, und Samaho klammert all seine Hoffnungen an den Kosmokraten-Roboter, denn ohne dessen Hilfe wird er sterben...
Cairol der Dritte taucht schließlich auch durch den Torbogen-Transmitter von Kintradims Höhe in ZENTAPHER auf. Doch das Angebot Samahos lehnt er ab, der Chaotender sei schließlich drei Millionen Jahre alte Chaotarchen-Technologie, die die Kosmokraten bereits seit langem kennen. Torr Samaho spürt sein Versagen und besteigt mit seiner Geisel Mondra Diamond (die er benötigt, um die für ihn filigranen Bedienungselemente zu betätigen) eine Gondel, um wenigstens seinen Sterbeort selber wählen zu können.
Cairol hingegen ist darauf aus, ZENTAPHER zu vernichten. Vor allem die Nekrophoren sind ihm ein Dorn im Auge, widersprechen sie doch jeglichen Zielen der Kosmokraten. Atlan versucht, den Roboter umzustimmen, doch es gelingt ihm nicht. Cairol will ZENTAPHER abschalten und dabei zerstören, damit es kein weiteres Unheil mehr anrichten kann.
Torr Samaho hingegen fliegt mit Mondra nach Box-ZENTAPHER, um dort eine Nekrophore in ZENTAPHER zu öffnen um in dieser Form Selbstmord ("Gomberach" der Crozeiren) zu begehen, da dies auf andere Weise nicht klappt. Dabei braucht er ihre Hilfe, denn seine Gestalt verhindert die Verrichtung der nötigen mechanischen Schritte, um die Nekrophore zu öffnen.
Cairol übernimmt inzwischen das Kommando über ZENTAPHER, indem er die Ausstrahlung einer <i>Dunklen Geburt</i> simuliert. Währenddessen beginnt Mondra unter den Anweisungen Torr Samahos, eine Nekrophore zu öffnen. Doch noch ist der Architekt Kintradim Crux nicht endgültig geschlagen. Sein Bewußtsein holt zum Schlag gegen Samaho aus, und während dieses Kampfes gelingt es Mondra, sich ein wenig aus der Fessel Samahos zu befreien.
Währenddessen versucht die Gruppe um Atlan, die Vernichtung des Chaotenders zu verzögern und zumindest die darin wohnenden Lebewesen zu retten. Durch einen Trick gelingt es ihnen, Cairol eine Zeitspanne von acht Stunden abzuringen, während der er ihnen verspricht, die Bevölkerung ZENTAPHERS evakuieren zu können und den Chaotender außerhalb CLURMERTAKHS zu vernichten.
Mondra Diamond hingegen mißlingt die Flucht, doch gelingt es ihr, Torr Samaho zu blenden und so den letzten Schritt zur Öffnung der Nekrophore zu verhindern, da Samaho ihr keine Anweisungen mehr geben kann. Sie wacht an Samahos Seite, bis der ehemalige Diener der Materie endgültig stirbt.
Atlan & Co. gelingt es, Mondra schließlich zu finden, da sie ein Notsignal ausgestrahlt hat. Doch nun wird die Zeit knapp, denn sie müssen ZENTAPHER in der festgelegten Frist verlassen haben, um nicht Teil der Vernichtung des Chaotenders zu werden.
Zur gleichen Zeit beschleunigt Cairol die Zeitabläufe in diversen Kabinetten, um die versprochene Evakuierung rechtzeitig durchführen zu können. Und wenn Atlan auch Zweifel daran hatte, gelingt diese schließlich doch. Für ihn und die Gruppe um ihn herum wird die Zeit jedoch knapp.
Cairol vernichtet den Chaotender schließlich, indem er ihn in die Sonne des Planetensystems steuert, wo er in einer gewaltigen Reaktion vergeht. Der sich ausbreitenden Nova kann die SOL nur knapp entkommen, nachdem sie die Wissenschaftler der Forschungsstation gerettet hat. Die Gruppe um Atlan wird gerade so noch von Startac Schroeder in Mohodeh Kaschas ATHA'KIMB teleportiert, bevor es zu spät ist. Beiden Schiffen gelingt die Flucht vor der sich aufblähenden Nova.
Doch in der SOL entdeckt man, daß man im Bereich des SZ-1 Flanschs 1,888 Tonnen Übergewicht hat - genau das Gewicht einer Nekrophore. Man muß davon ausgehen, ein solches Faß an Bord zu haben, doch macht man sich trotzdem in Richtung der Galaxis Wassermal zu den Pangalaktischen Statistikern auf, wobei die ATHA'KIMB die SOL begleitet. Vorher jedoch entscheiden sich 355 Besatzungsmitglieder der SOL dafür, lieber in die Milchstraße zurückzukehren. Sie werden in fünf SOL-Kreuzern auf den Weg geschickt, von denen jeder einzelne einen Holowürfel mitbekommt, der für Perry bestimmt ist und die Erlebnisse der SOL schildert, seit sie ihre Reise angetreten hat.

Wieder einmal ist Uwe Anton an der Reihe, einen Handlungsstrang zu beenden, der in seinen letzten Zügen recht kosmische Verwicklungen aufzeigt. Ich möchte es vorwegnehmen: Auch diesmal ist seine schwere Aufgabe ihm mehr als gelungen - dabei sogar wesentlich besser als in den letzten Versuchen.
Im allgemeinen kranken die Zyklusauflösungen bei Perry Rhodan daran, daß sie logisch eher weniger Sinn ergeben und der vorhergehenden Handlung eher zuwiderlaufen, bzw. schlicht und ergreifend langweilig sind. (Siehe z.B. in jüngerer Zeit die Hamamesch, die Abruse, die Dscherro oder auch die Flucht der SOL in die NACHT...) Dieser Abschluß der Handlungsebene jedoch vermag über weite Strecken zu überzeugen. Er wirkt durchdacht, und es tritt kein "Kaninchen-Effekt" auf. Das hat doch schon mal einiges für sich.
Uwe Anton gelingt dabei auch ein recht spannender Roman, bei dem man sich in die handelnden Personen hineinversetzen kann. Dies führt soweit, daß der Leser selbst entsetzt ist und damit Atlans Reaktion folgt, daß Cairol nur eine Acht-Stunden-Frist zur Räumung ZENTAPHERS ansetzt. Und wenn Cairol auf Seite 43 denkt: "Die Arbeit von Jahren wird in einer halben Stunde getan." [...] "Genau dies ist der Sinn der komplexen Chaotender-Konstruktion. Mich wundert es nicht, daß diese Menschen nicht auf die naheliegende Lösung gekommen sind." stellt der Leser verblüfft fest, daß auch er nicht auf diese Lösung gekommen ist. Natürlich kann man einen Chaotender innerhalb von acht Stunden evakuieren - wenn einem die Mittel des Gefährts zur Verfügung stehen. Und mit der Zeitsteuerung ist dies sicherlich kein Problem...
Doch Uwe Anton läßt den Leser erst gar nicht auf diese Idee kommen. Zu sehr wird dieser in den Roman eingesponnen, als daß er sich noch Gedanken um die weiterführende Handlung machen könnte; die Schilderungen Uwe Antons lenken ihn zu sehr von der großen Übersicht ab. So sollte ein Heftroman aussehen, für dessen handlungsrelevante Kritikpunkte (soweit vorhanden) der Leser erst gar kein Auge hat, weil er von dem Roman selber zu sehr eingenommen wird.
Hinzu kommt, daß Uwe Anton hier seinen zur Verfügung stehenden Platz bestens genutzt hat. Im direkten Vergleich zum vorhergehenden Roman schätze ich einmal, daß Uwes Text rund 15-20% länger ist als Susans (man beachte die Schriftgröße und den Zeilenabstand...). Klaus wird es beim Kürzen sicherlich sehr schwer gehabt haben.
Daran wird allerdings auch deutlich, daß die Viererblöcke der Serie insgesamt nicht unbedingt zum Guten gereichen. Denn wenn wir uns einmal diesen Viererblock ansehen, bleibt die Erkenntnis: Band 1: Die Zwischengeschichte Torr Samahos; Band 2: Die Geschichte Kintradim Crux'; Band 3 + 4: Der Sieg über Torr Samaho und die Vernichtung ZENTAPHERS. Zu Band 1, 3 und 4 kann man nicht viel sagen, diese sind mehr oder weniger im optimalen Bereich. Der zweite Teil, die Geschichte des Architekten Kintradim Crux, ist zu kurz gewesen, hier hätte ein Doppelband sicherlich besser gepaßt. Doch wohin damit? Der Viererblock ist voll... Um nicht mißverstanden zu werden: Dieser Abschlußbereich dieser Handlungsebene ist hervorragend geplant und beinhaltet genau die richtigen Handlungselemente. Man hätte nichts vorverlegen und auch nicht weglassen können - doch hätte er eindeutig einen weiteren Roman Platz gebraucht. Hätte man hier auf fünf Hefte zurückgreifen können, wäre die Geschichte des Kintradim Crux sicherlich besser herübergekommen, als dies in einem Einzelroman der Fall war. Dies ist allerdings ein Problem der Viererblöcke und nicht des Expos. Denn Samahos Zwischengeschichte hätte man im vorhergehenden Block sicherlich nicht mehr unterbringen sollen, bzw. dort wäre sie falsch gewesen, dadurch hätte man sich sicherlich keinen freien Platz im letzten Block erschreiben können. Diese gehört einfach nicht dorthin.
Sicherlich: Ich gönne den Autoren die Mehreinnahmen durch die Viererblöcke (ohne daß sie einen Handschlag tun müssen), schließlich verdienen sie wenig genug - für den Fortgang und die Qualität der Serie bleiben diese Viererblöcke jedoch eher unerbaulich. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Fazit:
Ein guter Abschluß dieser Handlungsebene. Uwe Anton gelingt ein faszinierender Roman mit weitreichenden Folgen für die Gesamthandlung. Man darf gespannt sein, wie es mit der SOL im nächsten (Teil-)Zyklus weitergeht...
13 Punkte.

Winfried Brand

ZENTAPHER ist nicht mehr - Cairol III hat den Chaotender in die Sonne gestürzt und damit die Bedrohung durch die Nekrophoren vernichtet. Nun ja, nicht ganz. Irgendwo auf der SOL befindet sich noch ein Behälter. Bleibt abzuwarten, ob man den je finden wird oder ob die Autoren von dieser Möglichkeit im neuen Zyklus noch Gebrauch machen können.
Auf jeden Fall herrscht Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Zwischendurch kommt zwar wieder dieser dumme Satz von Mondra "Ich funktioniere wieder" - das hatte ich schon damals nicht so lobend erwähnt, glaube ich - aber im Großen und Ganzen hat man einen guten Roman vor sich. Ein Roman, der die Ebene rund um Dommrath gut abschließt.
Wieder erhält man einen Einblick in die Gedankenwelt von Torr Samaho, und als er stirbt, hat man doch ein klein wenig das Gefühl, ein bemitleidenswertes Wesen erlebt zu haben. Kurz und gut, die Art, wie Torr gestorben ist, verursacht zwar im Leser zwar Mitleid, aber es hält sich doch in Grenzen. Zu viele Unschuldige hat Torr auf seinem Gewissen.
Die Kosmokraten verhalten sich so, wie man sie in den letzten Bänden erlebt hat - vielmehr, Cairol III verhält sich so. Interessant, daß der eine Emotion-Schnittstelle hat. Wofür braucht ein Roboter, der von den Kosmokraten hergestellt worden ist, eine Schnittstelle für Gefühle? (* Damit Star Trek - TNG - Fans auch was mit Perry Rhodan anfangen können? Ich sach da nur "Data"... Heike)
Das Team rund um Atlan wirkt auf einmal richtig menschlich - und die Dialoge von Atlan und dem Extrasinn können nach langer Zeit endlich mal wieder gefallen. In dieser Hinsicht hat sich der Kauf des Romans schon mal gelohnt. ;-)
Die Nekrophoren werden uns bestimmt noch zu schaffen machen, das sagte ich schon. Na ja, da war ja mal ein Wesen, das mit Pfeilen auf Leute geschossen hat, und von dem hat man bis jetzt auch nichts mehr gehört. Ich denke mal, das wird wieder eines dieser ungelösten Rätsel der Serie bleiben.

Fazit:
Was sich dem Leser präsentiert, ist ein stimmiger, in sich logischer Roman, der sicherlich nicht zu Uwes Glanzwerken zählt, aber die Handlungsebene zu einem runden Abschluß bringt.
12 Punkte

Christian Spließ

Co- (oder auch Haupt-) Rezensenten zu den PR-Romanen gesucht

Da Hansjoachim Kleimann leider kurzfristig aus den Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen ausgestiegen ist, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy.

home...