Kurze
Anmerkung vorweg: Sollte die Inhaltsangabe verwirrend sein, liegt das
vermutlich am Roman... :-)
Robert Tendyke sitzt immer noch in der Spiegelwelt fest. Und
allmählich wird seine Lage sehr prekär - nicht nur Natasha
merkt, daß er nicht Ty Seneca ist. Auch Scarth macht sich so
seine Gedanken. Robert belastet jedoch weit mehr das Geschäft
mit Ted Ewigk. Dieser will die Rebellion gegen sich auslöschen
und braucht dazu die überlegene Computertechnik von Tys Firma;
das Joint-Venture bereitet Robert Kopfschmerzen, und er tut alles, um
das Geschäft zu hintertreiben.
Währenddessen spannt Scarth Natasha für sich ein. Sie soll
Roberts Verhalten beobachten. Scarth mutmaßt schon des
längeren, daß Robert nicht Ty ist. Doch die Beweise hat er
noch nicht, die soll Natasha ihm liefern. Diese berichtet ihm jedoch
nur von dem Geschäft mit Ted.
Der Ombre der Spiegelwelt ist überrascht, als eines Tages
Männer bei ihm auftauchen, die ihn dafür bezahlen,
daß er die Blumen vor seinem Haus beobachtet - und eine
Telefonnummer anruft, wenn jemand aus ihnen hervortreten sollte.
Dahinter steckt Rico Calderone, aber das weiß zu diesem
Zeitpunkt noch niemand.
Diese Dinge haben sich in der Vergangenheit abgespielt. In der
Gegenwart taucht Natasha im realen Chateau auf - und bricht tot
zusammen, kurz nachdem sie Roberts Namen gesagt hat. Ein Grund
für Zamorra und Nicole, sich endlich um die Spiegelwelt und um
Roberts Befreiung zu kümmern. Als Zamorra jedoch auf der
Spiegelwelt ankommt, wird er bereits von Unbekannten erwartet und
verschleppt.
Währenddessen eilt Nicole ihm nach, landet dabei in der
Spiegelwelt und nimmt versehentlich den Spiegelwelt-Ted mit sich in
die reale Welt und anschließend wieder in die Spiegelwelt -
glaube ich zumindest... (Wie gesagt, dieser Roman ist
kompliziert.)
Nicole nimmt also an, sie habe ihren Ted mitgenommen, während
sie die ganze Zeit den Ted der Spiegelwelt im Schlepptau hat.
Dummerweise nimmt Nicole kurze Zeit später Kontakt mit den
Rebellen auf und führt Ted genau in deren Zentrale - bald darauf
gibt es die Rebellion nicht mehr.
Währenddessen gerät Zamorra in die Gewalt von Scarth, wird
aber kurze Zeit später von Rico Calderone gerettet. Dieser
weiß, daß Robert nicht Ty ist - und ist ganz froh
darüber. Zamorra spekuliert, daß Rico die Macht für
sich allein haben will, und er ist sich nicht ganz sicher, ob er Rico
unterstützen soll. In der Zwischenzeit hat ein Rebell
überlebt und startet seinen persönlichen Rachefeldzug. Dazu
nimmt er Zamorra und Zamorra unter Beschuß. Das Alter Ego des
Profs wurde mittlerweile von den Ereignissen verständigt und ist
prompt herbeigeeilt - ihm geht es um die reale Welt, die er erobern
möchte. Zamorra fodert sein Alter Ego mit dem Amulett heraus,
aber dieses funktioniert nicht - anscheinend, weil sich beide in
derselben Welt aufhalten. Glücklicherweise können Nicole
und Zamorra mittels der Regenblumen entkommen - und bringen Robert
Tendyke zurück in die reale Welt.
Ist irgendjemand aus dieser Inhaltsangabe schlau geworden? Ja?
Wirklich?
Spiegelwelt-Romane haben die Tendenz, äußerst anstrengend
zu sein - schließlich gibt es die Protagonisten gleich zweimal,
und bei all den verschiedenen Personen kann man schon mal die
Übersicht verlieren. Und wenn dann auch noch
regelmäßig eine Rückblende in die Vergangenheit
erfolgt... Nun, ich sagte ja schon, die Inhaltsangabe ist dieses Mal
ein wenig kompliziert.
Nun ja, dieser Roman bietet mal wieder Spannung und Action und zudem
menschliche Gefühle - die Szene, als Robert Nicole
gegenübersteht und anklagt, daß er seit rund anderthalb
Jahren in der SW gefangen ist... Da bekommt man einen Einblick darin,
wie verzweifelt Robert sein muß. Die Rebellion ist auf jeden
Fall Geschichte - und die Pointe löst sich erst gegen Ende des
Romans auf. Es gelingt Claudia, den Leser die ganze Zeit in die Irre
zu führen. Bravo.
Daß dieser Roman etwas unübersichtlich ist und nicht mal
eben so durchgelesen werden kann, habe ich ja schon erwähnt. Man
muß also seinen Verstand eingeschaltet lassen, damit man nicht
den Überblick verliert - was mir aber allemal lieber ist als
tumbe Action, wie sie momentan in einer anderen Serie zu lesen ist.
Zudem - hier zeigt sich mal wieder, wie man Action und eine spannende
Handlung so zusammenbringt, daß die Action-Szenen auch wirklich
Sinn machen. (Ähm, rezensiere ich jetzt PZ oder Vampire? Ups,
das ist die Rezi von PZ...)
Wie dem auch sei - die Spiegelwelt wird uns noch etwas
beschäftigen, und darüber hinaus gibt's im nächsten
Roman die Gegenüberstellung Ty - Robert. Na, wenn das keine
spannenden Aussichten sind...
Fazit:
Ein etwas konfus wirkender Roman, der jedoch spannend und
flüssig erzählt ist.
9 Punkte