Vorwort

Hallo, Leute!

Ein neues Flash - und leider doch noch einmal ein wenig zu spät, wenn auch nur zweiTage. Diesmal lag es eigentlich hauptsächlich daran, daß Heike diese Woche krank war und das Korrekturlesen nur schleppend vornehmen konnte - und gänzlich unkorrigierte Texte möchte ich einfach nicht dem Leser vor die Nase setzen. Allerdings könnte es sein, daß in dieser Ausgabe des Flash eine etwas höhere Fehlerquote vorherrscht, als dies normalerweise der Fall ist. So ganz auf dem Damm ist Heike immer noch nicht.
Ansonsten ist mir auch noch eine "Fantasy- und Horror-Nacht" am Freitag im Gonski in Köln recht kurzfristig dazwischengekommen, die ich mir nicht entgehen lassen konnte (ebensowenig wie natürlich auch Christian Spließ). Die Lesungs-Nacht hat dann zwar durchaus Spaß gemacht, die Qualität der Lesungen selber war jedoch sehr durchwachsen: Guter Anfang - danach gings stetig bergab. Daß Kai Meyer mit seiner Lesung aus der "Unsterblichen" (Rezension in diesem Flash) alleine schon den Eintrittspreis wert war, mag niemanden verwundern, eher schon die Tatsache, daß in der Pause zum zweiten Leser bereits rund ein Viertel der Zuhörer verschwunden ist - handelte es sich bei diesem doch um Akif Pirincci. Ich hätte doch gedacht, daß mehr Leute wegen Akif als wegen Kai gekommen wären - so kann man sich täuschen. Aber vielleicht hatten die Verschwundenen Akif Pirincci bereits auf einer Lesung erlebt, was sicherlich eine gute Begründung für ein frühes Abwandern wäre. Denn Pirincci verhaspelte sich praktisch in jedem zweiten Satz in einer Art und Weise, die schon ziemlich peinlich wirkte. Wenn man nicht wüßte, daß er der Urheber des vorgelesenen Textes ist, könnte man glatt gegenteiliges vermuten, so exzessiv mußte er teilweise instinktiv vorgelesene Worte korrigieren...
Als nächstes trat Bernhard Hennen auf die Bühne (inzwischen war es - dank Akif Pirincci, der mal eben eine halbe Stunde überzogen hatte - bereits eine knappte halbe Stunde vor Mitternacht), und das Desinteresse machte sich breit. Nicht nur, daß Hennens Lesung aus einem DSA-Roman offensichtlich nur wenige der Anwesenden interessierte, der Autor kennt anscheinend das Wort "Betonung" noch nicht. Ich habe selten einer einschläfernden Lesung gelauscht als dieser. Folgerichtig konnte man im Publikum diverse Personen beobachteten, die die (angesichts der weiter fortschreitenden Abwanderung) inzwischen freigewordenen Sitzkissen zusammenrafften, um sich auf den Treppen zur nächsten Zwischenetage eine bequeme Liegestatt zu schaffen...
Die fehlende Betonung seines Vorgängers war jedoch anscheinend auf Herbert Franke übergegangen, der als Letzter die Bühne betrat und ein Werk Lovecrafts zum besten gab. Hierzu jedoch kann ich nicht mehr viel sagen. Der Lesung haben wir noch etwa eine halbe Stunde gefolgt, dann haben Christian und ich es doch vorgezogen, die Segel zu streichen. Denn Frankes Lovecraft-Lesung war... nun ja... eigenwillig... unkonventionell... Die Gründe, weshalb er welche Passage betont, weshalb er welche Stimmwechsel vollzogen hat, werde ich wahrscheinlich nie verstehen. Denn Gründe für Betonungen oder Stimmwechsel gab es so gut wie in keinem Fall. Und so verbrachte ich die meiste Zeit, die ich dieser Lesung gelauscht habe, eher damit, mich zu fragen, wodurch dieser Wechsel jetzt gerade motiviert wurde - und nicht den einen oder anderen Satz später oder früher, was wenigstens Sinn gemacht hätte. Nun gut, Christian und ich haben uns den Rest dann den Rest dieser letzten Lesung für diesen Abend nicht mehr angetan (theoretisch hätte die "Nacht" bis zwei Uhr gehen sollen), und sind Richtung Straßenbahn gelaufen. Nachdem Christian dann irgendwann ausgestiegen ist, hat mich Heike dann an einer Haltestelle abgeholt, die möglichst nahe an unserem Wohnort liegt (schlecht, wenn der letzte Zug irgendwann um kurz nach 23 Uhr fährt...).
Hm, ein Vorwort mit einem Lesungsbericht - mal was neues... ;-)))
Eigentlich wollte ich damit ja nur sagen, daß Kai Meyer im Rahmen dieses Ereignisses auch endgültig seine Teilnahme am ColoniaCon 2002 zugesagt hat. Ich schätze mal, hier können wir den einen oder anderen schönen Programmpunkt mit ihm gestalten (wir haben da etwas in Planung, für das wir jedoch auch noch eine weitere Zusage benötigen - näheres also später...)
Wie auch immer: Das nächste Flash erscheint jedenfalls in zwei Wochen am 09.11.2001 mit der leicht zu merkenden Nr. 123.

Bis dahin alles Gute,
Euer

Winy

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