Michael Borlik:

"Das Geheimnis des Drachenamuletts"

D 2001
(339 S., Hardcover, Überreuter - Edition Märchenmond herausgegeben von Wolfgang Hohlbein, ISBN 3-8000-2643-0, EUR 16,90)
- erschienen 2001 -

Quinn, der Königssohn, hat vom Leben im Palast genug und reißt aus. Und der Zauberer Meelen wird beauftragt, ihn zu suchen. Dieser ist alles andere als glücklich darüber, aber es ermöglicht ihm, sich einer Sache anzunehmen, die immer dringender und dringender erledigt werden muß.
Zusammen mit Meelen geht Quinn also auf die Reise in den Norden des Landes Sinalvra. Der neugierige Elfe entdeckt bald, daß es in das Ursprungsland der Elfen geht - genauer: Meelen muß das Drachenamulett vor dem bösen Herrscher Scaran retten. Das Amulett ist zwar bisher von einem Zauber geschützt worden, aber dieser wird schwächer und schwächer. Falls Scaran das Amulett in seine Hände bekommen sollte, wird Entsetzliches geschehen - und daß nur Quinn ihn aufhalten kann, ist nicht die einzige Überraschung, die während dieser Fahrt auf die Reisenden zukommt...

Deutsche Nachwuchsautoren gibt es noch. Den Beweis tritt Michael Borlik mit diesem Roman an, der als Erstlingswerk im renommierten Überreuter-Verlag veröffentlich wurde - wobei ich noch gar nicht wußte, daß die eine Edition Märchenmond haben, die von Hohlbein herausgegeben wird. Mag man von Hohlbein auch halten, was man will, er scheint sich doch der Nachwuchsförderung verschrieben zu haben, siehe auch die jährliche Fantasy-Kurzgeschichtensammlung.
"Das Geheimnis des Drachenamuletts" wandelt auf sehr fantasytypischen Pfaden. Es gibt eine Gruppe, die sich aufmacht, um die Welt vor einer großen Bedrohung zu retten - das Konzept ist wohl für 99% aller Fantasy-Romane verantwortlich. ;-)
Der Roman wendet sich an die Zielgruppe der 10- bis 12jährigen, daher ist der Satzbau sehr kindgerecht gehalten, und natürlich ist Quinn die ideale Identifikationsfigur für diese Zielgruppe. Ich muß sagen, für ein Kinderbuch ist der Roman recht ordentlich, und bestimmt werden die Kiddies ihren Spaß haben. Wenn sie sich denn nicht von der Dicke des Romans abschrecken lassen.
Der erwachsene Leser jedoch, der schon etliche Romane hinter sich hat, wird sich fragen, warum der Autor im ersten Drittel des Romans ellenlang erzählen muß, wie sich die Gruppe findet und was der Zweck der Reise ist. Das zieht sich doch ein wenig in die Länge. Dann kommt der Roman jedoch wirklich in Schwung, und Borlik präsentiert eine solide, ordentlich gemachte Handlung, in der man zwar wenig Innovatives finden wird, die aber doch unterhalten kann - wenn man der Gefahr der Ermüdung begegnen kann, die einen aufgrund einiger nicht so ganz prickelnd erzählten Passagen anfällt. Das liegt teilweise wohl im Stil des Autors - eine Häufung von reinen Hauptsätzen hat diese Wirkung auf den Leser.

Fazit:
Ein nett gemachter Roman. Für die Erwachsenen nicht ganz so gelungen, aber ich denke, die Zielgruppe wird ihren Spaß damit haben.
Zielgruppenwertung: 12 Punkte
Erwachsenenwertung: 8 Punkte

Christian Spließ


Interesse? Hier kannst Du dieses Buch direkt bei amazon.de bestellen, und das Flash damit auch ein wenig finanziell unterstützen.


home...