Quinn, der
Königssohn, hat vom Leben im Palast genug und reißt aus.
Und der Zauberer Meelen wird beauftragt, ihn zu suchen. Dieser ist
alles andere als glücklich darüber, aber es ermöglicht
ihm, sich einer Sache anzunehmen, die immer dringender und dringender
erledigt werden muß.
Zusammen mit Meelen geht Quinn also auf die Reise in den Norden des
Landes Sinalvra. Der neugierige Elfe entdeckt bald, daß es in
das Ursprungsland der Elfen geht - genauer: Meelen muß das
Drachenamulett vor dem bösen Herrscher Scaran retten. Das
Amulett ist zwar bisher von einem Zauber geschützt worden, aber
dieser wird schwächer und schwächer. Falls Scaran das
Amulett in seine Hände bekommen sollte, wird Entsetzliches
geschehen - und daß nur Quinn ihn aufhalten kann, ist nicht die
einzige Überraschung, die während dieser Fahrt auf die
Reisenden zukommt...
Deutsche Nachwuchsautoren gibt es noch. Den Beweis tritt Michael
Borlik mit diesem Roman an, der als Erstlingswerk im renommierten
Überreuter-Verlag veröffentlich wurde - wobei ich noch gar
nicht wußte, daß die eine Edition Märchenmond haben,
die von Hohlbein herausgegeben wird. Mag man von Hohlbein auch
halten, was man will, er scheint sich doch der
Nachwuchsförderung verschrieben zu haben, siehe auch die
jährliche Fantasy-Kurzgeschichtensammlung.
"Das Geheimnis des Drachenamuletts" wandelt auf sehr fantasytypischen
Pfaden. Es gibt eine Gruppe, die sich aufmacht, um die Welt vor einer
großen Bedrohung zu retten - das Konzept ist wohl für 99%
aller Fantasy-Romane verantwortlich. ;-)
Der Roman wendet sich an die Zielgruppe der 10- bis 12jährigen,
daher ist der Satzbau sehr kindgerecht gehalten, und natürlich
ist Quinn die ideale Identifikationsfigur für diese Zielgruppe.
Ich muß sagen, für ein Kinderbuch ist der Roman recht
ordentlich, und bestimmt werden die Kiddies ihren Spaß haben.
Wenn sie sich denn nicht von der Dicke des Romans abschrecken
lassen.
Der erwachsene Leser jedoch, der schon etliche Romane hinter sich
hat, wird sich fragen, warum der Autor im ersten Drittel des Romans
ellenlang erzählen muß, wie sich die Gruppe findet und was
der Zweck der Reise ist. Das zieht sich doch ein wenig in die
Länge. Dann kommt der Roman jedoch wirklich in Schwung, und
Borlik präsentiert eine solide, ordentlich gemachte Handlung, in
der man zwar wenig Innovatives finden wird, die aber doch unterhalten
kann - wenn man der Gefahr der Ermüdung begegnen kann, die einen
aufgrund einiger nicht so ganz prickelnd erzählten Passagen
anfällt. Das liegt teilweise wohl im Stil des Autors - eine
Häufung von reinen Hauptsätzen hat diese Wirkung auf den
Leser.
Fazit:
Ein nett gemachter Roman. Für die Erwachsenen nicht ganz so
gelungen, aber ich denke, die Zielgruppe wird ihren Spaß damit
haben.
Zielgruppenwertung: 12 Punkte
Erwachsenenwertung: 8 Punkte