Acht Jahre
sind seit den Geschehnissen in den vorherigen Necroscope-Bänden
vergangen. Harry Keogh, der Necroscope, der Mann, der mit den Toten
sprechen kann, hat sich an das Leben im ehemaligen Körper von
Alec Kyle gewöhnt, dessen Geist vom russischen E-Dezernat
ausgelöscht wurde. Immer noch ist Harry auf der Suche nach
seiner Familie. Beim Angriff von Yulian Bodescu hatte sich Harrys
Kind durch ein Möbiustor mit seiner Mutter in Sicherheit
gebracht, denn trotz seines Babykörpers hatten sich Harry
Juniors Fähigkeiten bereits weiter entwickelt als die seines
Vaters. Brenda, Harrys Frau, hatte danach mit den Auswirkungen des
gesamten Geschehens zu kämpfen. Sie hatte Schwierigkeiten, es
geistig überhaupt zu verarbeiten, und sie mußte immer
öfter Spezialisten und psychiatrische Kliniken aufsuchen. Dann
waren sie und das Baby eines Tages verschwunden, und selbst Harry mit
seinen großen Fähigkeiten gelang es nicht, sie
wiederzufinden.
Nun taucht auf einmal der neue Chef des britischen E-Dezernats, Darcy
Clark, in Harrys einsiedlerischem Leben auf. Er versucht, ihn mit der
Geschichte über neue Vorfälle in Rußland zu
ködern und ihn zu bewegen, wieder in den Dienst des Dezernats
zurückzukehren.
Im nördlichen Ural am ehemaligen Perchorsk-Paß ist von der
Sowjetunion eine gewaltige Station errichtet worden. Der westliche
Spion Jazz Simmons dringt bis zu der riesigen 140 Meter langen und 70
Meter breiten Bleikuppel vor, um herauszufinden, was für ein
Geheimnis die Sowjets darunter verbergen; es hatte dort mehrere
Zwischenfälle gegeben. Unter der Kuppel war es zu einer enormen
Explosion gekommen, und im Oktober, keine sieben Wochen nach dem
ersten Perchorsk-Vorfall, ortet das westliche Frühwarnsystem ein
riesiges Flugobjekt, von Osten nach Westen fliegend. Zwei
MIG-Jäger, die von einer Militärbasis südlich von
Murmansk gestartet waren, werden von dem Objekt vernichtet. Zwei
amerikanischen Jets gelingt es schließlich, das Objekt
abzuschießen. Das Seltsame an dem Objekt soll gewesen sein,
daß das UFO keinerlei Metall enthalten habe; und alles in allem
war das mit ein Grund dafür, das Simmons sich nun im Ural
befindet und Bilder vom Geschehen um die Station schießt. Doch
die Situation wird auch Simmons zum Verhängnis. Er wird von
russischen Wachposten festgenommen und erfährt im Inneren der
Station langsam von ihrem Geheimnis und dem Grund für die
Katastrophen.
Wie auch in seinen vorherigen Büchern beginnt Brian Lumley mit
einem gemächlichen Aufbau der Geschichte; und so wird das Ganze
wohl erst im Folgeband in Fahrt kommen. Leider sind die
Handlungswendungen doch recht vorhersehbar, wenn man die
Vorgeschichte gelesen hat, und bieten nichts grundsätzlich
Neues; ich hoffe aber trotzdem auf ein paar interessante Wendungen.
Harry Keogh, der hier nur einen recht kurzen Auftritt hat, bleibt als
Hauptperson des Zyklus immer noch recht blaß, was sich
hoffentlich auch - mit ein bißchen mehr Action, und einen
Körper besitzt er ja nun auch wieder - bald geben wird.
8 Punkte
