Brian Lumley:

"Necroscope - Das Dämonentor"

(Necroscope - Band 6)
OT: Necroscope 3 - The Source
Ü: Michael Plogmann
USA 1989
(171 Seiten, Paperback, Festa 2806, ISBN 3-935822-10-3, EUR 10,-)
- erschienen: Oktober 2001 -

Acht Jahre sind seit den Geschehnissen in den vorherigen Necroscope-Bänden vergangen. Harry Keogh, der Necroscope, der Mann, der mit den Toten sprechen kann, hat sich an das Leben im ehemaligen Körper von Alec Kyle gewöhnt, dessen Geist vom russischen E-Dezernat ausgelöscht wurde. Immer noch ist Harry auf der Suche nach seiner Familie. Beim Angriff von Yulian Bodescu hatte sich Harrys Kind durch ein Möbiustor mit seiner Mutter in Sicherheit gebracht, denn trotz seines Babykörpers hatten sich Harry Juniors Fähigkeiten bereits weiter entwickelt als die seines Vaters. Brenda, Harrys Frau, hatte danach mit den Auswirkungen des gesamten Geschehens zu kämpfen. Sie hatte Schwierigkeiten, es geistig überhaupt zu verarbeiten, und sie mußte immer öfter Spezialisten und psychiatrische Kliniken aufsuchen. Dann waren sie und das Baby eines Tages verschwunden, und selbst Harry mit seinen großen Fähigkeiten gelang es nicht, sie wiederzufinden.
Nun taucht auf einmal der neue Chef des britischen E-Dezernats, Darcy Clark, in Harrys einsiedlerischem Leben auf. Er versucht, ihn mit der Geschichte über neue Vorfälle in Rußland zu ködern und ihn zu bewegen, wieder in den Dienst des Dezernats zurückzukehren.
Im nördlichen Ural am ehemaligen Perchorsk-Paß ist von der Sowjetunion eine gewaltige Station errichtet worden. Der westliche Spion Jazz Simmons dringt bis zu der riesigen 140 Meter langen und 70 Meter breiten Bleikuppel vor, um herauszufinden, was für ein Geheimnis die Sowjets darunter verbergen; es hatte dort mehrere Zwischenfälle gegeben. Unter der Kuppel war es zu einer enormen Explosion gekommen, und im Oktober, keine sieben Wochen nach dem ersten Perchorsk-Vorfall, ortet das westliche Frühwarnsystem ein riesiges Flugobjekt, von Osten nach Westen fliegend. Zwei MIG-Jäger, die von einer Militärbasis südlich von Murmansk gestartet waren, werden von dem Objekt vernichtet. Zwei amerikanischen Jets gelingt es schließlich, das Objekt abzuschießen. Das Seltsame an dem Objekt soll gewesen sein, daß das UFO keinerlei Metall enthalten habe; und alles in allem war das mit ein Grund dafür, das Simmons sich nun im Ural befindet und Bilder vom Geschehen um die Station schießt. Doch die Situation wird auch Simmons zum Verhängnis. Er wird von russischen Wachposten festgenommen und erfährt im Inneren der Station langsam von ihrem Geheimnis und dem Grund für die Katastrophen.

Wie auch in seinen vorherigen Büchern beginnt Brian Lumley mit einem gemächlichen Aufbau der Geschichte; und so wird das Ganze wohl erst im Folgeband in Fahrt kommen. Leider sind die Handlungswendungen doch recht vorhersehbar, wenn man die Vorgeschichte gelesen hat, und bieten nichts grundsätzlich Neues; ich hoffe aber trotzdem auf ein paar interessante Wendungen. Harry Keogh, der hier nur einen recht kurzen Auftritt hat, bleibt als Hauptperson des Zyklus immer noch recht blaß, was sich hoffentlich auch - mit ein bißchen mehr Action, und einen Körper besitzt er ja nun auch wieder - bald geben wird.
8 Punkte

Bernd Krosta


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