Zum
Inhalt:
Während John Coan & Co. sich mit fröhlichem
Scheibenschießen vergnügen, wird auf der Erde eine Intrige
aufgeklärt...
Mehr muß man zu diesem Roman nun wirklich nicht sagen. Wir
bedenken: Dies ist der zweite Band einer neuen SF-Serie - eigentlich
sollte dieser wohl die Handlung ein wenig voranbringen. Was hier
jedoch geboten wird, kann man bestenfalls als Füllroman
bezeichnen. Die Handlung um die titelgebende Person kann man getrost
vergessen. Oha, wir haben ein Beiboot ergattert - nur, was machen wir
damit? Wir testen dessen Kampfkraft und zerbröseln ein paar
Asteroiden. Na klasse... Wenn das wenigstens halbwegs sinnvoll in den
Zusammenhang der Serie eingebaut wäre. Statt dessen wird
ausgesagt, daß man die beiden im Kampf befindlichen Raumschiffe
aus Band 1 von der Erde aus nur wegen ihrer Kampfhandlungen orten
konnte, während das fröhliche Scheibenschießen auf
Asteroiden selbst in nächster Nähe und mitsamt des
Feuerwerk-Effekts offensichtlich nicht entdeckt wird...
Gänzlich lächerlich wird dieser Bereich der Handlung, wenn
der Leser erfährt, daß die vier Raketen, die den
Asteroiden zerpulvert haben, auch ausgereicht hätten, um einen
"TRB"-Raumer (das Mutterschiff) sogar mit eingeschaltetem
Schutzschirm hinwegzufegen - und John Coan sich fragt, wie stark denn
der Gegner aus dem ersten Band gewesen sein muß, um eben dieses
Schiff zum Absturz zu bringen. Die Antwort ist einfach:
Offensichtlich wesentlich schwächer als dieses Beiboot, das den
Raumer nicht nur zum Absturz hätte bringen können, sondern
ihn gleich zerblastert hätte... (Die Handlungslogik entflieht
leise schluchzend durch die Hintertür, ohne daß jemand sie
aufhalten könnte...)
Dabei fragt sich der Leser, weshalb dieser Roman eigentlich den Titel
"Testflug der Observer II" trägt, denn dieser Testflug (bzw. die
Testflüge) nehmen vielleicht ein Drittel des Romans ein,
während der Rest der Handlung eine Spionagegeschichte
widerspiegelt, die die Verhältnisse auf der Erde ein wenig
näher beleuchtet.
Dummerweise hat diese Spionagegeschichte jedoch nichts mit der
Haupthandlung der Serie zu tun (es sei denn, Wilbert zaubert in einem
der nächsten Romane eine Verbindung herbei, was angesichts des
Endes jedoch eher als unwahrscheinlich betrachtet werden darf...).
Ähm, dies ist der zweite(!) Band einer Serie?!? Und zu zwei
Dritteln nicht handlungsrelevant?!? Oha...
Wenn hier jetzt wenigstens weitere Hintergründe der
Verhältnisse auf der Erde erklärt würden, könnte
man dies ja noch verkraften, doch leider bleibt dieser Teil auf dem
Niveau einer Agentenstory à la James Bond hängen:
bloß nichts Tiefergehendes erzählen.
Dabei ist genau dieser Teil des Romans nicht nur stilistisch, sondern
auch inhaltlich das Beste an diesem Buch. Daniel Kerner kann durchaus
schreiben und den Leser unterhalten, und wenn die Story als
Einzelroman in irgendeiner Serie herausgebracht worden wäre,
hätte ich sie auch begrüßt. Nun, daß sie
innerhalb des zweiten John Coan-Bandes erschienen ist, macht sie
sicherlich nicht schlechter (weshalb es unten auch eine Punktzahl
gibt, für die man tatsächlich Finger brauchen könnte,
um sie daran abzuzählen...), aber im zweiten(!) Band der
Serie?!? Sollte in einem solchen Band nicht eigentlich das weitere
Handlungsgerüst näher beleuchtet werden? Was sucht ein
Roman, der auch sehr gut ohne diesen Zusammenhang existieren
könnte, in solch einem Buch?? Gibt es zu dieser Serie auch ein
schlüssiges Konzept???
Allerdings möchte ich nicht verschweigen, daß es sich bei
John Coan Band 2 um den ersten Roman des Verlags Wilbert handelt, der
nicht in irgendeiner Form verdruckt ist, der durchgehend in einer
sichtbaren Schrift gehalten ist und den (fast) keine Layoutprobleme
entstellen. Offensichtlich hat man im Verlag inzwischen die Software
in den Griff bekommen. "Bravo!" kann ich dazu nur sagen!
Fazit:
Daniel Kerners zwei Drittel des Romans retten die Bewertung in einen
halbwegs zählbaren Bereich, auch weil sie gut als
eigenständiger Roman dastehen könnten. Oder vielleicht
gerade deshalb? Und wäre dies der Fall gewesen, hätte er
allein sicherlich auch mehr Punkte bekommen. John Coan jedenfalls
verschläft den zweiten Band seiner Serie bei schlecht
beschriebenen Testflügen und fröhlichem
Scheibenschießen auf Asteroiden. Hm, ist das jetzt Band zwei
oder Band 2803 der Serie?!? Äh, ja, ersteres... Man möchte
dem Expokraten doch bitte mal die Grundstrukturen einer Serie
erklären... Als zweiten Band einen Füllroman zu bringen...
Weia...
4 Punkte.
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Hurra! Endlich einmal ein nicht verdrucktes Buch aus dem
Wilbert-Verlag! Alle Seiten sind gut lesbar! Alle
Seitenzahlen sind an der richtigen Stelle! Selbst
orthographische Fehler halten sich diesmal in Grenzen, wenn
auch Komma- und Trennungsfehler immer noch viel zu
häufig sind. |