Irene Salzmann:

"Das Janus-Elixier"

D 2001
(128 Seiten, Paperback, Arkham-Press, EUR 6,45)
- erschienen: November 2001 -

Die letzten Tage für Sally McLennane auf der Ikarus brechen an. Erst nach und nach übergibt sie ihr Kommando an Captain Sentenza - so ganz scheint sie sich nicht von ihrem Stuhl trennen zu können. Was Sentenza alles andere als lieb ist. Schließlich geschieht es aber doch - ohne große Zeremonie überträgt sie Sentenza ihre bisherige Verantwortung. Bevor sie jedoch zum HQ abfliegen kann, erhält sie die Meldung, daß ein Agent sich nicht gemeldet hat. Eine Meldung, die Sally Sorgen bereitet.
Cerios III - auf diesem Planeten befindet sich die Lebensspender Inc. Ein Großkonzern, der überwiegen auf medizinischem Gebiet forscht - umso peinlicher, daß auf einmal eine unbekannte Seuche den Planeten überzieht. Der Herd geht offensichtlich von einem Labor aus, in dem drei Wissenschaftler an einem Serum geforscht haben. Nicht zu Unrecht befürchten diese nun, von der amtierenden Regierung hingerichtet zu werden - schließlich tragen sie die Verantwortung für die Seuche. Und zuerst sieht es auch fast so aus, als ob die Regierung wirklich alles daran setzt, sie nicht am Leben zu lassen.
Die Ikarus wird - angeblich, um neue Geräte für Dr. Anande zu testen - nach Cerios III geschickt. Gleichzeitig treffen auch Shilla und der Händler Knight auf dem Planeten ein. Sentenza ist nicht besonders erfreut darüber, erneut mit dem Händler zusammenarbeiten zu müssen, aber um die Wissenschaftler zu retten, bleibt ihm nichts anderes übrig. So läuft eine großangelegte Rettungsaktion an, die von der neuen Regierung nach Kräften unterstützt wird.
Fieberhaft forschen diese unterdessen nach einem Gegenmittel - und finden es auch. Zu guter Letzt können sie von der Mannschaft der Ikarus befreit werden. Da die Wissenschaftler nicht sterben können - eine Wirkung des selbstindizierten Serums - stellen sie sich als Versuchskaninchen zur Verfügung.
Und Sentenza wird allmählich klar, daß er das Geheimnis der Ikarus nicht länger verschweigen kann - das Schiff entwickelt nach und nach eine eigene Intelligenz.

Niemals geht man so ganz - das scheint in diesem Roman auf Sally McLennane zuzutreffen, die so gar nicht gewillt scheint, ihren Posten aufzugeben. Doch auch sie muß erkennen, daß ihre Zeit gekommen ist.
Darüber hinaus greift mal wieder Lear in die Handlung ein - seine Definition von den Protagonisten als Spielfiguren ist äußerst interessant. Zudem wird der Gegner wieder erwähnt, der in den bisherigen Bänden mehr in den Hintergrund getreten war. Wenn dann auch noch die Handlungsvorschau eine spannende Konfrontation verspricht, scheint den Leser doch noch einiges zu erwarten.
Irene Salzmann hat einen soliden Roman geschrieben, der mit einer Reihe von netten Szenen aufwartet, die Nebenfiguren gut einführt und zudem ein Wiedersehen mit Shilla und Jason bietet. Wobei mir der Schmuggler von Roman zu Roman besser gefällt. Auch nett ist, daß Darius Wenderveen seit kurzem dirty ist. Ts, was mag er wohl angestellt haben? Oder habe ich da im letzten Roman was verpaßt?
Den roten Faden habe ich bereits erwähnt. Schön ist ebenfalls die Tatsache, daß die Konflikte innerhalb des Teams der Ikarus sowie innerhalb des Wissenschaftler-Teams nachzuvollziehen sind.
Vielleicht sind einige Szenen allzu detailverliebt - gleich am Anfang deckt die Lebensgefährtin eines Wissenschaftlers den Tisch, und man bekommt sehr detailliert geschildert, was denn da alles aufgewartet wird. Gut, es könnte vielleicht der Herstellung einer Atmosphäre dienen, aber dazu ist es doch zu - penibel?
Überhaupt erweckt der Roman manchmal den Eindruck, wirklich klinisch rein zu sein. An etlichen Stellen fehlt einfach der Hauch einer Atmosphäre. Das kann natürlich auch gewollt sein, schließlich spielt die Handlung auf einem Planeten, der überwiegend der Wissenschaft dient. Es ist auch nicht so, daß der ganze Roman den Eindruck erweckt, einmal klinisch gereinigt worden zu sein. Dennoch beeinträchtigt das natürlich den Leseeindruck.

Fazit:
Das Wiedersehen mit alten Bekannten macht Spaß, die Handlung ist solide erzählt und bereitet wohl einen größeren Konflikt vor. Alles in allem ein netter Roman - nichts Besonderes, aber nett.
10 Punkte

Christian Spließ

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