Die letzten
Tage für Sally McLennane auf der Ikarus brechen an. Erst nach
und nach übergibt sie ihr Kommando an Captain Sentenza - so ganz
scheint sie sich nicht von ihrem Stuhl trennen zu können. Was
Sentenza alles andere als lieb ist. Schließlich geschieht es
aber doch - ohne große Zeremonie überträgt sie
Sentenza ihre bisherige Verantwortung. Bevor sie jedoch zum HQ
abfliegen kann, erhält sie die Meldung, daß ein Agent sich
nicht gemeldet hat. Eine Meldung, die Sally Sorgen bereitet.
Cerios III - auf diesem Planeten befindet sich die Lebensspender Inc.
Ein Großkonzern, der überwiegen auf medizinischem Gebiet
forscht - umso peinlicher, daß auf einmal eine unbekannte
Seuche den Planeten überzieht. Der Herd geht offensichtlich von
einem Labor aus, in dem drei Wissenschaftler an einem Serum geforscht
haben. Nicht zu Unrecht befürchten diese nun, von der
amtierenden Regierung hingerichtet zu werden - schließlich
tragen sie die Verantwortung für die Seuche. Und zuerst sieht es
auch fast so aus, als ob die Regierung wirklich alles daran setzt,
sie nicht am Leben zu lassen.
Die Ikarus wird - angeblich, um neue Geräte für Dr. Anande
zu testen - nach Cerios III geschickt. Gleichzeitig treffen auch
Shilla und der Händler Knight auf dem Planeten ein. Sentenza ist
nicht besonders erfreut darüber, erneut mit dem Händler
zusammenarbeiten zu müssen, aber um die Wissenschaftler zu
retten, bleibt ihm nichts anderes übrig. So läuft eine
großangelegte Rettungsaktion an, die von der neuen Regierung
nach Kräften unterstützt wird.
Fieberhaft forschen diese unterdessen nach einem Gegenmittel - und
finden es auch. Zu guter Letzt können sie von der Mannschaft der
Ikarus befreit werden. Da die Wissenschaftler nicht sterben
können - eine Wirkung des selbstindizierten Serums - stellen sie
sich als Versuchskaninchen zur Verfügung.
Und Sentenza wird allmählich klar, daß er das Geheimnis
der Ikarus nicht länger verschweigen kann - das Schiff
entwickelt nach und nach eine eigene Intelligenz.
Niemals geht man so ganz - das scheint in diesem Roman auf Sally
McLennane zuzutreffen, die so gar nicht gewillt scheint, ihren Posten
aufzugeben. Doch auch sie muß erkennen, daß ihre Zeit
gekommen ist.
Darüber hinaus greift mal wieder Lear in die Handlung ein -
seine Definition von den Protagonisten als Spielfiguren ist
äußerst interessant. Zudem wird der Gegner wieder
erwähnt, der in den bisherigen Bänden mehr in den
Hintergrund getreten war. Wenn dann auch noch die Handlungsvorschau
eine spannende Konfrontation verspricht, scheint den Leser doch noch
einiges zu erwarten.
Irene Salzmann hat einen soliden Roman geschrieben, der mit einer
Reihe von netten Szenen aufwartet, die Nebenfiguren gut einführt
und zudem ein Wiedersehen mit Shilla und Jason bietet. Wobei mir der
Schmuggler von Roman zu Roman besser gefällt. Auch nett ist,
daß Darius Wenderveen seit kurzem dirty ist. Ts, was mag er
wohl angestellt haben? Oder habe ich da im letzten Roman was
verpaßt?
Den roten Faden habe ich bereits erwähnt. Schön ist
ebenfalls die Tatsache, daß die Konflikte innerhalb des Teams
der Ikarus sowie innerhalb des Wissenschaftler-Teams nachzuvollziehen
sind.
Vielleicht sind einige Szenen allzu detailverliebt - gleich am Anfang
deckt die Lebensgefährtin eines Wissenschaftlers den Tisch, und
man bekommt sehr detailliert geschildert, was denn da alles
aufgewartet wird. Gut, es könnte vielleicht der Herstellung
einer Atmosphäre dienen, aber dazu ist es doch zu - penibel?
Überhaupt erweckt der Roman manchmal den Eindruck, wirklich
klinisch rein zu sein. An etlichen Stellen fehlt einfach der Hauch
einer Atmosphäre. Das kann natürlich auch gewollt sein,
schließlich spielt die Handlung auf einem Planeten, der
überwiegend der Wissenschaft dient. Es ist auch nicht so,
daß der ganze Roman den Eindruck erweckt, einmal klinisch
gereinigt worden zu sein. Dennoch beeinträchtigt das
natürlich den Leseeindruck.
Fazit:
Das Wiedersehen mit alten Bekannten macht Spaß, die Handlung
ist solide erzählt und bereitet wohl einen größeren
Konflikt vor. Alles in allem ein netter Roman - nichts Besonderes,
aber nett.
10 Punkte