Torn
erwacht in einer Grube - offenbar hat jemand seinen Sturz abgefangen.
Er sucht nach Orpheus, aber offenbar ist sein Gefährte in einem
anderen Verlies Krigans untergebracht. Kaum ist Torn erwacht,
schleppen ihn die Grak'u zu Mathrigo. Der will natürlich von
Torn erfahren, wo sich das Dämonichron befindet, und
überläßt ihm Torkator, dem Folterer. Doch trotz
dessen Foltern bleibt Torn hart und landet kurze Zeit später
wieder in der Grube.
Orpheus erfährt unterdessen, daß die Schatten das Tor nach
Draußen nicht passieren können, dazu benötigen sie
einen Körper. Auch er wird vor Mathrigo gebracht, aber anders
als Torn bleibt er nicht standhaft - denn Torkator verspricht ihm ein
Wiedersehen mit Eurydica, wenn er mit ihnen zusammenarbeitet. Orpheus
wird schwach und willigt in den Handel ein.
In seinem Gefängnis wird Torn vom Schatten eines Physikers
aufgesucht. Von ihm erfährt er, daß die Schatten einem
schleichenden Zersetzungsprozeß unterliegen: Zuerst verlieren
sie die Stimme, dann den Verstand. Doch es gibt eine alte Sage, in
der von einem Befreier die Rede ist. Der Physiker glaubt zwar nicht
daran, verspricht Torn aber, Orpheus auszuspüren. Einige
Schatten können nämlich die Wände zwischen ihren
Kerkern überwinden.
Kurz danach taucht Orpheus auf und holt Torn aus der Grube. Nachdem
sich der Wanderer davon überzeugt hat, daß es diesmal der
echte Orpheus ist, machen sich beide auf den Weg zum Schlüssel.
Und erreichen ihn nach einigen Mühen schließlich.
Die Schatten sehen in Torn mehr und mehr den verheißenen
Befreier.
Was Torn nicht ahnt - das Ganze ist ein abgekartetes Spiel, das von
Mathrigo persönlich inszeniert wurde. Torn soll den
Schlüssel finden und dann ein zweites Tor durchschreiten. Als
sie kurz davor sind, kann Orpheus nicht anders: Er muß Torn
gestehen, daß er mit den Grah'tak im Bunde ist. Zuvor hat Torn
einen Weg gefunden, die Schatten mitzunehmen - sie verschmelzen mit
seiner Plasmarüstung. Da eine Horde Grak'ul aus dem Tor kommen,
bleibt Torn nichts anderes übrig, als umzukehren. Im Kampf wird
Orpheus getötet. Und Torn erfährt von einem Seelenschatten
namens Rebecca - ein Name, der etwas in ihm auslöst.
Zusammen mit den Schatten gelingt es ihm, das erste Tor zu erreichen.
Als er jedoch hindurchtritt, steht der Höllenhund Cerberos vor
ihm. Er will Torn durchlassen, aber nicht die Schatten, die Torn in
sich hat.
Der zweite Teil des Dreiteilers bietet solide Unterhaltung -
natürlich ist klar, daß Torn nicht sofort aus den Kerkern
von Krigan ausbrechen kann, dann wäre es ja nur ein Zweiteiler.
Stattdessen legt Parrish einige falsche Fährten und beweist in
den Dialogen, daß er durchaus mehr kann, als nur Action-Szenen
zu schreiben. In den Gesprächen zwischen Orpheus und Rebecca
sowie zwischen Torn und dem Physiker, der offenbar Albert Einstein
ist, blitzen etliche Erkenntnisse auf, die durchaus Stoff zum
Nachdenken geben.
Nun gut, der Großteil des Romans besteht dann tatsächlich
mehr aus einer "Suche im Labyrinth" - aber diese Hatz ist spannend
erzählt, und zudem gibt es etliche Überraschungen, so
daß der Roman nicht langweilig ist.
Allmählich pendelt sich Torn wirklich auf ein Niveau ein, mit
dem man als Leser leben kann. Mag sein, daß auch MJP erst Zeit
brauchte, um seinen Stil für die Serie zu finden. Damit ist
nicht gesagt, daß die Serie an Maddrax heranreicht - aber sie
ist immer noch um Meilen besser als Vampire.
Fazit:
Unterhaltsamer Roman mit einigen Überraschungen, der das Ende
des Zyklus ruhig und gelassen vorbereitet.
12 Punkte