Band 20: "Der Befreier"

Autor: Michael J. Parrish

Torn erwacht in einer Grube - offenbar hat jemand seinen Sturz abgefangen. Er sucht nach Orpheus, aber offenbar ist sein Gefährte in einem anderen Verlies Krigans untergebracht. Kaum ist Torn erwacht, schleppen ihn die Grak'u zu Mathrigo. Der will natürlich von Torn erfahren, wo sich das Dämonichron befindet, und überläßt ihm Torkator, dem Folterer. Doch trotz dessen Foltern bleibt Torn hart und landet kurze Zeit später wieder in der Grube.
Orpheus erfährt unterdessen, daß die Schatten das Tor nach Draußen nicht passieren können, dazu benötigen sie einen Körper. Auch er wird vor Mathrigo gebracht, aber anders als Torn bleibt er nicht standhaft - denn Torkator verspricht ihm ein Wiedersehen mit Eurydica, wenn er mit ihnen zusammenarbeitet. Orpheus wird schwach und willigt in den Handel ein.
In seinem Gefängnis wird Torn vom Schatten eines Physikers aufgesucht. Von ihm erfährt er, daß die Schatten einem schleichenden Zersetzungsprozeß unterliegen: Zuerst verlieren sie die Stimme, dann den Verstand. Doch es gibt eine alte Sage, in der von einem Befreier die Rede ist. Der Physiker glaubt zwar nicht daran, verspricht Torn aber, Orpheus auszuspüren. Einige Schatten können nämlich die Wände zwischen ihren Kerkern überwinden.
Kurz danach taucht Orpheus auf und holt Torn aus der Grube. Nachdem sich der Wanderer davon überzeugt hat, daß es diesmal der echte Orpheus ist, machen sich beide auf den Weg zum Schlüssel. Und erreichen ihn nach einigen Mühen schließlich.
Die Schatten sehen in Torn mehr und mehr den verheißenen Befreier.
Was Torn nicht ahnt - das Ganze ist ein abgekartetes Spiel, das von Mathrigo persönlich inszeniert wurde. Torn soll den Schlüssel finden und dann ein zweites Tor durchschreiten. Als sie kurz davor sind, kann Orpheus nicht anders: Er muß Torn gestehen, daß er mit den Grah'tak im Bunde ist. Zuvor hat Torn einen Weg gefunden, die Schatten mitzunehmen - sie verschmelzen mit seiner Plasmarüstung. Da eine Horde Grak'ul aus dem Tor kommen, bleibt Torn nichts anderes übrig, als umzukehren. Im Kampf wird Orpheus getötet. Und Torn erfährt von einem Seelenschatten namens Rebecca - ein Name, der etwas in ihm auslöst.
Zusammen mit den Schatten gelingt es ihm, das erste Tor zu erreichen. Als er jedoch hindurchtritt, steht der Höllenhund Cerberos vor ihm. Er will Torn durchlassen, aber nicht die Schatten, die Torn in sich hat.

Der zweite Teil des Dreiteilers bietet solide Unterhaltung - natürlich ist klar, daß Torn nicht sofort aus den Kerkern von Krigan ausbrechen kann, dann wäre es ja nur ein Zweiteiler. Stattdessen legt Parrish einige falsche Fährten und beweist in den Dialogen, daß er durchaus mehr kann, als nur Action-Szenen zu schreiben. In den Gesprächen zwischen Orpheus und Rebecca sowie zwischen Torn und dem Physiker, der offenbar Albert Einstein ist, blitzen etliche Erkenntnisse auf, die durchaus Stoff zum Nachdenken geben.
Nun gut, der Großteil des Romans besteht dann tatsächlich mehr aus einer "Suche im Labyrinth" - aber diese Hatz ist spannend erzählt, und zudem gibt es etliche Überraschungen, so daß der Roman nicht langweilig ist.
Allmählich pendelt sich Torn wirklich auf ein Niveau ein, mit dem man als Leser leben kann. Mag sein, daß auch MJP erst Zeit brauchte, um seinen Stil für die Serie zu finden. Damit ist nicht gesagt, daß die Serie an Maddrax heranreicht - aber sie ist immer noch um Meilen besser als Vampire.

Fazit:
Unterhaltsamer Roman mit einigen Überraschungen, der das Ende des Zyklus ruhig und gelassen vorbereitet.
12 Punkte

Christian Spließ

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