Alfred Bekker:

"Freund oder Feind?"

(John Coan - Band 3)
D 2001
(184 Seiten, Paperback, Verlag Wilbert, JC-003, Keine ISBN, € 10,90)
- erschienen:Dezember 2001 -
Homepage: www.verlag-wilbert.de/Seite_2x.htm

Nachdem John Coan auf dem Mars mit Hilfe des Raumschiffs der Außerirdischen eine Basis errichtet hat, erreichen die von der Erde geschickten Raumschiffe, die ihn aufhalten sollen, den Planeten. Auf beiden Seiten stellen sich die Mannschaften die drängende Frage, ob sie John Coan folgen oder das außerirdische Schiff mit seiner überlegenen Technologie den Regierungen auf der Erde übergeben sollen.
In einer Parallelhandlung auf der Erde wird erzählt, wie die Westföderation von Terroranschlägen heimgesucht wird, die von durch das Internet aktivierten Schläfern der Gegenseite begangen werden.

Es geht ganz langsam aufwärts.
Dies ist bisher der lesbarste Band aus der Reihe John Coan, und es bereitet schon gelinde Spaß, auf beiden Seiten zu verfolgen, wie diese mit dem eben beschriebenen Loyalitätskonflikt umgehen sollen; insbesondere eine von John Coan einberufene Vollversammlung am Anfang des Romans ist recht gelungen.
Wenn, ja, wenn man das nicht alles bereits von Perry Rhodan kennen würde. Es ist schon unverschämt, wie hier abgekupfert wurde, und das Wissen um diese Tatsache schmälert das Lesevergnügen nicht unerheblich. Man fühlt sich förmlich an die Gespräche zwischen Perry Rhodan und seinem Bordastronom Clark G. Flipper aus der Anfangszeit der Serie erinnert, wenn man teilweise den Protagonisten in diesem Roman zuhört.
Richtige Begeisterung will sich deswegen nicht einstellen, dafür ist das alles einfach zu bekannt, und man hat es schon viel zu oft und öfters auch besser gelesen. Stilistisch kann man dem Autor attestieren, daß er zumindest flüssig schreibt, auch wenn seine Wortwahl und sein Satzbau etwas zu sehr an die in Heftromanen typische Sprache gemahnt; da "dröhnt" es im Helmfunk, und um Spannung zu erzeugen, erwarten einen Sätze wie: "Die Lage war wirklich ernst. Verdammt ernst."

Gegen Ende kommt man nicht umhin, etwas zu schmunzeln, wenn dort von einer Sabotage einer Internet-Homepage die Rede ist und man sich daran erinnert, daß der Verlag dieser Serie letztes Jahr trotz anderslautender Beteuerungen mit seiner Homepage ein halbes Jahr abwesend war.

Fazit:
Zwar frei von den Kinderkrankheiten des Anfangs der Serie, will sich auch in diesem Band noch nicht so die richtige Begeisterung einstellen. Dafür sind die geschilderten Konflikte um Loyalität, Spionage und Gegenspionage einfach zu altbekannt, um richtig fesseln zu können. Die viel zu großzügigen Anleihen beim großen Bruder Perry Rhodan trüben das Lesevergnügen doch erheblich, auch wenn sich der Band einigermaßen flüssig liest.
6 Punkte.

Oliver Naujoks

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