Nachdem John
Coan auf dem Mars mit Hilfe des Raumschiffs der Außerirdischen
eine Basis errichtet hat, erreichen die von der Erde geschickten
Raumschiffe, die ihn aufhalten sollen, den Planeten. Auf beiden
Seiten stellen sich die Mannschaften die drängende Frage, ob sie
John Coan folgen oder das außerirdische Schiff mit seiner
überlegenen Technologie den Regierungen auf der Erde
übergeben sollen.
In einer Parallelhandlung auf der Erde wird erzählt, wie die
Westföderation von Terroranschlägen heimgesucht wird, die
von durch das Internet aktivierten Schläfern der Gegenseite
begangen werden.
Es geht ganz langsam aufwärts.
Dies ist bisher der lesbarste Band aus der Reihe John Coan, und es
bereitet schon gelinde Spaß, auf beiden Seiten zu verfolgen,
wie diese mit dem eben beschriebenen Loyalitätskonflikt umgehen
sollen; insbesondere eine von John Coan einberufene Vollversammlung
am Anfang des Romans ist recht gelungen.
Wenn, ja, wenn man das nicht alles bereits von Perry Rhodan kennen
würde. Es ist schon unverschämt, wie hier abgekupfert
wurde, und das Wissen um diese Tatsache schmälert das
Lesevergnügen nicht unerheblich. Man fühlt sich
förmlich an die Gespräche zwischen Perry Rhodan und seinem
Bordastronom Clark G. Flipper aus der Anfangszeit der Serie erinnert,
wenn man teilweise den Protagonisten in diesem Roman zuhört.
Richtige Begeisterung will sich deswegen nicht einstellen, dafür
ist das alles einfach zu bekannt, und man hat es schon viel zu oft
und öfters auch besser gelesen. Stilistisch kann man dem Autor
attestieren, daß er zumindest flüssig schreibt, auch wenn
seine Wortwahl und sein Satzbau etwas zu sehr an die in Heftromanen
typische Sprache gemahnt; da "dröhnt" es im Helmfunk, und um
Spannung zu erzeugen, erwarten einen Sätze wie: "Die Lage war
wirklich ernst. Verdammt ernst."
Gegen Ende kommt man nicht umhin, etwas zu schmunzeln, wenn dort von
einer Sabotage einer Internet-Homepage die Rede ist und man sich
daran erinnert, daß der Verlag dieser Serie letztes Jahr trotz
anderslautender Beteuerungen mit seiner Homepage ein halbes Jahr
abwesend war.
Fazit:
Zwar frei von den Kinderkrankheiten des Anfangs der Serie, will sich
auch in diesem Band noch nicht so die richtige Begeisterung
einstellen. Dafür sind die geschilderten Konflikte um
Loyalität, Spionage und Gegenspionage einfach zu altbekannt, um
richtig fesseln zu können. Die viel zu großzügigen
Anleihen beim großen Bruder Perry Rhodan trüben das
Lesevergnügen doch erheblich, auch wenn sich der Band
einigermaßen flüssig liest.
6 Punkte.