Martin Kay:

"Die Legionen von Scardeen"

(Dust - Band 1)
D 2001
(68 Seiten, DIN A5, KayDesign, EUR 2,97)
- erschienen: Oktober 2001 -
Homepage: www.dust-online.de

Simon McLaird und Calvin Nash veranstalten regelmäßig Rennen gegeneinander. Ein Hobby, das von ihren Frauen und Freundinnen nicht unbedingt gebilligt wird.
An diesem Tag jedoch nimmt das Rennen einen unerwarteten Ausgang - ein außerirdisches Raumschiff landet am Austragungsort, und unversehens finden sich die beiden im Raumschiff wieder, das gerade von einem anderen verfolgt wird. Jee a Maru und ihrem Piloten Ken Dra gelingt es, die Scardeener abzuhängen. Simon und Calvin erfahren, daß die beiden von ihren eigenen Leuten verfolgt werden, da sie glauben, daß nicht nur Wissenschaft allein im Leben zählt. Sie suchen nach einem Objekt, das sich auf der Erde befinden soll und mit dem sie endlich beweisen können, daß die religiösen Vorstellungen Hand und Fuß haben. Bei diesem Objekt handelt es sich um einen Kristall, der DUST genannt wird.
Simon und Calvin bleibt erstmal nichts anderes übrig, als diese Tatsache zu akzeptieren. Die beiden Außerirdischen fallen auf der Erde zum Glück nicht auf - doch unbemerkt scheint ein Geheimdienst schon ein Auge auf die beiden geworfen zu haben. Helen Dryer gehört zu einer Organisation, die allerdings ihre eigenen Ziele zu verfolgen scheint. Als sie Simons Frau und Calvin ermorden, wird Simon klar, wie ernst die Lage ist.
Auch die Scardeener sind schließlich auf die Spur des Raumschiffes gekommen; fast gelingt es ihnen, Jee in ihre Gewalt zu bringen. Doch sowohl dem Shadow Command, der Geheimorganisation, als auch den Scardeenern können Simon und Jee in die Weiten des Weltalls entkommen.

Mit "DUST" legt Martin Kay eine neue alte Serie vor. Denn wie im Logfile erzählt wird, hat die Serie schon einige Jahre auf dem Buckel und ist konzipiert worden, als Martin bei der Bundeswehr war. Ein Frühwerk sozusagen, das jetzt als Book-on-Demand das Licht der breiten Öffentlichkeit erblickt.
DUST ist nicht gerade das originellste Konzept seit der Erfindung des Rades. Außerirdische, Geheimdienste, ein unbescholtener Mann, der in eine Entwicklung hineingerät, die sein Wissen übersteigt... Wenn man SF liest, hat man dieses Konzept schon des öfteren gelesen. Nun denn, ein altes Konzept kann natürlich frisch erzählt werden, und heutzutage sind Innovationen im SF-Bereich auch nicht gerade häufig.
Es ist der erste Band eines Zyklus', da müssen erstmal die Figuren eingeführt werden, und da dominiert die Handlung. Aber schade ist es doch, daß man zunächst nur sehr wenig über die Personen selbst erfährt, außer, daß Simon gerne Rennen fährt und e-Mail-Kontakt mit einem Schüler unterhält. Das verhindert teilweise, sich bei der Szene von der Ermordung seiner Frau mit ihm zu identifizieren - auch wenn Simon danach in eine Art Wachkoma fällt.
Ansonsten gibt's jede Menge Action. Die sinnvoll in die Handlung eingebettet ist und mir deswegen gefallen hat.

Fazit:
DUST ist nicht gerade das Ei des Kolumbus - bietet aber solide Unterhaltung für den, der gutgemachte Action-Szenen mag.
10 Punkte

Christian Spließ

Es ist passiert: Außerirdische landen auf der Erde, genau vor der Nase der beiden Freunde Simon T. McLaird und Calvin Nash. Bei den Außerirdischen handelt es sich um die Schöne Jee A Maru und ihren Begleiter Ken Dra, beide vom Volk der Drahusem - und beide auf der Flucht vor den Häschern der Legion von Scardeen. Aber nicht nur das - auch die Geheimdienste der Erde sind den beiden auf der Spur. So beginnt eine furiose Jagd, in deren Verlauf Calvin getötet wird und Simon sich mit den beiden Außerirdischen anfreundet. Die Außerirdischen sind auf der Suche nach dem geheimnisvollen Planeten Dai Urshar Senekar Tarmalis, auch genannt DUST...

Nun, die Story gewinnt wirklich keine Originalitätspreise, ist aber sehr kurzweilig geraten und läuft mit hohem Tempo ab, wofür natürlich auch die zahlreichen Action-Szenen verantwortlich sind, aus denen der Roman hauptsächlich besteht.
Ich weiß gar nicht genau, woran ich das festmachen kann, aber die Atmosphäre erinnert unheimlich stark an Hollywood-Filme, und man assoziiert während der Lektüre alle möglichen Streifen der Traumfabrik mit dem Buch, wie z.B. "Close Encounters of the Third Kind", "Men in Black", "Der Terminator" - und neben vielen anderen vor allem "Highlander".
Die Charaktere kommen unter dem ganzen Action-Gewitter noch etwas zu kurz, was auch daran liegt, daß der Roman nicht mit einer Exposition versehen ist, sondern der Autor gleich von Seite 1 an das Gaspedal voll durchtrittt. Na ja, Martin Kay hat sich auch in seinen bisherigen Romanen (u.a. für die Serien Dorian Hunter, Das Volk der Nacht und Rettungskreuzer Ikarus) als Action-Spezialist hervorgetan, so daß das nicht sonderlich verwundert.

Gut gefallen hat mir, daß dem Leser trotzdem ein emotionaler Halt in der langsam aufkeimenden Liebesbeziehung zwischen der Hauptfigur Simon und der Außerirdischen Jee geboten wird. Das sollte auf jeden Fall beibehalten werden, denn diesen Halt können reine Action-Szenen nicht bieten, auch wenn natürlich die stetige Bedrohung ebenfalls für Leserinvolvierung und Spannung sorgt.

(Kleiner Spoiler)
Die Ermordung von Simons Freund und dessen Ehefrau (nicht Simons Frau, wie mein geschätzter Kollege in seiner Co-Rezi schrieb) macht dem Leser klar, daß er mit "einigem" zu rechnen hat. Das steigert die Spannung und läßt auf mehr Überraschungen hoffen.
(Ende des Spoilers)

Der Stil ist flüssig und gut zu lesen, auch wenn der Autor es mit der Abwechslung in den Sageverben heftromantypisch übertreibt und den Leser dadurch etwas verwirrt, daß er seinen Helden ständig abwechselnd mal nur mit Vor- und mal nur mit Nachnamen bezeichnet.

Kurz noch zu den Äußerlichkeiten: Das Titelbild ist gut (kein Wunder, es stammt ja auch von dem Zeichner der Serie "Rettungskreuzer Ikarus") und der Roman bis auf ein paar kleine Fehler auch ordentlich lektoriert. (* Naja, Du siehst ja schon am Flash, daß jedem Lektor immer mal wieder kleinere und auch größere Fehler durchschlüpfen können... Heike)

Erstaunlich ist der Preis, der in der Szene deutscher Kleinverlage wohl konkurrenzlos ist, und für sein Geld bekommt man eine Fan-Publikation, die sich durchaus mit dem Profibereich messen kann.

Fazit:
Sehr temporeicher, spannender, futurisitscher Action-Thriller, der zwar wahrlich nicht innovativ, aber höchst unterhaltsam ist und bei der Leserschaft Lust auf mehr weckt - trotz einiger kleiner stilistischer Schwächen.
9 Punkte.

Oliver Naujoks

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